Sozialtraining / Gewaltprävention

Immer mehr Jugendliche, insbesondere aus sozialen Brennpunkten, kapitulieren vor unserer Gesellschaft. Die, die in der Schule oder bei der Ausbildungssuche den längsten Atem bräuchten, geben meist als Erste auf. Schulverweigerung, Kriminalität und Gewalt sind Ausdruck großer Mutlosigkeit. Viele glauben nicht mehr an eine ehrliche Chance, am gesellschaftlichen Leben teilnehmen nehmen zu können. Stress, Niederlagen und mangelnde Anerkennung werden häufig über aggressive Auseinandersetzungen kompensiert. Dabei nimmt eher die Qualität als die Quantität der Gewalttaten zu.

Präventive Maßnahmen können gewalttätiges Verhalten verhindern oder verringern. Über handlungsorientierte Methoden kann sozial kompetentes Verhalten und ein gesundes Selbstbewusstsein effektiv trainiert werden. Denn wer gelernt hat, Verantwortung für sich und andere zu übernehmen, ist weniger gefährdet in gewalttätige Konflikte zu geraten. Und wer ein stabiles Selbstbewusstsein entwickelt, ist widerstandsfähiger gegen Stress und negativen Gruppendruck. Alltagsanforderungen können leichter gemeistert werden und führen seltener zu Überforderung.

Sozialtraining für gewaltbereite Mädchen

Gewalt von und unter Jugendlichen greift um sich – auch in Dortmund. Gegen sie setzen Schulen und Jugendzentren auf Trainings für die Heranwachsenden, mit denen soziales Verhalten und der Umgang mit Konflikten erlernt werden soll. Doch die harten Fälle erreichen diese Angebote meistens nicht. Für einige von ihnen stellten wir 2006 mit dem Jugendhilfedienst Innenstadt-Nord und der Brücke Dortmund e.V. ein Programm auf die Beine. Ausgerichtet ist es speziell auf Jugendliche, die bereits durch Tätlichkeiten im Dortmunder Norden aufgefallen sind.

Den anderen Mädchen zuzuhören und mit ihnen zusammenzuarbeiten war für die Teilnehmerinnen oft ungewohnt. Aber kooperative und friedliche Umgangsformen kann man üben und lernen. Das Motto "Teamarbeit statt Zoff" zahlte sich aus. Das merkten die Mädchen spätestens bei der Aktion im Big Tipi, in einer Höhe von 18 Metern über dem Zeltboden. Dort kletterten sie in den Hochseilgarten, jeweils gesichert von einer anderen Teilnehmerin und angeleitet von den Erlebnispädagoginnen. Eine Grenzerfahrung für beide, für das Mädchen in den Seilen und für das Mädchen unten, das auf sie aufpassen musste. Ziel des Projektes war es, den Mädchen zu zeigen: Selbst in Konflikten kommt man ohne Prügel aus!

Auch 2010 kann der ELE e.V.  wieder aktiv werden und erreicht mit dem präventiven Angebot zwölf Mädchen zwischen 11 und 13 Jahren, die zu Projekttagen der Schule nicht erschienen oder deren Verhalten so problematisch war, dass sie nicht in „normale“ Projekte eingebunden werden konnten. Die Jungengruppe wird von der Brücke e.V. angeleitet.