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			<title>bergabe-Abschied.pdf</title>
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			<pubDate>Tue, 15 Mar 2011 08:23:23 +0100</pubDate>
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			<title>Sonderpreis-Wohlfhl-Ferienprogramm.pdf</title>
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			<pubDate>Mon, 15 Nov 2010 12:46:24 +0100</pubDate>
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			<title>Wohlfhl-Ferienprogramm.pdf</title>
			<link>http://www.e-l-e.de/assets/Dokumente/Wohlfhl-Ferienprogramm.pdf</link>
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	&lt;p&gt;&lt;/p&gt;</description>
			<pubDate>Mon, 15 Nov 2010 12:32:08 +0100</pubDate>
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			<title>Praktikumsstelle-beim-ELE-e.V..pdf</title>
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			<pubDate>Mon, 18 Oct 2010 12:59:38 +0200</pubDate>
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			<title>Arbeitsweise-Verstndnis-EP-und-Leitlinien-2010.pdf</title>
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			<pubDate>Mon, 02 Aug 2010 12:13:47 +0200</pubDate>
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			<title>Familienspass-Agentencamp-in-den-Ferien.pdf</title>
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	&lt;p&gt;&lt;/p&gt;</description>
			<pubDate>Mon, 14 Jun 2010 09:42:24 +0200</pubDate>
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			<title>Extrablatt022010.pdf</title>
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			<pubDate>Mon, 03 May 2010 09:33:02 +0200</pubDate>
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			<title>Kickstart.pdf</title>
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	&lt;p&gt;&lt;/p&gt;</description>
			<pubDate>Wed, 27 Jan 2010 20:40:33 +0100</pubDate>
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			<title>Der-verschollene-Trank-der-Hexe-Fisopane.pdf</title>
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	&lt;p&gt;&lt;/p&gt;</description>
			<pubDate>Wed, 27 Jan 2010 20:40:33 +0100</pubDate>
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			<title>Agentencamp-A.G.A.T.H.A..pdf</title>
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	&lt;p&gt;&lt;/p&gt;</description>
			<pubDate>Wed, 27 Jan 2010 20:40:33 +0100</pubDate>
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			<title>AbenteuerTeam.pdf</title>
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	&lt;p&gt;&lt;/p&gt;</description>
			<pubDate>Wed, 27 Jan 2010 20:40:33 +0100</pubDate>
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			<title>VoneinanderLernen.pdf</title>
			<link>http://www.e-l-e.de/assets/Dokumente/VoneinanderLernen.pdf</link>
			<description>	&lt;img src=&quot;http://www.e-l-e.de/assets/Dokumente/VoneinanderLernen.pdf&quot; alt=&quot;VoneinanderLernen.pdf&quot; /&gt;
	&lt;p&gt;Voneinander Lernen ­ neue Wege beschreiten&lt;br /&gt;Mit diesem Projekt reagierten wir 2005/2006 auf die veränderten gesellschaftlichen Strukturen und Rahmenbedingungen für benachteiligte Kinder- und Jugendliche. Es entstand aus der Grundidee ,,In ungewöhnlichen Begegnungen voneinander lernen&amp;quot; und brachte junge Menschen in Kontakt mit Prominenten. Diese coachten die Jugendlichen und gaben ihnen neue Perspektiven in scheinbar ausweglosen Situationen. Im Vordergrund stand hier der Bedeutungsverlust von klassischen Vorbildern für Jugendliche. Maßgebliche Vorbilder für Jugendliche sind immer öfter Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens, beispielsweise aus dem Sport oder dem Musik- und Schauspielgeschäft. Diese ,,Stars&amp;quot; bieten den Jugendlichen medial vermittelte Botschaften und Bilder, aber oft keine konkreten, alltagstauglichen Handlungsoptionen oder Erfahrungen. Unter dem Projektmotto ,,Voneinander Lernen ­ neue Wege beschreiten&amp;quot; ermöglichten wir Dortmunder Jugendlichen, sich mit prominenten Persönlichkeiten zu treffen und deren Lebenserfahrungen kennen zu lernen. Menschen, die Erfolge gefeiert haben aber auch Niederlagen einstecken mussten. Vor allem aber Menschen die bereit waren, ihre Erfahrungen mitzuteilen und den Jugendlichen mit auf den Weg zu geben. Die Teilnehmer wurden sich vorerst über ihre eigenen Fähigkeiten und Stärken bewusst. Ihr Selbstbewusstsein wurde gefestigt, damit sie selbstbestimmt und eigenverantwortlich ihre Zukunft mit gestalten können, anstatt sich durch Perspektivund Hoffnungslosigkeit leiten zu lassen. Mit Kletteraktionen wie beispielsweise einer Abseilaktion von einem Schulgebäude wurde auf das Projekt aufmerksam gemacht. In einer Kompaktphase im Sauerland setzten sich die Jugendlichen intensiv und konstruktiv mit den An- und Überforderungen der persönlichen Lebensgestaltung auseinander. Themenbereiche waren das Erkennen persönlicher Grenzen und das Übernehmen von Verantwortung für sich und das eigene Leben. Der zentrale Schwerpunkt lag in der Fragestellung: Welche Kompetenzen, Einstellungen und Verhaltensweisen helfen mir, mein Leben selbstbestimmt, eigenverantwortlich und erfolgreich zu gestalten? Höhepunkt des Projekts war ein Eventtag, an dem die Jugendlichen auf eingeladene prominente Gäste trafen, deren persönliche Biographien durch die Bewältigung besonderer Hindernisse und das beschreiten ungewöhnlicher Lebenswege gekennzeichnet sind. Die Erfahrungen dieser Persönlichkeiten bei der eigenen Lebensgestaltung wurden für die jugendlichen Teilnehmer, denen wichtige Entscheidungen in Bezug auf die Gestaltung und Entwicklung ihrer eigenen Biographie noch bevorstehen, transparent und nutzbar gemacht. Gefördert wurde das Projekt durch das Landesjugendamt Westfalen-Lippe, das Jugendamt Dortmund und die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;/p&gt;</description>
			<pubDate>Mon, 21 Dec 2009 13:32:58 +0100</pubDate>
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			<title>DialogJugendUnternehmen.pdf</title>
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			<description>	&lt;img src=&quot;http://www.e-l-e.de/assets/Dokumente/DialogJugendUnternehmen.pdf&quot; alt=&quot;DialogJugendUnternehmen.pdf&quot; /&gt;
	&lt;p&gt;Dialog Jugend &amp;amp; Unternehmen&lt;br /&gt;Die Projektreihe ,,Dialog Jugend und Unternehmen&amp;quot; gab uns die Möglichkeit, die Projektidee der ungewöhnlichen Begegnung mit weiteren Zielgruppen zu erproben. Neue Wege der Zusammenarbeit zwischen Schule und Unternehmen wurden beschritten. In erlebnispädagogischen Situationen lernten sich weitere Schüler und Unternehmer durch gemeinsame Aktivitäten kennen und tauschten sich unbefangen in Gesprächen aus. Schülern, die ansonsten nur einen mittelbaren Zugang zu Unternehmen haben, wurde die Möglichkeit geboten, Berührungsängste abzubauen und auf Augenhöhe mit Unternehmensvertretern in den Dialog zu kommen. Die Unternehmer erhielten Einblicke in die Einstellungen und Zukunftsperspektiven der Schüler. Diese reichten von den Berichten aus dem Schulalltag, über Anforderungen der Ausbildungsplatzsuche bis hin zu den Erfahrungen mit Arbeitslosigkeit. Im Zeitraum von Oktober 2005 bis Juni 2006 konzipierten wir fünf mehrtägige Veranstaltungen mit Jugendlichen und Unternehmern. 1. Schüler der Gesamtschule Holsterhausen treffen auf Unternehmer: Berufsvorbereitung und gemeinsames Klettern im Hochseilgarten Big Tipi in Dortmund 2. Mädchen und Jungen der Möhnesee-Schule treffen auf Unternehmer: Berufsvorbereitung und Abseilen von der Dachterrasse der Jugendbildungsstätte ,,die Kluse&amp;quot; in Menden 3. Tauchschüler treffen auf Unternehmer: Berufsvorbereitung, Tauchen im Hallenbad und Erforschung des Industriegeländes an der Jugendherberge Duisburg Nord 4. Schüler mit Migrationshintergrund treffen auf Unternehmer: Berufsvorbereitung und Teamaufgaben outdoor in der Nähe von Haus Schönstein in Wissen/Sieg 5. Mädchen treffen auf Unternehmerinnen: Berufsvorbereitung und Baumklettern bis zu 25 m Höhe an der Jugendherberge Meschede. ,,Dialog Jugend und Unternehmen&amp;quot; ist ein Projekt der Stiftung Partner für Schule NRW. Es wurde finanziert vom Europäischen Sozialfonds und dem Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales des Landes NRW und unterstützt durch das Ministerium für Schule und Weiterbildung des Landes NRW. Mit der Umsetzung und Weiterentwicklung der erlebnispädagogischen Veranstaltungen wurde der ELE e.V. beauftragt.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;/p&gt;</description>
			<pubDate>Mon, 21 Dec 2009 13:27:32 +0100</pubDate>
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			<title>Gewinn-Unternehmer.doc.pdf</title>
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			<description>	&lt;img src=&quot;http://www.e-l-e.de/assets/Dokumente/Gewinn-Unternehmer.doc.pdf&quot; alt=&quot;Gewinn-Unternehmer.doc.pdf&quot; /&gt;
	&lt;p&gt;Gewinn für die Wirtschaftsunternehmer Die Unternehmer haben die Möglichkeit auf ,,Jugend heute&amp;quot; und somit auf die gesellschaftliche Entwicklung Einfluss zu nehmen. Durch ihr soziales Engagement übernehmen sie Verantwortung für die Zukunft junger Menschen und können diese sinnvoll mitgestalten. Sie erhalten Einblicke in die Lebenswelten und Ansichten junger Menschen: Was denken, fühlen und wollen Jugendliche von heute? Wie leben sie? Welche Zukunftsängste stehen auf der Tagesordnung? Welche Hintergründe stecken hinter den Verhaltensweisen eines schüchternen oder vorlauten 15-Jährigen? Welche Fähigkeiten stecken in dem jungen Menschen, die in der Schule unerkannt bleiben und im Betrieb von Nutzen sind? Unsere Erfahrungen haben gezeigt, dass für viele Unternehmer die Welt der Jugendlichen ein Buch mit sieben Siegeln ist. Am Ende steht Verwunderung, Begeisterung, Betroffenheit oder auch Verständnis. Für Menschen aus dem Business ist es oft bereichernd, mal die Perspektive zu wechseln. Sich zurück zu besinnen, wie man sich selbst mit 16 gefühlt hat. Gab es da nicht gleiche Verwirrung und Orientierungslosigkeit? Wäre da doch jemand der gewesen, der ein wenig Durchblick verschafft hätte... Begegnungen, die Menschen aus unterschiedlichen Lebenswelten zusammenführen, weichen oft eingefahrene Denkmuster und Vorstellungen auf. Sie sind aufregend, verunsichern und eröffnen damit immer auch Chancen zu neuen Erkenntnissen - zum Lernen. Eine unvergessliche und wertvolle Lernerfahrung sind häufig die Einzelgespräche mit den Jugendlichen. Die Erzählungen aus der Biographie der Jugendlichen können einfach nur verwundern, manchmal auch erschrecken oder zu einer professionellen Gesprächsführung herausfordern. Kommunikative Kompetenz und Einfühlungsvermögen wird den gestandenen Geschäftsleuten in hohem Maße abverlangt. Und das auf eine andere Art und Weise als im Berufsalltag... Ein Projekt was nur die Jugendlichen stärkt? Ganz und gar nicht. Den Alltag verlassen, Abwechslung erfahren, Abenteuer und Risiko außerhalb des Jobs, fernab der Familie zu erleben und sich draußen in der Natur auf Neues einlassen gibt neue Power für den Alltag der Unternehmer und sorgt für eine gute Work-Life-Balance. Zwei Tage Bewegung und frische Luft, kombiniert mit einem sinnvollen Engagement ist trotz Stress und Zeitmangel in allen Projekten auf große Begeisterung gestoßen. Zudem sind die individuellen Biographien der Unternehmer nicht nur für die Jugendlichen bereichernd. Bisher gab es ebenso viele ,,ungewöhnliche Begegnungen&amp;quot; unter den Unternehmern, die zu wertvollen und interessanten Netzwerken führten.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;/p&gt;</description>
			<pubDate>Mon, 21 Dec 2009 13:21:12 +0100</pubDate>
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			<title>Gewinn-Jugendliche.doc.pdf</title>
			<link>http://www.e-l-e.de/assets/Dokumente/Gewinn-Jugendliche.doc.pdf</link>
			<description>	&lt;img src=&quot;http://www.e-l-e.de/assets/Dokumente/Gewinn-Jugendliche.doc.pdf&quot; alt=&quot;Gewinn-Jugendliche.doc.pdf&quot; /&gt;
	&lt;p&gt;Gewinn für die Jugendlichen Durch die gesellschaftliche Entwicklung und die derzeitige Arbeitslosenquote wird die Berufsplanung vor allem für benachteiligte Jugendliche zunehmend schwieriger. In vielen Biographien finden sich gehäuft Erfahrungen von Ausgrenzung durch Herkunft, Misserfolge in der Schullaufbahn, Gewalt, Trennung der Eltern, Arbeitslosigkeit und das Erleben von Armut. Der Name der besuchten Sonder- oder Hauptschule macht sich im Lebenslauf nicht so gut, Mädchen sind nach wie vor dem Irrtum erlegen, heiraten und schwanger werden heißt ,,ausgesorgt zu haben&amp;quot;... Eine gute Beratung oder Unterstützung der Eltern bei der Zukunftsplanung bleibt oft aus. Es mangelt an alternativen Vorbildern. Es fehlen Menschen, an denen sich die Jugendlichen orientieren können. Wo sind starke Vorbilder, bei denen sich junge Menschen Rat holen können und die ihnen alternative Wege der Lebensplanung aufzeigen? Die ihnen in der totalen Orientierungslosigkeit zur Durchsicht verhelfen? Was will ich mal werden? Wo liegen meine Begabungen? Kann ich überhaupt irgendwas? Was macht mir Spaß? Was verbirgt sich eigentlich hinter dem Beruf ,,Kommunikationsdesigner&amp;quot; und kann ich das mit Hauptschulabschluss überhaupt werden? Will ich mal Kinder und danach meinen Beruf weiter ausüben? Was heißt das dann für mich und mein Leben? Das Selbstvertrauen der Mädchen und Jungen in die eigenen Fähigkeiten ist oft nicht das Beste. Ein Begegnungsprojekt bietet Jugendlichen die Chance, ihre Fähigkeiten fernab von Zeugnis und Schulbank unter Beweis zu stellen. ,,Outdoor&amp;quot; ist kein Lehrbuchwissen gefragt. Hier zählt Konzentration, Kreativität, gewissenhafter Einsatz, Spaß am Tun und Motivation. Ob ein Mensch Verantwortung für sich und sein Handeln übernehmen kann, ob er zuverlässig, kontakt- und konfliktfähig ist und sein Leben lebensfroh in die Hand nimmt, das wird hier schnell deutlich. Die in jedem Menschen schlummernden Stärken können in Erlebnissituationen recht schnell herausgefunden und effektiv trainiert werden. Herausfordernde Aufgaben lassen sie ihre Fähigkeiten erkennen und zeigen ihnen wie sie diese erfolgreich einsetzen können. Die Projekte machen ihnen Mut, ihre Zukunftsplanung aktiv in die Hand zu nehmen und es nicht vom ,,Lauf der Dinge&amp;quot; bestimmen zu lassen. Die Schüler tanken Kraft durch starke Vorbilder, die zum Teil ähnliche Voraussetzungen hatten. Dazu zählen zum Beispiel zweiter Bildungsweg, wenig finanzielle und mentale Unterstützung durch die Eltern, besonders frühe oder späte Schwangerschaft oder Schicksalsschläge, die den Weg zur Selbstständigkeit oder Karriere erschwerten. Diese oder ähnliche Rahmenbedingungen waren bei den meisten Unternehmern auf dem Weg zum Erfolg keine Seltenheit. Tatsachen, die akzeptiert werden und Probleme die angegangen werden müssen - und ältere Menschen, die junge Menschen dazu ermutigen, dies zu tun. Weil sie die Vielfalt an Möglichkeiten zur Gestaltung des eigenen Lebens kennen. Besonders hervorzuheben ist der jugendgerechte Zugang zum Thema Beruf. Unternehmer beschreiben ihre Werdegänge, Lebenshaltungen und Berufe life, es ist Zeit unter vier Augen über Vor- und Nachteile des Jobs zu sprechen und den Schülern einen Blick hinter die Kulissen zu ermöglichen, der auf keinem Blättchen zur Berufsbeschreibung im Arbeitsamt aufzufinden ist. Am Ende der Projekte stand bisher immer die Wertschätzung und Anerkennung der Unternehmer gegenüber den&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Jugendlichen. Und junge Menschen, die sich motiviert auf ihren individuellen Weg machen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;/p&gt;</description>
			<pubDate>Mon, 21 Dec 2009 13:20:56 +0100</pubDate>
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			<title>Doku1-13.pdf</title>
			<link>http://www.e-l-e.de/assets/Dokumente/Doku1-13.pdf</link>
			<description>	&lt;img src=&quot;http://www.e-l-e.de/assets/Dokumente/Doku1-13.pdf&quot; alt=&quot;Doku1-13.pdf&quot; /&gt;
	&lt;p&gt;Begegnung im interkulturellen Dialog.&lt;br /&gt;- Mit - und voneinander Lernen durch die Vielzahl unterschiedlicher Biografien mit kulturellem Hintergrund -&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Erleben Lernen Erfahren e.V.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ich lerne vom Leben. Ich lerne solange ich lebe. So lerne ich noch heute.&lt;br /&gt;Otto von Bismarck (1815-98) Riustrud tie tie er ip erate dolor inis exer iuscidui bla alis ad el ea acilisi. Elessi tie consequis nibh ex er autpat. Ut ex essisi ex el utetumsan vullam qui eugait aliquisis nos eummodo lorerci tem nismodion erit, qui bla facin hent dolor am zzriuscin ero dio esequat prate modipit nostiscil ilissim quisl exer inisit, core magnis alit vullum dolutat, commolobore ex et ut praesent volum quipit acilit wis nostisim vel utatincilit. adip eu faci te do del ent incipit iusto exero dolorperci exeriuscip ercilla ortisim dip eui eu feuguer aestrud eugiam digna conullut praesto dunt nonsectem dipisit, sumsan hendignim vel el dolor summolor si. Stefanie ,Janne&amp;#39; Klar I 32 Jahre Geschäftsführung Erleben Lernen Erfahren e.V.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Uguerius cilisim elenim vulla core molutpat. Ugait, consed dolobore min essi. Vulla ad magna facinci. Iquat. Duiscidunt niam zzriuscin euguer am zzriusto erosto dolobor percidui eugiamet. Er sum zzrit velit laore Bortis nonse dunt laorer in ullutat magna at. Idunt ipit amet, velit utat eros dio eu facinisim non ut inibh et volorem quam dolore laore et landrem eumsand ignisci dipit augue esto od tet ulla tat wisit niatie feui blam, conse facidui piscing et nonsequis magna feugiamcommy nos aunos alit voloreet, quam dolobor tat, sum exeros augiam, commy eetuerostrud dipit atuerat augue nonulla facin ea conummy non tatuer sit veliquipissi te commolo utetueriure dolesti onsendit rpercin ulpu. Duis aliscing ea nos ad eumsan erat wis num faccumsan et lute velit am nim augiamcommy num adit ipsum niametum iriusci te dolesequis zzriustio odoloreetuer augait ali- nos nulputpat. Ut nim dolent dunt quat umsandip exer ip exercilisse utat incipit verciliquam, sequisis tatum volobor peraessi ero odiat nullan ulla feummy numsan&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Projektidee&lt;br /&gt;Das Projekt ,,Begegnung im interkulturellen Dialog&amp;quot; richtet sich an Mädchen mit und ohne Migrationshintergrund aus Dortmund. Ziel des Projektes ist es, eine Begegnung zwischen diesen Mädchen und Frauen mit Migrationshintergrund zu initiieren, um einen Austausch über Lebensplanung mit Bezug zum kulturellen Hintergrund anzuregen. Die Frauen aus Dortmund, die am Projekt teilnehmen, arbeiten in verschiedenen Berufsfeldern und Positionen, verfügen über Lebenserfahrung und haben unterschiedliche kulturelle Hintergründe. Was habe ich für Ziele und Wünsche? Die Frauen fungieren als Beraterinnen und Vorbilder für die Mädchen und unterstützen diese durch ihre Lebenserfahrung bei den Überlegungen zum eigenen Lebensweg. Nach dem Prinzip `voneinander lernen` präsentieren die Mädchen den Frauen bei der selbst vorbereiteten Veranstaltung ,,Fest der Kulturen&amp;quot; ihre Fähigkeiten und Einstellungen zum Thema Kultur.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die Begegnung eröffnet für die Mädchen neue Chancen, ihr Leben eigenständig zu gestalten Im erlebnispädagogischen und erweitert ihren Horizont hinKontext, durch gemeinsame sichtlich der Möglichkeiten, die Spiel- und Kletteraktionen sollen sich ihnen bieten. Ziel ist es, das die Mädchen und Frauen sich die Frauen die Mädchen weiter kennen und vertrauen lernen, um auf ihrem Lebensweg begleiten, anschließend auf Augenhöhe ins Kontakt halten und ihnen auch Gespräch zu kommen. Themen nach dem Projekt als Hilfe und des Austausches sind neben Vorbild zur Seite stehen. der Auseinandersetzung mit der eigenen Kultur, Fragen rund um Zielgruppe des Projektes sind die Zukunfts- und Lebenspla10-12 Mädchen mit und ohne nung der Mädchen. Migrationshintergrund im Alter von 14 - 16 Jahren aus Wie will ich mein Leben gestalDortmund, die die Hauptschule ten? Welche Rolle spielt dabei Aplerbeck besuchen. mein kultureller Hintergrund?&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Projektziele&lt;br /&gt;Durch das Projekt sollen die teilnehmenden Mädchen mit Hilfe der Frauen ein Selbstbild entwickeln, in dem sie sich als handlungsfähig und kompetent wahrnehmen. Die Mädchen werden ermutigt, ihre Lebensplanung in die Hand zu nehmen. Konkret beinhaltet das Projekt die Arbeit an folgenden Teilzielen:&lt;br /&gt;· Bewusstsein für die Vielschich- · Eigene Stärken und Ressourtigkeit der Kulturlandschaft cen kennen lernen. Was kann schaffen. Welche Kulturen ich gut? Wie und wofür kann gibt es? Wie leben diese ich meine Stärken nutzen? Menschen? Wie leben diese Was kann ich nicht so gut? Menschen in Dormund? WelWie kann ich damit umgehen? che Kulturen sind im meinem Umfeld vertreten? · Vorbilder für die Mädchen schaffen. Was haben Frauen · Durchleuchten und Überprüfen mit ähnlichen Voraussetzungen eigener kultureller Wertvoraus ihrem Leben gemacht? stellungen. Wie sieht mein Welche Wege und Strategien kultureller Hintergrund aus? haben zum Ziel geführt? Wie Welche Werte sind mir wichkann ich von der Lebenserfahtig? Wie lebe ich in Dortmund rung der Frauen profitieren? mit meiner Kultur? Was unterscheidet mich von anderen · Erstellen eines Lebensplans. Menschen bezogen auf den Was möchte ich machen in kulturellen Hintergrund? Was meinem Leben? Was sind macht meine Kultur aus? Nahziele, was sind Fernziele? Welche Stolpersteine könnten Welche Rolle spielt die Kultur mir auf meinem Lebensweg in meinem Leben? Wie kann aufgrund meiner Kultur in den ich die Schule meistern? Wie Weg gelegt werden? Wie kann stelle ich mir mein Berufsleben ich diese überwinden? vor? Will ich eine Familie? Was mache ich in meiner Freizeit? · Handlungskompetenzen im Bereich Kommunikation und Interaktion fördern. Wie präsentiere ich mich? Wie kann ich verbal meine Ziele erreichen?&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Erleben Lernen Erfahren e.V.&lt;br /&gt;Der ELE e.V. ist ein Verein für erlebnispädagogische soziale Arbeit. Er ist gemeinnützig und anerkannter freier Träger der Jugendhilfe nach § 75 KJHG. Besonders in Dortmund, dem Sitz des Vereins, arbeiten wir seit unserer Gründung 1997 mit dem Jugendamt, zahlreichen Schulen und sozialen Trägern zusammen. Dort führen wir Projekte wie ,,Begegnung im interkulturellen Dialog&amp;quot; mit Kindern und Jugendlichen durch.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Erlebnispädagogik.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Pädagogik meint die Erziehung&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;junger Menschen und die hat immer mit Lernen zu tun. Wer mit Kindern und Jugendlichen lebt oder arbeitet, weiß: Hier kommt&amp;#39;s auf die Methode an. Handeln, sich bewegen und dabei spielend lernen ­ das bedeutet Erlebnispädagogik für uns. Wir arrangieren Abenteuer ­ zumeist in der Natur. Die von uns angewandten handlungs- und bewegungsorientierten Methoden stammen aus der Spiel- und Erlebnispädagogik. Oft setzen wir hier das Klettern ein. Denn dabei wird an beiden Enden des Sicherheitsseils gelernt: Oben wächst mit jedem Höhenmeter das Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten, unten übernimmt der sichernde Teilnehmer große Verantwortung für seinen Partner. Nicht selten sind das völlig neue Erfahrungen für unsere jungen Teilnehmer. Werden die Erlebnisse auf den Alltag der Teilnehmer übertragen, können sie zu einer wertvollen Lernerfahrung werden. Die Reflexion zum Abschluss der Aktionen ist für uns fester Bestandteil von Erlebnispädagogik.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Solche Lerneffekte setzen allerdings einen vertrauensvollen Umgang in der Gruppe voraus. Also stehen vertrauensbildende Übungen und Teamaufgaben zu Beginn der Aktionen. Sport- und Bewegungsspiele oder Aktionen zur Körper- und Sinneserfahrung werden zielgerichtet und bedürfnisorientiert eingesetzt, um das Selbstvertrauen junger Menschen zu stärken und sie in ihrer Persönlichkeit wachsen zu lassen. Dazu gehört auch das Erkennen und Setzen von persönlichen Grenzen...&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;j j&lt;br /&gt;Angelina Kastner I 16 Jahre Berufswunsch: Bäckereifachverkäuferin Das Besondere war, dass die Frauen uns gezeigt haben, wie es in der Berufswelt aussieht. Wir haben mit den Frauen viel unternommen. Wir haben uns mit den Frauen gut verstanden und eine Freundschaft geschlossen. Die Frauen haben uns ihre Hilfe angeboten, falls wir berufliche Schwierigkeiten haben. Sie waren sehr nett und offen und wir konnten mit ihnen über alles reden. Sie haben viel über sich erzählt und großes Interesse an uns gezeigt. Es gefiel mir, dass wir Spiele mit den Frauen gemacht haben; dabei lernten wir uns besser kennen. Die Frauen scheuten sich nicht vor den Spielen, sie haben alles mitgemacht. Es bleibt uns in Erinnerung, dass wir auf die Frauen zurückgreifen können, wenn wir Probleme im Privaten oder im Berufsleben haben. Wir hatten viel Spaß und wir haben oft gelacht. Das zweite Projekt fand in Dortmund an unsere Hauptschule Aplerbeck statt. Es dauerte eine Woche. In dieser Woche haben wir die Universität besichtigt und das Domicil besucht. Für die Frauen haben wir ein ,,Fest der Kulturen&amp;quot; organisiert, das an unserer Schule stattgefunden hat. Jessica Zimmermann I 16 Jahre I Berufswunsch: Hotelfachfrau Das Besondere an dem Projekt war, dass junge Unternehmerinnen auf Mädchen trafen und miteinander Spaß hatten, ohne den anderen großartig zu kennen. Ich habe viele nette Frauen kennen gelernt und ich bin mir sicher, dass der ein oder andere Kontakt auch bestehen bleibt. Ich nehme viele schöne Erlebnisse mit, z.B. den Abend in der Schule, an dem die Mädchen für die Frauen gekocht haben. Wir haben im Mai 2006 angefangen. Ein Wochenende waren wir in Meschede und haben dort das erste Mal die Frauen getroffen. An diesem Wochenende haben wir viele Spiele gespielt, das Sichern gelernt und sind auch geklettert. Im November wurde das Projekt dann fortgesetzt. Wir haben die Universität besucht, waren im Big Tipi klettern und hatten einen schönen Abend mit den Frauen, an dem die Mädchen für die Frauen gekocht haben. Insgesamt fand ich das Projekt gut. Ich habe viele junge Unternehmerinnen kennen gelernt, die mal genauso ,,klein&amp;quot; waren, wie wir Mädchen. Es war eine wunderschöne Zeit und ich würde dieses Projekt jederzeit wiederholen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Alina Heyenga I 15 Jahre I Berufswunsch: Hotelfachffrau&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;VWXY_&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Das Besondere am Projekt war, dass die Frauen so aufgeschlossen waren und uns viel gezeigt haben, wie es bei ihnen im Leben ist. Wir haben viel mit ihnen unternommen. Wir haben uns mit den Frauen angefreundet (z.B. haben wir unsere Telefonnummern ausgetauscht). Wir haben etwas über ihre berufliche Entwicklung erfahren und sie haben uns ihre Hilfe angeboten, falls wir berufliche Schwierigkeiten haben. Uns hat es gut gefallen, dass die Frauen so offen und nett waren. Sie haben viel über sich erzählt und waren dennoch sehr an uns interessiert. Sie haben sich viel Zeit für uns genommen und uns ihre Arbeitsstellen gezeigt. Uns ist in Erinnerung geblieben, dass wir immer auf die Frauen zurückgreifen können, privat und auch beruflich. Während des ersten Projektes waren wir drei Tage zusammen in Meschede. Dort haben wir die Frauen zum ersten Mal kennen gelernt. An diesem Wochenende haben wir Spiele gespielt und sind geklettert. Wir haben uns mit den Frauen zusammengesetzt und haben erfahren, wie deren Berufsleben aussieht. Das zweite Projekt fand in Dortmund statt. Es dauerte diesmal sechs Tage. Wir haben wieder viel unternommen und haben auch noch andere Frauen kennen gelernt. Wir haben für die Frauen gekocht. Wir haben eine Abschlussfeier gehabt. Am letzten Tag waren wir im Big Tipi klettern.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Wer glaubwürdig sein will, muß den ständigen Dialog suchen.&lt;br /&gt; HeinzGoldmann(*1920)&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;klayxklayx&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;h i j k&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;VWXY_&lt;br /&gt;Sonja Renner I 17 Jahre I Berufswunsch: Industriekauffrau &amp;lt;&amp;lt; &amp;gt;&amp;gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Å&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Das Besondere am Projekt war, dass ich viele neue Menschen kennen gelernt habe, mit denen ich viel Spaß zusammen hatte. Aus den zwei Projekten, an denen ich teilgenommen habe, habe ich mitgenommen, dass es ein schwieriger und steiniger Weg sein kann, seinen Berufswunsch zu erreichen. In Erinnerung ist mir geblieben, dass ich viel Spaß mit den Frauen und Mädchen gehabt habe. Besonders gut gefielen mir die Spiele, die wir zusammen gemacht haben, aber auch die Zeit, in der wir uns mit den Frauen über Privates unterhalten haben. Das erste Projekt fand in Meschede statt, wo wir die Frauen und Mädchen kennen gelernt haben. Wir haben gelernt, unter Zeitdruck und im Team zu arbeiten. Das zweite Projekt fand in Dortmund statt. Hier haben wir etwas Eigenes für die Frauen geplant und durchgeführt. Auch während dieser Zeit haben wir im Berufsalltag der Frauen geschnuppert.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Elisa Heilmann I 25 Jahre I Studentin der Wirtschafts- und Sozialwissenschaften an der Dortmunder Universität mit den Schwerpunkten: Marketing, Unternehmensführung und Unternehmensrechnung/ Controlling Das besondere an dem Projekt war aus meinen Augen das Zusammentreffen zweier völlig unterschiedlicher Menschen- den Mädchen und wir, den Frauen aus dem RTC. &amp;quot;Im normalen Leben&amp;quot; wäre man sich auf diesem Wege höchstwahrscheinlich nicht begegnet und hätte sich womöglich nicht kennen gelernt. Es war eine tolle und sehr bereichernde Erfahrung, zu erfahren, welche Interessen die Mädchen haben, was sie denken und welche Ziele sie in ihrem Leben haben. Ich fand es sehr schön, wie sehr sich die Mädchen engagiert haben, vor allem was das Fest der Kulturen anbelangt. Die Mädchen haben sich sehr viel Mühe gegeben und man hat gemerkt dass sie ein großes Talent darin haben, eine schöne und gemütliche Atmosphäre zu schaffen. Am besten und am spannendsten natürlich war das Klettern im Tippi Zelt. Für Entspannung und Genuss war das Fest der Kulturen am Freitag perfekt. Ein sehr schönes und vielseitiges Projekt bei dem sowohl Spannung (das Klettern), Genuss (das Fest der Kulturen) als auch interessante Gespräche und Spiele innerhalb der Gruppe dabei waren. Mein Resumeé: Ich würde mich freuen wenn dies nicht das letzte gemeinsame Projekt war- freue mich auf eine weitere Zusammenarbeit!!&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Regina Braun I 24 Jahre Studium Krankenpflegemanagement Das Treffen der Mädchen war für mich eine schöne Erfahrun und Möglichkeit, die ich sonst nicht ergeben hätte. Es gab die Möglichkeit die Mädchen vorurtelsfrei kennen zu lernen. Ich war sehr begeistert, wie schön die Drei den Abend gestaltet haben, es war so gemütlich und lecker. Ich möchte mich noch mal bedanken für die Einladung zu diesem Projekt, es war wrklich sehr schön.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Christine Reith I 29 Jahre I Architektin Ich wusste zu Beginn des Projektes nicht so recht, was auf mich zu kommt und ich war mehr als positiv überrascht. Die Mädchen, denen ich im Rahmen des Projektes begegnet bin, sind motiviert, aufgeschlossen und stehen mitten im Leben. Sie machen sich Gedanken über ihre Zukunft und sind auch bereit, Verantwortung für sich und andere zu übernehmen. Sie haben sich sehr aktiv und erfolgreich in das Projekt eingebracht, nicht nur bei der Vorbereitung und der Durchführung des gemeinsamen Abendessens, sondern auch am darauf folgenden Tag im Hochseilgarten. Nach meinem Empfinden ist durch diese gemeinsame Aktion richtiger Teamgeist aufgekommen, obwohl die Gruppe vom Alter her, von der Lebenserfahrung und der aktuellen Lebenssituation sehr unterschiedlich ausgeprägt war. Ich hatte richtig Spaß bei den gemeinsamen Treffen! Ich möchte mich bei den Mädels und bei den Organisatorinnen vom ELE ­ Lucia und Janne ­ ganz herzlich bedanken, dass sie mir die Chance gegeben haben, neben dem stressigen Berufsalltag einmal einen Einblick in das Leben der ,,Jugend von heute&amp;quot; zu bekommen. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass die Jugendlichen heutzutage durchaus verantwortungsvoll handeln und sich Gedanken über ihre Zukunft machen. Ich wünsche den Mädels alles Gute für ihre berufliche und private Zukunft und bin jederzeit gerne wieder bereit, mit Rat und Tat unterstützend zur Seite zu stehen!&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;ÅÅÅ&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Jennifer Dacqué I 24 Jahre I Journalistik Studentin / Freie Journalistin &amp;amp; Kommunikationsberaterin Das Besondere am Projekt sind die kultur- und altersübergreifende Kommunikation zwischen Frauen; das freundliche Miteinander und dass man prima von einander lernen konnte. Sorgen, wie Klassenarbeiten, waren für mich nicht mehr präsent, aber durch die Mädchen bin ich zurück versetzt worden in meine Schulzeit - ein schönes Gefühl. Was ich von den Mädchen aus dem Projekt mitgenommen habe ist dass auch ganz verschiedene Menschen sich gut mit einander unterhalten können und dass jedermann daran arbeiten sollte Vorurteile abzubauen. Nur weil jemand nicht das Abitur anstrebt oder eine große Karriere, heißt das nicht, dass er/sie keine Pläne für die Zukunft hat. Ich fand es toll von den Mädchen zu hören, welche Ziele sie haben. Die Hingabe, mit der die Mädchen den Raum beim Abendessen dekoriert haben - das war spitze. Ich war beeindruckt von der Kreativität der Mädchen und es hat mich gefreut, dass ihnen das Projekt so wichtig schien. Die Aufgeschlossenheit und das Engagement der Schülerinnen hat mich sehr überrascht. Auch die Spiele haben wahnsinnig viel Spaß gemacht. Die Aufmerksamkeit mit der die Mädchen meinem kurzen Vortrag gelauscht haben. Selbst im Geschäftsleben passiert es selten, dass Zuhörer so ruhig und interessiert sind. Ich habe das Gefühl, dass ich wenigstens ein bisschen Begeisterung für die Arbeit beim Fernsehen wecken konnte und würde mich freuen, wenn eines der Mädels irgendwann eine Kollegin würde. Es war eine sehr interessante Erfahrung, die ich nicht missen möchte. Ich würde mich freuen beim nächsten Mal wieder dabei zu sein!&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;q&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;ÅÅÅÅÅ&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Wilfried Kannenberg I 52 Jahre I Lehrer / HS Aplerbeck Als Lehrer an der Hauptschule Aplerbeck unterrichte ich vorrangig die Fächer Englisch, Deutsch, Geschichte/Politik, Biologie, Arbeitslehre Wirtschaft, Sport... Ich bin Klassen-lehrer der Klasse 10B, der Jessica und Sonja angehören. Darüber hinaus kümmere ich mich als Beartungslehrer der Hauptschule Aplerbeck um den Übergang Schule ­ Beruf bzw. Schule ­ weiterführende Schulen. In dieser Funktion habe ich den 2. Teil des Projekts betreut. Mir ist besonders das Engagement aller Beteiligten in Erinnerung geblieben. Höhepunkt der Veranstaltung war das ,,Fest der Kulturen&amp;quot;, welches zum Gelingen und zum krönenden Abschluss des Projektes beigetragen hat. Man kann nur hoffen, dass eine Wiederholung eines solchen oder ähnlichen Projekts stattfinden kann, um auch zukünftigen Schülerinnen ­ Generationen die tollen Erfahrungen zugänglich machen zu können, die insbesondere Alina, Angelina, Sonja und Jessica sammeln konnten. Herzlichen Dank hierfür.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Willi Juhls I ?? Jahre I Lehrer / HS Aplerbeck Die Mädchen wurden durch erlebnispädagogische Übungen und anschließende Reflexion in ihrer Team- und Kooperationsfähigkeit trainiert. Gleichzeitig wurden sie dadurch in ihrer Dialogkompetenz geschult und auf eine Begegnung mit den Unternehmerinnen vorbereitet. Besonders durch die Kletterausbildung wurde die Bereitschaft zur Übernahme von Verantwortung gefördert. Insgesamt wurde so eine Grundlage geschaffen für eine echte und tiefgehende dialogische Begegnung zwischen Schülerinnen und Unternehmerinnen, die dazu beitrug, dass die Schülerinnen für einen kurzen Zeitabschnitt quasi von den gestandenen berufstätigen Frauen bei ihrer weiteren Berufs- und Lebensplanung gecoacht wurden. Es entstand eine emotional dichte und konstruktive Atmosphäre, die zu einem gegenseitigen Geben und Nehmen bei der Bewältigung von Aufgaben und beim gemeinsamen Erfahrungsaustausch beitrug. Die dadurch entstandenen (Beratungs-)Kontakte bestehen zum Teil bis in die Gegenwart hinein.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Claudia Ostermann I 40 Jahre I Damenschneiderin In meinem gelernten Beruf der Damenschneiderin arbeite ich zur Zeit nur wenig. Ich habe über den 2. Bildungsweg mein Abitur nachgeholt, weil ich die Schule damals vorzeitig verlassen hatte. Ich beende gerade ein kulturwissenschaftliches Studium in Vergleichender Textilwissenschaft , Kunstgeschichte und Geografie und habe 3 Jahre lang eine Fantasiewerkstatt für Grundschulkinder angeboten. Im Moment arbeite ich hauptsächlich als Sekretärin im Krisenzentrum Dortmund und koordiniere MitarbeiInnen und Veranstaltungen im Jazzclub domicil e.V. Die Arbeit in vielen verschiedenen Bereichen ist für mich sehr bereichernd. Deshalb war es mir ein großes Anliegen, den Mädchen an meinem Beispiel zu zeigen, dass es nicht den EINEN richtigen Weg gibt, den man trifft oder verfehlt. Gerade berufliche Wege, die andere- evtl. die eigene Familie- ,krumm` finden, können einem sehr bereichernde Erfahrungen bringen. Die Offenheit, mit der sich die Mädchen sich auf uns Frauen eingelassen haben, hat mich beeindruckt. Wie sie dabei in schwierigen Situationen ihre Interessen vertreten haben, finde ich mutig. Es war dabei sehr deutlich, dass nicht immer die Sicht der Älteren die ,richtige` war. Genauso beeindruckt war ich davon, wie ernsthaft und verantwortungsvoll sie das Treffen für uns vorbereitet haben. Diese Fähigkeiten geben ihnen ein wichtiges Fundament, um ihren Weg durchs Leben zu machen. Das Klettern auf den sehr hohen Baum war für mich Kletteranfängerin eine echte Mutprobe, bei der mir die gewissenhafte Betreuung durch die Mädchen eine große Hilfe war. Wie schnell eine spielerische Aufgabe zu einer ernsthaften Angelegenheit für alle werden kann, hat mich wirklich überrascht. In der Begegnung mit den Mädchen bin ich mir vielfältig selbst begegnet und habe einiges gelernt. Das ging wohl nicht nur mir so, in der Abschlußrunde waren alle sehr bewegt vom gemeinsam Erlebten. Was ich mit nehme ist Vertrauen, Offenheit und ein Bewusstsein für die GEMEINSAME Aufgabe schaffen einen großen Raum zur Entwicklung von Kompetenz ­ auf allen Seiten.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Lum velit la autat. Quismod eleniam consenibh elenit, con ut wissed dip et praessit delessi. It lore magnit ad tionsectem velit num quatuer ostismolore te tie vendre vulla feugait lutem zzriliq uatismodo consecte tatem ip et eliquipsum dolut nulput vel utat, quat, corpercip ea commy nostrud dolorpe rcipit iriustrud tem niamet velesto odit luptatu msandio od endigna feu feugait et praesed min ut irilit numsan ullam, quat delis dionsequatum nim in heniat. Lore tatinci duisit prat, quipit volore cortisit velendit augait nibh et utpat. At la consequ ipsusto odoluptat nim do euissequam ex ea alit augiamet prating eros dipisl ut iurem vel dipit lum volent lore facil ip et velit volessi.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ranja Ristea-Makdissi I 32 Jahre Dipl. Kommunikationsdesignerin / Geschäftsfuhrerin von raum-x kommunikationsdesign GbR&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Bei unserem ersten Treffen mit den Mädchen in der Hauptschule Aplerbeck ging es darum, den Mädchen einen Eindruck von der Idee des Projektes zu geben, damit diese im weiteren Verlauf ihre eigenen Wünsche und Vorstellungen einbringen konnten.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Da die Mädchen aus unterschiedlichen Klassen kamen, kannten sie sich untereinander nur wenig, was sich jedoch bei einigen bewegten und lustigen Kennenlernaktionen schnell ändern sollte. Der zweite Teil des Treffens gab den Mädchen die Möglichkeit, ihre eigenen Wünsche und Ideen in Bezug Allem voran stand natürlich das auf die Begegnung mit den gegenseitige Kennenlernen von Frauen zu äußern. Ideen, wie Projektleiterinnen und Mädeine gemeinsame Kletteraktion chen. Nach einer kurzen Vormit den Frauen, ein festliches stellungsrunde mit Name, Alter Abenddinner, das Kennenlernen und Berufswunsch stiegen wir der Arbeitsstätten der Frauen bewegungsorientiert und mit oder der gemeinsame Besuch viel Spaß in das Projekt ein... von Veranstaltungen wurden&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;von den Mädchen geäußert und auf Plakaten festgehalten. Das ,,Fest der Kulturen&amp;quot;, was als ein Highlight des Projektes geplant war, begeisterte die Mädchen und sie beschlossen, einem Klassenraum orientalisches Flair einzuhauchen, um dort das Fest zu feiern. Gemeinsam erstellten wir einen Wochenplan für das Projekt und nach einer Abschlussaktion trennten sich dann unsere Wege bis zum nächsten Treffen, bei dem sich die Frauen und Mädchen zum ersten Mal begegnen sollten.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Mädchen&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;unter sich ...&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die Projektvorbereitung mit der Mädchengruppe&lt;br /&gt;,,Wir bildeten einen Kreis; ein Mädchen stand in der Mitte und hatte eine aufgerollte Zeitung in der Hand. Aufgabe war es nun, die Person im Kreis abzuschlagen, deren Name dreimal hintereinander gerufen wurde. Diese jedoch konnte sich retten, indem sie einen anderen Namen aus der Runde dreimal rief, bevor sie von der Zeitung getroffen wurde. Das Mädchen in der Mitte jagte nun eine neue Person aus dem Kreis, bis sie jemanden rechtzeitig abgeschlagen hatte. Dann wurden die Rollen getauscht.&amp;quot;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ungewöhnliche Begegnung&lt;br /&gt;Das erste Treffen mit Mädchen und Frauen&lt;br /&gt;Spannung lag in der Luft bei der ersten Begegnung von Mädchen und Frauen in der Hauptschule Aplerbeck. Auf beiden Seiten gab es viele Fragen. Auf wen treffen wir? Sind die Frauen offen für uns Mädchen? Haben sie Lust, uns etwas über sich zu erzählen? Haben sie Spaß daran, etwas mit uns zu unternehmen? Nehmen sie unsere Ideen und Vorschläge zum Projekt an? Auch die Frauen waren neugierig. Was erwarten die Mädchen von uns? Können wir ihre Fragen beantworten? Können wir ihnen etwas für ihr Leben mitgeben? Um die Spannung zu lösen, stiegen wir erneut bewegt und mit spaßigen Aktionen in das Programm ein. Anhand von verschiedenen Postern und Karten stellten sich alle Beteiligten kurz vor. Sie nannten Namen, Alter, Nationalität und Beruf, sowie den Grund dafür, warum sie sich genau dieses Kartenmotiv ausgesucht haben. Schnell war das Eis gebrochen und aus vielen unterschiedlichen Persönlichkeiten wurde eine Gruppe, die sich auf die gemeinsame abenteuerliche Woche freute. Ebenso wie die Mädchen, hatten sich auch die Frauen im Vorfeld Gedanken darüber gemacht, was sie den Mädchen im Projekt anbieten können, damit diese einen Einblick in ihr Leben bekommen. Nachdem die Mädchen ihre Plakate mit den Wünschen und Ideen für das Projekt vorgestellt hatten, präsentierten die Frauen ihnen dann ihre Angebote. Ein Besuch im Jazzclub domicil in Dortmund, ein Blick hinter die Kulissen des Fernsehsenders RTL anhand eines Filmes, sowie eine Führung in der Universität Dortmund ergänzten nun den Wochenplan. Abgeschlossen wurde dieser Tag mit dem ,,Augenduell&amp;quot;, wobei sich alle noch einmal tief in die Augen sehen konnten ... ,, Wir standen alle im Kreis und hatten den Blick zum Boden gesenkt. Jede suchte sich im Stillen eine Person aus, die sie beim Aufsehen anschauen würde. Auf Kommando hoben allen den Blick auf die Person, die sie sich vorher überlegt hatten. Trafen sich dann zwei Blicke, mussten diese beiden Personen ausscheiden. Alle anderen senkten erneut den Blick, überlegten sich eine neue Person und das Duell begann erneut, bis nur noch zwei Personen aus dem Kreis übrig waren.&amp;quot;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;/p&gt;</description>
			<pubDate>Mon, 21 Dec 2009 12:51:13 +0100</pubDate>
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	&lt;p&gt;Erlebnispädagogik fördert Selbstbestimmung und Teilhabe behinderter Mädchen und Jungen Das Modellprojekt ,,total normal! Behinderte Mädchen und Jungen erobern ihre Stadt&amp;quot; stärkte über mehrere Monate behinderte Jugendliche über Abenteuer- und Erlebnisaktionen und sensibilisierte sie für wichtige Ziele der Politischen Behindertenselbsthilfe. Die Begriffe ,,Selbstbestimmung und Teilhabe&amp;quot; wurden praktisch erfahrbar gemacht. Dafür bündelten die Dortmunder Vereine ELE e.V. und MOBILE e.V. ihre Erfahrungen und ihr Fachwissen für einen Zeitraum von zwei Jahren (2006 ­ 2008). Der Verein Erleben Lernen Erfahren (ELE) ist ein auf Jugendarbeit und Erlebnispädagogik spezialisierter Träger der Jugendhilfe. Er ist gemeinnützig, anerkannt nach § 75 KJHG und Mitglied im Paritätischen Wohlfahrtsverband. Mit ideenreichen, bewegungsorientierten Outdoor-Angeboten motiviert der Verein bereits seit 1997 benachteiligte Kinder und Jugendliche, spielend mit- und voneinander zu lernen. Im Projekt ,,total normal!&amp;quot; brachte er das Wissen um die Lebenssituation und die Bedarfe von Jugendlichen, das Know-How von handlungsorientierten Methoden aus der Erlebnispädagogik und ein zielgerichtetes, prozessorientiertes Arbeiten ein. Der Verein MOBILE ­ Selbstbestimmtes Leben Behinderter e.V. wurde 1983 von Mitgliedern der Politischen Behindertenselbsthilfe gegründet und arbeitet mit dem Ziel, Initiativen zur Emanzipation und Integration behinderter Menschen anzuregen und zu fördern. Er ist Träger von Projekten und Diensten, die behinderten Menschen ein selbstbestimmtes und eigenverantwortliches Leben ermöglichen. Der Verein brachte sein Wissen um die Lebenssituation und die Bedarfe behinderter Menschen, Prinzipien von selbstbestimmt Leben und Empowerment und von Teilhabe / Partizipation in das Projekt ein. Das Projekt richtete sich an drei Gruppen mit insgesamt 35 behinderten Mädchen und Jungen. Zwei der Gruppen setzten sich aus 25 hörbeeinträchtigen Jugendlichen im Alter von 10 bis 14 Jahren und 14 bis 16 Jahren zusammen. Eine Gruppe bestand aus neun Jungen und Mädchen im Alter von 13 bis 20 Jahren mit Körper-, Sinnes- und intellektueller Beeinträchtigung. Modellhaft wurde über neun Monate an regelmäßig stattfindenden Abenteueraktionstagen erprobt, wie Spiele und Kletteraktionen aus der Erlebnispädagogik modifiziert werden können, so dass alle Jugendlichen aus der Gruppe teilnehmen können, keiner ausgegrenzt wird und jeder so gut wie möglich gefördert wird. Das Angebot wurde den Stärken, Fähigkeiten, Bedürfnissen und Bedarfen der behinderten Mädchen und Jungen angepasst und Lernprozesse konnten erfolgreich angestoßen werden.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Beispiele aus der Praxis An einem öffentlichen Ort in der Stadt wurde ein Frühstücksbuffet aufgebaut. Da tauchte der Außerirdische ,,Quarks vom Mars&amp;quot; auf, der dringend Informationen über Möglichkeiten zur Freizeitgestaltung in Dortmund benötigte. Die Jugendlichen wurden von ihm beauftragt, Geschäfte, Bowlingbahn und Strandbar auf Attraktivität und Barrierefreiheit zu überprüfen. Die Ergebnisse wurden in Checklisten festgehalten. Beim Ausfüllen der Listen halfen Studenten, die als Marsassistenten verkleidet waren. So wurde das Anleiten von Assistenz spielerisch erlebt. An einem weiteren Treffen wurden die Jugendlichen aufgefordert, zehn fremde Personen vor einer Kirche für ein Gruppenfoto zu sammeln. Mutig zogen die Jugendlichen los und probierten verschiedene Strategien aus, auf Passanten zuzugehen. Das kostete Einzelne viel Überwindung. Spielerisch konnten die Mädchen und Jungen ihre Fähigkeiten und&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Fertigkeiten weiterentwickeln, die ihnen mehr Selbstständigkeit und mehr Selbstbestimmung ermöglichen. An einem Abenteueraktionstag wurde ein Türrahmen mit dünnem aber blickdichtem Papier zugeklebt. Mit dem Rollstuhl oder zu Fuß wurde Gas gegeben und auf die ,,Wand&amp;quot; zugesteuert. Die Aktion war für alle Jugendliche eine positive Grenzerfahrung und erforderte viel Mut und Selbstüberwindung. An der U-Bahn angepöbelt oder beleidigt zu werden, nicht beachtet zu werden, zum Mitmachen gezwungen zu werden oder positive Diskriminierung zu erleben ­ das war und ist für die Jugendlichen Alltag. Sich in diesen Situationen zu behaupten, wurde über Rollenspiele geübt, wie z. B. durch die Übung: ,,Komm mit ­ nein, ich will nicht!&amp;quot;. Einer übernahm jeweils den Part, dem anderen etwas aufdrängen zu wollen, der andere sollte sich durch klare Worte oder/und durch seine Körpersprache zur Wehr setzen. Alle hatten die Chance, unterschiedliche Strategien auszuprobieren und deren Wirkung zu erleben: sich abwenden, weglaufen, immer wieder verneinen oder deutliche Worte sprechen: ,,Nein, ich will nicht. Das lass ich mir nicht gefallen!&amp;quot; In zahlreichen Teamspielen gab es die Möglichkeit, Konflikte in der Gruppe aufzuarbeiten und gemeinsam zu überlegen, wie diese gelöst werden können. Dazu handelten die Jugendlichen Regeln aus. Jeder sollte sich mit seinen Fähigkeiten einbringen können. In Aktion wurde erprobt, die vereinbarten Regeln einzuhalten. Über das Einbinden der Teamaufgaben in Spielgeschichten erhöhte sich die Motivation: ,,Das Festland brennt. Ihr müsst Euch in Sicherheit bringen und über das Meer (abgegrenztes Feld) fliehen. Bei der Überquerung des Wassers stehen euch schwimmende Eisschollen (Teppichfliesen) zur Verfügung. Vorgegebene Regeln sind: Niemand von euch darf das eiskalte Wasser (Boden) berühren und die Eisschollen müssen Kontakt zu eurem Körper haben, sonst schmelzen sie. Niemand aus dem Team soll zurückgelassen werden und ihr sollt euch auf einen Plan einigen, wie ihr gemeinsam das Meer unter Berücksichtigung der Regeln überqueren könnt. Ihr bekommt 10 Minuten Planungszeit.&amp;quot; Kletter- und Seilaktionen forderten die Jugendlichen heraus. In luftiger Höhe konnten sie verschiedene Stationen im Hochseilgarten erklimmen. Die Begehung einer Seilbrücke ermöglichte gleichzeitig das Erlernen der Sicherungstechnik aus dem Klettersport. So konnte die Bereitschaft für die Übernahme von Verantwortung trainiert werden. Zur Sicherung der Kommunikation untereinander kam auf Bedarf ein Gebärdensprachdolmetscher zum Einsatz. Ein Auftrag lautete: ,,Ihr bekommt von uns Bierzeltgarnitur, Tischdecke, Vase, Blumen, Kerzen, Plätzchen, Zucker, Milch, eine gefüllte große Thermokanne mit Kaffee... Schafft damit mitten in der Fußgängerzone einen Ort, der auf euch aufmerksam macht. Versucht mit Passanten ins Gespräch zu kommen. Probiert unterschiedliche Strategien aus: direkt fragen, höflich auffordern, überschwänglich einladen, lächeln und um Aufmerksamkeit bitten...Überlegt euch, wie ihr am besten zum Ziel kommt: Was hilft euch, was hindert euch? Versucht, die Bürger an euren Kaffeetisch zu bringen und mit ihnen länger ins Gespräch zu kommen. Worüber? Das Thema könnt ihr frei wählen!&amp;quot; Die Jugendlichen entschieden sich dafür, ihre Hörbeeinträchtigung in der Öffentlichkeit zum Thema zu machen. Ganz nah an der Fußgängerzone wurde die Kaffeetafel aufgebaut. Sich mit einer Spielaktion in die Innenstadt zu wagen und soviel Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen, war für einige sehr ungewohnt, aber auch eine echte Herausforderung. Am Ende wurde gemeinsam ausgewertet, was zum Erfolg geführt hat und wie die Einzelnen mit Ablehnung umgegangen sind. Der Umgang mit der Hörbeeinträchtigung, Chancen und Grenzen der Kommunikation in der Öffentlichkeit wurden deutlich.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Etablierung der Projektidee Die Ergebnisse der Projektarbeit wurden auf einer landesweiten Fachtagung im Juni 2008 in Dortmund vorgestellt, die von Karl-Josef Laumann, Minister für Arbeit, Gesundheit und Soziales NRW, eröffnet wurde. In Workshops wurden Fachleute aus den Bereichen der Erlebnispädagogik, Jugendarbeit, Behindertenarbeit und Politischen Behindertenselbsthilfe dazu angeregt, die Projektidee auf das eigene Arbeitsfeld zu übertragen. Nach der Tagung organisierten die Vereine weitere Treffen, um die Projektidee in weiteren Einrichtungen zu etablieren. Im Rahmen des Projektes wurde ein Leitfaden entwickelt. Damit soll Trägern aus den Fachbereichen Mut und Lust gemacht werden, die Vernetzung und Kooperation mit anderen zu suchen und einzugehen und die Vorgehensweise exemplarisch erläutern. Er richtet sich in erster Linie an Akteure der Jugendarbeit und der Behindertenhilfe bzw. an Personen, die in Einrichtungen dieser Arbeitsbereiche beschäftigt sind. Ziel ist die Weiterentwicklung und Bereitstellung einer Vielzahl von Angeboten für behinderte Jugendliche. Das Modellprojekt wurde von 2006 bis 2008 vom Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales des Landes NRW gefördert. Es wurde 2007 wegen seines landesweiten Vorbildcharakters in das behindertenpolitische Landesprogramm ,,Teilhabe für alle&amp;quot; aufgenommen, was derzeit 52 Maßnahmen und Projekte in den Bereichen Arbeit, Bildung und Familie, Wohnen sowie Abbau von Barrieren umfasst. Stefanie Janne Klar Stefanie Janne-Klar ist Diplompädagogin und arbeitet als Geschäftsführerin von Erleben Lernen Erfahren e.V. (ELE), Dortmund Kontakt: Stefanie.klar@e-l-e.de www.e-l-e.de&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;/p&gt;</description>
			<pubDate>Mon, 24 Aug 2009 10:24:17 +0200</pubDate>
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			<description>	&lt;img src=&quot;http://www.e-l-e.de/assets/Dokumente/totalnormal_Leitfaden_screen.pdf&quot; alt=&quot;totalnormal_Leitfaden_screen.pdf&quot; /&gt;
	&lt;p&gt;Selbstbestimmung erfahren durch Erlebnispädagogik&lt;br /&gt;Leitfaden des Modellprojekts ,,total normal!&amp;quot;&lt;br /&gt;Handlungsorientierte Methoden aus der Erlebnispädagogik in der emanzipatorischen Arbeit mit behinderten Jugendlichen&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Entwickelt und umgesetzt durch die Kooperation von&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Projektförderung durch&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;ELE ­ Erleben Lernen Erfahren e.V.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Te il I&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;tot al normal!&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;| S elbstbestimmung er fahren durch Erlebnispädagogik | Leit faden des M odellprojek t s ,,tot al normal!&amp;quot;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;3&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Selbstbestimmung erfahren durch Erlebnispädagogik&lt;br /&gt;Leitfaden des Modellprojekts ,,total normal!&amp;quot; Handlungsorientierte Methoden aus der Erlebnispädagogik in der emanzipatorischen Arbeit mit behinderten Jugendlichen&lt;br /&gt;herausgegeben von Erleben Lernen Erfahren e.V. MOBILE ­ Selbstbestimmtes Leben Behinderter e.V. erarbeitet im Rahmen des Modellprojekts ,,total normal! Behinderte Mädchen und Jungen erobern ihre Stadt&amp;quot;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;ELE ­ Erleben Lernen Erfahren e.V.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;VO R e i O R T B au s t Wn N r. 1&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;,,total normal! Behinderte Mädchen und Jungen erobern ihre Stadt&amp;quot; lautet der Titel des Modellprojekts, das die Vereine Erleben Lernen Erfahren (im folgenden ELE e.V.) und MOBILE ­ Selbstbestimmtes Leben Behinderter (im folgenden MOBILE e.V.) kooperativ in der Zeit von Oktober 2006 bis September 2008 durchgeführt ha ben. Der Untertitel des Kooperationsprojekts ,,Selbstbestimmung erfahren durch Er lebnispädagogik&amp;quot; benennt dabei die Kernpunkte, die dieses Projekt kennzeichnen und für deren Konzepte die jeweiligen Vereine seit vielen Jahren stehen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Mit dem hier vorliegenden Leitfaden wollen wir einen wichtigen Beitrag dazu leisten, Teilhabe behinderter Jugendlicher am Leben in der Gesellschaft zu ermöglichen. Dabei geht es uns vor allem darum, Verbindungswege zwischen handlungsorientierten Methoden aus der Erlebnispädagogik und Zielen der Politischen Behindertenselbsthilfe / Selbstbestimmt Leben Bewegung zu schaffen. Wir sind der festen Überzeugung, dass es sich hierbei um einen Ansatz emanzipatorischer Arbeit handelt, von dem behinderte Mädchen und Jungen in erheblichem Umfang profitieren. Behinderte Mädchen und Jungen als Jugendliche in ihrer Ganzheitlichkeit, als Menschen mit unterschiedlichen Fähigkeiten und Interessen zu sehen, halten wir für eine notwendige gesellschaftspolitische Zielrichtung, für deren Realisierung noch viele Anstrengungen zu unternehmen sind. Der Leitfaden ist Resultat einer Teamarbeit von Vertreterinnen aus der Politischen Behindertenselbsthilfe und der Erlebnispädagogik. Die unterschiedlichen Erfahrungshorizonte und Qualifikationen der Autorinnen konnten so als produktives Potential genutzt werden. Mit der Erstellung dieses Leitfadens verfolgen wir weniger das Ziel, unsere Projektarbeit abzubilden ­ dies tun die vorliegenden Veröffentlichungen bereits eindrucksvoll1. Es geht uns vielmehr darum, am Beispiel unserer Arbeit Mut und Lust zu machen, die Vernetzung und Kooperation mit anderen zu suchen und einzugehen.&lt;br /&gt;1&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Wir richten uns mit diesem Anliegen in erster Linie an Akteure der Jugendarbeit und der Behindertenhilfe bzw. an Personen, die in Einrichtungen dieser Arbeitsbereiche beschäftigt sind. Darüber hinaus wenden wir uns auch gezielt an Verantwortliche in Politik und bei öffentlichen Trägern, die Richtungen und Inhalte für die Arbeit mit behinderten Jugendlichen festlegen. Wir gehen davon aus, dass dieser Leitfaden Sie in Ihrer Praxis vor Ort unterstützen wird und daneben vielleicht auch interessante Fragen aufwirft, die bisher noch nicht gestellt wurden. In diesem Sinne legen wir ein Arbeitspapier vor, dessen zukünftige Erprobung durch Sie erst zum eigentlichen Ergebnis führen kann. Wir hoffen, dass Sie von diesem Leitfaden in vielerlei Hinsicht im Sinne der Weiterentwicklung und Bereitstellung einer Vielzahl an Angeboten, die allen Jugendlichen zu Gute kommen, profitieren können. Wir danken dem Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales für die Finanzierung des Modellprojekts ,,total normal! Behinderte Mädchen und Jungen erobern ihre Stadt&amp;quot;, in dessen Rahmen dieser Leitfaden erarbeitet wurde. Für die Vorstände von ELE e.V. und MOBILE e.V. Stefanie Janne Klar (ELE e.V.) Birgit Rothenberg (MOBILE e.V.) Dortmund, Juni 2009&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;ELE e.V./MOBILE e.V. (Hrsg.): &amp;quot;total normal! Fotodokumentation eines Abenteueraktionstages&amp;quot;. Dortmund, 2008. · ELE e.V./MOBILE e.V. (Hrsg.): &amp;quot;total normal! Dokumentation des Modellprojekts&amp;quot;. Dortmund, 2008. · ELE e.V./MOBILE e.V. (Hrsg.): &amp;quot;total normal! Dokumentation der Fachtagung am 24. Juni 2008&amp;quot;. Dortmund, 2008. · Dortmunder Zentrum Behinderung und Studium (DoBuS), Drolshagen,B./Rothenberg, B.: ,,total normal! Behinderte Mädchen und Jungen erobern ihre Stadt. Evaluation der Praxisphase&amp;quot;. Dortmund, 2008. · Schlenstedt, N.: ,,total normal! Behinderte Mädchen und Jungen erobern ihre Stadt. Selbstbestimmung erfahren durch Erlebnispädagogik. In: Gemeinsam Leben. Zeitschrift für integrative Erziehung. Heft 4, o.O., 2008. S. 226 ­ S. 231. · Klar, S.: ,,Behinderte Jugendliche erfahren Selbstbestimmung über Erlebnispädagogik. NRW Modellprojekt total normal!&amp;quot;. In: Ferstl, A./Scholz, M./Thiesen, C. (Hrsg.): ,,Menschen stärken für globale Verantwortung&amp;quot;. Augsburg, 2008. S. 300-309.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;tot al normal!&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;| S elbstbestimmung er fahren durch Erlebnispädagogik | Leit faden des M odellprojek t s ,,tot al normal!&amp;quot;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;5&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;INHALTSVERZEICHNIS&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;EINLEITUNG .................................................................................................... 6 TEIL I / THEORIE UND KONZEPTION ................................................................ 8 1. Vorstellung der Kooperationspartner und ihrer inhaltlichen Ausrichtungen ..8 1.1 Erleben Lernen Erfahren e.V. ................................................................. 8 1.1.1 Verständnis von Erlebnispädagogik .................................................. 9 1.1.2 Arbeitsleitlinien für erlebnispädagogische Angebote des ELE e.V. ..... 10 1.1.3 Erlebnispädagogik in der Arbeit mit benachteiligten Jugendlichen .....12 1.2 MOBILE ­ Selbstbestimmtes Leben Behinderter e.V.................................13 1.2.1 Jugendliche, die behindert werden .................................................13 1.2.2 Zur Bedeutung des Behinderungsbegriffs .......................................14 1.2.3 Emanzipatorische Ansätze in der Arbeit mit behinderten Menschen ..14 2. Hintergrund ­ zur speziellen Lebenssituation behinderter Jugendlicher 15 3. Das Konzept des Modellprojekts ,,total normal!&amp;quot; als Beispiel emanzipatorischer Arbeit mit behinderten Jugendlichen ........................ 17 4. Wegweiser für eine emanzipatorische Arbeit mit behinderten Jugendlichen mittels handlungsorientierter Methoden aus der Erlebnispädagogik......... 18 4.1 Zieldefinitionen .................................................................................... 18 4.2 Qualitätsmerkmale ............................................................................... 19 4.3 Kooperation als Weg zum Ziel ............................................................... 23 TEIL II / PRAKTISCHE UMSETZUNG .............................................................. 26 Einführung in die Arbeit mit dem Bausteinsystem ....................................... 26 Baustein 1: Themenschwerpunkt Kennenlernen, Spaß und Bewegung ................ 30 Baustein 2: Themenschwerpunkt Zuverlässig handeln, Vertrauen aufbauen ....... 36 Baustein 3: Themenschwerpunkt Solidarität und Kooperation erfahren................ 42 Baustein 4: Themenschwerpunkt Selbstvertrauen stärken, Selbstbehauptung trainieren ........................................................... 48 Baustein 5: Themenschwerpunkt Herausforderungen annehmen, Grenzen erfahren .......................................................................... 56 SCHLUSSWORT............................................................................................. 62 IMPRESSUM ................................................................................................ 63&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;E inl e i t u n g&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;EINLEITUNG&lt;br /&gt;Behinderte Mädchen und Jungen sind gesellschaftlich gleichberechtigt2! Damit aus diesem Recht auf Teilhabe mehr wird als ein theoretischer Anspruch, ergeben sich sowohl für die Kinder- und Jugendarbeit als auch für die Behindertenhilfe unmittelbare Anforderungen an das WAS und WIE der praktischen Arbeit. Angebote, Inhalte und Methoden, die behinderte Jugendliche bei der Erlangung und Vertiefung von Fähigkeiten und Verhaltensweisen unterstützen, die Voraussetzungen sind für selbstbestimmte Teilhabe am Leben in der Gesellschaft, müssen die Bedarfe der Betroffenen berücksichtigen und flächendeckend im Rahmen emanzipatorischer Arbeitsansätze Anerkennung finden. In diesem Kontext geht es vor allem um Chancengleichheit: beeinträchtigte Jugendliche sollen die gleichen Chancen haben wie nichtbeeinträchtigte Jugendliche. Für uns geht die Bedeutung eines emanzipatorischen Arbeitsansatzes noch über die Zielbestimmung von Chancengleichheit hinaus. Emanzipatorische Arbeit mit behinderten Mädchen und Jungen basiert auf Forderungen der Politischen Behindertenselbsthilfe bzw. der Selbstbestimmt Leben Bewegung und erfährt ihre Ausrichtung am Empowermentkonzept. Ziel dieses Konzepts ist es, behinderte Menschen bei der&lt;br /&gt;2&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Verwirklichung ihres Grundrechts auf Selbstbestimmung auf der Basis eines veränderten pädagogischen Selbstverständnisses zu unterstützen. Angebote für behinderte Mädchen und Jungen, die gesellschaftspolitische Zielsetzungen wie Teilhabe, Partizipation und Selbstbestimmung zum Thema haben, sind leider noch keineswegs selbstverständlich und auch der Einsatz von handlungsorientierten Lernmethoden aus der Erlebnispädagogik, die u.a. darauf abzielen, Unterstützung einfordern zu können, die Selbstbestimmung über den eigenen Körper dabei zu behalten, Grenzen erweitern zu können oder Grenzen setzen zu dürfen, gehören nicht zum alltäglichen Repertoire einer jeden pädagogischen Fachkraft. Dabei führen die Auseinandersetzung mit Zielen der Selbstbestimmt Leben Bewegung einerseits, als auch das Wissen um den Einsatz handlungsorientierter Methoden aus der Erlebnispädagogik andererseits zu mehr Akzeptanz und Aufmerksamkeit für die Belange und Bedürfnisse behinderter Jugendlicher und sind unserer Auffassung nach zukunftsweisend. Die Arbeit des Projekts ,,total normal! Behinderte Mädchen und Jungen&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;erobern ihre Stadt&amp;quot; beruht im wesentlichen auf dem Anliegen, das Spezielle an der Situation behinderter Jugendlicher aufzuzeigen, deren Bedürfnissen Raum zu geben und ihnen Fähigkeiten und Verhaltensweisen aufzuzeigen, die sie bei der Einforderung und Umsetzung ihrer Wünsche und Bedarfe unterstützen. Dabei sind behinderte Jugendliche für uns in erster Linie Jugendliche. Erlebnissituationen, die jugendgerecht und handlungsorientiert konzipiert sind, bilden die methodische Grundlage dieser Sichtweise und stellen die Basis unseres Arbeitsansatzes sowie des von uns erarbeiteten Bausteinsystems dar. Eine konkretisierte Auseinandersetzung mit einer Vielzahl von Aspekten des Phänomens Behinderung halten wir zukünftig für ebenso wichtig wie die vertiefende Bearbeitung männlicher und weiblicher Rollenvorbilder3. Weitere Bausteine zur praktischen Umsetzung dieser genannten Inhalte zu entwickeln, lautet der Auftrag für zukünftige Projektvorhaben. Wir gliedern unsere Arbeit in zwei Teile, die einerseits der Wissensvermittlung, Information und Sensibilisierung dienen, andererseits ein Wegweiser und Ideengeber für weitere Projekte emanzipatorischer Arbeit in Kooperation von Politischer Behindertenselbsthilfe und Erlebnispädagogik sein können.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Landesbeauftragte NRW (Hrsg): ,,NRW ohne Barrieren. Bericht der Beauftragten der Landesregierung NRW für die Belange der Menschen mit Behinderung&amp;quot;. Düsseldorf 2007. http://www.lbb.nrw.de/PDF-zum-download/NRW_ohne_Barrieren_barr.pdf (geöffnet 30.06.09). · 3 Dortmunder Zentrum Behinderung und Studium (DoBuS), Drolshagen,B./Rothenberg, B.: ,,total normal! Behinderte Mädchen und Jungen erobern ihre Stadt. Evaluation der Praxisphase&amp;quot;. Dortmund, 2008.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;tot al normal!&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;| S elbstbestimmung er fahren durch Erlebnispädagogik | Leit faden des M odellprojek t s ,,tot al normal!&amp;quot;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;7&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;TEIL I / THEORIE UND KONZEPTION&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Das Kapitel 1 dieses Leitfadens stellt die Vereine, die das Projekt ,,total normal! Behinderte Mädchen und Jungen erobern ihre Stadt&amp;quot; in Kooperation durchgeführt haben, sowie deren inhaltliche Ausrichtungen kurz vor. Daran anschließend bilden wir in Kapitel 2 die Hintergründe ab, vor denen das Projektvorhaben zu sehen ist. Es ist uns hierbei ein großes Anliegen, auf die wesentlichen Aspekte der speziellen Lebenssituation behinderter Jugendlicher hinzuweisen. Unserer Ansicht nach kann ohne dieses Hintergrundwissen keine parteiliche Arbeit mit behinderten Jugendlichen stattfinden ­ sie ist eine unverzichtbare Komponente emanzipatorischer Arbeit. Das Kapitel 3 stellt diesem Gedankengang folgend die eigentlichen Ziele und Inhalte des Projekts ,,total normal!&amp;quot; vor. Wir haben uns mit Verweis auf die vorliegende Praxisdokumentation dazu entschieden, lediglich einen kurzen Überblick zu geben. Das eigentliche Augenmerk des theoretischen Teils dieses Leitfadens liegt für uns in Kapitel 4 begründet. Hier haben wir erarbeitet, was andere, was Sie als interessierte Person oder als Verein etc.,&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;tun können, um die Idee unserer Arbeit um- bzw. fortzusetzen. Eine Sammlung von Zieldefinitionen und Qualitätsmerkmalen in der emanzipatorischen Arbeit mit behinderten Mädchen und Jungen mittels handlungsorientierter Methoden aus der Erlebnispädagogik soll Ihnen hier hilfreich sein. Letztlich möchten wir im Rahmen dieses Kapitels einen Beitrag dazu leisten, dass zukünftige Kooperationsprojekte erfolgreich zusammenarbeiten. Daher bieten wir einen Überblick über Merkmale, Chancen und Risiken der Arbeitsform ,,Kooperation und Vernetzung&amp;quot;, der auf unseren gesammelten Erfahrungen beruht. Eine Checkliste zur Gestaltung von Kooperationsvorhaben schließt unsere Überlegungen in diesem Bereich ab.&lt;br /&gt;TEIL II / PRAKTISCHE UMSETZUNG&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Das Bausteinsystem, das im zweiten Teil des Leitfadens für Sie bereit steht, haben wir gezielt für die praktische Anwendung entwickelt. Hierbei stellen insgesamt fünf Bausteine konkrete Beispiele aus der Praxis vor, wie handlungsorientierte Methoden aus der Erlebnispädagogik zielgerichtet eingesetzt werden können. Sie wurden im Modellprojekt erprobt, methodisch modifiziert und für diesen Wegweiser in optimierter Form aufbereitet. Dabei stellen sie keine unmittelbare Anleitung&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;zum Nacharbeiten dar. Wir gehen davon aus, dass jedes zukünftige Angebot speziell auf die jeweilige Teilnehmerstruktur zugeschnitten sein wird. Unser Bestreben ist es, dass sowohl die Planung als auch die Umsetzung zukünftiger Abenteuerangebote von Fachleuten zielgerichtet durchgeführt werden, die aus einer Behindertenarbeit kommen, die sich dem Empowermentkonzept verpflichtet fühlt bzw. deren erlebnispädagogische Arbeit unserem Selbstverständnis von Erlebnispädagogik entspricht. Das Bausteinsystem kann daher nur von exemplarischem Charakter sein. Die Bausteine sind insoweit dazu geeignet, Ihnen wichtige Impulse und Orientierungspunkte für die erlebnispädagogische Arbeit mit behinderten Jungen und Mädchen zu geben und dabei gleichzeitig den notwendigen Freiraum für teilnehmerspezifische Angebote und Inhalte zu lassen. Abschließend noch eine kurze Anmerkung zur sprachlichen Verwendung des männlichen Terminus: Ausschließlich aus Gründen einer leichteren Lesbarkeit nennen wir die weibliche Form nicht explizit neben der männlichen. Die Autorinnen Alexandra Franz Stefanie Janne Klar&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Te i l I | T h e o r i e u n d K o n z e p t i o n&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;benachteiligter Kinder und Jugendlicher zu fördern und das Vertrauen in ihre eigenen Fähigkeiten zu stärken.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;TEIL I&lt;br /&gt;THEORIE UND KONZEPTION&lt;br /&gt;1. VORSTELLUNG DER KOOPERATIONSPARTNER UND IHRER INHALTLICHEN AUSRICHTUNGEN&lt;br /&gt;Die Vereine Erleben Lernen Erfahren und MOBILE ­ Selbstbestimmtes Leben Behinderter haben in Kooperation das Projekt ,,total normal! Behinderte Mädchen und Jungen erobern ihre Stadt&amp;quot; in der Zeit vom 01.10.2006 bis zum 30.09.2008 umgesetzt. Gefördert wurde das Projekt durch das Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales NRW. Die Erarbeitung des hier vorliegenden Leitfadens war fester Bestandteil dieser Förderung. Dahinter verbirgt sich die Absicht, die Ideen und Ergebnisse der Arbeit auch für andere Träger nutzbar machen zu wollen. Zu diesem Zwecke haben zwei Vereine aus der Jugendarbeit bzw. Behindertenarbeit verbandsübergreifend miteinander kooperiert. Im Folgenden stellen sich beide Vereine mittels einer eigenen Selbstdarstellung kurz vor. orientierte Methoden aus der Spiel- und Erlebnispädagogik das Selbstvertrauen und die Sozialkompetenzen von zumeist benachteiligten Kindern und Jugendlichen stärkt und Lernprozesse kind- und jugendgerecht gestaltet. Wissen um... · die Lebenssituation Jugendlicher · die Bedarfe Jugendlicher · handlungsorientierte Methoden aus der Spiel- und Erlebnispädagogik · Kletterabenteuer und Spielideen · Anleitungs-Know-How von Abenteueraktionen · zielgerichtetes, prozessorientiertes Arbeiten und Gruppendynamik Erleben Lernen Erfahren e.V. (ELE e.V.) ist ein gemeinnütziger Verein und Träger der freien Jugendhilfe und wurde 1997 von Studenten und einem Professor der Universität Dortmund gegründet. Der Verein steht für erlebnispädagogische, soziale Arbeit. Handlungsorientierte Methoden aus der Spiel- und Erlebnispädagogik werden gezielt eingesetzt, um das soziale Verhalten zumeist&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die Lernprozesse sind kind- und jugendgerecht gestaltet. Mit ideenreichen, bewegungsorientierten Outdoor-Angeboten werden die Teilnehmer motiviert, spielend mit- und voneinander zu lernen. Wichtiges Werkzeug der Arbeit ist der Klettersport und der Einsatz verschiedener Outdoor-Übungen. Zumeist in der Natur, aber auch in der Großstadt, werden kleine und große Lernabenteuer arrangiert. Der Verein arbeitet seit seiner Gründung mit mehreren Jugendherbergen in Westfalen-Lippe zusammen. Vor Ort gestalten die Mitarbeiter Erlebnisprogramme für Schüler und stärken darüber soziales Lernen und die Klassengemeinschaft. In Dortmund führt der Verein Bewegungs- und Gesundheitsprogramme im Rahmen der Offenen Ganztagsbetreuung, Wohlfühl-Ferienprogramme und Gesundheitsprojekte durch. Der ELE e.V. ist als GUT DRAUF Partner mit einem Qualitätszeichen für jugend- und gesundheitsgerechte Angebote ausgezeichnet. Die vom Land oder von Stiftungen finanzierte Projektarbeit mit sozial benachteiligten Mädchen und Jungen zur Berufsvorbereitung, Gesundheitsoder Gewaltprävention erfolgt durch die Zusammenarbeit mit verschiedenen Trägern, Einrichtungen und Institutionen sowohl in Dortmund, als auch in verschiedenen Städten in NRW. Hier bestehen enge Netzwerke zu Einrichtungen der offenen Kinder- und Jugendarbeit, der Polizei, Wirtschaftsunternehmen und kirchlichen und freien Verbänden. Der Verein engagiert sich als Mitglied aktiv im ABA Fachverband Offene Arbeit mit Kindern und Jugendlichen e.V., im Bundesverband Individual- und Erlebnispädagogik und im Paritätischen Wohlfahrtsverband.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;1.1 ERLEBEN LERNEN ERFAHREN E.V.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Kurzprofil Ein gemeinnütziger Verein und Träger der freien Jugendhilfe, der über handlungsg , g&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;tot al normal!&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;| S elbstbestimmung er fahren durch Erlebnispädagogik | Leit faden des M odellprojek t s ,,tot al normal!&amp;quot;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;9&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;zu erweitern. Auch wird der Rahmen geschaffen, soziales Lernen in einer Gruppe zu trainieren und in Erlebnissituationen die Gemeinschaft als positive Unterstützung zu erfahren. Neu erlernte Verhaltensweisen werden durch den Einsatz von Reflexionsund Transfermodellen in den Alltag der Teilnehmer übertragen. Erlebnispädagogik steht beim ELE e.V. für ganzheitliches Lernen, Lernen mit allen Sinnen, Lernen mit Kopf, Herz und Hand oder auch Learning by doing. Sie steht für: Etwas Aufregendes erleben, Kribbeln im Bauch haben, Abenteuer bestehen, den gewöhnlichen Alltag verlassen, ohne zu wissen, was genau passieren wird und sich darauf einlassen, dass starke Gefühle ausgelöst werden. Warum begeben sich Menschen auf solch ,,unsicheres Eis&amp;quot;? Weil ,,etwas Neues wagen&amp;quot; auch immer die Chance beinhaltet, etwas für sich dazu zu gewinnen. Häufig fühlen sich Menschen nach dem Bestehen von herausfordernden Situationen mit ungewissem Ausgang gestärkt ­ das Abenteuer kann die Person in ihrem Charakter prägen und ihr weiteres Verhalten beeinflussen! Da jedes Abenteuer durch große Verunsicherung oder Angst auch scheitern kann, erfordert es viel Mut und Überwindung, sich darauf einzulassen. Niemals ist es hundertprozentig kalkulierbar, ob das Wagnis die Person zum Erfolg führen wird. Mehrere Faktoren spielen eine Rolle, ob ein Ereignis zu einem positiven Erlebnis oder zu einer schlechten Erfahrung wird. Bedeutsam ist z. B. die eigene Einschätzung der Person: ,,Was traue ich mir zu? Was überfordert mich, was&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;unterfordert mich, was fordert mich heraus?&amp;quot; Um so schlechter die eigene Einschätzung ist, desto mehr ist die des Erlebnispädagogen gefragt. Eine gute Menschenkenntnis ist erforderlich, um individuelle Erfolgschancen zu erhöhen und Misserfolge zu vermeiden. Zu berücksichtigen ist auch die Erlebnisfähigkeit, die Phantasie der Person und das, was diese bereits in der Vergangenheit erlebt hat. Für den einen ist die Begehung eines Berges oder das Abseilen von einer 20 Meter hohen Mauer eine spannende, nicht alltägliche Herausforderung. Für einen anderen liegt der Reiz eher darin, einen fremden Menschen auf der Straße anzusprechen und ihn um etwas Ungewöhnliches zu bitten, wie z.B.: ,,Würden Sie mir einen Apfel von Ihrem Obststand gegen eine Rose von mir tauschen?&amp;quot; Da die Biographien und Bedürfnisse der Teilnehmer häufig sehr unterschiedlich sind, kann sich der Erlebnispädagoge lediglich um Aktionen bemühen, die mit möglichst großer Treffsicherheit für den Einzelnen zu einem Erlebnis werden. Von Vorteil ist, dem Teilnehmer eine Vielfalt an Wahlmöglichkeiten zu bieten, was ein Methodenrepertoire erfordert, welches weit über ein Angebot des Kanufahrens oder Kletterns hinausgeht. Daher arbeitet der ELE e.V. nicht nur mit Kletter- und Seilaktionen, wie dem Klettern am Fels, dem Aufbau von Seilbrücken, dem Baumklettern oder dem Abseilen von einer Mauer. Auch Outdoor-Übungen aus dem spielpädagogischen Bereich werden gezielt eingesetzt, um Lernerfahrungen zu ermöglichen. Dazu gehören vertrauensbildende Aktivitäten, Bewegungsspiele, kooperative Abenteuerspiele4 5 sowie komplexe Problemlösungsaufgaben, Naturerfahrungsspiele oder Bewegungs-&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Seit mehr als zehn Jahren vermittelt der Verein mit Esprit und jeder Menge Spaß Teamgeist und Selbstvertrauen, um nachhaltig die Persönlichkeit junger Menschen zu stärken, ihnen neue Bildungschancen zu eröffnen und sie darin zu unterstützen, erfolgreich ihr Leben zu meistern.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;1.1.1 VERSTÄNDNIS VON ERLEBNISPÄDAGOGIK&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Da es heute auf dem Markt keine einheitliche Definition von Erlebnispädagogik gibt und jeder Anbieter sein individuelles Profil im Hinblick auf Philosophie, Methodeneinsatz und Zielgruppe entwickelt, werden folgend das Verständnis des ELE e.V. von Erlebnispädagogik und die grundlegende pädagogische Zielsetzung der Arbeit vorgestellt. Erlebnispädagogik ist für den ELE e.V. ein ganzheitlicher, handlungsorientierter Lernansatz zur Weiterentwicklung individueller Persönlichkeitsmerkmale und sozialer Handlungskompetenzen. Über Abenteueraktionen werden nichtalltägliche, außergewöhnliche Situationen mit Erlebnischarakter initiiert, die den Teilnehmern ermöglichen, gewohnte Verhaltensmuster zu verlassen, neue Handlungsstrategien auszuprobieren und persönliche Grenzen in einem legalen Raum kennen zu lernen und&lt;br /&gt;4 5&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Gilsdorf, R./Kistner, G.: ,,Kooperative Abenteuerspiele 1. Eine Praxishilfe für Schule, Jugendarbeit und Erwachsenenbildung&amp;quot;. Seelze-Velber, 2008. Gilsdorf, R./Kistner, G.: ,,Kooperative Abenteuerspiele 2. Eine Praxishilfe für Schule, Jugendarbeit und Erwachsenenbildung&amp;quot;. Seelze-Velber, 2008.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Te i l I | T h e o r i e u n d K o n z e p t i o n&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;baustellen in der Sporthalle. Auch die Großstadt wird immer häufiger als Lernfeld genutzt (City Bound6). Hier steht weniger im Vordergrund sich körperlich zu betätigen und mutig die Höhenangst zu überwinden. Die Situationen fordern Personen heraus, neue Verhaltensweisen auszuprobieren und Fähigkeiten zu trainieren, die benötigt werden, um den Alltag erfolgreich zu meistern. Häufig bilden frei erfundene Spielgeschichten den Rahmen, kreative Arbeitsaufträge zu erledigen. Öffentliche Räume werden mit dem GPS-Gerät erobert, das U-Bahnnetz einer Stadt wird über ein Strategiespiel erforscht oder es soll auf spielerische Art Kontakt zu ,,Fremden&amp;quot;, einem anderen Milieu oder zu einer unbekannten Kultur aufgenommen werden. Bei diesen Methoden wird die Alltagswelt ,,Stadt&amp;quot; direkt einbezogen, was häufig den Lerntransfer vereinfacht. Der Anspruch der erlebnispädagogischen Arbeit ist, bei der Planung und Umsetzung die Zusammensetzung der Gruppe, die individuellen Bedürfnisse und die motorischen und intellektuellen Fähigkeiten der Teilnehmenden einzubeziehen. Sowohl die Lernorte als auch die Methoden werden dementsprechend ausgewählt. Ebenso werden Lernziele den Zielgruppen angepasst. Lauten die Ziele der erlebnispädagogischen Arbeit in der Satzung des ELE e.V. recht allgemein: ,,Förderung der Erziehung, des Sozialverhaltens, der Persönlichkeitsentwicklung, der Bildung, des Gesundheitsbewusstseins und des Sportes&amp;quot;, so werden in der Praxis für jeden Arbeitsbereich, zum großen Teil für jede Gruppe, spezifische Ziele formuliert und dementsprechend passende Methoden ausgewählt. Ein Klassenfahrtenprogramm möchte die Gemeinschaft im Klassenverbund verbessern, ein Bewegungsangebot im Offenen Ganztag die Gesundheit der&lt;br /&gt;6&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Grundschüler fördern und Jugendprojekte zur Berufsvorbereitung haben zum Ziel, die Anforderungen und Herausforderungen der Berufs- und Arbeitswelt zu bearbeiten. Die Zusammenarbeit im Team, das Finden von kreativen und gewaltfreien Konfliktlösungen und die Übernahme von Verantwortung für das eigene Handeln werden hier praktisch trainiert. Darüber hinaus erfolgt vor und während des Programms noch eine genaue Abstimmung, was die Gruppe und der Einzelne benötigen, um sich weiterzuentwickeln. Nach erlebnisreichen Aktionen werden, wenn es für den Lernprozess förderlich ist, kreative Reflexionen und ein Transfer in den Alltag durchgeführt.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;und Selbstkongruenz, Empathie und Verbalisierung, Emotionale Wärme und Wertschätzung und Selbstexploration. Diese sind für ihn Voraussetzung für eine erfolgreiche Beziehung zwischen Berater und Klient und sind auch für die erlebnispädagogische Arbeit richtungsweisend. Sie können auf die AnleiterTeilnehmer-Beziehung in diesem Kontext übertragen werden8. Handlungsorientiertes Lernen und Ganzheitlichkeit Im Zentrum steht die Aufgabe, das Tun und Handeln. Zugleich ist es Ziel, ganzheitliche Lernprozesse anzustoßen, die neben dem eigenen Handeln auch die kognitive und emotionale Ebene herausfordern (Lernen mit Kopf, Hand und Herz). Pädagogische Ziele und Prozessorientierung Erlebnisse werden für die Erreichung pädagogischer Ziele, wie u.a. Stärkung des Selbstvertrauens, der Kommunikations- und Konfliktfähigkeit, der Verantwortungsübernahme bzw. -abgabe, der Hilfsbereitschaft oder auch der Durchsetzungskraft, genutzt. Die Methoden werden pädagogisch sinnvoll aufeinander aufgebaut, d.h. kleinere Übungen bereiten auf komplexere, herausfordernde Aufgabenstellungen vor. Bedürfnis- und Lebensweltorientierung Für den Teilnehmer werden Abenteueraktionen ausgewählt, die seinen Bedürfnissen entsprechen, ihn herausfordern und möglichst weder über- noch unterfordern. Dies setzt voraus, dass die Bedürfnisse, Fähigkeiten und Grenzen des Teilnehmers für ihn selbst und/ oder für den Mitarbeiter bekannt bzw. einschätzbar sind.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;1.1.2 ARBEITSLEITLINIEN FÜR ERLEBNISPÄDAGOGISCHE ANGEBOTE DES ELE E.V.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Im folgenden werden die Arbeitsleitlinien für erlebnispädagogische Angebote des ELE e.V. vorgestellt, die für alle Mitarbeiter verbindlich sind. Haltung und Menschenbild Grundlage der Arbeit ist das Menschenbild und die Haltung von Carl Rogers, deren Ursprünge in der humanistischen Psychologie liegen7. Das Konzept von Maslow wurde in seiner klientenzentrierten Psychotherapie (Gesprächstherapie) aufgenommen und für den praktischen Bereich weiterentwickelt. Kernaussage ist, dass jedem Menschen das Bestreben angeboren ist, sich konstruktiv in Richtung Selbstverwirklichung und Unabhängigkeit zu entwickeln. Die Sichtweise vom Menschen und seiner Entwicklungsfähigkeit entspricht einer Haltung, welche durch vier Basisvariablen gekennzeichnet ist: Echtheit&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Deubzer, B./Feige, K. (Hrsg.): ,,Praxishandbuch City Bound&amp;quot;. Augsburg, 2004. · 7Die humanistische Psychologie geht auf Abraham Maslow zurück. Sie lehrt, dass sich eine gesunde und schöpferische Persönlichkeit mit dem Ziel der Selbstverwirklichung entfaltet. · 8 Fiedler, C.: ,,Menschenbilder in der Erlebnispädagogik. Bedeutung und Auswirkungen&amp;quot;. Augsburg, 2008. S. 62-72.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;tot al normal!&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;| S elbstbestimmung er fahren durch Erlebnispädagogik | Leit faden des M odellprojek t s ,,tot al normal!&amp;quot;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;11&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Prinzip der Freiwilligkeit und STOPP Regel Der Einsatz der Methoden berücksichtigt die Bedürfnisse, Fähigkeiten und Grenzen der Teilnehmer. In Grenzsituationen wird daher das Prinzip der Freiwilligkeit gewahrt. Der Teilnehmer soll selbst entscheiden, ob er ein Wagnis eingeht oder nicht, bzw. sollte er den Herausforderungsgrad möglichst selbst bestimmen können. Jeder Versuch, ein Wagnis einzugehen, wird als Erfolg gewertet. Stärkenorientierung, Beteiligung und Selbstwirksamkeit Der Blick im Lernprozess liegt auf den Stärken der Teilnehmer. Jeder soll seine Fähigkeiten erkennen, optimal nutzen und erleben, was er durch sein eigenes Handeln bewirken kann. Das eigenständige, selbstverantwortliche und selbstbestimmte Handeln des Teilnehmers wird angestrebt, indem prozessorientiert und in vertretbarem Maße Verantwortung und Entscheidungskompetenz an den Teilnehmer abgegeben und er möglichst an der Programmgestaltung beteiligt wird. Gruppe als Lerngemeinschaft Die Gruppe wird als soziales Lernfeld genutzt. Sie bietet dem Einzelnen die Möglichkeit, sein Sozialverhalten zu verbessern. Die Teilnehmer sollen in herausfordernden Situationen Unterstützung durch die Gruppe statt Erfolgs- oder Gruppendruck erfahren. Bei der Leitung von Gruppen orientieren wir uns an den Modellen und Erkenntnissen von Eberhard Stahl9. Wenn nötig werden gemeinsame Verhaltensregeln erarbeitet, die in einem Gruppenvertrag visualisiert werden und als Grundlage für die Zusammenarbeit dienen.&lt;br /&gt;9&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Reflexion und Übertrag in den Alltag Wenn es für den Lernprozess förderlich ist, werden nach erlebnisreichen Aktionen kreative Reflexionen und ein Transfer in den Alltag durchgeführt. Dies erfolgt über Gespräche oder kreative Methoden, die dem Alter bzw. dem Ent wicklungsstand der Teilnehmer angepasst sind. Ziel ist die Aufarbeitung des Erlebten und der Übertrag positiver Verhaltensweisen in den Alltag. Dabei orientiert sich die Arbeit an Lerntransfermodellen10. Im Fokus der Reflexion steht der gewählte Weg zur Erreichung der Ziele, nicht vorrangig die Frage, ob ein Ziel erreicht wurde oder nicht. Motivation durch gute Lernatmosphäre Eine motivierende Anleitung der Aktionen sowie der Einsatz von spannenden, lustigen oder kreativ erfundenen Spielgeschichten, die dem Alter bzw. Entwicklungsstand der Teilnehmer entsprechen, tragen zu einer positiven Lernatmosphäre bei und vermitteln Spaß und Freude am Leben. Sie ist elementarer Bestandteil im Lernsetting. Naturschutz Die Natur wird genutzt und dabei geschützt. Die Mitarbeiter verhalten sich vorbildhaft, weisen die Teilnehmer auf wichtige Verhaltensregeln hin und greifen bei Nichteinhaltung ein. Sicherheitsstandards und Qualitätssicherung Im natursportlichen11 wie spielpädagogischen Bereich12 hat die Einhaltung von Sicherheitsstandards oberste Priorität, da Unvermögen und Leichtsinn schnell&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;zu Unfällen führen können. Das Ziel von Sicherheit ist, das Risiko zu reduzieren und Gefahr möglichst auszuschließen. Um die körperliche und psychische Sicherheit der Teilnehmer zu gewährleisten, verfügen alle Mitarbeiter des Vereins über eine erlebnispädagogische Zusatzausbildung. Diese umfasst den technischen Bereich, pädagogischpsychologische, methodisch-didaktische Kenntnisse sowie theoretisches Hintergrundwissen über die Erlebnis- und Spielpädagogik. Von Bedeutung sind auch gute Fähigkeiten im Bereich der Gesprächsführung, Moderation und Organisation. Das Begleiten von gruppendynamischen Prozessen und Konflikten sowie die Anleitung von Reflexionen sind ebenso wichtig wie die Bereitschaft zur kritischen Auseinandersetzung mit dem eigenen Handeln und der Weiterentwicklung der Persönlichkeit. Die Qualitätssicherung erfolgt über den regelmäßigen Abgleich mit den nationalen und internationalen Richtlinien des Deutschen Alpenvereins13 (DAV) und der European Ropes Course Association14 (ERCA). Sorge für die Sicherung und Weiterentwicklung der Standards und die interne Qualifizierung trägt ein Sicherheitsbeauftragter mit entsprechender Qualifikation. Die Standards sind sowohl für alle Mitarbeiter als auch die Teilnehmer verbindlich. Der Verein ist auch Mitglied im Bundesverband Individual- und Erlebnispädagogik15 und war aktiv an der Entwicklung eines Gütesiegels beteiligt, welches Qualitätsgrundlagen für handlungsorientierte und erlebnispädagogische Programme und Anbieter (ESA) schafft16.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Stahl, E.: ,,Dynamik in Gruppen. Handbuch der Gruppenleitung&amp;quot;. Weinheim, 2002. · 10 König, S./König, A.: ,,Outdoor-Teamtrainings. Von der Gruppe zum Hochleistungsteam&amp;quot;. Augsburg, 2002. S. 62-68. · 11 PRAXISFELD: ,,Drum prüfe, wer ans Seil sich bindet&amp;quot;. Augsburg, 2002. · 12 Sonntag, C.: ,,Abenteuer Spiel. Handbuch zur Anleitung kooperativer Abenteuerspiele&amp;quot;. Augsburg, 2002. · 13 vgl. Leitbild des DAV. http://cms.alpenverein.de/download_file. php?id=355&amp;amp;showfile=1 (geöffnet 30.06.09). · 14 vgl. Sicherheitsforschung der ERCA. http://www.erca.cc/cms.php?id=309&amp;amp;lng=german&amp;amp;PHPSESSID=c9 5e1a6daeaa7086a5bd61e4ad9bd4c6 (geöffnet 30.06.09). · 15 vgl. Qualitätsgrundlagen. http://www.bundesverband-erlebnispaedagogik.de/be/media/extras/ download/08-11-28_ESA_neu_layout.pdf (geöffnet 30.06.09). · 16 vgl. Entwicklung des BE Gütesiegels. http://www.bundesverband-erlebnispaedagogik.de/ be/pages/posts/mit-sicherheit-paedagogisch132 (geöffnet 1.07.09).&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Te i l I | T h e o r i e u n d K o n z e p t i o n&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;le, Leere und Gleichförmigkeit des Alltags zu vertreiben. Veränderungen in der Gesellschaft unterstützen dieses Verlangen. Wichtiger als Nützlichkeit und Funktion ist heute der Erlebniswert der Dinge. Der moderne kategorische Imperativ lautet: ,,Erlebe dein Leben!&amp;quot; Heranwachsende, die durch Schulverweigerung, Kriminalität, Gewalt oder auch eigene Ausgrenzung durch Abschottung auffällig werden oder untergehen, geben meist als Erste auf. Sie glauben nicht mehr an eine ehrliche Chance am gesellschaftlichen Leben teilhaben zu können. Dabei sind sie es, die in der Schule oder bei der Ausbildungssuche den längsten Atem bräuchten. In der Arbeit mit benachteiligten Jugendlichen kann der Einsatz handlungsorientierter Methoden aus der Erlebnispädagogik dazu beitragen, junge Menschen zu stärken und zu ermutigen, das Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten wiederzugewinnen und den negativen Kreislauf von Versagen, Frustration und der individuellen Misserfolgserwartung zu durchbrechen. Für Jugendliche, die auf Grund ihrer Herkunft, finanziellen Situation oder einer Beeinträchtigung von der Gesellschaft benachteiligt werden, kann der Ansatz der Erlebnispädagogik eine besondere Bedeutung erhalten.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;1.1.3 ERLEBNISPÄDAGOGIK IN DER ARBEIT MIT BENACHTEILIGTEN JUGENDLICHEN&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;werden können. Lernen kann und soll auf diesem Wege Spaß machen! Erlebnisse fordern vor allem Jugendliche heraus und motivieren sie zur Teilnahme. Dies liegt unter anderem darin begründet, dass das Leben von Kindern und Jugendlichen heute einerseits immer reicher an Anregungen und Reizen, zugleich aber auch immer ärmer an echten, hautnahen Erlebnissen wird. Die boomende Medienwelt präsentiert per Kabel und Computer Erlebnisse in Hülle und Fülle ­ sie werden jedoch nicht unmittelbar, sondern nur auf ,,SecondHand-Basis&amp;quot; konsumiert. Der verkopfte Lernansatz der Schule erreicht viele Jugendliche nicht mehr. Häufig leiden junge Menschen unter der Ereignislosigkeit des Alltags und das wachsende Bedürfnis in der Lebensphase Jugend nach Action, Abenteuer, Aufregung und die Sehnsucht nach einem besonderen Kick bleiben unbefriedigt. Eine Mutprobe wie das S-Bahn-Surfen oder unerwünschte kriminelle Handlungen sind die logische Steigerungsform riskanten Verhaltens. Dabei geht es zumeist nicht um eine materielle Bereicherung, sondern um die Erlebnissucht und das Bedürfnis nach Selbstdarstellung. Etwas Spannendes und Einmaliges soll sich ereignen, um die Langewei-&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Jugendarbeit möchte junge Menschen zu Mündigkeit und Selbstbestimmung erziehen. Pädagogische Mündigkeit umfasst das Erlernen von Sozialkompetenz, Selbstkompetenz und Sachkompetenz, um das eigene und das soziale Leben sowie die Welt ,,Beruf, Umwelt und Politik&amp;quot; gut bewältigen zu können. Selbstbestimmung als zentraler Grundsatz der Menschenrechte meint, dass Menschen ihre eigenen Ideen und Wünsche frei verwirklichen können sollen, ohne von außen unterdrückt oder bedrängt zu werden. Mitarbeiter aus der Jugendarbeit haben den Auftrag, jungen und vor allem benachteiligten Menschen Lernangebote zu machen, die sie fördern und ermutigen, ihre Persönlichkeit dahingehend weiterzuentwickeln. Der Einsatz handlungsorientierter Methoden aus der Erlebnispädagogik ist sehr gut dafür geeignet, junge Menschen in ihrer Entwicklung zu fördern, da Lernziele wie die Stärkung der Teamfähigkeit, des Selbstvertrauens, der Konzentrationsfähigkeit oder der Kommunikationsfähigkeit auf einem attraktivem Weg praktisch trainiert&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;tot al normal!&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;| S elbstbestimmung er fahren durch Erlebnispädagogik | Leit faden des M odellprojek t s ,,tot al normal!&amp;quot;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;13&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;1.2 MOBILE ­ SELBSTBESTIMMTES LEBEN BEHINDERTER E.V.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Kurzprofil Von Mitgliedern der Politischen Behindertenselbsthilfe gegründeter gemeinnütziger Verein, arbeitet mit dem Ziel, Initiativen zur Emanzipation und Integration behinderter Menschen anzuregen und zu fördern, ist Träger von Projekten und Diensten, die behinderten Menschen ein selbstbestimmtes und eigenverantwortliches Leben ermöglichen. Wissen um... · die Lebenssituation behinderter Menschen · die Bedarfe behinderter Menschen · Prinzipien von Selbstbestimmt Leben und Empowerment · Teilhabe / Partizipation · den politischen Aspekt von Behinderung Politische Selbsthilfe behinderter Menschen MOBILE e.V. wurde 1983 von Mitgliedern der Politischen Behindertenselbsthilfe gegründet. Ziel war und ist, das Recht behinderter Menschen auf ein selbstbestimmtes Leben und auf Partizipation im Sinne einer gleichberechtigten Teilhabe einzufordern und die Betroffenen konkret bei der Umsetzung ihrer Lebenspläne jenseits vorgegebener institutioneller und fremdbestimmender Strukturen zu unterstützen. In mehr als 25 Jahren hat der Verein zahlreiche Initiativen, Forderungen und&lt;br /&gt;17&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ideen der Behindertenselbsthilfe aufgegriffen und entsprechende Konzepte und Methoden entwickelt und erprobt. Die Arbeitsschwerpunkte lagen insbesondere im Bereich Wohnen und dem Leben mit Persönlicher Assistenz. MOBILE e.V. orientiert sich bei seinen Aktivitäten, Projekten und Angeboten an den Grundsätzen von Selbstbestimmt Leben. Dieses Prinzip beinhaltet, selbstständig und selbstbestimmt über sich selber und die Gestaltung des eigenen Lebens entscheiden zu können. Es bedeutet einen offensiven Umgang mit Behinderungen, mit fehlenden Chancen und Barrieren in der Umwelt. Darüber hinaus hat es aber genauso Konsequenzen für den Umgang mit der eigenen Beeinträchtigung, mit dem eigenen Bedarf an Hilfe und Pflege: Es bedeutet, trotz des Hilfebedarfs durch Wahlmöglichkeiten und die konkrete Ausgestaltung der Hilfen die Zuständigkeit für das eigene Leben zu behalten und selbstbestimmt wahrzunehmen. Entsprechend des Konzepts des Empowerments ermutigt der Verein Menschen zur Entdeckung ihrer eigenen Stärken. MOBILE e.V. unterstützt sie ressourcenorientiert bei der Aneignung von Selbstbestimmung und autonomer Lebensführung, bei der Überwindung von Benachteiligungen und dabei, das eigene Leben aktiv in die Hand zu nehmen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;gogik wenden, die ggf. bislang keine oder nur wenig Berührungspunkte mit dem Thema Behinderung / Beeinträchtigung hatten, haben wir uns nach gemeinsamen Überlegungen dazu entschlossen, kurz in die Notwendigkeit einer Auseinandersetzung mit dem Behinderungsbegriff einzuführen. Des Weiteren haben wir im Vorfeld der Erarbeitung dieses Leitfadens die Frage diskutiert, ob und inwieweit wir Arten und Formen von Beeinträchtigungen beschreiben wollen. Diese Frage hat einerseits vor dem Hintergrund der daraus abzuleitenden Sicherheitsmaßnahmen durch die Erlebnispädagogen ihre Berechtigung. Andererseits liegt aber ein wesentliches Anliegen von MOBI LE e.V. in dem Bemühen begründet, die Fähigkeiten und Ressourcen von Menschen und nicht deren Beeinträchtigungen in den Mittelpunkt zu stellen. Um es gleich vor weg zu nehmen: Wir haben uns dagegen entschieden, Beeinträchtigungsformen genauer zu beschreiben. Für all diejenigen, die hier für sich ein Informationsdefizit sehen, sei die Veröffentlichung ,,Was wir brauchen&amp;quot;17 empfohlen. Dieses Handbuch von Swantje Köbsell, das der behindertengerechten Gestaltung von Frauenprojekten dient, ist an vielen Stellen auf die Bedarfslage behinderter Mädchen und Jungen übertragbar. Insbesondere Teil C bietet einen guten Überblick, ohne dabei defizitär zu sein. Darüber hinaus besteht die Möglichkeit, sich über grundlegende Begrifflichkeiten der Politischen Behindertenselbsthilfe im Glossar des Handbuchs ,,Selbstbestimmt Leben mit Persönlicher Assistenz, Band A&amp;quot;18 zu informieren.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;1.2.1 JUGENDLICHE, DIE BEHINDERT WERDEN&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Da wir uns mit diesem Leitfaden u.a. an Fachleute aus der Erlebnispäda-&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Köbsell, S.: ,,Was wir brauchen. Handbuch zur behindertengerechten Gestaltung von Frauenprojekten&amp;quot;. Kassel , 1996. · 18 MOBILE ­ Selbstbestimmtes Leben Behinderter e.V. (Hrsg.): ,,Handbuch Selbstbestimmt Leben mit Persönlicher Assistenz, Band A&amp;quot;. Neu Ulm, 2001.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Te i l I | T h e o r i e u n d K o n z e p t i o n&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;die behindert werden, zu sprechen. Der Ausdruck ,,behinderte Jugendliche&amp;quot; dient insofern als sprachliches Synonym. Behinderung ist ein gesellschaftlicher Prozess, der wie andere gesellschaftliche Prozesse auch verändert werden kann. Demnach können behinderte Menschen jeden Alters aktiv werden und auf die sie behindernden Faktoren Einfluss nehmen. Grundsätzlich liegt unserer Arbeit das Verständnis des sozialen Modells von Behinderung zu Grunde, in weiten Teilen entsprechend einer Definition der Weltgesundheitsorganisation, World Health-Organisation (WHO). Wir unterscheiden zwischen Beeinträchtigung und Behinderung. Der Begriff der Beeinträchtigung fokussiert die Beeinträchtigung der Aktivität, während Behinderung die Ebene der gleichberechtigten Teilhabe mit ihren behindernden umwelt- und personenbezogenen Faktoren bezeichnet19.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;und Erhaltung der Verfügung über sich selbst. Es zielt auf die Aufhebung und Abwehr irrationaler Herrschaft, auf die Befreiung von Zwängen aller Art&amp;quot;20. Im Unterschied zur &amp;quot;Integration&amp;quot; wird mit dem Begriff &amp;quot;Emanzipation&amp;quot; die Befreiung aus Machtverhältnissen mitgedacht. Im Kontext der Emanzipation geht es nicht um Formen von Anpassung. Vielmehr ist von Bedeutung, dass behinderten Menschen als &amp;quot;Experten in eigener Sache&amp;quot; zu begegnen ist, die selbst  am besten wissen bzw. herausfinden können, welches ihre Bedürfnisse sind und wie diesen am effektivsten zu begegnen ist. Integration setzt immer ein soziales System voraus, in das hinein integriert wird. Dabei wird das bestehende System als richtig und mit den richtigen Werten ausgestattet betrachtet. In der Regel befinden hier Nichtbehinderte darüber, wer unter welchen Umständen mit welchen Mitteln integrationswürdig ist und wer nicht. Dabei wird behinderten Menschen eine passive Rolle zugewiesen. Es entsteht ein Machtgefälle zwischen Fachleuten, die integrieren wollen und behinderten Menschen, die es deren Ansicht nach zu integrieren gilt. Für Professionelle aus der Behindertenarbeit sowie der Erlebnispädagogik ist die kontinuierliche Auseinandersetzung mit der eigenen Fachlichkeit sowie dem zu Grunde liegenden Menschenbild unserer Ansicht nach unverzichtbarer Bestandteil einer emanzipatorischen Arbeit mit behinderten Jugendlichen.  &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;1.2.2 ZUR BEDEUTUNG DES BEHINDERUNGSBEGRIFFS&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;,,Warum ,behinderte Menschen&amp;#39;? Die korrekte Ausdrucksweise lautet doch ,Menschen mit Behinderungen&amp;#39;?&amp;quot; Vorständen, Mitarbeitern und Mitgliedern von MOBILE e.V. wird diese Frage so oder ähnlich des Öfteren gestellt. Um Missverständnissen vorzubeugen und um für die Notwendigkeit einer Auseinandersetzung mit dem Behinderungsbegriff zu sensibilisieren, möchten wir kurz einleitend die von uns gewählte Ausdrucksweise ,,Behinderte Mädchen / behinderte Jungen&amp;quot; erläutern. Die sprachliche Verwendung des Ausdrucks ,,behinderte Jugendliche&amp;quot; bzw. ,,behinderte Mädchen / behinderte Jungen&amp;quot; ist bewusst gewählt und der Formulierung ,,Jugendliche mit Behinderung bzw. Mädchen / Jungen mit Behinderungen&amp;quot; vorgezogen. Wir beziehen uns damit auf den Grundsatz der Behindertenbewegung: ,,Behindert ist man nicht, behindert wird man&amp;quot; und kehren somit zu den Wurzeln Politischer Behindertenselbsthilfe zurück. Diesem Verständnis nach wäre es angebracht, ausschließlich von Jugendlichen,&lt;br /&gt;19&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;1.2.3 EMANZIPATORISCHE ANSÄTZE IN DER ARBEIT MIT BEHINDERTEN MENSCHEN&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;In der Arbeit mit behinderten Menschen kommt der Umsetzung emanzipatorischer Ansätze zentrale Bedeutung zu. Emanzipatorische Ansätze berücksichtigen die gesamte Person mit allen ihren Merkmalen und Fähigkeiten. &amp;quot;Das emanzipatorische Interesse ist das Interesse des Menschen an der Erweiterung&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;World Health Organization / Deutsches Institut für medizinische Dokumentation und Information, WHO-Kooperationszentrum für die Familie internationaler Klassifikationen (Hrsg.) : ,,Internationale Klassifikation der Funktionsfähigkeit, Behinderung und Gesundheit&amp;quot;. http://www.dimdi.de/static/de/klassi/ICF/index.html (geöffnet 30.06.09). · 20 Lempert, W.: ,,Leistungsprinzip und Emanzipation. Studien zur Realität, Reformen und Erforschung des beruflichen Bildungswesens&amp;quot;. Suhrkamp, 1971.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;tot al normal!&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;| S elbstbestimmung er fahren durch Erlebnispädagogik | Leit faden des M odellprojek t s ,,tot al normal!&amp;quot;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;15&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;2. HINTERGRUND ­ ZUR SPEZIELLEN LEBENSSITUATION BEHINDERTER JUGENDLICHER&lt;br /&gt;,,Die Förderung von jungen Menschen mit Behinderung ist integraler Bestandteil der allgemeinen Kinder- und Jugendarbeit und ihrer Schwerpunktförderungen. [...] Grundsätzlich richten sich alle Angebote der Offenen Kinder- und Jugendarbeit, Jugendsozialarbeit und der Erzieherischen Hilfen an alle Kinder und Jugendliche mit und ohne Behinderungen im Alter vom 6. bis zum 21. Lebensjahr. Gemäß dem Kinder- und Jugendförderungsgesetz sollen die Träger der öffentlichen Jugendarbeit darauf hinwirken, dass die besonderen Belange von Kindern und Jugendlichen in benachteiligten Lebenswelten und von jungen Menschen mit Migrationshintergrund berücksichtigt werden21.&amp;quot;&lt;br /&gt;Der Bericht der Landesbehindertenbeauftragten NRW verweist ausdrücklich darauf, dass die besonderen Belange behinderter Jugendlicher im Rahmen der Angebote der allgemeinen Kinder- und Jugendarbeit Berücksichtigung finden sollen. So begrüßenswert diese Zielbestimmung auch ist, so lässt sie doch die im Wesentlichen angesprochenen Vertreter bzw. Mitarbeiter sowohl auf Seiten der Kinder- und Jugendarbeit als auch der allgemeinen Behindertenhilfe mit einer Vielfalt und Komplexität unbeantworteter Fragestellungen zurück. Praktiker aus der Jugendarbeit sind mit der Lebenssituation behinderter Jugendlicher oftmals nur unzureichend vertraut und stellen sich somit die Frage, was genau die besonderen Belange behinderter Jugendlicher sind. Für sie ist die Vorstellung darüber, WAS ein Angebot beinhalten sollte, welches den Bedürfnissen und Bedarfen behinderter Jugendlicher gerecht wird, häufig nur in Ansätzen greifbar. Darüber hinaus sind die Interessen und Meinungen darüber, was notwendige Inhalte von Angeboten für behinderte Jugendliche sind, so vielfältig wie diese selbst. Mitarbeiter aus der Behindertenarbeit erfahren wiederum in der Regel eine Vielzahl an alltäglichen Bedürfnissen und Bedarfen behinderter Menschen. Bestehende Freizeitangebote verfolgen das Ziel, diese aufzugreifen und ihnen in einem möglichst barrierefreien Raum gerecht zu werden. Das Spektrum reicht von Kochkursen über Töpfern bis hin zum Sport. Mitarbeiter der Behindertenarbeit formulieren vor diesem Hintergrund häufig den Wunsch nach Wissensvermittlung zu dem methodischem WIE, insbesondere dann, wenn die Angebote erlebnisorientiert gestaltet sein sollen. Beiden Gruppen von Professionellen gemeinsam ist, dass auf die Umsetzung gesellschaftspolitischer Zielvorgaben bislang wenig Augenmerk gerichtet wurde. Erlebnispädagogik als methodischer Ansatz in der Arbeit mit behinderten Jugendlichen ist für beide Seiten i.d.R. in dieser Verbindung relativ neu. Da es landesweit kaum Angebote oder Projekte gibt, die politische Zielsetzungen wie gesellschaftliche Teilhabe oder Selbstbestimmung für behin-&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;21 Landesbeauftragte NRW (Hrsg): ,,NRW ohne Barrieren. Bericht der Beauftragten der Landesregierung NRW für die Belange der Menschen mit Behinderung&amp;quot;. Düsseldorf 2007. http://www.lbb.nrw.de/PDFzum-download/NRW_ohne_Barrieren_barr.pdf (geöffnet 30.06.09).&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Te i l I | T h e o r i e u n d K o n z e p t i o n&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;derte Jugendliche handlungsorientiert verfolgen, obwohl die Landesregierung solche ausdrücklich als notwendig erachtet und auch bereit war, das Projekt ,,total normal!&amp;quot; entsprechend finanziell zu fördern, liegt die Vermutung nahe, dass noch viel Information und Aufklärung notwendig ist, um Akteure aus der Kinder- und Jugendarbeit bzw. Behindertenarbeit zur Umsetzung zu motivieren. Um diese Lücke zu schließen, möchten wir daher an dieser Stelle einen kurzen Überblick über die spezielle Lebenssituation behinderter Mädchen und Jungen geben. Im Anschluss an die Lebensphase Kindheit, in der grundlegende Strukturen der Persönlichkeit ausgebildet werden, kommt es in der Jugendphase zu einer Neubestimmung der Persönlichkeitsdynamik. Dieser Lebensabschnitt hat im Hinblick auf die kreative und eigenständige Gestaltung, die produktive und aktive Auseinandersetzung mit inneren und äußeren Lebensbedingungen eine große Bedeutung. Junge Menschen stehen vor der Herausforderung, sich durch die Bewältigung von Entwicklungsaufgaben in die Gesellschaft zu integrieren und eine individuelle Persönlichkeit auszubilden. Auf diesem Wege sollen sie Reife, Mündigkeit und freiheitliche Handlungskompetenz erlangen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Behinderte Jugendliche haben einen hohen Bedarf hinsichtlich der Bereitstellung angemessener Entwicklungsanregungen. Sie sind mit denselben Entwicklungsaufgaben konfrontiert wie nichtbehinderte Jugendliche: der Ausbildung von Identität, des Aufbaus eines stabilen Selbst, der Ablösung von den Eltern und der Entwicklung von Autonomie, des Erlangens von Reife, Mündigkeit und Handlungskompetenz. Behinderte Mädchen und Jungen müssen zudem auch die Auseinandersetzung mit der eigenen Beeinträchtigung und Behinderung realisieren. Identitäts- und Selbstbewusstseinsbildung erfolgen im Spannungsfeld von Verschiedenheit und Gleichheit, von Inklusion und Exklusion. Behinderte Heranwachsende müssen Kompetenzen erwerben zur Teilhabe in der Gesellschaft der Erwachsenen und in der Gesellschaft der sogenannt Nichtbehinderten. Die Jugendphase stellt somit an behinderte Jugendliche besondere Anforderungen. Ihnen stehen aber vielfach schlechtere Realisierungsbedingungen zur Verfügung als nichtbehinderten Jugendlichen22. Sie verfügen zumeist über kleinere Netzwerke. Außerdem sind vorhandene Angebote der Kinder- und Jugendhilfe nur in einem geringen Umfang nutzbar. Diese berücksichtigen die spezifischen Bedarfe der betroffenen Jugendlichen in der Regel nur unzureichend. Sowohl&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;bauliche als auch ideelle Barrieren stehen einer gleichberechtigten Teilhabe behinderter Mädchen und Jungen entgegen. Ihnen bleiben wichtige Lernund Entwicklungsfelder vorenthalten, die ihnen ein positives Erleben aktiven Handelns und konstruktive Einflussnahme auf ihr Lebensumfeld ermöglichen. Behinderte Mädchen und Jungen erleben während des Lebensabschnitts ,,Jugend&amp;quot; darüber hinaus ihre Beeinträchtigungen bewusster als in der Kindheit. Es entsteht nunmehr das Bedürfnis, ein eigenständiges Leben zu führen und sich aus dem familiären Umfeld zu lösen. Das Bestreben geht dahin, unabhängiger zu werden und Personen und Lebensweisen zu entdecken, die als Vorbild und Beispiel dafür dienen, wie das Leben in Zukunft aussehen könnte. Auf der Suche nach Halt und Orientierung richten sie ihr Leben oftmals aus Mangel an Alternativen an den Lebensentwür fen und Lebenswelten nichtbehinderter Mädchen und Jungen aus und erleben u.U. permanente Enttäuschungen, weil sie diesen Vorbildern wenig ,,gleich werden&amp;quot;. Das Spannungsverhältnis zwischen Individuation und Integration führt häufig zu Konflik ten. Viele Jugendliche benötigen in dieser Umbruchsituation Unterstützung und müssen in ihrem Sozialisationsprozess gestärkt werden.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;22 Michel, M./Riedel, S./M. Häußler-Sczepan: ,,Lebenswelten behinderter Kinder und Jugendlicher in Sachsen. Eine Studie des Instituts für Arbeitsmedizin und Sozialmedizin&amp;quot;. Dresden, 2003.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;tot al normal!&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;| S elbstbestimmung er fahren durch Erlebnispädagogik | Leit faden des M odellprojek t s ,,tot al normal!&amp;quot;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;17&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;3. DAS KONZEPT DES MODELLPROJEKTS ,,TOTAL NORMAL!&amp;quot; ALS BEISPIEL EMANZIPATORISCHER ARBEIT MIT BEHINDERTEN JUGENDLICHEN&lt;br /&gt;Das Projekt ,,total normal! Behinderte Mädchen und Jungen erobern ihre Stadt&amp;quot; hat in der praktischen Arbeit mit behinderten Jugendlichen Ziele, die sowohl Bestandteil der Jugendarbeit als auch der Politischen Behindertenselbsthilfe sind, auf einem handlungs- und erlebnisorientierten Weg umgesetzt. Die Teilnehmer des Projekts waren groß und klein, dick und dünn, mit unterschiedlicher Haut- und Haarfarbe und hatten verschiedene Interessen, Fähigkeiten sowie Talente. In erster Linie waren sie jedoch eins: Jugendliche! Mit unserer Arbeit war und ist es uns ein Anliegen, Teilhabe behinderter Jugendlicher insbesondere im Freizeitbereich zu ermöglichen und künstlich geschaffene Trennungen zwischen bestehenden Freizeitmöglichkeiten für Jugendliche einerseits und behinderte Jugendliche andererseits aufzudecken und bestehende Mauern zu überwinden. Die Ausrichtung des Projekts ,,total normal!&amp;quot; lag dabei nicht auf der Bereitstellung eines reinen Freizeitangebotes für behinderte Jugendliche. Ziel war es vielmehr behinderte Jugendliche mittels handlungsorientierter Methoden aus der Erlebnispädagogik zu befähigen, ihr Recht auf Teilhabe selbstbestimmt und eigenverantwortlich einfordern zu können, um sich ihre Lebenswelt im Bereich Freizeit zu erobern. Inhalte und Zielsetzungen des Projektkonzepts waren: · Entwicklung eines neuen Selbstbewusstseins durch die Förderung der Selbstwahrnehmung, durch neue Körper- und Bewegungserfahrungen und das Erkennen und Nutzen eigener Fähigkeiten und Stärken · Austesten bzw. Erweitern der persönlichen Grenzen und Selbstbehauptung in subjektiv als konflikthaft erlebten Situationen · Aneignung neuer Räume in der eigenen Lebensumwelt · Entwicklung von Vertrauen zueinander und Erleben von Solidarität und Kooperation untereinander · Kennenlernen von eigenen Rechten, Schaffung von Beteiligungsstrukturen zur Förderung des selbstverantwortlichen und selbstbestimmten Handelns und somit Er fahren von Selbstwirksamkeit · Initiierung eines Reflexionsprozesses von weiblichen / männlichen Leitbildern, Ent wicklung eines eigenen Mädchen- / Frauenbildes bzw. Jungen- / Männerbildes unter Berücksichtigung der eigenen Beeinträchtigung · Teilhabe behinderter Mädchen und Jungen an Angeboten im Bereich der kommunalen Jugendarbeit sowie Inklusion und Teilhabe am Leben der Gemeinschaft Handlungsorientierte (modifizierte) Methoden aus der Erlebnispädagogik des Projektkonzepts waren: · Bewegungs- und Kennenlernspiele · In- und Outdoor-Teamübungen · Vertrauens- und Körperspannungsübungen · Spiele und Übungen zur Sinneswahrnehmung · Rollenspiele · Interviewtraining · Klettern im Hochseilgarten · Begehung einer Seilbrücke · Erlernen der Sicherungstechnik · City Bound Aktionen · Reisen / unterwegs sein · Entspannungmethoden / GUT DRAUF Aktionen · Kreative Reflexionsmethoden In dem Projekt ,,total normal! Behinderte Mädchen und Jungen erobern ihre Stadt&amp;quot; erhielten behinderte Jugendliche die Chance, bisher für sie unentdeckte Möglichkeiten kennen zu lernen. Sie erfuhren Ermutigung, abenteuerliche Herausforderungen anzunehmen und an diesen zu wachsen. Dabei konnten sie Teilhabe aktiv erfahren; eine wichtige Voraussetzung, um im späteren Erwachsenenalter die Rolle selbstbestimmter Bürger mit Wissen um Rechte und Pflichten, integriert in soziale Zusammenhänge der Gesellschaft, zufrieden stellend und aktiv wahrnehmen und so selbstständig wie möglich leben zu können.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Te i l I | T h e o r i e u n d K o n z e p t i o n&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;4. WEGWEISER FÜR EINE EMANZIPATORISCHE ARBEIT MIT BEHINDERTEN JUGENDLICHEN MITTELS HANDLUNGSORIENTIERTER METHODEN AUS DER ERLEBNISPÄDAGOGIK&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Vor dem Hintergrund unserer Erfahrung möchten wir für Einrichtungen und Träger, die zukünftig in Eigeninitiative Projektideen nach unserem Vorbild realisieren möchten, wesentliche Zieldefinitionen und Qualitätsmerkmale einer emanzipatorischen Arbeit mit behinderten Jugendlichen mittels handlungsorientierter Methoden aus der Erlebnispädagogik zusammenfassen. Wir hoffen, dass das im Modellprojekt ,,total normal! Behinderte Mädchen und Jungen erobern ihre Stadt&amp;quot; verfolgte Ziel der Ermöglichung von gesellschaftlicher Teilhabe bzw. des Erfahrens von Selbstbestimmung durch Erlebnispädagogik um die Umsetzung weiterer politischer Themen ergänzt wird. Dass die Palette an Bereichen, die es zukünftig zu bearbeiten gilt, dabei vielfältig ist, hat die Fachtagung ,,total normal! Selbstbestimmung erfahren durch Erlebnispädagogik&amp;quot;23 gezeigt. Die nun folgende Sammlung von Zielen und Qualitätsmerkmalen versucht die Erfahrungen und Ergebnisse unseres Projekts zu abstrahieren und zukünftigen Vorhaben dabei zur Verfügung zu stellen. Damit möchten wir in erster Linie für einen auf Kooperation basierenden Ansatz emanzipatorischer Arbeit mit behinderten Jugendlichen sensibilisieren, der für uns themenunabhängig zukunftsweisend und fortsetzungswert im Sinne der behinderten Mädchen und Jungen ist.&lt;br /&gt;4.1 ZIELDEFINITIONEN&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Rahmen der Konzeption zukünftiger handlungsorientierter Abenteuerangebote für behinderte Mädchen und Jungen Berücksichtigung finden müssen, wenn der Anspruch einer emanzipatorischen Arbeit im Sinne der Teilnehmer gegeben sein soll. Sie ergänzen pädagogische Zielsetzungen aus der Jugendarbeit um weitere, zum Teil gesellschaftspolitische Aspekte. 1. Erkennen der eigenen Bedürfnisse Erstrebenswert ist es, in der Arbeit mit behinderten Jugendlichen Möglichkeiten und Situationen aufzuzeigen, in denen sich diese mit ihren individuell ganz unterschiedlichen Fähigkeiten und Beeinträchtigungen als Person respektiert und ernst genommen fühlen. Dabei geht es unseres Erachtens ausdrücklich nicht darum, DEN EINEN WEG als den richtigen und erstrebenswerten vorzugeben. Dieses würde nur dazu führen, behinderte Mädchen und Jungen in ihrer Handlungsfähigkeit einzugrenzen und Entwicklungspotential zu verhindern. Vielmehr müssen Räume geschaffen werden, innerhalb derer sich die Jugendlichen ausprobieren können, um festzustellen, was genau die eigenen Bedürfnisse sind. Deutlich Position zu beziehen, ein klares ,,Ja&amp;quot; oder ,,Nein&amp;quot; zu formulieren, fällt behinderten Jugendlichen erfahrungsgemäß häufig nicht leicht. Und auch Hilfebedarfe, die ggf. ohne viel Zutun und wie selbstverständlich schon seit frühester Kindheit von z.B. den Eltern abgedeckt wurden, werden von den Betroffenen u.U. gar nicht mehr als solche wahrgenommen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Hier machen eine neue Umgebung sowie neue Er fahrungssituationen individuelle Bedarfe ggf. erst deutlich und es ergibt sich die Herausforderung, neue Strategien zur Bedarfsabdeckung zu entwickeln. Hinzu kommt häufig eine Sozialisation, die überwiegend im Rahmen von Sondereinrichtungen stattfindet und kaum Alternativen zur Auswahl bietet und so das Er fahren und Wissen um die eigenen Bedürfnisse erschwert. Voraussetzung dafür, sich diese zu erschließen, sind Akzeptanz, Halt und Sicherheit gebende Strukturen. Diese Strukturen sind von den Personen zu schaffen, die Projekte initiieren und professionell mit behinderten Mädchen und Jungen zu tun haben. 2. Angebote schaffen unter Berücksichtigung der Lebenssituation Im Mittelpunkt jeden pädagogischen Handelns steht der Jugendliche, der mit seinen Stärken und Kompetenzen wahrgenommen werden will. Ziel ist es dabei immer, diese zu beobachten und zu erkennen, zu fördern und auch zu fordern und ,,in Koproduktion&amp;quot; zur Entfaltung zu bringen. Das Wissen um die konkreten Lebenswelten behinderter Jugendlicher, ihrer Eltern sowie ihr soziales Umfeld stellt dabei eine zentrale Voraussetzung zur Benennung der jeweiligen aktuellen Themenstellungen dar. Die Berücksichtigung der Lebenssituation behinderter Jugendlicher ist insbesondere dann von Bedeutung, wenn der Anspruch lautet, Abenteueraktionen bedürfnisorientiert zu planen. Dies setzt voraus, dass den Jugendlichen ein Rahmen geboten wird,&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die folgende Sammlung erweitert die zentralen Zieldefinitionen des Projekts (siehe Kapitel 4.1) um Aspekte, die im&lt;br /&gt;23&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Siehe Vorwort.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;tot al normal!&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;| S elbstbestimmung er fahren durch Erlebnispädagogik | Leit faden des M odellprojek t s ,,tot al normal!&amp;quot;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;19&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;der ihnen das Erkennen der eigenen Bedürfnisse ermöglicht (siehe Punkt 1). 3. Assistenzbedarfe berücksichtigen Angebote für behinderte Jugendliche müssen sich immer auch mit den vorhandenen Hilfebedarfen der Teilnehmer auseinandersetzen. Es ist unserem Verständnis nach ein zentrales Kriterium emanzipatorischer Arbeit, dass behinderte Jugendliche benötigte Hilfen nicht nur in dem Umfang bekommen, in dem sie diese benötigen. Sie müssen auch wählen können, wer diese Hilfen wie und wann erbringt. Ziel ist es hierbei, das Modell der Persönlichen Assistenz kennenzulernen und behinderte Jugendliche mit einer selbstbestimmten Form zur Sicherung des eigenen Hilfebedarfs vertraut zu machen, die spielerisch und jugendgerecht geübt werden kann24. 4. Handlungsräume zur Autonomie bieten Integration wird auch im außerschulischen Bereich oftmals so (miss-) verstanden, als ob es darum ginge, dass behinderte Jugendliche, sofern sie wollen, Freizeitmöglichkeiten und Einrichtungen für nichtbehinderte Jugendliche mitbenutzen. Diesem Verständnis nach sollen behinderte Jugendliche beispielsweise in bestehende Freizeiteinrichtungen kommen, an den Angeboten dort teilhaben und ,,mitmachen&amp;quot;. Die Angebote und Methoden orientieren sich jedoch fast ausschließlich an den Verhaltensweisen, Interessen und Möglichkeiten sogenannt nichtbehinderter Jugendlicher. Die alleinige Orientierung behinderter Jugendlicher an nichtbehinderten Jugendlichen und deren Wertesystem kann aber nicht die Grundlage bilden für eine Arbeit, die selbstbestimmungsfördernd ist. Handlungsräume müssen geschaffen werden, innerhalb derer behinderte Jugendliche autonom handeln können. Inwieweit es&lt;br /&gt;24&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Sinn macht, ein Angebot für behinderte Jugendliche separat bzw. integrativ zu gestalten, muss im Vorfeld überlegt sein. 5. Vorbilder bieten Behinderte Jugendliche werden sich innerhalb des Lebensabschnitts Jugend ihrer Beeinträchtigungen bewusster als dies noch in der Kindheit der Fall war. Ein eigenständiges Leben zu führen und sich aus dem familiären Umfeld zu lösen ist ein Bedürfnis, das sie mit nichtbehinderten Mädchen und Jungen verbindet. Allerdings finden behinderte Mädchen und Jungen in ihrem Bestreben, unabhängiger zu werden und Personen und Lebensweisen zu entdecken, die als Vorbilder für mögliche, zukünftige Lebensformen dienen können, häufig keine Orientierung. Pädagogogen und Projektmitarbeiter, die selbst beeinträchtigt sind, ,,ihren Mann bzw. ihre Frau stehen&amp;quot;, symbolisieren Selbstbewusstsein unabhängig von äußeren Zuschreibungen und können daher als Vorbilder dienen. Auch die Art und Weise, wie sie ihren eigenen Hilfebedarf abdecken, wird von den Jugendlichen wahrgenommen und stellt eine Möglichkeit dar, die je nach dem in das eigene Lebenskonzept übernommen wird oder auch dazu motiviert, eigene Wege zu beschreiten. 6. Mobilität sicherstellen In der Regel richten sich Angebote im Freizeitbereich für Jugendliche an Mädchen und Jungen, die selbstständig in der Lage sind, zum Ort des Angebots zu kommen und dieses wahrzunehmen. Diese Kommstruktur entspricht dem Prinzip der Offenheit und Freiwilligkeit. Jeder, der Lust hat dabei zu sein, kann mitmachen. Allerdings wird hier vorausgesetzt, dass die angesprochenen Jugendlichen auch den Rahmen und die Möglichkeiten zur Verfügung haben, die Angebote zu nutzen. Jugendliche, die in ihrer Mobilität einge-&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;schränkt sind, nehmen an dieser Form von Angeboten oftmals nicht teil. Praktische Überlegungen, die daher in diesem Zusammenhang angestellt werden müssen, lauten: Bietet der ÖPNV ausreichend Möglichkeiten, barrierefrei zu reisen? Sind auch ländliche Regionen ausreichend an den ÖPNV angeschlossen? Sind alle Jugendlichen in der Lage, mit öffentlichen Verkehrsmitteln zu uns zu kommen? Muss das Fahren mit beispielsweise der U-Bahn gemeinsam eingeübt werden? Ist der Fahrdienst der Stadt zu nutzen oder können / wollen wir Fahrzeuge bereitstellen, um die Jugendlichen abzuholen und zurückzubringen? Inwieweit übernehmen die Eltern / Erziehungsberechtigten diese Funktion?&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;4.2 QUALITÄTSMERKMALE&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die folgend aufgeführten Qualitätsmerkmale verknüpfen die wichtigsten Qualitätsstandards und Arbeitsleitlinien der erlebnispädagogischen Arbeit des ELE e.V. mit Grundsätzen der Politischen Behindertenselbsthilfe, welche der Verein MOBILE vetritt. Erst durch eine Verbindung kann von einem emanzipatorischen Ansatz in der Arbeit mit behinderten Jugendlichen mittels handlungsorientierter Methoden aus der Erlebnispädagogik gesprochen werden. 1. Die Konzepte ,,Empowerment&amp;quot; und ,,Selbstbestimmt Leben&amp;quot; als Basis pädagogischen Handelns Empowerment im Sinne der Politischen Behindertenselbsthilfe ist die aktive Aneignung der Zuständigkeit für das eigene Leben, bedeutet ,,Selbstbemächtigung&amp;quot;, um vom ,,Objekt der Betreuung zum Subjekt eigenen Wollens und Handelns&amp;quot;25 zu werden und Gestaltungsvermögen über das eigene Leben zu erlangen. Sich aus einer machtlosen Situation herauszubegeben, die eige-&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Eine ausführliche Einführung in das Thema Persönliche Assistenz bietet das von MOBILE e.V. herausgegebene zweibändige Handbuch ,,Selbstbestimmt Leben mit Persönlicher Assistenz, Band A und Band B&amp;quot;, erschienen im AG SPAK Verlag 2001. · 25 Steiner, G.: ,,Behindert-sein ist schön. Entwurf eines neuen Selbstbewusstseins&amp;quot;. In: Klee, E.: ,,Behindertsein ist schön. Unterlagen zur Arbeit mit Behinderten&amp;quot;. Düsseldorf, 1974. S. 122-133.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Te i l I | T h e o r i e u n d K o n z e p t i o n&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;ne Stärke zusammen mit anderen zu erkennen und im Handeln die soziale Umgebung und die Lebensbedingungen nach den eigenen Vorstellungen zu gestalten26 sind hierbei zentrale Momente. Empowerment setzt dabei an der Stärke der Gruppe und den individuellen Stärken eines jeden Einzelnen an. Der Begriff ,,Selbstbestimmt Leben&amp;quot; wurde von den Politischen Behindertenselbsthilfe als Gegenbegriff zu Fremdbestimmung als Lebensperspektive behinderter Menschen entwickelt27. Selbstbestimmt Leben heißt aber nicht, selbstständig ohne Hilfen zu leben. Es beinhaltet vielmehr die Überzeugung, dass jeder ­ unabhängig von der Schwere der Beeinträchtigung ­ selbstbestimmt über seine eigene Person und sein eigenes Leben bestimmen kann28. 2. Einbindung des individuellen Hintergrunds bzw. vorhandener Lebenserfahrung Umfang und Ausmaß individueller Lebenserfahrung sind bei den einzelnen Mädchen und Jungen erfahrungsgemäß sehr unterschiedlich vorhanden und können von einer Vielzahl an Hintergründen geprägt sein, beispielsweise einem Migrationshintergrund. Ist es z.B. für das eine Mädchen eine Selbstverständlichkeit, alleine mit öffentlichen Verkehrsmitteln in die Stadt zu fahren um dort Einkäufe zu erledigen, hat ein gleichaltriges Mädchen mit derselben Beeinträchtigung&lt;br /&gt;26&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;noch nie ohne die Eltern das Haus verlassen. Individuelle Bedürfnisse und die Definition des Begriffs ,,Erlebnis&amp;quot; sind vor diesem Hintergrund in die Gestaltung von Angeboten mit einzubeziehen. So muss auch das individuelle Empfinden Berücksichtigung finden, was genau für den Einzelnen ein positives Erlebnis ist und wann es, im Gegenteil dazu, ein kontraproduktives Gefühl von Überforderung darstellt. Dies setzt voraus, dass die Bedürfnisse, Fähigkeiten und Grenzen des Teilnehmers für ihn selbst und/oder für den Mitarbeiter bekannt bzw. einschätzbar sind (siehe Kapitel 1.1.2). 3. Parteilichkeit als Grundhaltung Parteilichkeit ist ein Begriff, der seinen Ursprung im marxistischen Denken hat und die Aufhebung einer Pseudo-Neutralität bzw. Pseudo-Objektivität fordert. Auch in der Selbstbestimmt Leben Bewegung hat es eine Auseinandersetzung mit dem Aspekt der Solidarität mit Betroffenen gegeben. Parteilich zu sein bedeutet nicht, alles für gut und richtig zu empfinden, was behinderte Jungen und Mädchen tun. Es geht vielmehr darum, Jugendliche mit Beeinträchtigungen als Jungen und Mädchen, die Stigmatisierungen, Diskriminierungen und vielfältige Behinderungen erfahren, in ihrem Ist-Zustand vorurteilsfrei anzunehmen. Strukturen, die behindern, werden hiernach aufgedeckt und bekämpft. Maximale Wertschätzung und Akzeptanz sind die Leitlinien einer parteilichen Jugendarbeit.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;4. Freiwilligkeit als Arbeitsprinzip Der Teilnehmer entscheidet selbst, ob er ein Abenteuer eingeht oder nicht. Er sollte den Herausforderungsgrad möglichst selbst bestimmen können. Jeder Versuch, ein Wagnis einzugehen wird als Erfolg gewertet. Der Grundsatz der Freiwilligkeit beinhaltet, dass die Teilnahme an Aktionen negiert werden darf und soll, wenn eine persönliche Grenze verletzt würde (siehe Kapitel 1.1.2). Da der Aspekt von Fremdbestimmung häufiger Bestandteil der traditionellen Behindertenarbeit ist, gewinnt der Aspekt der freiwilligen Entscheidung an Bedeutung. Ziel emanzipatorischer Arbeit ist es zu lernen, das zu tun, was den eigenen Bedürfnissen entspricht anstatt das zu tun, was die Gesellschaft von einem erwartet. Lernen NEIN zu sagen gehört ebenso dazu wie selbstbestimmt zu sagen, unter welchen Voraussetzungen man sich auf eine Herausforderung einlassen kann. 5. Teilhabe statt Ausgrenzung Den unterschiedlichen Fähigkeiten und Interessen der Jugendlichen wird ausreichend Raum gegeben. Das Grundsätzliche Motto für die Bereitstellung eines Angebotes lautet ,,Alle können teilhaben, mitgestalten, mitmachen ­ niemand wird wegen seiner Beeinträchtigung ausgegrenzt&amp;quot;. Die Angebote und Aktionen dürfen sich nicht nur an dem orientieren, was die Mehrzahl der Teilnehmer interessiert. Neben den Interessen, die alle bzw. die Mehrzahl verbindet, müssen Handlungsund Entwicklungsräume bereitgestellt werden, die bewusst Platz lassen für Differenzierungen. Abenteuerangebote und -aktionen sollten sich prinzipiell nicht an den Beeinträchtigungen der Teilnehmer ausrichten sondern sollten vielmehr die&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Stark, W.: ,,Gemeinsam Kräfte entdecken. Empowerment als kompetenz-orientierter Ansatz in der psychosozialen Arbeit&amp;quot;. In: Lenz, A./Stark, W. (Hrsg.): ,,Empowerment. Neue Perspektiven für psychosoziale Praxis und Organisation&amp;quot;. Tübingen, 2002. S. 55-76. · 27 Rothenberg, B.: ,,Selbstbestimmt Leben und Konsequenzen für die Fachlichkeit ­ Power off the People ­ Power in the People ­ Power to the People&amp;quot;. In: Lenz, A./Stark, W. (Hrsg.): ,,Empowerment. Neue Perspektiven für psychosoziale Praxis und Organisation&amp;quot;. Tübingen, 2002. S. 173-191. · 28 Steiner, G.: ,,Selbstbestimmt Leben und Persönliche Assistenz. Konsequenzen politischer Behindertenselbsthilfe&amp;quot;. In: Lenz, A./Stark, W. (Hrsg.): ,,Empowerment. Neue Perspektiven für psychosoziale Praxis und Organisation&amp;quot;. Tübingen, 2002. S. 155-172.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;tot al normal!&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;| S elbstbestimmung er fahren durch Erlebnispädagogik | Leit faden des M odellprojek t s ,,tot al normal!&amp;quot;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;21&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;gesellschaftlich verursachten Behinderungen fokussieren. Voraussetzung für ein Gelingen ist das Verfügen über ein großes Repertoire an handlungsorientierten Methoden aus der Erlebnispädagogik. ,,Klettern&amp;quot; allein als Medium ist nicht ausreichend, um allen behinderten Jugendlichen mit ihren Möglichkeiten und Grenzen zu begegnen ­ möglicherweise findet dieses Medium sogar überhaupt keinen Einsatz (siehe Kapitel 1.1.2). 6. Selbstbestimmte Sicherstellung benötigter Hilfen Personeller Hilfebedarf wird mittels Assistenz abgedeckt. Hierbei geht es darum, jedem Teilnehmer einen eigenen, selbst gewählten Assistenten zur Seite zu stellen, der ganz nach individuellem Bedarf seine ,,Arme und Beine zur Verfügung&amp;quot; stellt. Der Orientierungsrahmen hierfür ist das Modell der Persönlichen Assistenz. Eine Teilnahme der Eltern an Angeboten sollte ausgeschlossen sein, da es in der Lebensphase Jugend Teil der Entwicklungsaufgaben ist, sich von den Eltern abzugrenzen und zu lernen, sich in einem selbst gewählten Rahmen zu bewegen. Unbedingt notwendig ist die Beratung und Unterstützung von Teilnehmern bzw. deren Eltern, wenn diese bislang alle Hilfen geleistet haben. Insbesondere bei der Frage nach Finanzierungsmöglichkeiten von Assistenz sind alle Beteiligten unserer Erfahrung nach auf Unterstützung angewiesen. Besteht die Möglichkeit der Einbindung von Zivildienstleistenden oder Schulhelfern, die bereits Hilfen für Teilnehmer erbringen, kann deren Unterstützung in Rücksprache mit dem betroffenen Teilnehmer eine Alternative darstellen. Verhaltensregeln für Assistenten im Verlauf des Projekts und im Rahmen der Aktionen gelten für alle Personen, die Hilfen erbringen und müssen unbedingt zu Beginn vereinbart werden.&lt;br /&gt;29&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;7. Gleichheit und Differenz Einer unreflektierten ,,Gleichmacherei&amp;quot; von sogenannt Nichtbehinderten und Behinderten wird entgegengewirkt. Mittels gezielter Anregungen und Angebote wird eine differenziertere Sichtweise angeregt. Hierarchisierungen von Jugendlichen mit unterschiedlichen Beeinträchtigungen, sowohl von außen als auch untereinander, bei denen sogenannt geistig behinderte Jugendliche meist an letzter Stelle stehen, werden aufgedeckt und bearbeitet. 8. Geschlechtsspezifische Differenzierung Die Arbeit mit Mädchen und Jungen muss geschlechtsspezifisch differenziert reflektiert und auf die jeweils unterschiedlichen Bedürfnisse ausgerichtet werden. Insbesondere die Lebenssituation behinderter Mädchen und junger Frauen, die sich häufig durch doppelte Diskriminierung und sexualisierte Gewalt kennzeichnen lässt, muss Berücksichtigung bei der Bereitstellung von Abenteuerangeboten und deren Inhalten finden29. Sich für die gleichberechtigte Teilhabe behinderter Mädchen und Frauen einzusetzen, muss immer auch ein Anliegen emanzipatorischer Arbeit sein. Ebenso gilt es, eine ressourcenorientierte Arbeit mit behinderten Jungen zu forcieren. 9. Facetten von Fachlichkeit und Expertentum Eine emanzipatorische Arbeit mit behinderten Mädchen und Jungen setzt voraus, dass behinderte und nichtbehinderte Professionelle (Pädagogen, Sozialarbeiter o. ä.) miteinander in Kommunikation treten, um voneinander zu lernen. Die Prinzipien ,,Expertentum via Betroffenheit&amp;quot; bzw. ,,Expertentum via Ausbildung&amp;quot; und nicht zuletzt ,,Expertentum via Betroffenheit und Ausbildung&amp;quot; sollen&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;so zusammen kommen. Dies bedingt, sich auf die jeweils andere Fachlichkeit einzulassen und ihr mit Akzeptanz zu begegnen. Behinderte Jugendliche und ggf. ihr soziales Umfeld, werden diesem Gedankengang folgend als Experten für die eigenen Belange in die Themenbestimmung aktiv miteinbezogen. 10. Barrierefreiheit Barrierefreiheit der unmittelbaren Umgebung der Abenteueraktionen und darüber hinaus sowie der eingesetzten Materialien wird angestrebt und umgesetzt. Die unmittelbare Konfrontation mit Barrieren in Verbindung mit dem Aufzeigen von Strategien, diesen zu begegnen bzw. diese zu bekämpfen, kann als Weg zur Erreichung dieses Zieles hilfreich sein. Das erfolgreiche Bewältigen von baulichen Barrieren, die in erlebnispädagogischen Teamaufgaben häufig bewusst eingebaut werden, kann auch in der emanzipatorischen Arbeit von Bedeutung sein, aber nur, wenn diese entsprechend reflektiert wird. Es ist zwingend erforderlich zu vermitteln, was der Einzelne bzw. die Gesellschaft tun kann und muss, um bauliche und gesellschaftliche Barrieren abzubauen. 11. Haltung und Menschenbild Grundlage der Arbeit ist das Menschenbild und die Haltung von Carl Rogers, deren Ursprünge in der humanistischen Psychologie liegen30 und dessen Kernaussage ist, dass jedem Menschen das Bestreben angeboren ist, sich konstruktiv in Richtung Selbstverwirklichung und Unabhängigkeit zu entwickeln. Die Haltung ist durch die Basisvariablen Echtheit und Selbstkongruenz, Empathie und Verbalisierung, Emotionale Wärme und Wertschätzung und Selbstexploration gelennzeichnet31 (siehe Kapitel 1.1.2).&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Kuhne, T./Mayer, A. (Hrsg.): ,,Kissenschlacht und Minigolf. Zur Arbeit mit Mädchen und jungen Frauen mit unterschiedlichen Behinderungen und Fähigkeiten&amp;quot;. Kassel, 1998. · 30 Die humanistische Psychologie geht auf Abraham Maslow zurück. Sie lehrt, dass sich eine gesunde und schöpferische Persönlichkeit mit dem Ziel der Selbstverwirklichung entfaltet. · 31 Fiedler, C.: ,,Menschenbilder in der Erlebnispädagogik. Bedeutung und Auswirkungen&amp;quot;. Augsburg, 2008. S. 62-72.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Te i l I | T h e o r i e u n d K o n z e p t i o n&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;12. Handlungsorientiertes Lernen und Ganzheitlichkeit Im Zentrum steht die Aufgabe, das Tun und Handeln. Zugleich ist es Ziel, ganzheitliche Lernprozesse anzustoßen, die neben dem eigenen Handeln auch die kongnitive und emotionale Ebene herausfordern (Lernen mit Kopf, Hand und Herz). Das Angebot muss so gestaltet werden, dass jedem Teilnehmer eine angemessene Entwicklung ermöglicht wird und niemand auf Grund seiner Beeinträchtigung ausgeschlossen oder benachteiligt wird. Abhängig von der Beeinträchtigungsform ist immer besonders darauf zu achten, ob körperlich oder kongnitiv orientierte Methoden eine angemesse Herausforderung für die Teilnehmenden darstellen. Auch darf Handlungsorientierung nicht mit Leistungsorientierung vertauscht werden. Es darf nicht Ziel sein, dass ,,Leistung normal macht&amp;quot;. Das Ziel sollte vielmehr lauten, handlungsorientierte Methoden so zu modifizieren, dass sie jedem Teilnehmer eine aktive Teilnahme ermöglichen anstatt ihn passiv in eine Aktion einzubinden. 13. Pädagogische Ziele und Prozessorientierung Erlebnisse werden für die Erreichung pädagogischer Ziele, wie u.a. Stärkung des Selbstvertrauens, der Kommunikations- und Konfliktfähigkeit, der Verantwortungsübernahme bzw. -abgabe, der Hilfsbereitschaft oder auch der Durchsetzungskraft, genutzt. Die Methoden werden pädagogisch sinnvoll aufeinander aufgebaut, d.h. kleinere Übungen bereiten auf komplexere, herausfordernde Aufgabenstellungen vor. In der emanzipatorischen Arbeit mit behinderten Jugendlichen muss berücksichtigt werden, dass sich Zielsetzungen ggf. verändern können oder sogar sollten: Ist es beispielsweise häufig ein Ziel in der Jugendarbeit, zu&lt;br /&gt;32&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;lernen hilfsbereit zu sein, kann es in der Arbeit mit behinderten Mädchen und Jungen von Wichtigkeit sein zu lernen, sich gegenüber anderen durchzusetzen und die persönlichen Bedürfnisse und Interessen in den Vordergrund zu stellen. Bei der Prozessorientierung ist zu berücksichtigen, ob der kognitive oder körperliche Anspruch der Übungen dem Entwicklungsstand der Teilnehmer entspricht. Es muss ausreichend Zeit für Lernpozesse eingeplant werden, damit der Einzelne sich langsam einem Erfolgserlebnis nähern kann. 14. Stärkenorientierung, Beteiligung und Selbstwirksamkeit Der Blick im Lernprozess liegt auf den Stärken der Teilnehmer. Jeder soll seine Fähigkeiten erkennen, optimal nutzen und erleben, was er durch sein eigenes Handeln bewirken kann. Das eigenständige, selbstverantwortliche und selbstbestimmte Handeln des Teilnehmers wird angestrebt, indem prozessorientiert Verantwortung und Entscheidungskompetenz an den Teilnehmer abgegeben und er möglichst an der Programmgestaltung beteiligt wird. 15. Gruppe als Lerngemeinschaft Die Gruppe wird als soziales Lernfeld genutzt. Sie bietet dem Einzelnen die Möglichkeit, sein Sozialverhalten zu verbessern. Die Teilnehmer sollen in herausfordernden Situationen Unterstützung durch die Gruppe statt Erfolgs- oder Gruppendruck erfahren. Eine professionelle Anleitung einer Gruppe32 im Rahmen emanzipatorischer Arbeit kann sich in der Zielsetzung durchaus von der Leitung anderer Jugendgruppen unterscheiden. Steht in der erlebnispädagogischen Arbeit mit Jugendlichen häufig im Vordergrund, Konflikte einzudämmen und gewaltfrei zu lösen, ist bei behinder-&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;ten Jugendlichen häufig zu beobachten, dass diese Konfrontationen eher meiden. Daher kann es sinnvoll sein, einen Rahmen zu schaffen, der es zulässt, Konflikte aufleben zu lassen, um diese anschließend konstruktiv zu lösen. 16. Reflexion und Übertrag in den Alltag Wenn es für den Lernprozess förderlich ist, werden nach erlebnisreichen Aktionen kreative Reflexionen und ein Transfer in den Alltag durchgeführt. Dies erfolgt über Gespräche oder kreative Methoden, die dem Alter bzw. dem Entwicklungsstand der Teilnehmer angepasst sind. Ziel ist die Aufarbeitung des Erlebten und der Übertrag positiver Verhaltensweisen in den Alltag. Dabei orientier&lt;/p&gt;</description>
			<pubDate>Wed, 12 Aug 2009 13:07:29 +0200</pubDate>
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	&lt;p&gt;Erleben Lernen Erfahren e.V.&lt;br /&gt;Kletterabenteuer, Spielideen und Bewegung&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Satzung für den Verein Erleben Lernen Erfahren e.V. (ELE e.V.)&lt;br /&gt;§ 1 Name und Sitz Der Verein trägt den Namen Erleben Lernen Erfahren e.V. (ELE e.V.). Der Sitz des Vereins ist Dortmund. Das Geschäftsjahr ist das Kalenderjahr. § 2 Vereinszweck und -ziel (1) Zweck des Vereins ist die Förderung der Erziehung, der Sozialkompetenz, der Persönlichkeitsentwicklung, der Bildung, des Gesundheitsbewusstseins und des Sportes. Der Verein verfolgt ausschließlich und unmittelbar Bildungsarbeit mit Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen vor allem auf der Grundlage der Erlebnispädagogik im Sinne des §3 dieser Satzung. Ziel ist es, ganzheitliche individuelle Lernprozesse anzuregen, die sich positiv auf das Verhalten der Teilnehmer im Alltag auswirken. (2) Der Satzungszweck wird durch den Einsatz von handlungs- und bewegungsorientierten Methoden verwirklicht, wie beispielsweise Kletteraktionen, Bewegungsspiele, Übungen zur Sinneswahrnehmung und Entspannung oder kooperative und kreative Übungen aus der Spielpädagogik in Natur und Stadt. Die Arbeitsweise basiert auf dem humanistischen Menschenbild. Der Programmablauf berücksichtigt den Gruppenprozess, die Bedürfnisse, Fähigkeiten und Grenzen der Teilnehmer. Das Prinzip der Freiwilligkeit und Selbstbestimmung wird gewahrt. Wenn es für den Lernprozess förderlich ist, werden Erlebnissituationen, Verhaltensweisen und Erfahrungen gezielt in Reflexionen aufgegriffen, bewusst gemacht und in Bezug zum Handeln im Alltag gesetzt. Die Arbeitsweise ist ressourcenorientiert, sie setzt bei den Stärken der Teilnehmer an. Wenn der Rahmen es ermöglicht, werden Teilnehmer an der Programmgestaltung beteiligt. Das eigenständige, selbstverantwortliche Handeln ohne Erfolg- und Leistungsdruck wird angestrebt. (3) Der Verein bemüht sich um Zusammenarbeit mit schulischen und außerschulischen Institutionen, Einrichtungen der öffentlichen und freien Jugendhilfe und Vereinen, die ähnliche Zwecke verfolgen. (4) Ferner ist der Verein an einer wissenschaftlichen Dokumentation seiner Arbeit interessiert. § 3 Gemeinnützigkeit (1) Der Verein verfolgt ausschließlich und unmittelbar gemeinnützige Wohlfahrtszwecke im Sinne des Abschnittes ,,steuerbegünstigte Zwecke&amp;quot; der Abgabenordnung 1977 (§§51ffAO) in der jeweils gültigen Fassung. (2) Er ist selbstlos tätig und verfolgt nicht in erster Linie eigenwirtschaftliche Zwecke. (3) Mittel des Vereins dürfen nur für die satzungsmäßigen Zwecke verwendet werden. Die Mitglieder erhalten keine Zuwendung aus Mitteln des Vereins. Es darf keine Person durch Ausgaben, die dem Zweck des Vereins fremd sind oder durch unverhältnismäßig hohe Vergütungen begünstigt werden. § 4 Mitgliedschaft (1.1) Ordentliche Mitglieder können natürliche Personen werden, die die in der Satzung festgelegten Ziele und Aufgaben des Vereins unterstützen. (1.2) Fördermitglieder können natürliche und juristische Personen, Verbände und Vereine werden, die die in der Satzung festgelegten Ziele und Aufgaben des Vereins unterstützen. (2) Über den Aufnahmeantrag entscheidet der Vorstand. Der Antrag ist in schriftlicher Form zu stellen. (3) Die Mitgliedschaft endet zum Ende des jeweiligen Geschäftsjahres durch schriftliche Austrittserklärung an den Vorstand, durch Tod oder durch Auflösung des Vereins. (4) Über den Ausschluß eines Mitglieds entscheidet der Vorstand. Der Ausschluß kann nur auf einen wichtigen Grund, insbesondere auf vereinsschädigendes Verhalten, gestützt werden. Dem Mitglied sind die Gründe seines Ausschlusses mitzuteilen. Vor dem Ausschluß ist das Mitglied zu hören. (5) Gegen den Ausschluß durch den Vorstand kann das Mitglied innerhalb eines Monats nach Zusendung des schriftlichen Ausschlußbeschlusses Widerspruch an die nächste Erleben Lernen Erfahren e.V. Mitgliederversammlung einlegen. Die Entscheidung der Mitgliederversammlung ist Huckarder Str. 12 44147 Dortmund endgültig.&lt;br /&gt;Fon : 0231 / 35 7088 Fax : 0231 / 189 75 62 www.e-l-e.de mail@e-l-e.de Bankverbindung: Stadtsparkasse Dortmund Kto-Nr. 171 009 758 BLZ: 440 501 99&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;§ 5 Mitgliedsbeitrag Der Verein kann einen Mitgliedsbeitrag erheben. Die Höhe des Mitgliedsbeitrages wird von der Mitgliederversammlung festgelegt. Er ist zu Beginn jedes Geschäftsjahres fällig. § 6 Mitgliederversammlung (1) Die Mitgliederversammlung wird mindestens einmal jährlich vom Vorstand einberufen. (2) Die Einladung erfolgt schriftlich oder per e-mail unter Angabe der Tagesordnung mindestens vierzehn Tage vor dem Termin der Mitgliederversammlung. (3) Außerordentliche Mitgliederversammlungen sind einzuberufen, wenn der Vorstand dies für erforderlich hält oder wenn die Einberufung von mindestens ¼ der Vereinsmitglieder schriftlich und unter Angabe der Gründe verlangt wird. (4) Die Mitgliederversammlung wird von einem der Vorsitzenden geleitet. Bei Verhinderung beider Vorsitzender übernimmt einer der Stellvertreter die Leitung. Bei Bedarf wird ein Versammlungsleiter vom Vorstand bestimmt. (5) An der Mitgliederversammlung können sowohl die ordentlichen als auch die Fördermitglieder teilnehmen. Fördermitglieder haben bei der Mitgliederversammlung nur beratende Funktion, sie haben kein Stimmrecht. (6) Die Mitgliederversammlung entscheidet mit der einfachen Mehrheit der abgegebenen gültigen Stimmen der anwesenden ordentlichen Mitglieder. (7) Beschlüsse über Satzungsänderung bedürfen einer 2/3 Mehrheit der abgegeben gültigen Stimmen der anwesenden ordentlichen Mitglieder. Der Text einer beabsichtigten Satzungsänderung ist der Einladung zur Mitgliederversammlung schriftlich beizufügen. (8) Über Beschlüsse der Mitgliederversammlung ist ein Protokoll aufzunehmen, welches vom Versammlungsleiter und dem Protokollführer zu unterzeichnen ist. (9) Die Mitgliederversammlung ist zuständig für: (9.1) Wahl der Mitglieder des Vorstandes und der Kassenprüfer (9.2) Entgegennahme und Billigung des vom Vorstand vorzulegenden Geschäftsberichtes. (9.3) Entlastung des Vorstandes (9.4) Festsetzung der Höhe des Mitgliedsbeitrages (9.5) Beschlußfassung über Änderungen der Satzung und Auflösung des Vereins gemäß §33 und §41 BGB (9.6) Beschlußfassung über grundsätzliche Inhalte der praktischen Vereinsarbeit im Rahmen des in §2 festgelegten Vereinszweckes. § 7 Vorstand (1) Der Vorstand besteht aus 3 bis 5 Personen, darunter der 1. Vorsitzende und der 2. Vorsitzende sowie einer bestimmten Anzahl von Stellvertretern. (2) Für den Vorstand können alle natürlichen Personen vorgeschlagen werden, die ordentliches Mitglied des Vereins sind. Mitglieder des Vorstandes können bei dem Verein beschäftigt sein. Sie dürfen aber für ihre Vorstandstätigkeit keine Vergütung erhalten. (3) Der Verein wird gerichtlich und außergerichtlich durch den geschäftsführenden Vorstand allein vertreten. Geschäftsführender Vorstand ist der 1. Vorsitzende. (4) Der Vorstand wird von der Mitgliederversammlung für die Dauer von zwei Jahren gewählt. Er bleibt bis zur Neuwahl des Vorstandes im Amt. Eine Wiederwahl ist zulässig. Scheidet ein Mitglied des Vorstandes während der Amtsperiode vorzeitig aus, so kann der Vorstand ein Ersatzmitglied für die restliche Amtsdauer des Ausgeschiedenen wählen. (5.1) Der Vorstand faßt seine Beschlüsse mit einfacher Stimmenmehrheit. Er ist beschlußfähig, wenn mindestens drei Vorstandsmitglieder anwesend sind. (5.2) Satzungsänderungen, die von Aufsichts-, Gerichts- oder Finanzbehörden aus formalen Gründen relevant werden, kann der Vorstand von sich aus vornehmen. Satzungsänderungen sind allen Mitgliedern innerhalb von vier Wochen schriftlich mitzuteilen. (6) Der Vorstand ist für alle Angelegenheiten des Vereins zuständig, soweit sie nicht durch die Satzung der Mitgliederversammlung zugewiesen sind. Insbesondere hat er: (6.1) die Mitgliederversammlung vorzubereiten, einzuberufen und die Tagesordnung aufzustellen (6.2) die Beschlüsse der Mitgliederversammlung auszuführen (6.3) den Jahresbericht, Kassenbericht und Haushaltsplan zu erstellen (6.4) die laufenden Geschäfte des Vereins durchzuführen (6.5) Dienst- und Arbeitsverträge abzuschließen (6.6) Beschlüsse über Aufnahme und Ausschluß von Mitgliedern zu fassen.&lt;br /&gt;2&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;(7) Der Vorstand gibt sich eine Geschäftsordnung, die für alle Mitglieder zugänglich ist. Die Geschäftsordnung legt Zuständigkeiten und Aufgaben von Personen fest, die vom Vorstand beauftragt wurden. (8) Beschlüsse des Vorstandes können bei Eilbedürftigkeit fernmündlich oder auch schriftlich gefaßt werden, wenn sich kein Vorstandsmitglied dagegen ausspricht. § 8 Beirat Der Vorstand kann durch Berufung geeigneter Persönlichkeiten einen Beirat bilden, dessen Aufgabe es ist, den Verein fachlich zu beraten. §9 Geschäftsführung (1) Der Vorstand kann einen Geschäftsführer einstellen, dessen Aufgaben und Zuständigkeiten in der Geschäftsordnung festgelegt sind. § 10 Kassenprüfer (1) Es werden zwei Kassenprüfer von den Mitgliedern gewählt. Von der Wahl kann abgesehen werden, wenn der Vorstand einen Steuerberater oder einen Wirtschaftsprüfer mit der Prüfung des Rechnungs- und Belewesens beauftragt hat. (2) Die Kassenprüfer dürfen weder Mitglied des Vorstandes noch Angestellte des Vereins sein. (3) Aufgabe des Kassenprüfers ist es, am Ende des Geschäftsjahres die Einnahmen, Ausgaben und den Kassenstand zu prüfen. (4) Der Versammlungsleiter beantragt auf Basis des mündlich oder schriftlich vorliegenden Berichtes der Kassenprüfer bzw. des Steuerberaters/Wirtschaftsprüfers die Entlastung des Vorstandes. § 11 Auflösung des Vereins (1) Die Auflösung des Vereins kann nur in einer Mitgliederversammlung mit ¾ Mehrheit beschlossen werden, wenn wenigstens die Hälfte der ordentlichen Mitglieder anwesend ist. (2) Falls die benötigte Anzahl an Mitgliedern nicht anwesend ist, wird eine zweite Mitgliederversammlung mit derselben Tagesordnung und dem Hinweis auf die besondere Beschlußfähigkeit dieser Versammlung einberufen. Diese Versammlung ist dann beschlußfähig. (3) Bei der Auflösung des Vereins oder bei Wegfall steuerbegünstigter Zwecke fällt das Vermögen an den Deutschen Paritätischen Wohlfahrtsverband, Landesverband Nordrhein - Westfalen e.V., Wuppertal, der es unmittelbar und ausschließlich für gemeinnützige Zwecke zu verwenden hat. Beschluss der MGV am 16.08.2007&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;3&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;/p&gt;</description>
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	&lt;p&gt;technische universität dortmund&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;total normal!&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Behinderte Mädchen und Jungen erobern ihre Stadt&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Evaluation der Praxisphase&lt;br /&gt;Dortmunder Zentrum Behinderung und Studium&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Dortmunder Zentrum Behinderung und Studium (Hrsg.)&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;total normal! Behinderte Mädchen und Jungen erobern ihre Stadt Evaluation der Praxisphase&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Impressum Dortmunder Zentrum Studium und Behinderung (DoBuS) Birgit Drolshagen &amp;amp; Birgit Rothenberg (Hrsg.) unter Mitarbeit von Alexandra Rudolph Anschrift:  Technische Universität Dortmund Fak. Rehabilitationswissenschaften DoBuS Emil-Figge-Str. 50 44221 Dortmund&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Band 8 der Schriftenreihe Behinderung und Studium ISSN: ISBN: Layout: 1615-3200 978-3-88090-113-1 Dipl. des. Nicole Rechmann, Medienzentrum der TU Dortmund, Judith Pielsticker Druck: Wulff GmbH Dortmund&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Inhaltsverzeichnis 1 Einleitung 2 Anlage und Durchführung der Evaluation 2.1 Zentrale Forschungsfragen 2.2 Methodisches Vorgehen 2.2.1 Experteninterview 2.2.2 Befragung der Jugendlichen 2.2.3 Leitfadenkonstruktion, Datenerhebung und Datenaufbereitung 2.2.4 Datenerhebung 2.2.5 Datenauswertung: Qualitative Inhaltsanalyse 3 Ergebnisse der Evaluation 3.1 Ergebnisse der Expertenbefragung 3.1.2 Projektziele 3.1.3 Methodeneinsatz 3.1.4 Beurteilung von Zielerreichung und Methodeneinsatz 3.1.5 Notwendige zukünftige Veränderungen in Bezug auf die praktische Arbeit 3.1.6 Beurteilung der Kooperation 3.1.7 Bewertung der spezifischen Konzepte des jeweils anderen Vereins im Hinblick auf die Zielerreichung S. 7 S. 9 S. 11 S. 11 S. 12 S. 13 S. 14 S. 15 S. 16 S. 21 S. 21 S. 22 S. 23 S. 25 S. 28 S. 30&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;3.1.1 Zusammensetzung der Teilnehmenden-Gruppen S. 21&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;S. 31&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;3.2 Ergebnisse der Befragung der Jugendlichen und Interpretation vor dem Hintergrund der Projektziele S. 33&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;3.2.1 Entwicklung eines neuen Selbstbewusstseins als behinderter Jugendlicher / als behinderte Jugendliche 3.2.2 Aneignung neuer, erlebnisorientierter Aktionsräume in der eigenen Lebensumwelt&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;S. 33 S. 40&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;3.2.3 Teilhabe behinderter Mädchen und Jungen an Angeboten im Bereich der kommunalen Jugendarbeit sowie am Leben der Gemeinschaft S. 43 3.2.4 Entwicklung von Vertrauen zueinander und Erleben von Solidarität und Kooperation untereinander 3.2.5 Kennenlernen von eigenen Rechten und Erfahren von Selbstwirksamkeit 3.2.6 Stellenwert von Behinderung 4 Schlussbetrachtung 5 Literatur Anhang&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;S. 47 S. 52 S. 56 S. 63 S. 71 S. 73&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Anhang 1: Interview-Leitfaden zur Befragung der Mitarbeiterinnen von MOBILE e.V. und ELE e.V. zum Projekt ,,total normal! Behinderte Mädchen S. 73 und Jungen erobern ihre Stadt&amp;quot; Anhang 2: Leitfaden zur Befragung der Teilnehmenden von Gruppe A des Projekts ,,total normal! Behinderte Mädchen und Jungen erobern ihre Stadt&amp;quot; Anhang 3: Interviewleitfaden zur Befragung der Teilnehmenden von Gruppe B und C des Projekts ,,total normal! Behinderte Mädchen und Jungen erobern ihre Stadt&amp;quot;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;S. 74&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;S. 81&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Anhang 4: Kurzbeschreibung von Abenteuer-Aktionstagen S. 86&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;6&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;1&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Einleitung&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Das Dortmunder Zentrum Behinderung und Studium (DoBuS) der Technischen Universität Dortmund hat das Modellprojekt ,,total normal! Behinderte Mädchen und Jungen erobern ihre Stadt&amp;quot; evaluiert. Schwerpunkt dieser externen Evaluation war die Vorbereitung und Umsetzung erlebnispädagogisch gestalteter Aktivitäten mit behinderten Jugendlichen. Im Fokus der Evaluation standen Zielerreichung, Methodenauswahl und Kooperationsgestaltung der Projektpartner ,,MOBILE Selbstbestimmtes Leben Behinderter e. V.&amp;quot; (MOBILE) und ,,Erleben Lernen Erfahren e. V.&amp;quot; (ELE). Eine Kurzbeschreibung der an den Aktionstagen ausgeführten Aktionen befindet sich im Anhang. Die Dokumentation des Modellprojekts ,,total normal&amp;quot; (ELE &amp;amp; MOBILE 2008) vermittelt Einblicke in die Aktivitäten. Eine ausführliche Beschreibung eines ausgewählten Aktionstages zeigt die Fotodokumentation ,,total normal!&amp;quot; (ELE &amp;amp; MOBILE 2007). Zunächst werden methodische Grundlagen der qualitativen Sozialforschung und der qualitativen Evaluationsforschung dargestellt. Die gewählte Untersuchungsstrategie erschließt sich durch die Darstellung der zentralen Fragestellungen und genutzten Erhebungsverfahren, der Begründung und Erläuterung der für die Erhebung entwickelten Leitfäden sowie der Beschreibung der Interviewdurchführung und -aufbereitung. In diesem Zusammenhang werden die mit der Methode der qualitativen Inhaltsanalyse gewonnenen Kategorien zur Auswertung des Interviewmaterials aufgezeigt. Kapitel 3 enthält die Auswertung der Interviews. In drei Schritten wurden zunächst die Teamerinnen befragt, Interviews mit am Projekt teilnehmenden Jugendlichen durchgeführt und die gewonnenen Ergebnisse in einem Abschlussinterview mit einer Teamverantwortlichen diskutiert. Die Diskussionsergebnisse&lt;br /&gt;7&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;fließen in die Schlussbetrachtungen der entwickelten Kategorien sowie ins Gesamtfazit mit ein. Interviewzitate veranschaulichen die Ergebnisse. Im abschließenden vierten Kapitel werden die Ergebnisse interpretiert und ein Ausblick auf die Arbeit mit behinderten Kindern und Jugendlichen auf dem Hintergrund von Erlebnispädagogik und Empowerment gegeben. In der vorliegenden Auswertung unterscheiden wir zwischen Beeinträchtigung und Behinderung. Der Begriff der Beeinträchtigung fokussiert in Anlehnung an die Weltgesundheitsorganisation (World Health Organization 2004) auf die Beeinträchtigung der Aktivität, während Behinderung die Ebene der gleichberechtigten Teilhabe mit ihren behindernden umweltund personenbezogenen Faktoren bezeichnet.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;8&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;2&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Anlage und Durchführung der Evaluation&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die Evaluation des Projekts greift auf die Methoden der qualitativen Sozialforschung zurück. Dies geschieht aus der Erkenntnis heraus, dass die soziale Wirklichkeit als durch Kommunikation und Interaktion der Menschen konstruiertes Gebilde begriffen und sie ausschließlich auf dem Weg der Rekonstruktion kollektiver Deutungsmuster verstanden werden kann (vgl. Kardorff 1995: 7). Qualitative Sozialforschung dient als Sammelbegriff für sehr verschiedene theoretische, methodologische und methodische Zugänge zur sozialen Wirklichkeit. Gemeinsamer Ausgangspunkt ist der Versuch eines vorrangig sinnverstehenden, interpretativen Zugangs mit dem Ziel eines möglichst detaillierten und vollständigen Bildes der untersuchten Wirklichkeitsausschnitte (vgl. Kardorff 1995: 3f). Die hier zum Einsatz kommende qualitative Evaluationsforschung will Praxisveränderungen wissenschaftlich begleiten und auf ihre Effizienz hin überprüfen (vgl. Mayring 2002: 62f). Dabei orientiert sie sich an den von Mayring (ebd: 144ff) definierten Gütekriterien qualitativer Methoden. Die hier vorliegende Evaluation findet gegen Ende und nach Abschluss der Praxisphase des Projekts statt und ist von begleitenden Konzepten zu unterscheiden. Somit ist von summativer Evaluation zu sprechen, deren Kriterien aus dem zu bewertenden Projekt selbst stammen (vgl. Kromrey 2006: 106). Die bei den Projektaktivitäten eingesetzten Instrumente und Methoden sowie die dadurch bewirkten Effekte werden in methodisch kontrollierter Weise miteinander in Beziehung gesetzt und aus der Perspektive der nachfolgend genannten Projektziele auf ihren Erfolg hin bewertet (vgl. ebd. 2006: 102f). Da das Projekt explizit als Kooperationsprojekt angelegt wurde, wird die Bedeutung der Kooperation der beiden beteiligten Vereine für den Projekterfolg ebenfalls mit in die Evaluation einbezogen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;9&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Als Projektziele werden im Projektantrag (ELE &amp;amp; MOBILE 2006: 8f) aufgeführt: 1. Entwicklung eines neuen Selbstbewusstseins durch die Förderung der Selbstwahrnehmung, durch neue Körper- und Bewegungserfahrungen und das Erkennen und Nutzen eigener Fähigkeiten und Stärken 2. Austesten bzw. Erweitern der persönlichen Grenzen und Selbstbehauptung in subjektiv als konflikthaft erlebten Situationen 3. Aneignung neuer, erlebnisorientierter Räume in der eigenen Lebensumwelt 4. Teilhabe behinderter Mädchen und Jungen an Angeboten im Bereich der kommunalen Jugendarbeit sowie Inklusion / Integration und Teilhabe am Leben der Gemeinschaft 5. Entwicklung von Vertrauen zueinander und Erleben von Solidarität und Kooperation untereinander 6. Kennenlernen von eigenen Rechten, Schaffung von Beteiligungsstrukturen zur Förderung des selbstverantwortlichen und selbstbestimmten Handelns und somit Erfahren von Selbstwirksamkeit 7. Initiierung eines Reflektionsprozesses von weiblichen / männlichen Leitbildern, Entwicklung eines eigenen Mädchen- / Frauenbildes bzw. Jungen- / Männerbildes unter Berücksichtigung der eigenen Beeinträchtigung&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;10&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;2.1 Zentrale Forschungsfragen Für die vorliegende Evaluation ergeben sich drei zentrale Forschungsfragen: · Welche der im Projektantrag formulierten Ziele wurden erreicht und welche nicht? · Welche Methoden bzw. Strategien haben sich hinsichtlich der formulierten Ziele bewährt und welche weniger?&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;· Welche Bedeutung haben Vernetzung und Kooperation der beiden beteiligten Vereine MOBILE Selbstbestimmtes Leben Behinderter e.V. und Erleben Lernen Erfahren e.V. für die Zielerreichung? 2.2 Methodisches Vorgehen Der Einsatz qualitativer Leitfadeninterviews mit unterschiedlicher Schwerpunktsetzung und Zielgruppe dient der Beantwortung der Forschungsfragen. Mit zwei Teamerinnen wurde im Hinblick auf das wissenssoziologische Erkenntnisinteresse am Expertinnenhandeln während der Praxisphase je ein leitfadengestütztes offenes Interview geführt. Der Leitfaden wurde dabei nicht im Sinne eines standardisierten Ablaufschemas, sondern flexibel und unbürokratisch gehandhabt, um unerwartete Themendimensionierungen seitens der Expertinnen nicht zu unterbinden. Nur so wurde sichergestellt, dass Wissen und Erfahrung der Befragten umfassend in das Interview einflossen (vgl. Meuser &amp;amp; Nagel 2003.: 486f). Demgegenüber wurde der für die Befragung der Jugendlichen gewählte Leitfaden zum Abschluss der Praxisphase mit Detailfragen hinterlegt, um eine bessere Vergleichbarkeit der Ergebnisse erreichen zu können (vgl. Friebertshäuser 2003: 375f).&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;11&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Nach Abschluss der Praxisphase wurden die Ergebnisse der Jugendlichen-Interviews vor dem Hintergrund des Expertinnenwissens in einem abschließenden offenen Leitfadeninterview mit einer Teamerin1 diskutiert. Die Diskussionsergebnisse fließen in die Schlussbetrachtungen der entwickelten Kategorien und ins Gesamtfazit ein. In diesem Interview wurde ebenfalls die Interpretation des ersten Experteninterviews kommunikativ validiert. 2.2.1 Experteninterview Die Teamerinnen Alexandra Franz (MOBILE) und Stefanie Janne Klar (ELE) wurden anhand eines leitfadengestützten Experteninterviews befragt. Diese Methode ist nach Meuser &amp;amp; Nagel (2003: 481) geeignet, das in innovativen Projekten gewonnene Wissen, welches (noch) nicht in bürokratische Strukturen eingeflossen und oftmals in keiner anderen Form als in den Berichten der Projektleitenden verfügbar ist, zu gewinnen. Experteninterviews dienen dazu, das Wissen der in die sozialen Situationen und Prozesse involvierten Menschen zu erfassen und den Forschenden zugänglich zu machen (vgl. Gläser &amp;amp; Laudel 2006: 10). Gegenstand sind also praxisgesättigte Wissensbestände im Sinne von Erfahrungsregeln, die das Funktionieren von sozialen Systemen, wie der Projektinitiative, bestimmen (vgl. Meuser &amp;amp; Nagel 2003: 489). Beide Mitarbeiterinnen haben auf Grund ihrer individuellen Positionen und ihrer persönlichen Beobachtungen eine eigene Perspektive auf die angesprochenen Sachverhalte. Expertin ist hierbei als relationaler und vom Forschungsinteresse abhängiger Status zu sehen. Die Mitarbeiterinnen werden zu Expertinnen in ihrer und durch ihre Befragtenrolle (vgl. ebd.: 483).&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;1&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die 2. verantwortliche Teamerin konnte wegen Schwangerschaft an diesem Interview nicht teilnehmen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;12&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;2.2.2 Befragung der Jugendlichen Im Zentrum der Zielüberprüfung des Projekts ,,total normal! Behinderte Mädchen und Jungen erobern ihre Stadt&amp;quot; steht die Befragung der teilnehmenden Kinder und Jugendlichen. Während des Projekts nahm ein Kern von neun Jugendlichen (fünf männlich, vier weiblich) im Alter von 13 bis 20 Jahren mit unterschiedlichen Beeinträchtigungen, die umgangssprachlich als geistigbehinderte, sprachbehinderte, körperbehinderte und mehrfachbehinderte Jugendliche bezeichnet würden, regelmäßig an den Aktivitäten der Gruppe A teil.2 Gruppe B setzte sich aus sechs hörgeschädigten Jungen und sechs hörgeschädigten Mädchen im Alter von 14 bis 16 Jahren zusammen, Gruppe C aus neun hörgeschädigten Mädchen und vier hörgeschädigten Jungen im Alter von 10 bis 14 Jahren. In den Gruppen der hörgeschädigten Kinder und Jugendlichen waren sowohl schwerhörige als auch gehörlose Mädchen und Jungen. Interviewt wurden die Jugendlichen, die an der jeweiligen Abschlussveranstaltung ihrer Gruppe teilnahmen. Dies waren aus den Gruppen A und B jeweils 3 Jungen und 3 Mädchen. Von Gruppe C wurden 7 Interviews von 2 Jungen und 5 Mädchen für die Auswertung herangezogen. Die Aussagen von zwei weiteren gehörlosen Jugendlichen boten auf Grund von Verständigungsschwierigkeiten kaum Auswertungsmaterial. Auch bei den Jugendlicheninterviews wurde die Methode des qualitativen Leitfadeninterviews gewählt, welches die Möglichkeit eröffnet, die individuellen Sichtweisen der befragten Kinder und Jugendlichen wissenschaftlich zu erfassen (vgl. Heinzel&lt;br /&gt;2&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die Bezeichnungen bringen zwar generell die Gefahr der Stigmatisierung und Abgrenzung mit sich, eine Verobjektivierung ist jedoch durch den Verzicht auf derartige Begrifflichkeiten nicht zu vermeiden. Die verwendeten Ausdrücke sind als geringste Stufe einer Verdinglichung und notwendiges Mittel der begrifflichen Differenzierung zu verstehen (vgl. auch Jantzen 1998: 100f). 13&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;2003: 369). Die Verwendung weitgehend vorformulierter, detaillierter Fragen innerhalb verschiedener Themenkomplexe bedeutet keine festgelegte Reihenfolge der Fragestellungen, sondern einen flexiblen Ablauf, der dem Erzählfluss der Befragten folgt. Die Interviewleitfäden befinden sich im Anhang. 2.2.3 Leitfadenkonstruktion, Datenerhebung und Datenaufbereitung Der Interviewleitfaden zur Durchführung des Experteninterviews beginnt mit dem Themenbereich Übereinstimmung bzw. Diskrepanzen zwischen den im Projektantrag angenommenen Voraussetzungen und der Projektpraxis. Dieser nicht aus den Forschungsfragen ableitbare Themenbereich ist notwendig, um die reale Ausgangslage des Projekts (z. B. die tatsächliche Teilnehmendenstruktur) zu kennen und für die Auswertung der anderen Themenbereiche heranziehen zu können. Entsprechend der zentralen Forschungsfragen folgen als weitere Themenbereiche: · Die ursprünglich aufgestellten Projektziele · Die Methoden zur Zielerreichung · Beurteilung von Zielerreichung und Methodeneinsatz · Notwendige zukünftige Veränderungen · Beurteilung der Kooperation beider Vereine · Bewertung der spezifischen Konzepte des jeweils anderen Vereins Die Themenbereiche der für die Jugendlicheninterviews gestalteten Leitfäden dienen der Überprüfung der Projektzielerreichung und geben somit indirekt auch Auskunft über das Gelingen von Methodenwahl und Kooperationsgestaltung durch die Teamer und Teamerinnen. Ausgangspunkt und Struktur der ein14&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;gesetzten Leitfäden bilden die gruppenspezifischen Aktivitäten, die als Anker für die Befragung dienen. Die zugehörigen Fragen sind so gewählt, dass es den Jugendlichen möglich sein sollte, bezüglich jeder Aktivität über ihre Fähigkeiten, ihr persönliches Empfinden, ihr Verhalten in Situationen mit Herausforderungscharakter, über ihre Erfahrungen als Mädchen und Jungen in der Gruppe, ihren Umgang mit Konflikten und Barrieren und über ihre Einstellung zu Behinderung zu sprechen. Grundlage der Befragung ist somit die Wahrnehmung und Selbstwahrnehmung der Jugendlichen bezogen auf die während der Aktivitäten gesammelten Erfahrungen und ihr gezeigtes Verhalten. Auch Veränderungen im Projektverlauf können so deutlich werden. Darüber hinaus sollten Fragen zu Aktivitäten im öffentlichen Raum Hinweise über den Grad an Teilhabe und mögliche Entwicklungen während des Projekts geben. 2.2.4 Datenerhebung Anhand der beschriebenen Leitfäden wurden die für die Analyse benötigten Daten erhoben. Die Interviewsituation der Jugendlichen wurde weitgehend behindertengerecht3 gestaltet. Dies gilt sowohl für die äußeren Rahmenbedingungen als auch für die methodische Gestaltung. Die Teamerinnen wurden eingangs in den Räumlichkeiten des Vereins MOBILE und gegen Ende der Evaluation wurde eine von ihnen an der TU Dortmund interviewt. Die Interviews mit den beteiligten Kindern und Jugendlichen wurden jeweils am letzten Aktions- bzw. Abschlusstag am Aktionsort geführt. Bei Gruppe A erschwerten Hintergrundlautstärke sowie Ablenkung durch Aktivitäten anderer die Befragung. Zusätzlich beeinflusste die bevorstehende Abschlussveranstaltung und die damit ver3&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Auf den Einsatz von Gebärdensprachdolmetschenden wurde verzichtet, um nicht einzelnen Jugendlichen eine Sonderrolle zukommen zu lassen, die sie im Projektalltag nicht hatten. 15&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;bundene persönliche Aufregung einzelne Interviewsituationen. Bei den beiden anderen Gruppen war die Interviewatmosphäre ruhig und störungsfrei. Da in Erzählungen und Bemerkungen der Jugendlichen sehr unterschiedliche kognitive und sprachliche Fähigkeiten zum Ausdruck kamen und einigen Jungen und Mädchen Reflexion und Erinnerung bezüglich vergangener Projektaktionen recht schwer fielen, wurden die Interviews mit Fotos von Aktionstagen und Piktogrammen für die Bewertung unterstützt. Mit Zustimmung der Befragten wurden alle Interviews mit einem MP 3 -Audiorecorder aufgezeichnet. Im Anschluss an die Datenerhebung wurde das gewonnene Material sorgfältig aufbereitet. Dieser Schritt zwischen Erhebung und Auswertung dient vor allem der Sicherung und Strukturierung des Materials und umfasst dessen Festhalten, Aufzeichnen, Aufbereiten und Ordnen (vgl. Mayring 2002: 65; 85). Die aufgezeichneten Interviews wurden vollständig transkribiert, um eine methodisch nicht kontrollierte Reduktion der Informationen zu verhindern (vgl. Gläser &amp;amp; Laudel 2004: 188). Die Übernahme von Zitaten in den Evaluationsbericht erfolgte schließlich in Standardorthographie, da hier die inhaltlich-thematische Ebene der Aufzeichnungen im Vordergrund steht. 2.2.5 Datenauswertung: Qualitative Inhaltsanalyse Zur systematischen Auswertung der gewonnenen Daten wurde die Methode der qualitativen Inhaltsanalyse herangezogen. Diese ist ein Verfahren, das den Anspruch erhebt, sich an der Komplexität von Informationen in ihrem Kommunikationszusammenhang zu orientieren und gleichzeitig theorie- und regelgeleitet vorzugehen. Sie ist nach Gläser &amp;amp; Laudel (2004: 194) ,,das einzige Verfahren der qualitativen Textanalyse, das sich frühzeitig und konsequent vom Ursprungstext trennt und versucht, die Informationsfülle systematisch zu reduzieren sowie&lt;br /&gt;16&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;entsprechend dem Untersuchungsziel zu strukturieren&amp;quot;. Die beiden zentralen Aspekte dieses Verfahrens sind die Extraktion und die Bildung eines Kategoriensystems. Extraktion bedeutet die Informationsentnahme aus dem Text und beinhaltet die Entscheidung über die für die eigene Untersuchung relevanten Angaben (vgl. ebd.). Die zu extrahierenden Aspekte werden hierbei durch ein theoriegeleitet am Material entwickeltes Kategoriensystem festgelegt (vgl. Mayring 2002: 114). Gerade das Arbeiten mit einem Kategoriensystem bedeutet für Mayring (2007: 44) ,,einen entscheidenden Punkt der Vergleichbarkeit der Ergebnisse, der Abschätzung der Reliabilität der Analyse&amp;quot;. Die Analyse der Experteninterviews ergab folgende Kategorien: Zusammensetzung der Teilnehmenden-Gruppen · Abweichungen von der in der Projektplanung angenommenen Gruppenzusammensetzung · · Gründe für Abweichungen Konsequenzen für die Projektarbeit / Projektziele&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Methodeneinsatz · · Gründe für die Methodenwahl Methodenmodifikation&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Beurteilung von Zielerreichung und Methodeneinsatz · · Erreichte Ziele / nicht erreichte Ziele Gründe für das Erreichen / nicht Erreichen der Ziele&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Notwendige zukünftige Veränderungen in Bezug auf die praktische Arbeit · · Notwendige Veränderungen Gründe für den Veränderungsbedarf&lt;br /&gt;17&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Beurteilung der Kooperation · · · Bedeutung der Kooperation der beteiligten Vereine für die Zielerreichung Verständnis und Umsetzung von Kooperation Aufwand und Nutzen von Kooperation&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Bewertung der spezifischen Konzepte des jeweils anderen Vereins im Hinblick auf die Zielerreichung · · Bewertung erlebnispädagogischer Aspekte durch die Mitarbeiterin des Vereins MOBILE Bewertung von Aspekten des Empowerments und Selbstbestimmt Leben durch die Mitarbeiterin des Vereins ELE&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Im Rahmen der Analyse der Interviews mit den beteiligten Kindern und Jugendlichen wurden folgende sechs Kategorien in Anlehnung an die ursprünglich aufgestellten Projektziele gebildet: Entwicklung eines neuen Selbstbewusstseins als behinderter Jugendlicher / als behinderte Jugendliche · · Erkennen und Nutzen eigener Fähigkeiten und Stärken Austesten bzw. Erweitern der persönlichen Grenzen und Selbstbehauptung in subjektiv als konflikthaft erlebten Situationen&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Aneignung neuer, erlebnisorientierter Aktionsräume in der eigenen Lebensumwelt · · Bekanntheitsgrad der Aktionsräume Nachhaltigkeit der Aneignung&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;18&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Teilhabe behinderter Mädchen und Jungen an Angeboten im Bereich der kommunalen Jugendarbeit sowie am Leben der Gemeinschaft · · erschwerte Teilhabemöglichkeiten Bewusstsein bei den Jugendlichen für Teilhabe und Barrieren in der Teilhabe&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Entwicklung von Vertrauen zueinander und Erleben von Solidarität und Kooperation untereinander · · · Vertrautheit und Vertrauen der Teilnehmenden Vertrauen, Kooperation und Solidarität in Partner- oder Gruppenübungen Vertrautheit und Vertrauen zu den Projektmitarbeitenden&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Kennenlernen von eigenen Rechten und Erfahren von Selbstwirksamkeit · · Umgang der Teilnehmenden mit eigenen Wünschen und Bedürfnissen Beteiligungsstrukturen für die Jugendlichen&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Stellenwert von Behinderung · · · Behinderungsverständnis Bedeutung von Behinderung für die Gruppenzusammensetzung Bedeutung behinderter (Bezugs-)Personen&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;19&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;20&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;3&lt;br /&gt;3.1 3.1.1&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ergebnisse der Evaluation&lt;br /&gt;Ergebnisse der Expertenbefragung Zusammensetzung der Teilnehmenden-Gruppen&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Das vor Projektbeginn entwickelte Konzept (vgl. Projektantrag 2006: 8) richtete sich an behinderte und von Behinderung bedrohte Mädchen und Jungen im Alter von 12 bis maximal 16 Jahren. Die Altersspanne war mit teilnehmenden Jugendlichen zwischen 10 und 20 Jahren jedoch deutlich breiter. Ebenso wurde vom ursprünglich gelegten Schwerpunkt auf körperlich beeinträchtigte und sinnesbeeinträchtigte Jugendliche Abstand genommen, so dass darüber hinaus auch intellektuell beeinträchtigte Mädchen und Jungen beteiligt waren. Die Begrenzung der Gruppengröße auf zehn Jugendliche sowie die geschlechtshomogene Zusammensetzung wurden aufgehoben. Einen wesentlichen Grund für die beschriebenen Abweichungen sehen beide Teamerinnen in der Zielgruppenformulierung des Projektantrags (vgl. A. Franz, MOBILE: 3; vgl. S. J. Klar, ELE: 4;). Dies wird von Alexandra Franz (3) treffend beschrieben:&lt;br /&gt;,,Also es gibt im Raum Dortmund wenige Jugendliche, die wirklich eine rein körperliche Beeinträchtigung haben und in dieses Altersschema passen und Lust haben, mit uns zu arbeiten. Die Grenzen sind fließend. Also, es sind wirklich eher Mehrfachbehinderungen, Mehrfachbeeinträchtigungen, mit denen wir zu tun haben. Ich führe diese Veränderung der Teilnehmerstruktur darauf zurück, dass wir wirklich in dieser Konzeption eines Musterteilnehmers ein bisschen an der Realität vorbei geplant haben, dass es einfach wenig Menschen gibt, die genau diesen Anforderungen entsprechen.&amp;quot;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Sie betont zudem das Anliegen, die Jugendlichen nicht in ein vorgegebenes Schema einzufügen, sondern das Projektangebot&lt;br /&gt;21&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;entsprechend der teilnehmenden Jugendlichen zu verändern und anzupassen.&lt;br /&gt;,,Weil wir vom Grundsatz gesagt haben, wir möchten niemanden wegen seiner Beeinträchtigung ausschließen&amp;quot; (ebd.).&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Diese Veränderung der Teilnehmendenstruktur hatte grundlegende Konsequenzen für die Ausgestaltung der Praxisangebote und führte zur Veränderung der Konzeption. So stellt Stefanie Janne Klar (5) fest:&lt;br /&gt;,,Jetzt haben wir einen bunten Strauß von Jugendlichen, die ganz unterschiedlich drauf sind, auch vom Entwicklungsstand, und dementsprechend mussten wir die Methoden so auswählen, dass für jeden etwas dabei ist, und das war schon sehr anspruchsvoll.&amp;quot;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;3.1.2 Projektziele Um Gewichtung und Bedeutung, die den ursprünglich aufgestellten Projektzielen in der Praxisphase zukommen, zu erheben, wurde in den Interviews explizit nach diesen Zielen gefragt. Von beiden Expertinnen wird das Ziel der Teilhabe am Leben der Gemeinschaft (Ziel 4 im Projektantrag 2006) genannt, von Alexandra Franz sogar als oberstes Projektziel beschrieben. Darüber hinaus erwähnt Stefanie Janne Klar die Stärkung des Selbstvertrauens der Jugendlichen (Ziel 1) sowie die Verbesserung des Sozialverhaltens durch gemeinsame Aktionen (Ziel 5). Alexandra Franz führt außerdem das Ziel der Selbstbehauptung an (Ziel 2) und betont in diesem Zusammenhang das Kennen, Stärken und Erweitern eigener Rechte. Auch Kenntnisse über den eigenen Hilfebedarf und damit verbundene Lösungsstrategien im Rahmen von Selbstbestimmung (Ziel 6) werden von ihr explizit benannt. Hier ist im weitesten Sinne auch die Auseinandersetzung mit Barrieren und Diskriminierung zu verorten. Abschließend nennt Alexandra Franz die Erschließung und Aneignung städtischer Angebote und Räume (Ziel 3). Keine der&lt;br /&gt;22&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Teamerinnen benennt an dieser Stelle die Reflexion männlicher und weiblicher Rollen- und Leitbilder (Ziel 7). An späterer Stelle wird von beiden Expertinnen ausgeführt, dass dieses Ziel im Projektverlauf zu kurz gekommen ist (A. Franz: 6; S. J. Klar: 3). An den genannten Zielen lässt sich der unterschiedliche Arbeitshintergrund der beiden Expertinnen ablesen, der unter dem gemeinsam benannten Ziel der Teilhabe in die Kooperation einfließt. 3.1.3 Methodeneinsatz Die Teamerinnen ordnen die Methodenwahl in erster Linie der Zielerreichung unter. Sie betonen die Notwendigkeit der Anpassung an die Zusammensetzung der Gruppen und beschreiben ihr Bemühen, alternativ verschiedene Methoden aus unterschiedlichen Richtungen der Erlebnispädagogik zur Erreichung eines bestimmten Ziels einzusetzen und deren Wirksamkeit zu erproben. Stefanie Janne Klar (1) ordnet die eingesetzten Methoden der Erlebnispädagogik zu und beschreibt deren grundsätzliche Qualitäten. So sollen erlebnis- und handlungsorientierte Abenteueraktionen Jugendliche generell motivieren sowie ihre Bereitschaft fördern, sich auf Neues einzulassen und zu lernen. Wesentlich ist hierbei, über eigene Aktivität auch eine Wirkung des eigenen Handelns wahrzunehmen und offen mit neuen Herausforderungen umzugehen. Alexandra Franz (1f) benennt konkrete erlebnispädagogische Aktionsformen im Zusammenhang mit einzelnen Projektzielen: Durch Kletteraktionen können die Teilnehmenden vor allem Grenzen austesten, Ängste überwinden und eigene Stärken erkennen. Angeführt werden zudem Entspannungsübungen ,,nach dem `Gut drauf´-Konzept&amp;quot; (ebd.), Ernährungshinweise als auch Stadt- und Abenteueraktionen wie beispielsweise die&lt;br /&gt;23&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;,Alienreise&amp;#39; (ebd.). Sie geht in Bezug auf Methoden zur Stärkung der Gruppendynamik und Vertrauensbildung zwar nicht ins Detail, erwähnt jedoch eine Teamaufgabe mit Baumstämmen, die sich hier einordnen lässt (vgl. auch Projektantrag 2006: 16). Diese Aufgabe zeigt darüber hinaus beispielhaft die Notwendigkeit zur zielgruppenspezifischen Anpassung und Modifikation der Methoden:&lt;br /&gt;,,[...] wie diese Geschichte mit diesen Baumstämmen, also wie bewege ich mich auf diesen Baumstämmen und kletter über einander hinweg, so dass aber eben alle auch Platz finden, immer mit dem Gedanken: Wie modifiziere ich das? Also, wenn ich Teilnehmer hab, von denen ich weiß, die können jetzt mit dem Rollstuhl nicht auf diese Baumstämme klettern, wie kann ich zum Beispiel Felder abkleben, in denen sie sich bewegen können? Diese Modifizierungsideen waren noch nicht im Konzept mit drin, aber diese Grundidee zum Beispiel, sich auf engem Raum bewegen zu müssen und eine Aufgabe zu erfüllen für die gesamte Gruppe, das ist so bestehen geblieben.&amp;quot; (vgl. A. Franz: 2)&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die Erprobung unterschiedlicher Methoden im Hinblick auf gleiche Ziele wird von Stefanie Janne Klar (4) ausgeführt:&lt;br /&gt;,,Mit der ersten Gruppe der Hörbehinderten haben wir mehr Kletteraktionen gemacht, bei der zweiten Gruppe werden wir es so machen, dass wir im Vergleich vielleicht doch mal mehr in Richtung ,Stadtabenteuer&amp;#39; Methoden ausprobieren und gucken, was schlägt da an? Es gibt ja mehr Richtungen in der Erlebnispädagogik. [...] Da können wir vielleicht auch noch mal ganz gut vergleichen, was hat besser angeschlagen oder nicht oder vielleicht gleich gut, nur anders.&amp;quot;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Deutlich wird, dass im Hinblick auf die Projektziele ein Methodenrepertoire entwickelt werden musste und entwickelt wurde, das sowohl den unterschiedlichen Beeinträchtigungen und den daraus erwachsenden Behinderungen angepasst ist und der Gruppenzusammensetzung entspricht.&lt;br /&gt;24&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;3.1.4 Beurteilung von Zielerreichung und Methodeneinsatz Beide Teamerinnen sind davon überzeugt, dass eine Vielzahl der angestrebten Ziele erreicht wurde. Dies führen sie auf die grundsätzliche Eignung der gewählten gruppenspezifisch angepassten Methoden zurück. Als erreicht benennt Alexandra Franz (4) das Ziel der Selbstbehauptung (Ziel 2). Bewährt hat sich ihrer Meinung nach besonders die zu Beginn durchgeführte `Stunt-Aktion´, bei der die Jugendlichen eine undurchsichtige Papierbarriere durchbrechen sollten:&lt;br /&gt;,,[...] man musste halt Anlauf nehmen durch einen langen Flur und sich dann durch diese Wand stürzen und das ist gar nicht so einfach, weil die sah wirklich echt aus. Man hatte wirklich das Gefühl, man läuft vor eine Wand. Und das war wirklich etwas, wo alle mitgemacht haben, einige hatten anfänglich etwas gezögert, aber letztendlich hat sich dann jeder getraut und, das war wirklich der Moment des Herausbrechens aus dieser Barriere, dass man einfach gesehen hat, diese drei Zentimeter, die die Teilnehmer gewachsen sind, dieser Mensch, der ängstlich vor der Barriere stand und ängstlich losgelaufen ist und erst gesagt hat: `Oh, ich weiß gar nicht so genau´, und dann wirklich dieser sehr befreiende Schrei, da durchgebrochen zu sein und zu sehen, wie lange das Gefühl noch angehalten hat&amp;quot; (ebd.).&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Außerdem führt sie den Aspekt der Selbstbestimmung (Ziel 6) als durchgängiges Thema innerhalb der Aktionstage an. So entscheiden die Teilnehmenden selbst, inwieweit sie sich auf bestimmte Angebote oder auf Kontakte mit anderen Jugendlichen einlassen bzw. diese auch ablehnen. Beispielhaft ist für sie auch das Nutzen von Spielräumen innerhalb der einzelnen Aktionen (vgl. A. Franz: 4f). Ein selbstbestimmtes und selbstbewusstes Hinwegsetzen über bestehende Regeln sieht Alexan-&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;25&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;dra Franz allerdings ,,erst relativ spät&amp;quot; (ebd.: 5).4 Auf Nachfrage äußert sich die Teamerin auch zur Erreichung des Ziels der Teilhabe (Ziel 4) positiv:&lt;br /&gt;,,[...] ich finde, dass dieser Teilhabegedanke eigentlich auch ein Gedanke war, der sehr gut umgesetzt war, dass die Teilnehmer im positiven Sinne aggressiver geworden sind, wenn es darum ging, Teilhabe einzufordern. Im Sinne von `ich will dich was fragen, ich will dir was sagen, hör mir zu´ oder `Da ist jetzt ne Treppe, da kommt die I. gar nicht hoch, das ist aber doof.´ Was am Anfang auch hingenommen wurde, oder auch ein Aufstapfen, dann mal oder ein Fragezeichen: `Ja, wie geht das denn jetzt?´ oder, dass auch Leute beurteilt wurden: `Ja, die sind hier nett, ja, die sind hier nicht nett.´ Dass wir Teilhabemöglichkeiten aufgezeigt haben, die die Jugendlichen abgelehnt haben. [...] Also diese Teilhabe wurde nicht kritiklos hingenommen, es wurde ausgewählt. Es gab ein Bewusstsein für die Möglichkeiten&amp;quot; (ebd.: 6).&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Stefanie Janne Klar (2) beschreibt in erster Linie das zunehmende Vertrauen in die Gruppe und zu den Teammitgliedern (Ziel 5) sowie Vertrauen in eigene Fähigkeiten und Stärken (Ziel 1) als erreicht. Sie führt diese Entwicklung zum einen auf das allmähliche Zusammenwachsen der Gruppen zurück, zum anderen auf die langsame Steigerung der Anforderung innerhalb der Methoden:&lt;br /&gt;,,Und da ist das Vertrauen in uns und in die Methoden sehr gewachsen, also wir haben das prozessorientiert aufgebaut, dass wir klein angefangen haben mit punktuell kleinen Aktionen und haben das immer mehr gesteigert und da konnten wir selbst sehr gut bei einzelnen Teilnehmern beobachten, dass sie am Anfang auch gescheitert sind und gesagt haben: `Ich hab mich nicht getraut, ich war aufgeregt, ich war zu aufgeregt, ich habe zu viel Angst gehabt.´, und dann haben&lt;br /&gt;4&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die von Alexandra Franz angesprochenen Methoden machen deutlich, dass ihre Äußerungen stark auf Gruppe A bezogen sind.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;26&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;wir ihnen beim nächsten Abenteueraktionstag eine weitere Chance gegeben, haben noch mal ermutigt und haben gesagt: `Was brauchst du um zum Ziel zu kommen?´, und nach und nach haben sich Teilnehmer immer mehr getraut. Zum Beispiel Leute ansprechen auf der Straße im Rahmen von einer Spielaktion, dass ein Teilnehmer im Rahmen von drei Abenteuertagen sich zunehmend immer mehr getraut hat und am Ende da stand und gesagt hat: `Am Anfang hab ich mich gar nicht getraut, danach wurd´s schon etwas besser und heute, heute habe ich es geschafft.´ (ebd.)&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Zu kurz gekommen ist aus Sicht beider Teamerinnen die Reflexion von männlichen und weiblichen Rollen- bzw. Leitbildern mit Behinderung (Ziel 7). Stefanie Janne Klar (3) sieht die Gründe hierfür in der tatsächlichen Teilnehmendenstruktur sowie in einer veränderten Team-Besetzung5. Sie beschreibt die vorgenommene Schwerpunktsetzung auf die oben beschriebenen erreichten Ziele dennoch als sinnvoll.&lt;br /&gt;,,Nach meiner Ansicht war es bewusst. Wir haben schon drauf geachtet, dass es nicht hinten rüber fällt, aber wir haben uns im Verlauf des Projekts für diesen Weg entschieden, weil einfach die anderen Themen im Prozess sich so entwickelt haben und einfach im Vordergrund standen.&amp;quot; (ebd.: 3).&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Alexandra Franz (6) verweist hingegen auf das mögliche Potential des Themas `Geschlecht´. Es zeigt sich, dass das entwickelte Methodenrepertoire von den Teamerinnen als geeignet für die Zielerreichung bewertet wird. Eine bewusste Prioritätensetzung einzelner Ziele in Abhängigkeit von Gruppenzusammensetzung und Entwicklungsstand erachten sie im Hinblick auf den Projekterfolg als notwendig.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;5&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Aufgrund von Krankheit und Schwangerschaft standen Männer und Frauen mit Behinderung nicht an allen Aktionstagen zur Verfügung 27&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;3.1.5 Notwendige zukünftige Veränderungen in Bezug auf die praktische Arbeit Als Konsequenz für die Zukunft sehen beide Teamerinnen Veränderungsbedarf bezogen auf die Thematisierung von Behinderung im Spektrum von individuellen Rollenvorbildern bis hin zu gesellschaftlichen Dimensionen. Alexandra Franz (7) erachtet die Thematisierung von Behinderung besonders mit geistig behinderten Jugendlichen als schwierig, aber notwendig:&lt;br /&gt;,,Also ich kann situativ wirklich eine Bewertung vornehmen, ich kann mit ihnen herausarbeiten `Was tut mir gut?´, aber alleine diese Differenzierung zwischen `Was ist Behinderung, was ist Beeinträchtigung?´ fällt sehr schwer, und ich glaube, da muss ich für mich in Projekten noch bessere Wege finden, das auf eine andere Ebene herunterzubrechen.&amp;quot; (ebd.)&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Sie ist der Meinung, dass die Teilnehmenden oftmals Begriffe wie `krank´ und `behindert´ gleichsetzen und als Ausdruck von Unwohlsein verstehen. Sie selbst grenzt sich von dieser Sichtweise ab und weist darauf hin, auch das positive Potential des Lebens mit einer Beeinträchtigung aufzuzeigen und das Selbstbild der Jugendlichen dahingehend zu verändern (vgl. ebd.). Konkret auf die von Alexandra Franz geäußerten Gedanken angesprochen, beschreibt Stefanie Janne Klar (6) eher die anfängliche eigene Zurückhaltung, die Thematik mit den Jugendlichen zu besprechen:&lt;br /&gt;,,Und da sind wir am Anfang natürlich nicht so forsch und selbstbewusst mit gewesen, das war ja für uns auch Neuland, Reflexionen anzuleiten mit dem Fokus auf Jugendliche und Behinderung.&amp;quot; (ebd.)&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Trotz zunehmender Sicherheit unterstützt sie die Fokussierung auf andere Themenbereiche und begründet dies mit dem vorhandenen Projektrahmen sowie der Notwendigkeit, nicht zu viele Ziele zeitgleich zu verfolgen.&lt;br /&gt;28&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;,,Wir mussten uns irgendwann entscheiden, wo legen wir den Fokus drauf, und wo arbeiten wir weiter, dass man nicht so tausend von Themen anreißt, sondern wir haben wirklich gesagt, wir konzentrieren uns jetzt auf diese Aspekte...&amp;quot; (vgl. ebd.).&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Darüber hinaus sieht Stefanie Janne Klar Veränderungsbedarf bei der Kommunikation zwischen Projektmitarbeitenden und Teilnehmenden und meint speziell die Gruppe der hörgeschädigten im Wohnheim lebenden Jugendlichen. Hier sei der Informationsfluss über Lehrkräfte und Betreuungspersonal eher kontraproduktiv im Hinblick auf die unvoreingenommene Meinungsbildung über die Teilnehmenden gewesen:&lt;br /&gt;,,[...] und gut ist, wenn man da eigentlich völlig frei auf die Teilnehmer zugeht, weil das auch noch mal die Chance birgt, dass einzelne Teilnehmer neue Rollen besetzen können&amp;quot; (ebd.: 7).&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Als weiteren Grund für eine direkte Kommunikation mit den Jugendlichen führt sie den für sie wichtigen Aspekt der Selbstbestimmung an:&lt;br /&gt;,,Weil ich denke, dass ein Teil von Selbstbestimmung darüber läuft, dass wir einfach noch mal direkt mit den Teilnehmern kommunizieren und nicht alles über Leute, die eh schon einen ganz anderen Blick darauf haben [...].&amp;quot; (vgl. ebd.).&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Es wird ersichtlich, dass die Teamerinnen aus ihren im Projekt gesammelten Erfahrungen auf zwei Ebenen Veränderungsbedarf im Hinblick auf die Praxis sehen: Zum einen muss der Aspekt der gesellschaftlichen Dimension von Behinderung stärker gewichtet werden. Dabei sollte den individuellen Rollenvorbildern behinderter Frauen und Männer mehr Bedeutung zukommen. Zum zweiten sollte die Akquise der Jugendlichen und der weitere Informationsfluss mit ihnen möglichst im direkten Kontakt erfolgen. Die Kontaktaufnahme über Professionelle aus Lebensbereichen wie Förderschule oder Internat birgt&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;29&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;die Gefahr der Fremdbestimmung der Jugendlichen im Lebensbereich Freizeit sowie der Beeinflussung der Teamerinnen. 3.1.6 Beurteilung der Kooperation Gerade der Modellcharakter des auf Kooperation angelegten Projekts wird von beiden Teamerinnen als gegenseitige Bereicherung empfunden, obwohl die Kooperation viel Kapazität und Ressourcen bindet (vgl. A. Franz: 8; S. J. Klar: 9f). Stefanie Janne Klar (11f) sieht einen durchgehend hohen, von der Zielgruppe unabhängigen Planungsaufwand, der sich durch die Kooperation der beiden Vereine noch erhöht. Jedoch betont sie, dass sich der Kooperationsaufwand im Projektverlauf durch das gegenseitige Kennenlernen der Teammitglieder mit ihrem fachlichen Hintergrund sowie durch das bessere Kennenlernen der Jugendlichen wieder reduziert.&lt;br /&gt;,,Ich hab auch das Gefühl, der Planungsaufwand mit diesen zwei Trägern ist so hoch, weil man sich ganz viel austauschen muss, weil MOBILE kennt die erlebnispädagogische Arbeit nicht, wir kennen die Arbeit von MOBILE nicht und wir mussten ganz viel sprechen und uns austauschen, warum planen wir die Aktion jetzt so, was ist Vorteil, Nachteil, ist das vereinbar aus Sicht von MOBILE mit den Zielen, haben wir da irgendwas vergessen, und es ist, ja, das ist anstrengend, aber das ist genauso bereichernd.&amp;quot; (ebd. 10)&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Trotz dieses hohen Aufwands stellt sie zusammenfassend fest:&lt;br /&gt;,,[...] es ist aufwändig, aber es hat einen Riesen-Effekt&amp;quot; (S. J. Klar: 10).&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Alexandra Franz (8) hätte sich einen noch intensiveren Austausch des jeweiligen Fachwissens gewünscht, erklärt dies jedoch aus zeitlichen Gründen für nicht umsetzbar. Hinsichtlich der Zielerreichung wird die Zusammenarbeit ebenfalls als sinnvoll erachtet. Für Stefanie Janne Klar (9) ermöglicht&lt;br /&gt;30&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;diese vor allem eine zielgruppengerechte Planung unter dem Aspekt `Behinderung´:&lt;br /&gt;,,[...] das sind ja alles Dinge, damit hatten wir vorher wenig zu tun, weil wir ja auch mit der Zielgruppe wenig zu tun hatten, damit haben wir uns vorher auch wenig auseinandergesetzt, so, und dann haben wir MOBILE kennengelernt, wo ich schon merke, da ist ein Prozess ins Rollen gekommen, wo ich drüber nachdenke [...]: Wie ist mein Fokus auf Menschen mit Behinderungen? Wie betrachte ich die in meiner Arbeit als Erlebnispädagogin, wie arbeite ich damit und, ja, wie können Ziele besser umgesetzt werden. Und dadurch, dass wir paritätisch gearbeitet haben, ist doch immer noch ein ganz anderer Blickwinkel, als ich den hab, mit reingenommen worden. Ein ganz anderes Feingefühl, ein darauf-aufmerksam-machen&amp;quot; (ebd.).&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Auch Alexandra Franz (8f) betont die wichtige Ergänzung behinderungsspezifischer Themen durch erlebnispädagogische Umsetzungsmöglichkeiten ­ speziell in der Arbeit mit Kindern und Jugendlichen ­ und spricht damit schon wesentliche Inhalte der nachfolgenden Kategorie an. Insgesamt wird deutlich, dass beide Teamerinnen die Kooperation für das Gelingen eines derartigen Projekts trotz des hohen Organisations- und Zeitaufwandes für zwingend erforderlich und bereichernd erachten. 3.1.7 Bewertung der spezifischen Konzepte des jeweils anderen Vereins im Hinblick auf die Zielerreichung Vor dem Hintergrund ihrer bisher eher kognitiv orientierten Arbeit mit Erwachsenen betont Alexandra Franz (9) die Vorteile erlebnispädagogischer und sozialer Methoden, die den beteiligten Kindern und Jugendlichen ein praktisches, direktes Erleben sowie den Transfer relevanter Themen in ihren Lebensalltag ermöglichen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;31&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;,,[...] es ist einfacher zu gucken, wie war das mit dem Außerirdischen in der Stadt und wie ist das dann, wenn ich alleine in der Stadt bin, oder wie ist das mit Eltern in der Stadt, als wenn ich einfach sage, ich sitze in einem geschützten Raum, in einer Schulklasse oder wo auch immer und spreche theoretisch darüber, `Wie wäre denn wenn´. Oder es ist auch einfacher zu beobachten, wie gehen Menschen mit einem Außerirdischen um und dann festzustellen, manchmal wird auf mich ähnlich reagiert, als zu sagen, erinnerst du dich: da bist du diskriminiert worden, oder da war etwas nicht in Ordnung. Und das ist etwas, wo ich wirklich sage `Ja, da habe ich über die Erlebnispädagogik einen unmittelbaren Zugang´, um solche sehr abstrakten Worthülsen wie Teilhabe, Selbstbestimmung, Hilfebedarf wirklich praktisch zu füllen&amp;quot; (ebd.).&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Stefanie Janne Klar (8) benennt den für MOBILE wichtigen Aspekt der Selbstbestimmung auch als Grundhaltung für den Einsatz erlebnispädagogischer Methoden. Sie spricht vor allem Abenteueraktionen an, in denen die Teilnehmenden ihre eigenen Grenzerfahrungen machen, eigene Fähigkeiten erkennen und sich unabhängig von anderen Jugendlichen für oder gegen eine Teilnahme aussprechen können. Eine ungewöhnliche Erfahrung ist es für Stefanie Janne Klar, dass die Jugendlichen bei Projektaktivitäten nicht von ihren Eltern, sondern von Assistenzkräften unterstützt werden. Die Bedeutung dieses von der Politischen Behindertenselbsthilfe betonten Unterschieds zwischen Assistenz und Hilfe durch Angehörige hat sie als besonders wertvoll für die Projektarbeit erkannt, deren Ziel u.a. die Erfahrung von Selbstwirksamkeit ist:&lt;br /&gt;,,[...]das war für mich eine neue Erfahrung und eine wertvolle, dass es da ganz feine Unterschiede gibt, ob ich mir da jemanden zu hole, der dann ne bestimmte Funktion hat, oder ob ich da Eltern im Rücken habe, die für ihre Kinder da sind, so&amp;quot; (ebd.: 8).&lt;br /&gt;32&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;In den Interviews mit beiden Teamerinnen wird eine durchgehend hohe Wertschätzung für den jeweils anderen Projektpartner mit seinem spezifischen Konzept deutlich. 3.2 Ergebnisse der Befragung der Jugendlichen und Interpretation vor dem Hintergrund der Projektziele&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;3.2.1 Entwicklung eines neuen Selbstbewusstseins als behinderter Jugendlicher / als behinderte Jugendliche Gruppe A: Eng verbunden mit der Entwicklung von Selbstbewusstsein und Selbstbehauptung in konfliktreich empfundenen Situationen war das immer wiederkehrende Thema des Ansprechens fremder Menschen. Dieses bildete einen Schwerpunkt in drei aufeinander folgenden Abenteueraktionen und bot die Möglichkeit, Hemmschwellen nach und nach zu überwinden (s. auch projektinterne Dokumentation). Für drei der Jugendlichen ist dies scheinbar eine vollkommen neue Erfahrung (vgl. 1a: 4f; 1e: 5f; 1f: 4f), wobei die Gründe bei einem 15-jährigem Mädchen im erstmaligen Verlassen einer Art `Schonraum´ gesehen werden können:&lt;br /&gt;,,Treffe doch niemanden, den ich ansprechen muss&amp;quot; (1a: 6).&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;So stellt die erste Projektaktion auch eine Herausforderung für sie dar, die zunächst mit negativen Gefühlen verbunden ist:&lt;br /&gt;,,Weil ich mich nicht getraut habe erstmal&amp;quot; (ebd.: 4).&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Mit Unterstützung eines Projektmitarbeiters erfüllt sie jedoch schließlich die Aufgabe, fremde Personen für ein gemeinsames Foto anzusprechen und berichtet mit Stolz davon (vgl. ebd.). Der Eindruck einer positiven Entwicklung von Selbstbewusstsein und Selbstbehauptung wird zum einen dadurch verstärkt, dass&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;33&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;sich die Teilnehmerin ihre Fähigkeiten zu einem späteren Zeitpunkt ganz selbstverständlich zu Nutzen macht:&lt;br /&gt;,,Ich hab einmal auch bei McDonalds nachgefragt einmal, wo H&amp;amp;M ist&amp;quot; (ebd.: 11).&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Zum anderen traut sie sich zukünftig mehr zu (vgl. ebd.: 6). Die Möglichkeit der langsamen Steigerung eigener Fähigkeiten zeigt sich besonders deutlich bei einem 20-jährigem Teilnehmer, der sich zunächst nicht überwinden kann und seine Gefühlswelt wie folgt beschreibt:&lt;br /&gt;,,Nein, ja, nein, ja. Nein sagen, aussuchen, Ja sagen oder Nein sagen? [...] Nein Sagen [...] Mulmiges Gefühl, ja. [...] Angst, ja. Magen war grummelig&amp;quot; (1f: 4).&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Beim anschließenden `Rosentausch´ auf dem Dortmunder Marktplatz stellt er sich jedoch der Situation, spricht fremde Menschen an und zeigt sich trotz einer Ablehnung des Tausches sehr ausdauernd und selbstbewusst (vgl. ebd., 8). Die übrigen Jugendlichen geben an, keine Schwierigkeiten bei der Ansprache fremder Personen zu haben und mit Ausnahme des 14-jährigen sprachbehinderten Jungen (vgl. 1e: 5f, 7) daran gewöhnt zu sein (vgl. 1b: 4; 1c: 4; 1d: 7). Für ein selbstbewusstes Auftreten spricht hier vor allem ihre Beharrlichkeit, die Aufgabe trotz negativ empfundener Reaktion der angesprochenen Menschen erfüllen zu wollen (vgl. 1b: 5; 1c: 4; 1d: 7f). Auch untereinander zeigen sich die Jugendlichen selbstsicher. Die Übung `Nein, ich will nicht´, welche Selbstbehauptung und Selbstbewusstsein innerhalb einer gestellten Aufgabe erfordert, wird überwiegend positiv bewertet und als Unterstützung empfunden (vgl. 1a: 15f; 1b: 12; 1c: 9f; 1e: 14f). Da zwei der Befragten erwähnen, anderen Menschen vorher noch nie auf diese Weise entgegengetreten zu sein, kann hier von einem Fortschritt hinsichtlich des Projektziels ausgegangen werden (vgl. 1a: 14; 1e: 14).&lt;br /&gt;34&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Gruppe B: Das Ansprechen fremder Personen bildet zwar auch hier einen Schwerpunkt, ist jedoch auf Grund der geringeren Anzahl der Projekttage auf eine Aktion begrenzt. Trotzdem zeigt sich bei der Hälfte der Befragten eine deutliche Entwicklung in Richtung Selbstbewusstsein und Selbstbehauptung: Ein 13-jähriges Mädchen (2c: 9f), das angibt, nicht gern zu sprechen und über keine Erfahrung beim Ansprechen fremder Personen zu verfügen, traut sich nach der Projektaufgabe wesentlich mehr zu:&lt;br /&gt;,,Hm, unheimlich. Hatte man Angst sie anzusprechen, aber später, wenn man das öfter gemacht hat, nach `ner Zeit war´s nicht mehr so unheimlich. [...] Hab ich keine Angst mehr, jetzt auch nicht mehr&amp;quot; (ebd.).&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Nicht ängstlich, aber vorerst zurückhaltend reagieren zwei weitere Teilnehmer auf die Situation und bewältigen diese schließlich:&lt;br /&gt;,,Aber am Anfang war ich schüchtern, dann habe ich mich entwickelt und konnte mit den Leuten immer leichter sprechen&amp;quot; (2d: 8). ,,Das war kein Problem, aber ich bin da eher defensiv. Sprich, ich mach das eigentlich nur, wenn ich mal keinen bei mir habe, dann, wenn ich jemanden um mich herum habe, Freund oder so, dann lasse ich den am liebsten die ansprechen. [...] Weil ich mich da nicht so traue&amp;quot; (2e: 8).&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Nach der Projektaktion fühlt sich dieser 16-jährige Jugendliche (ebd.) ,,befreit, erleichtert&amp;quot; und traut sich zukünftig mehr zu: ,,Ja, alleine ginge es auch.&amp;quot; Die übrigen drei Teilnehmenden berichten von unterschiedlichen Erfahrungen: Ein 13-jähriges Mädchen kann sich scheinbar nur zu einem Versuch überwinden (vgl. 2a: 8). Trotz der Erkenntnis ,,Ich hab´ da was geschafft, ja&amp;quot; (ebd.) möchte sie solch eine Aktion nicht wiederholen und gibt hierfür folgenden Grund an:&lt;br /&gt;35&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;,,Ich will nicht gerne erleben, wie die Leute uns so angeguckt haben, die meisten. Aber ein bisschen Spaß macht es doch. Interessiert, interessant auch.&amp;quot; (ebd.: 10).&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die Reaktion und Meinungen der fremden Personen scheinen auch für ein anderes 13-jähriges Mädchen bedeutsam zu sein, so dass sie sich ,,komisch&amp;quot; (2b: 7) fühlt und ihre Motivation, die Aufgabe zu erfüllen, etwas eingeschränkt ist:&lt;br /&gt;,,Manchmal hatte ich einfach keine Lust dazu, einfach Mut zu geben, das zu sagen.&amp;quot;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Dies kann auch ein Grund dafür sein, dass sie weiterhin nur bekannte Menschen anspricht und sich in Gegenwart von Freunden sicherer fühlt. Die Aktion hat ihr dennoch Spaß gemacht und die Jugendliche kann sich eine Wiederholung vorstellen (vgl. ebd.: 8). Der sechste Teilnehmer, ein 13-jähriger Junge (2f: 7), zeigt sich aufgeschlossen für neue Erfahrungen:&lt;br /&gt;,,Ich mache einfach so mit, damit ich mal probieren kann, ob das gut ist oder schlecht ist.&amp;quot;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Dennoch hat er das Ansprechen fremder Personen ,,nicht mal ausprobiert&amp;quot; (ebd.: 8).&lt;br /&gt;,,Weil ich traute mich nicht so, weil ich immer Angst hatte. [...] Ich wollte ausprobieren, aber ich traute mich einfach nicht&amp;quot; (ebd.).&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Auch ihm hätte möglicherweise ein der ersten Gruppe ähnlicher Projektverlauf mit wiederholten Übungen geholfen, sich weiter zu entwickeln und selbstbewusster zu werden (vgl. ebd.: 9). So bleibt es ungewiss, ob er sich zukünftig selbst überwindet, fremde Menschen anzusprechen:&lt;br /&gt;,,Das habe ich noch nicht ausprobiert. [...] Ich glaube ja, dass ich das mal ausprobieren werde, später&amp;quot; (ebd.).&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;36&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Gruppe C: Durch den mit Gruppe B vergleichbaren Projektverlauf gab es auch hier nur einen Abenteueraktionstag in der Innenstadt Dortmund, bei dem das Ansprechen fremder Menschen im Mittelpunkt stand. Mit dieser Thematik sind sechs der sieben Befragten offenbar zum ersten Mal konfrontiert (vgl. 3a: 8; 3b: 6; 3c: 6; 3d: 7; 3e: 10; 3g: 7). Zwei der Mädchen begründen dies wie folgt:&lt;br /&gt;,,[...] weil in der Schule dürfen wir nicht mit zwei Männern reden [...] und wir dürfen nicht mit Großen reden. [...] Und mit fremden Leuten darf ich eigentlich nicht reden&amp;quot; (3a: 8). ,,Nein, aber ich rede nicht gern fremde Leute, weil ich finde das auch gefährlich, vielleicht Überfall, oder so, mag ich nicht&amp;quot; (3c: 6).&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;So ist den sechs Jugendlichen die Projektübung durchweg ,,peinlich&amp;quot; und kostet sie auch Überwindung (vgl. 3a: 8; 3b: 6; 3c: 6; 3d: 7; 3e: 8; 3g: 7). Daher ist es positiv zu bewerten, dass sich alle Teilnehmenden schließlich trauen und den vorbeikommenden Passanten etwas anbieten. Ein 12-jähriger Junge beschreibt diese Entwicklung selbst:&lt;br /&gt;,,Weil, da hatte man ein bisschen Angst und dann musste ich mich selber schämen und dann war ich auf einmal mutig und dann fand ich das nicht mehr peinlich&amp;quot; (3g: 7).&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Sowohl bei ihm als auch bei einem 10-jährigen Mädchen (3d: 7) wird deutlich, dass das Schamgefühl nicht auf die Hörbeeinträchtigung zurückzuführen ist, sondern vielmehr mit der ungewohnten Situation zusammenhängt. Für ein selbstbewusstes Auftreten sowie Selbstbehauptung in subjektiv als konflikthaft erlebten Situationen spricht vor allem die Ausdauer und Beharrlichkeit der Jugendlichen, die Aufgabe zu erfüllen. Denn trotz negativ empfundener Reaktionen der angesprochenen Passanten lassen sie sich nicht beirren, wie folgende Beispiele belegen:&lt;br /&gt;37&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;,,Ich habe nur eine geschafft, die Apfelschorle trinken wollte. [...] ich bin immer, wenn die `Nein´ geantwortet haben oder einfach weggegangen sind, dann bin ich immer zu einem Nächsten gegangen.&amp;quot; (3b: 6f). ,,Ja, nur viele haben `Nein, nein!´ gesagt, nur nachher hab ich eine Schülerin gefunden, die hat `Ja´ gesagt. Die wusste gar nichts von dem Internat, ach, die wusste nichts. [...] Manche Leute waren doof, die haben so `Bäh´ gemacht. [...] Sind einfach weg gegangen, unverschämt, oder? [...] Manche Leute waren ganz doof&amp;quot; (3d: 7ff). ,,Aber die meisten haben `Nein´ gesagt, keiner hat `Ja´ gesagt. [...] Weil die keine Zeit hatten. Sind, manche haben nichts gesagt und sind nur durchgelaufen. [...] Ich habe einem gesagt, ich komme aus einem Internat von Dortmund und ich gehe auf eine Gehörlosen- und Schwerhörigenschule, aber sind einfach weitergelaufen&amp;quot; (3g: 8).&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Für eine 14-jährige Teilnehmerin sind die Reaktionen der Menschen ein Grund, mit Bedacht vorzugehen:&lt;br /&gt;,,Ich habe es trotzdem gemacht, aber ein bisschen vorsichtig gemacht. Ich gucke immer, wer nett ist&amp;quot; (3c: 6).&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Auch ein 12-jähriger Teilnehmer (3f: 9), der im Ansprechen fremder Menschen eigentlich ,,kein Problem&amp;quot; sieht, bekommt es plötzlich mit der Angst zu tun, wenn ,,ganz viele Große&amp;quot; auf ihn zukommen. Das Preisgeben von Informationen ­ auch über seine Hörbeeinträchtigung ­ macht er abhängig vom Verhalten der Passanten:&lt;br /&gt;,,Wenn mich jemand fragt, warum, gucke ich dem erstmal ins Gesicht, ob der freundlich ist oder nicht ist, wenn der freundlich ist, erkläre ich es, wenn der nicht freundlich ist, gehe ich weiter&amp;quot; (ebd.).&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Insgesamt wird die Aktion von drei Jugendlichen positiv bewertet (vgl. 3d: 9; 3e: 10; 3f: 9). Die anderen Vier können sich keine Wiederholung vorstellen (vgl. 3a: 10; 3c: 7f; 3g: 9), darunter ein&lt;br /&gt;38&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;11-jähriges Mädchen (3b: 7), das die Übung ,,ein bisschen langweilig&amp;quot; findet:&lt;br /&gt;,,Immer nur fragen, und sonst nix.&amp;quot;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;In Bezug auf das Projektziel ist dennoch von einem Fortschritt bei fast allen befragten Jugendlichen auszugehen, da sie sich zukünftig mehr zutrauen (3a: 10; 3b: 6; 3d: 8; 3e: 10), so auch ein 12-jähriger Junge (3g: 7):&lt;br /&gt;,,Ich kann das jetzt. Öfters.&amp;quot;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Zwei Teilnehmende beschränken das Ansprechen fremder Personen allerdings auf Situationen, in denen sie Schwierigkeiten haben und um Hilfe bitten (vgl. 3c: 8; 3f: 10). Alle Jugendlichen dieser Gruppe behaupten sich darüber hinaus auch bei der durchgeführten Kletteraktion im Hochseilgarten. Da drei der Teilnehmenden ihre Aufregung vor der Übung beschreiben, beinhaltet die Kletteraktion zumindest für sie eine neue Herausforderung. Der erforderlichen Erweiterung ihrer bisherigen Grenzen stellen sich die Befragten schließlich erfolgreich (vgl. 3a: 3; 3e: 4; 3g: 4). Schlussfolgerung: Die Auswertung dieser Kategorie, welche die ursprünglich aufgestellten Projektziele der Förderung eigener Fähigkeiten und Stärken (Ziel 1) und der Selbstbehauptung (Ziel 2) beinhaltet, zeigt deutliche Erfolge im Zusammenhang mit der Methode der Ansprache fremder Personen. Mit nur einer Ausnahme legen alle befragten Jugendlichen entweder ihre Hemmungen ab und überwinden schließlich Angst und Aufregung oder zeigen sich trotz negativ empfundener Reaktion der angesprochenen Menschen beharrlich und selbstbewusst. Als sinnvoll hat sich erwiesen, dass sich Gruppe A an drei Terminen mit dieser Thematik auseinandergesetzt hat. Dies hat den Jugendlichen der ersten Gruppe eine schrittweise Entwicklung ihrer Fähigkeiten&lt;br /&gt;39&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;und somit auch in jedem Fall Fortschritte ermöglicht. Die Aussagen der Jugendlichen stützen die Einschätzungen beider Teamerinnen, die beide Projektziele als erreicht bewerten (s. Kap. 3.1.4). Offen bleibt, ob eine vergleichbare Aktionsplanung mit Wiederholungs- und Steigerungsmöglichkeiten eine intensive und nachhaltige Zunahme des selbstbewussten Auftretens der Jugendlichen aus den Gruppen 2 und 3 bewirkt hätte. 3.2.2 Aneignung neuer, erlebnisorientierter Aktionsräume in der eigenen Lebensumwelt Gruppe A: Einen besonderen Schwerpunkt bildeten in Gruppe A vor allem Angebote und Aktionen im städtischen Bereich. Dieser war fünf von sechs Jugendlichen bereits im Vorfeld der Projekttage bekannt bzw. vertraut (vgl. 1a: 3; 1b: 5; 1c: 4; 1e: 6; 1f: 5). Nur ein Teilnehmer (1d: 9) gibt an, die Innenstadt noch gar nicht zu kennen. Die meisten der unter erlebnispädagogischen Aspekten ausgewählten Plätze und Freizeitmöglichkeiten lernt die Mehrheit der Befragten jedoch vollkommen neu kennen und erlebt sie als so interessant, dass sie einen erneuten Besuch begrüßt (vgl. 1a: 12; 1b: 11; 1d: 9; 1e: 13; 1f: 5, 8f). Auch erschließen sich nahezu alle Jugendlichen dieser Gruppe den innerstädtischen Bereich erstmals ohne Eltern bzw. vertraute Betreuer. So ist ein 15-jähriges Mädchen (1a: 3) zwar ,,ganz oft&amp;quot; in der Stadt, dass aber immer ,,mit Mama&amp;quot;. Zur Nachhaltigkeit der Erweiterung des Aktionsraums der behinderten Jugendlichen durch die Aneignung neuer Räume unabhängig von ihren Eltern können zum Zeitpunkt der Befragung keine Aussagen gemacht werden. Der Zeitraum zwischen Aktionen und Interviews war sehr kurz, so dass es nicht verwundert, dass die Jugendlichen trotz des geäußerten Interesses bis dahin keine der kennen gelernten innerstädtischen Orte erneut aufgesucht haben.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;40&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Gruppe B: Neben den vertrauten Räumlichkeiten des Internats wurden zwei weitere Räume für erlebnisorientierte Aktivitäten mit den Jugendlichen gewählt: der innerstädtische Bereich, der allen Jugendlichen bereits im Vorfeld der Projekttage bekannt war (vgl. 2a: 8; 2b: 6; 2c: 9; 2d: 9; 2e: 7f; 2f: 7f) und die Erlebniswelt des Fredenbaumparks mit ihrem Hochseilgarten. Diese kennt nur ein Jugendlicher (2f: 3) bereits vor den Aktionen. Für alle anderen ist es der erste Besuch. Mit der dort angewandten Methode des Kletterns und Sicherns haben sämtliche Teilnehmenden jedoch bereits erste Erfahrungen, einige sind durch Vereinstätigkeit und belegte Kurse auch geübt darin (vgl. 2a: 4; 2b: 3f; 2c: 4; 2d: 4; 2e: 4; 2f: 3). Alle berichten vom Spaß am Klettern und äußern sich positiv über die Projektaktion. Drei Jugendliche geben an, die Beschäftigung weiterführen zu wollen. Daher ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass sich die erfahrene Erweiterung des Aktionsraums um die Erlebniswelt ,,Fredenbaum&amp;quot; als nachhaltig heraus stellen wird. Dass bis zum Zeitpunkt der Befragung niemand aus der Gruppe den Hochseilgarten erneut aufgesucht hat (vgl. 2a: 5; 2c: 4; 2e: 4), verwundert auf Grund der Kürze des Zeitraums zwischen Aktionen und Befragung nicht. Gruppe C: Auch in dieser Gruppe bildeten sowohl die Innenstadt Dortmund als auch die Erlebniswelt des Fredenbaumparks mit seinen Klettermöglichkeiten die erlebnisorientierten Aktionsräume. Der innerstädtische Bereich ist allen Jugendlichen bereits bekannt (vgl. 3b: 5; 3c: 8; 3d: 6; 3e: 8; 3f: 8; 3g: 6). Nur einem 11-jährigen Mädchen (3a: 8) ist er weniger vertraut, da sie etwas entfernt wohnt und die Dortmunder Schule erst seit kurzer Zeit besucht. Sie gibt an, die Innenstadt mit Freundinnen, Eltern und anderen Familienangehörigen erneut besuchen zu wollen. Ihre 10-jährige Freundin berichtet, mit ihr bereits in der Woche der Befragung dort zum Einkaufen gewesen zu sein (vgl. 3d: 6). Ob dies&lt;br /&gt;41&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;auf die innerstädtischen Aktivitäten zurückzuführen ist, muss offen bleiben. Der Hochseilgarten dagegen war nur einer 14-jährigen Teilnehmerin im Vorfeld der Aktionen bekannt (vgl. 3c: 3), die Methode des Kletterns und Sicherns neben ihr auch einem 10-jährigen Mädchen (vgl. 3d: 3). Für alle anderen Jugendlichen sind sowohl die Räumlichkeiten als auch die Aktionen vollkommen neu (vgl. 3a: 3; 3b: 3; 3e: 4; 3f: 4; 3g: 4). Die Tatsache, dass die Mehrheit der Befragten diese Aktivität wiederholen möchte, kann an dieser Stelle als gute Voraussetzung für eine nachhaltige Aneignung bewertet werden (vgl. 3a: 4; 3d: 3; 3e: 5; 3f: 5; 3g: 4). Da auch bei dieser Gruppe zwischen Kletteraktion und Befragung nur zwei Wochen lagen, die von den Jugendlichen nicht zum erneuten Aufsuchen des Hochseilgartens genutzt wurden, können zur tatsächlichen Nachhaltigkeit keine Aussagen getroffen werden. Schlussfolgerung: Die Auswertung dieser Kategorie, die die Aneignung neuer, erlebnisorientierter Aktionsräume in der eigenen Lebensumwelt beinhaltet, zeigt, dass sich die Jugendlichen sowohl neue als auch ihnen bekannte Orte und Plätze im Rahmen des Projekts auf eine neue Weise erobert haben. Zur Nachhaltigkeit der Aneignung neuer Räume in der Lebensumwelt der Befragten können auf Grund des geringen zeitlichen Abstandes zwischen Aktionen und Interviews keine Aussagen getroffen werden. Erst die Zukunft wird zeigen, ob und wie die einzelnen Jugendlichen die innerstädtischen Räume und die Erlebniswelt im Fredenbaumpark nutzen werden. Als gute Voraussetzung für eine nachhaltige Aneignung kann jedoch gesehen werden, dass die Aktivitäten den Jugendlichen Spaß gemacht haben und dass sie äußern, diese erneut ausüben zu wollen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;42&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;3.2.3 Teilhabe behinderter Mädchen und Jungen an Angeboten im Bereich der kommunalen Jugendarbeit sowie am Leben der Gemeinschaft Das Projektziel der Teilhabe am Leben der Gemeinschaft und an Angeboten im Bereich der kommunalen Jugendarbeit ist vor allem längerfristig angelegt. So werden im Rahmen des Projekts erst im Anschluss an die Aktionstage, in denen zunächst grundlegende Kompetenzen für Teilhabe gefördert wurden, Kontakte zu Jugendfreizeitstätten u.ä. hergestellt (vgl. Projektantrag 2006: 13). Die Evaluation kann nur bisherige Entwicklungen und Voraussetzungen berücksichtigen und daher hierzu keine Zielüberprüfung bieten. Da beide Teamerinnen das Ziel der Teilhabe im Experteninterview benennen, ist zu erwarten, dass dem Aufbau von Teilhabemöglichkeiten für behinderte Jugendliche im kommunalen Bereich in der nach Abschluss der Aktionstage verbleibenden Projektlaufzeit eine hohe Gewichtung zukommt. Gruppe A: Die Aneignung neuer, erlebnisorientierter Aktionsräume als Voraussetzung für Teilhabe ist in dieser Gruppe neben Umweltbarrieren besonders dadurch erschwert, dass fast alle Jugendlichen sehr an Eltern bzw. Elternteile oder Betreuer gebunden sind und Aktivitäten im öffentlichen Raum stets gemeinsam mit diesen durchführen. Auf die Frage, ob ein Stadtbesuch auch allein möglich ist, antwortet ein 15-jähriges Mädchen (1a: 3):&lt;br /&gt;,,Nö, darf ich noch nicht&amp;quot;.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Auch ein 20-jähriger Teilnehmer befindet sich stets in Begleitung seiner Eltern, würde jedoch hierfür eher seine Freunde aus dem Wohnheim bevorzugen (vgl. 1f: 5). Öffentliche Verkehrsmittel nutzt er trotz seines Alters, seiner Kenntnisse über deren Benutzung sowie seiner Begeisterung ebenfalls nie allein (vgl. ebd.: 6).&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;43&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;,,Und bald alleine fahren, bald alleine. Meine Eltern das beibringen bald.&amp;quot; (ebd.).&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Nur eine 15-jährige Teilnehmerin (1c: 4) bewegt sich sowohl vor als auch nach den Projekttagen regelmäßig allein oder mit Freundinnen im Stadtgebiet. Die Teilhabe am Leben der Gemeinschaft wird ihr als Rollstuhlfahrerin dennoch erschwert. Trotz ihrer Selbstständigkeit bei der Benutzung öffentlicher Verkehrsmittel hat sie keine Chance, diese frei zu wählen:&lt;br /&gt;,,Nein, allein geht ja nicht in die Straßenbahn. [...] Drei Stufen. [...] da passt der Rollstuhl gar nicht durch, weil da eine Stange ist&amp;quot; (ebd.: 4).&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;So gibt es auch während der Projektaktionen immer wieder Hindernisse, die die Jugendliche in schlechter Erinnerung behalten hat:&lt;br /&gt;,,Ja, in Köln, da mussten wir ne Treppe hoch, weil wir sonst einmal ganz außen um so ein großes Gebäude rumgemusst hätten&amp;quot; (ebd.: 12).6&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die meisten Gruppenmitglieder zeigen ein deutliches Bewusstsein für derartige Barrieren. Sehr präsent ist ihnen die Rückfahrt von Paderborn, als die Gruppe auf Grund veralteter, nicht rollstuhlgeeigneter Züge getrennt zurückfuhr, um zumindest für einen Teil der Gruppe den verabredeten Zeitplan einzuhalten. So fordert eine 16-jährige Teilnehmerin (1b: 12):&lt;br /&gt;,,Da auch Rampe hinbauen&amp;quot;, damit ,,alle zusammen fahren&amp;quot; können.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ein sprachbehinderter Teilnehmer argumentiert in die gleiche Richtung, die Züge zu verändern (vgl. 1e: 4). Der 19-jährige Teilnehmer mit Down-Syndrom (1d: 6) bemerkt die Hilfestellung der eigenen Gruppe (,,die aufgehoben&amp;quot;), äußert sich aber auch positiv über die erlebte externe Unterstützung:&lt;br /&gt;6&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Nach Aussage einer Projektmitarbeiterin gab es keine Alternative zur Treppe.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;44&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;,,Da kam ein, ein Chef und der hat uns, den Rollstuhl in die, mit der Rampe, und dann konnte die da drüber fahren und dann hat das geklappt&amp;quot; (ebd.).&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die in den Aktionen gesammelten Erfahrungen, Lebensräume unabhängig von Eltern zu erschließen, selbstständig unbekannte Mitmenschen ansprechen und trotz vorhandener Barrieren Vorhaben erfolgreich umsetzen zu können, sind gute individuelle Voraussetzungen für einen Zuwachs an Teilhabeaktivitäten der Jugendlichen. Notwendige strukturelle Voraussetzungen für gelingende Teilhabe stellen allerdings Barrierefreiheit der Umweltbedingungen, z.B. der Jugendfreizeitstätten, sowie eine familiäre Umgebung, das die Unabhängigkeit und Eigenaktivität der Jugendlichen fördert, dar. Gruppe B: Im Vergleich zu Gruppe A hatten diese Jugendlichen schon vor Projektbeginn deutlich erweiterte Teilhabemöglichkeiten im öffentlichen Raum. Die Jugendlichen erreichen die vereinbarten Treffpunkte ohne Schwierigkeiten mit öffentlichen Verkehrsmitteln und nutzen diese auch sonst sehr eigenständig. Ihre Freizeit verbringen die Jugendlichen regelmäßig in der Dortmunder Innenstadt, wobei stets Freunde als Begleitung angegeben werden und Eltern eine untergeordnete Rolle spielen 7 (vgl. 2a: 8; 2b: 5f; 2c: 8f; 2d: 7ff; 2e: 7f; 2f: 7):&lt;br /&gt;,,Mit meinen Freundinnen ganz oft shoppen&amp;quot; (2c: 9). ,,Oder manchmal gehe ich auch mit Freunden in die Stadt oder zum Schwimmbad&amp;quot; (2a: 8).&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Während der Projektaktionen sind individuelle Voraussetzungen einer verbesserten Teilhabe geschaffen worden. Dass einige hörgeschädigte Jugendliche über Hemmungen bei der&lt;br /&gt;7&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Hier kann ein Zusammenhang mit dem Internatsleben der Jugendlichen bestehen, nur einige teilnehmende Kinder und Jugendliche leben bei ihren Eltern. 45&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ansprache fremder Personen berichten, sich nach der Projektaktion jedoch sicherer fühlen (s. Kategorie 1: 3.2.1), kann dazu beitragen, ihre Teilhabe am Leben der Gemeinschaft weiter zu erhöhen. Die mit Freude wahrgenommene Herausforderung des Kletterns und das Interesse, diese Freizeitaktivität in einer öffentlichen Freizeitstätte erneut ausüben zu wollen, lässt auf verbesserte individuelle Teilhabevoraussetzungen schließen. Gruppe C: Die Teilhabemöglichkeiten dieser Gruppe sind zu Projektbeginn vergleichbar mit denen der Gruppe B, obwohl das Alter der Befragten mit durchschnittlich 11 ½ Jahren niedriger ist. So bewegt sich auch ein nach Dortmund zugezogenes 10-jähriges Mädchen bereits nach kurzer Zeit ohne Erwachsene im städtischen Raum. Die anfängliche ,,Begleitung&amp;quot; durch ihre Großeltern ist auf wenige Male begrenzt. Nach kurzer Zeit geht sie gemeinsam mit einer Freundin aus dem Internat in die Stadt (vgl. 3d: 6). Freunde spielen auch bei den übrigen Jugendlichen eine wesentliche, Erzieher oder Verwandte eine untergeordnete Rolle als Begleitung in der Stadt (vgl. 3b: 6; 3c: 8; 3e: 8; 3f: 8; 3g: 6). Dies kann auch durch das Leben im Internat begründet sein, wie die folgende Äußerung eines 12-jährigen Jungen deutlich macht:&lt;br /&gt;,,[...] bei uns ist es im Haus so, dass wir in Gruppen in die Stadt gehen&amp;quot; (3f: 8).&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Bei der Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel zeigen die Jugendlichen eine hohe Eigenständigkeit. Mit Ausnahme eines 11-jährigen Mädchens (3b: 5), das bis dahin noch nicht ohne Begleitung gefahren ist, erreichen alle Kinder und Jugendlichen auch ohne Erwachsene ihr Ziel und scheinen hierbei keine Schwierigkeiten zu haben (vgl. 3a: 7; 3c: 8; 3d: 6; 3e: 8; 3f: 8; 3g: 6). Dieser Umstand sowie die Tatsache, dass die Mehrheit der Befragten großes Interesse an einer Fortsetzung des Kletterns&lt;br /&gt;46&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;zeigt, stellen wesentliche Voraussetzungen einer verbesserten Teilhabe im Bereich der kommunalen Jugend- und Freizeitarbeit dar. Schlussfolgerung: Die Auswertung dieser Kategorie zeigt, dass die Teilhabe behinderter Mädchen und Jungen an Angeboten der kommunalen Jugendarbeit sowie am Leben der Gemeinschaft besonders in Gruppe A eingeschränkt ist. So erfolgte die Fortbewegung mit öffentlichen Verkehrsmitteln kaum eigenständig, was neben baulichen Barrieren vor allem auf elterliche Reglementierung zurückzuführen ist. Selbst die Begleitung durch Gleichaltrige im Bereich der Innenstadt ist nicht selbstverständlich. Die Aussagen der Jugendlichen aller Gruppen können als Anzeichen dafür gewertet werden, dass sich durch die Projektaktivitäten die individuellen Voraussetzungen zur Partizipation an Angeboten der kommunalen Jugendarbeit verbessert haben. Dies beschreibt auch die Teamerin Alexandra Franz, indem sie das Teilhabeziel als erreicht bewertet (s. Kap. 3.1.4). Grundsätzlich können sich gesteigerte individuelle Teilhabekompetenzen nur dann positiv auf Teilhabeaktivitäten der Jugendlichen auswirken, wenn diese nicht von vornherein, wie insbesondere bei Gruppe A der Fall, verwehrt werden. Hier stellt sich die Frage, ob zusätzlich zu den hier evaluierten Gruppenangeboten gezielte Förderung und Beratung einzelner Jugendlicher und deren Eltern erfolgen sollte. 3.2.4 Entwicklung von Vertrauen zueinander und Erleben von Solidarität und Kooperation untereinander Gruppe A: Sowohl das erste Treffen als auch das weitere Kennenlernen und Zusammenarbeiten der Gruppe sind sehr positiv verlaufen. Die anfängliche Aufregung ist schnell einem vertrauten Umgang&lt;br /&gt;47&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;gewichen, obwohl der Großteil der Jugendlichen einander fremd war. Da sie keine wesentlichen Präferenzen hinsichtlich einer Kooperation bei Partnerübungen angeben und die Frage nach Streit innerhalb der Gruppe von allen Jugendlichen entschieden verneint wird, ist von einem harmonischen Miteinander auszugehen (vgl. 1a: 1f; 1b: 1; 1c: 1; 1d: 1f; 1e: 1f; 1f: 1ff). Auch äußern sich fünf der Befragten positiv über die Gewährung gegenseitiger Hilfen. Nur ein 15-jähriges Mädchen (1a: 2f) sucht eher bei einer weiblichen Honorarkraft Unterstützung. Ein Wiedersehen der Jugendlichen nach Abschluss der Aktionstage wird von allen gewünscht und die Einladung eines Teilnehmers (1d: 17) zu einem Theaterstück an seiner Schule gern angenommen (vgl. 1a: 18; 1b: 15; 1c: 12; 1e: 16; 1f: 14). Das durch die Projektaktivitäten erfolgreich aufgebaute Vertrauen wird auch gegenüber den Projektmitarbeitenden sichtbar, da sich die Teilnehmenden grundsätzlich auf die Übungen und Aktionen einlassen und mit einer Ausnahme (vgl. 1c: 10) das Gefühl haben, jederzeit mitteilen zu können, wenn sie bei einer Aktion nicht teilnehmen wollen (vgl. 1a: 15; 1b: 13; 1d: 14; 1e: 15). Ein Jugendlicher (1f: 2) berichtet im Zusammenhang mit der `Papierwand-Aktion´ von der Bedeutsamkeit, sich auf die Teamer verlassen zu können. Gruppe B: Das erste Treffen ist für die Jugendlichen mit unterschiedlichen Gefühlen verbunden. Die Hälfte der Jugendlichen gibt an, auf Grund der neuen Situation und einiger unbekannter Gesichter aufgeregt gewesen zu sein (vgl. 2b: 1; 2d: 1; 2e: 1), die meisten kennen sich jedoch aus dem Internat. Alle Jugendlichen meinen, sich besonders am Anfang untereinander nicht gut verstanden zu haben. Während ein 13-jähriger Junge die Frage auf kommunikative Fähigkeiten bezieht (vgl. 2d: 1), sprechen die übrigen Teilnehmenden konkret von Strei48&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;tigkeiten und machen diese meist an einzelnen Gruppenmitgliedern fest (vgl. 2a: 1; 2b: 1; 2c: 1; 2e: 1; 2f: 1, 4). Eine Verbesserung nehmen vier der Befragten wahr, wobei ein 13-jähriges Mädchen den Grund in der Abwesenheit der Streit auslösenden Person sieht (vgl. 2c: 2). Für ein anderes Mädchen (2a: 2) hat es sich positiv ausgewirkt,&lt;br /&gt;,,dass wir ihn daran erinnert haben, dass es nicht so gut ist, wie er sich verhalten hatte.&amp;quot;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Als hilfreich haben sich nach Ansicht eines 13-jährigen Mädchens und eines 16-jährigen Jungen auch projektinterne Übungen erwiesen, bei denen alle ,,zusammen arbeiten mussten, im Team&amp;quot; (2a: 2; vgl. auch 2e: 2). Für den vierten Teilnehmer basiert die verbesserte Situation vor allem auf festgelegten Regeln innerhalb eines Gruppenvertrags (vgl. 2f: 1f). Dem stimmen die übrigen drei Teilnehmerinnen in ihren Einzelinterviews auf Nachfrage zu, so auch der 16-jährige Jugendliche (2e: 3):&lt;br /&gt;,,Das war ganz nützlich. Damit es halt, damit es halt nicht zu diesen Streitigkeiten kommt. Das ganze relativ flüssig ablaufen konnte.&amp;quot;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Mehr als die Hälfte der Befragten bevorzugt keinen bestimmten Partner bei der durchgeführten Kletteraktion, die Kooperation und gegenseitiges Vertrauen erfordert, und fühlt sich mit allen Gruppenmitgliedern sicher (vgl. 2a: 3f; 2d: 3; 2e: 3f; 2f: 2f). Nur ein 13-jähriges Mädchen bevorzugt hierfür eindeutig die Erwachsenen und hätte sich nicht von jedem Jugendlichen sichern lassen. Das Vertrauen in ihren selbst gewählten Partner ist insgesamt im Projektverlauf durch die wiederholten Kletteraktionen offensichtlich gewachsen:&lt;br /&gt;,,Am Anfang hatte man Angst, und dann nicht mehr. [...] Weil ich dachte, ich konnte nicht so sicher sein, mit dem, dann hat das doch gut geklappt&amp;quot; (2c: 3).&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;49&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Zu den Projektmitarbeitenden besteht generell ein Vertrauensverhältnis, da sich die Jugendlichen auf die Übungen einlassen. So können sich nur zwei Teilnehmende nicht vorstellen, den Teamleitenden ihren Wunsch mitzuteilen, bei einer Aufgabe nicht mitzumachen (vgl. 2b: 5; 2e: 7):&lt;br /&gt;,,Also, ich würde da, ich könnte es nicht sagen, weil ich würde seine Gefühl verletzen oder so&amp;quot; (2a: 7).&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Gruppe C: Auch in dieser Gruppe bestanden bereits vor Projektbeginn Bekanntschaften und auch Freundschaften. Dennoch sind drei der Befragten beim ersten Zusammentreffen aufgeregt (vgl. 3b: 1; 3d: 1; 3e: 1), zwei weitere Teilnehmende sogar ,,ängstlich&amp;quot; (3a: 1; 3g: 1), darunter ein 12-jähriger Junge, der sich jedoch schnell wohler fühlt:&lt;br /&gt;,,Am Anfang habe ich mich ängstlich gefühlt, danach wurde ich immer mutiger. [...] Und danach habe ich mehrere Kinder kennengelernt&amp;quot; (ebd.)&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Drei der Jugendlichen haben einen positiven Eindruck vom Miteinander der Gruppe (vgl. 3b: 1; 3c: 1; 3d: 1), zwei 12-jährige Jungen sprechen jedoch auch von Streitigkeiten und beziehen sich dabei auf die jeweils andere Person (vgl. 3f: 2ff; 3g: 1, 9). Ebenso berichtet ein 11-jähriges Mädchen von Auseinandersetzungen zwischen einzelnen Personen (vgl. 3e: 1). Eine gleichaltrige Jugendliche (3a: 1) macht dies an gegenseitigen Bewertungen, wie ,,Ey, die ist ja so zickig&amp;quot; fest, beschreibt aber auch eine Verbesserung der Situation:&lt;br /&gt;,,Dass die Menschen ruhiger waren, damit wir nicht sofort [sagen] `Hey, die macht ja nicht richtig´ und so weiter&amp;quot; (ebd.).&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Geholfen haben dabei ihrer Ansicht nach nicht nur Regeln, sondern auch Projektaufgaben, speziell eine Übung mit weniger werdenden Matten (vgl. ebd.: 2).&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;50&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Mangelndes Vertrauen bei Partneraktionen von 3 Jugendlichen, einem der 12-jährigen Jungen sowie einem 11-jährigen und einem 14-jährigen Mädchen können in diesen Streitigkeiten und gegenseitigen Antipathien begründet sein (vgl. 3f: 3f; 3b: 2; 3c: 2f). Auch eine 10-jährige Teilnehmerin (3d: 2) vertraut eher einem ,,Freund&amp;quot; und wählt daher ihren Partner lieber selbst. Die übrigen Jugendlichen sind uneingeschränkt zu Kooperation und Zusammenarbeit bereit. Sie stufen alle Gruppenmitglieder als verlässlich und vertrauenswürdig ein (vgl. 3a: 2f; 3e: 3; 3g: 2f). Zu den Projektmitarbeitenden zeigt sich auch in dieser Gruppe insofern ein Vertrauensverhältnis, als dass sich sechs der sieben Befragten entweder bereitwillig auf die Übungen und Aktionen einlassen oder das Gefühl haben, immer mitteilen zu können, wenn sie sich nicht beteiligen wollen bzw. dies auch tun. Schlussfolgerung: Die Auswertung dieser Kategorie hat ergeben, dass die Mehrheit der befragten Jugendlichen einander vertraut. Eine deutliche Entwicklung im Sinne der Zielformulierung ist bei Gruppe A festzustellen, deren Mitglieder sich im Vorfeld der Projekttage kaum oder gar nicht kannten und nach ersten Aktionen zu einem harmonischen Miteinander finden. Auch die zu Anfang ausgeprägteren Streitigkeiten unter den Jugendlichen der Gruppen B und C schränken das Erleben von Kooperation und Solidarität nicht wesentlich ein, was sich besonders im Zusammenhang mit der Methode des Kletterns zeigt. Der Großteil der Teilnehmenden hat ausreichend Vertrauen bei dieser Partnerübung und stuft seine Begleiter als verlässlich ein. Auch berichten viele Gruppenmitglieder, dass die Aktionen zu einem Rückgang der Konflikte beigetragen haben. Zu den Projektmitarbeitenden besteht generell ein vertrauensvolles Verhältnis. Selbst wenn dies nicht immer explizit benannt wird, zeigt es sich daran, dass die Jugendlichen mit drei Ausnahmen angeben, ihre Bedürfnisse den Projektmitarbeitenden gegenüber zu äußern.&lt;br /&gt;51&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Diese Ergebnisse weisen darauf hin, dass sich die prozessorientiert angelegten Aktionen und Kooperationsaufgaben, wie beabsichtigt und von den Teamerinnen eingeschätzt (s. Kap. 3.1.4), vertrauensbildend ausgewirkt haben. Ferner sind sie als Hinweis darauf zu werten, dass es den Teamerinnen, wie in den Experteninterviews dargestellt (s. Kap. 3.1.3), gelungen ist, durch gezielte Methodenwahl und -variation den unterschiedlichen Ausgangslagen der Gruppen gerecht zu werden. 3.2.5 Kennenlernen von eigenen Rechten und Erfahren von Selbstwirksamkeit Gruppe A: Bereits die Auswertung der vorangegangenen Kategorie lässt erkennen, dass die meisten Jugendlichen dieser Gruppe keine grundsätzlichen Probleme damit haben, ihre Wünsche und Bedürfnisse bei den Aktionstagen einzubringen. Die Ergebnisse dieser Kategorie zeigen, dass sie darüber hinaus ihren eigenen Hilfebedarf sehr genau erfassen (vgl. 1a: 11; 1b: 7, 7; 1c: 3; 1e: 8; 1f: 3). Bei zwei Befragten wird besonders deutlich, dass sie die benötigten Hilfen in unterschiedlichen Situationen bei verschiedenen Personen unvermittelt einfordern (vgl. 1c: ebd.; 1e: ebd.). Selbstverantwortliches und selbstbestimmtes Handeln zeigt sich in Ansätzen auch bei der oben beschriebenen Rückfahrt aus Paderborn. Die Jugendlichen, die eine gemeinsame Rückfahrt der getrennten vorziehen, geben an, sich dementsprechend gegenüber den Projektmitarbeitenden geäußert zu haben (vgl. 1a: 13; 1b: 12). Das 15-jährige rollstuhlnutzende Mädchen beschreibt das Ereignis als Barriere.&lt;br /&gt;,,Ja, also man musste es ja hinnehmen ein bisschen, weil anders ging´s halt nicht, und ich fand´s dann nicht so schlimm. [...] Also die, ich kann die Betroff-, also, die Leiter von der Bahn ja auch verstehen. Wenn die jetzt echt nur die alten Züge hatten,&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;52&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;also die alten Bahnen, dann konnten sie auch nichts daran ändern&amp;quot; (1c: 9).&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Aus den Interviews mit den Jugendlichen geht nicht hervor, inwieweit diese Situation von den Projektmitarbeitenden genutzt wurde, um die Entwicklung von Handlungsstrategien für vergleichbare Situationen und somit Erfahrungen von Selbstwirksamkeit zu ermöglichen. Gruppe B: Trotz der in der vorangegangenen Kategorie angesprochenen Hemmungen zweier Teilnehmerinnen, ihre Wünsche gegenüber den Mitarbeitenden zu äußern, gehen die Jugendlichen insgesamt relativ offen mit ihren Bedürfnissen um. Bezogen auf ihre Hörschädigung und die damit verbundenen Verständigungsschwierigkeiten treten alle Befragten selbstbestimmt auf und fordern eine Änderung der jeweils problematischen Situation oder fragen nach (vgl. 2a: 6; 2b: 4; 2c: 8; 2d: 6; 2f: 6). Eine Teilnehmerin verlässt sich stattdessen auf das gegenseitige Übersetzen und Unterstützen durch Peers (vgl. 2a: 7). Mit Ausnahme eines 13-jährigen Mädchens (2c: 12) sind sich die Jugendlichen darüber einig, dass die Projektaktivitäten überwiegend von den Mitarbeitenden vorgegeben wurden. Während vier auf Nachfrage angeben, dies auch so in Ordnung zu finden (vgl. 2a: 11; 2c: 12; 2e: 10; 2f: 11), hätten sich zwei Teilnehmende über mehr Mitsprachemöglichkeiten gefreut:&lt;br /&gt;,,[...] wollte ich noch was sagen, aber die hatten schon alles geplant, da konnte ich nicht mitmachen&amp;quot; (2d: 11). ,,Ich selber was, Ideen machen, was ich dann gerne machen möchte&amp;quot; (2b: 9).&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Gruppe C: Bezüglich ihrer Hörbeeinträchtigung gehen die befragten Jugendlichen offen mit ihren Bedürfnissen um und fordern bei&lt;br /&gt;53&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Bedarf situative Veränderungen und Unterstützung ein. Neben gegenseitiger Hilfe spielen hierbei auch projektinterne Regelungen eine Rolle, wie ein 11-jähriges Mädchen beschreibt:&lt;br /&gt;,,Ja, da hatten wir ein Stopp-Zeichen, das musste man so immer machen, ja, und dann hat das alles auch geklappt. Da war ja Marc dabei, der Dolmetscher, also, da konnte man alles verstehen. Und auch, wenn man laut redet&amp;quot; (3a: 6).&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Sechs Jugendliche sprechen sich für eine freie Partnerwahl bei bestimmten Aktivitäten aus und geben an, dass sie dies auch, allerdings ohne Erfolg, gegenüber den Mitarbeitenden geäußert haben (vgl. 3a: 2; 2b: 2; 3c: 2; 3d: 2; 3f: 2f; 3g: 2f). Während es eine 11-jährige Jugendliche (2e: 2) in Ordnung findet, dass die Teamer und Teamerinnen die jeweiligen Aktions-Partner und -Partnerinnen ,,dann doch bestimmt&amp;quot; haben, wirkt ein 12-jähriger Teilnehmer eher frustriert:&lt;br /&gt;,,Klar habe ich das schon gesagt, sehr oft habe ich das sogar schon gesagt. [...]die reagieren da gar nicht drauf, denen ist das scheißegal&amp;quot; (3f: 2f).&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Einen Grund für diese Vorgabe benennt ein 11-jähriges Mädchen (3a: 2):&lt;br /&gt;,,Ich durfte nie entscheiden. Weil wir wollten immer die besten Freunde, das klappt aber nicht, dann haben die entschieden.&amp;quot;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Unmut über Entscheidungen von Projektmitarbeitenden wird in einer Aussage einer weiteren Jugendlichen deutlich, die durch ihre Äußerung zu einem Spiel wenig bewirkt:&lt;br /&gt;,,Und dann habe ich gesagt: `Das ist langweilig´ und dann hat der gesagt: `Du musst das aber machen´&amp;quot; (3b: 11).&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Währen zwei von sechs Jugendlichen angeben, sich an der Planung der Aktionstage beteiligt zu haben (vgl. 3b: 8; 3f: 11), sind sich die übrigen Teilnehmenden einig:&lt;br /&gt;,,[...] das machen nur die Erwachsenen&amp;quot; (3a: 11).&lt;br /&gt;54&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ein 11-jähriges Mädchen (3e: 11) bemerkt:&lt;br /&gt;,,Das war dann immer schon geplant und die haben es uns dann erklärt&amp;quot; (3e: 11),&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;und ist damit zufrieden. Alle anderen Jugendlichen wünschen sich auf Nachfrage mehr Mitspracherecht bzw. -möglichkeiten. Schlussfolgerung: Die Auswertung dieser Kategorie macht deutlich, dass das Projekt den befragten Jugendlichen einen Rahmen bietet, Wünsche zu äußern und offen mit ihren Bedürfnissen umzugehen. Jedoch sehen sie ihre Wünsche nicht immer berücksichtigt. Einige Jugendliche wünschen weniger starre Strukturen und Vorgaben seitens der Mitarbeitenden sowie mehr Mitspracherecht bei der Planung einzelner Aktionen. Inwieweit individuelle und projektbezogene Wünsche einzelner Jugendlicher in Projekten mit derart klaren auf die jeweilige Gruppe ausgelegten Zielvorgaben realisiert werden können, bleibt fraglich. Inwieweit es sich um Wünsche innerhalb oder außerhalb der in der Erlebnispädagogik üblicherweise vereinbarten Gruppenregelungen handelt, bleibt ebenfalls unklar. Die Experteninterviews zeigen, dass die Teamerin Alexandra Franz in erster Linie selbstbestimmte Wahlmöglichkeiten und das Äußern von Wünschen als gelungen aufzeigt und dabei auch die zunehmende Kritikfähigkeit der Jugendlichen betont. Sie erwähnt nicht, dass von Jugendlichen geäußerte Wünsche nicht umgesetzt wurden (s. 3.1.4). Auch Stefannie Janne Klar bestätigt in der Diskussion der Ergebnisse der Jugendlicheninterviews (13) die Gewährung von Entscheidungsspielräumen ,,in einem festgelegten Rahmen&amp;quot;. Unklar bleibt, ob das klare Aufzeigen von Entscheidungsspielräumen und -grenzen gegenüber den Jugendlichen möglicherweise zu kurz gekommen ist. Gerade bei Projekten dieser Art ist es bedeutsam, projektimmanente Strukturen und Entscheidungsstrukturen transparent zu machen sowie den Jugend55&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;lichen Entscheidungsspielräume einzuräumen und ihnen diese aufzuzeigen, um die Erfahrung von Selbstwirksamkeit zu verstärken. 3.2.6 Stellenwert von Behinderung Gruppe A: Der Mehrheit der Befragten fällt die Beantwortung der Frage nach dem eigenen Behinderungsverständnis auffallend schwer. So äußern zwei Mädchen und zwei Jungen, es nicht zu wissen (vgl. 1a: 7f; 1b: 7; 1d: 11; 1f: 9). Auf Nachfrage setzen zwei der vier Jugendlichen die Begriffe `krank´ und `behindert´ gleich. Ein sprachlich beeinträchtigter Junge (1e: 9f) hat zwar eine Vorstellung von den angesprochenen Begrifflichkeiten, sieht auch eine gewisse Verbindung zwischen `krank´ und `behindertsein`, kann den verbleibenden Unterschied jedoch nicht benennen. Eine differenzierte Sichtweise von Behinderung wird nur bei einem körperbehinderten Mädchen (1c: 7) deutlich:&lt;br /&gt;,,Ja, dass man ein Handicap hat. Dass man zum Beispiel Probleme hat, irgendwo reinzukommen, in Räume, in Häuser oder so was, dass man da nicht so alleine rein kommt, ohne Hilfe. [...] wo es dann barrierenfrei ist, ist man auch nicht so wirklich behindert&amp;quot;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Dennoch sieht sie keinen großen Unterschied zu ihren nichtbehinderten Mitschülern und -schülerinnen und fühlt sich `total normal´ (ebd.: 7f). Dieses Gefühl äußern weitere drei Jugendliche entschieden. Mit Ausnahme des 19-jährigen Teilnehmers mit Down-Syndrom (1d: 12) nehmen alle Befragten die unterschiedlichen Beeinträchtigungen innerhalb der Gruppe wahr und sind mit der vorhandenen Gruppenstruktur zufrieden. Drei Jugendliche (1c: 8; 1e: 10f; 1f: 10) können sich ebenso eine Gruppenzusammensetzung mit nichtbehinderten Teilnehmenden vorstellen, zwei&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;56&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Mädchen (1a: 8f; 1b: 8) lehnen diese mögliche Konstellation jedoch ohne Begründung ab. Körperliche Beeinträchtigungen der Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen bzw. Honorarkräfte werden zwar von vier Jugendlichen bemerkt, sind jedoch nicht weiter von Bedeutung (vgl. 1b: 9; 1c: 8; 1e: 11f; 1f: 10). Ein 15-jähriges Mädchen ist grundsätzlich neugierig auf die Körperbehinderung einer Mitarbeiterin, allerdings erst, nachdem sie von ihrer Mutter darauf aufmerksam gemacht wurde:&lt;br /&gt;,,Ja, Mama ist das zuerst aufgefallen, mir erst später. [...] Nein, ich hab nicht drauf geachtet, ich hab da nur einmal von der Seite geguckt, habe aber nichts gesehen&amp;quot; (1a: 10).&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Darüber hinaus macht sie keinen Unterschied zwischen behinderten und nichtbehinderten Mitarbeitenden und legt ihren Fokus eher auf charakterliche Eigenschaften der Personen (vgl. ebd.). Bei zwei Jungen hat eine blinde männliche Honorarkraft einen bleibenden Eindruck hinterlassen. So deutet der sprachbehinderte Teilnehmer einen Lerneffekt durch dessen Erklärungen an (vgl. 1e: 12), ein 20-jähriger Teilnehmer berichtet von einer Übung im `Blindenführparcours´:&lt;br /&gt;,,Ja, ich hab ein bisschen was nachgespielt. [...] Ein bisschen geführt, mit dem Seil&amp;quot; (1f: 11).&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Gruppe B: Die Jugendlichen dieser Gruppe haben weniger Schwierigkeiten, ihr Verständnis von `Behinderung´ zu beschreiben (vgl. 2a: 5; 2b: 4; 2c: 6; 2d: 5; 2e: 5f; 2f: 6). Obwohl der Fokus überwiegend auf einer körperlichen Schädigung bzw. speziell einer Hörschädigung liegt, distanzieren sich die Befragten vollständig von einer synonymen Verwendung des Begriffs `Krankheit´. Stellvertretend für alle Teilnehmenden spiegelt dies die folgende Aussage eines 13jährigen Mädchens wieder:&lt;br /&gt;57&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;,,Hörbehinderung ist, wenn man nicht gut hören kann wie die anderen. Ist normal, ist nicht krank&amp;quot; (2b: 4).&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Auch die übrigen Jugendlichen fühlen sich `total normal´ (vgl. 2a: 5; 2d: 5; 2e: 4; 2f: 5), wobei eine 13-jährige Teilnehmerin (2c: 6) noch einen Unterschied zu hörenden Personen sieht:&lt;br /&gt;,,Ich fühle mich wie ein normaler Mensch, nur am Abend höre ich nichts, da habe ich Ruhe.&amp;quot;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Auch gehen die Befragten sowohl in der Öffentlichkeit als auch untereinander offen mit ihrer Beeinträchtigung um (vgl. 2a: 9; 2b: 7; 2c: 10; 2d: 9; 2f: 10). Die Frage nach der Gruppenzusammensetzung mit ausschließlich hörgeschädigten Jugendlichen wird sehr unterschiedlich beantwortet. Ein 13-jähriges Mädchen (2a: 5) stellt unmittelbar fest:&lt;br /&gt;,,Also, Behinderungen sagen ja nichts aus über die Person&amp;quot;.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die übrigen Jugendlichen geben jedoch deutliche Präferenzen an. So bevorzugen zwei der Befragten die vorhandene Gruppenstruktur, da sie Kommunikationsprobleme mit hörenden Teilnehmenden befürchten (vgl. 2b: 3f; 2f: 5). Drei der Befragten würden hingegen eine Gruppe aus hörgeschädigten und hörenden Mitgliedern begrüßen. Während sich zwei von ihnen dadurch mehr Spaß und Abwechslung versprechen (vgl. 2c: 5; 2d: 5), begründet ein 16-jähriger hörgeschädigter Teilnehmer seine Meinung wie folgt:&lt;br /&gt;,,Weil die Hörenden, wenn die das noch nicht kennen, dann mal kennen lernen können und die Hörgeschädigten es lernen können, mit Hörenden auch umzugehen. [...] So beide voneinander&amp;quot; (2e: 5).&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Generell scheint ihm ein ,,ganz normal[er]&amp;quot; (ebd.: 6) Umgang zwischen behinderten und nichtbehinderten Menschen wichtig zu sein, so auch mit der körperbehinderten Mitarbeiterin. Ihre&lt;br /&gt;58&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Behinderung wird auch von zwei 13-jährigen Mädchen bemerkt, die beide zu ähnlichen Einsichten gelangen:&lt;br /&gt;,,Ja, ich hab gelernt, dass sie auch Spaß hat, wenn sie die Hand ein bisschen anders hat, hat sie auch Spaß&amp;quot; (2c: 7). ,,Ja, dass man mit einer Behinderung normal leben kann&amp;quot; (2a: 6).&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Gruppe C: Den meisten Jugendlichen dieser Gruppe fällt es schwer, sich in Bezug auf ihr Behinderungsverständnis zu äußern. Im Zentrum der Überlegungen stehen häufig die körperliche Schädigung und hiermit verbundene Probleme:&lt;br /&gt;,,Ja, wenn man Hörgeräte hat, oder, oder zum Beispiel stumm ist&amp;quot; (3e: 6). ,,Hm, wenn immer zwei sprechen, oder drei oder mehr, dann verstehe ich die meistens nicht&amp;quot; (3g: 5).&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ein 10-jähriges Mädchen beschreibt über eigene Schwierigkeiten hinaus auch die Unwissenheit hörender Personen:&lt;br /&gt;,,Wir wissen ja auch, dass wir auch Probleme haben und die Hörenden wissen ja gar nichts davon&amp;quot; (3d: 4).&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Insgesamt trennen vier von fünf Jugendlichen auf Nachfrage die Begriffe `krank´ und `behindert´ voneinander (vgl. 3c: 4; 3d: 4; 3e: 6; 3f: 6). Vier Jugendliche können sich auch eine `gemischte´ Gruppe vorstellen (vgl. 3b: 4; 3c: 4; 3f: 6; 3g: 5). Ein anderes 11-jähriges Mädchen favorisiert diese sogar und beschreibt Möglichkeiten der Annäherung und Unterstützung:&lt;br /&gt;,,Weil [...] die, die schwerhörig sind, können ja übersetzen, wenn zum Beispiel Hörende nicht verstehen, wenn man gebärdet, und so&amp;quot; (3a: 5).&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Zwei Mädchen bevorzugen eindeutig die bestehende Struktur (vgl. 3e: 5), (3d: 4):&lt;br /&gt;59&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;,,Besser so als mit hörend. [...] weil die Hörend wissen die, dass wir anders sind, an der Aussprache und, ich hatte auch früher nicht so viel Erfahrungen gemacht in der Grundschule, weil da waren alle hörend, das war doof für mich, und haben nur gelästert&amp;quot; (ebd.: 3f).&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Grundsätzlich geht die Mehrheit der Befragten sowohl in der Öffentlichkeit als auch untereinander offen mit ihrer Beeinträchtigung um. Nur ein 12-jähriger Jugendlicher berichtet hierbei von erlebten Beschimpfungen und macht einen freien Umgang vom freundlichen Auftreten seines Gegenübers abhängig (vgl. 3f: 9). Alle Jugendlichen fühlen sich entsprechend des Projekttitels `total normal´ (vgl. 3a: 4; 3b: 4; 3c: 4; 3d: 3; 3e: 5; 3f: 6; 3g: 4). Zur Funktion des Vorbildcharakters beeinträchtigter Mitarbeitender können in dieser Gruppe keine Aussagen getroffen werden, da an den Projekttagen dieser Gruppe keine behinderten Mitarbeitenden anwesend waren. Schlussfolgerung: Die Auswertung dieser Kategorie zeigt, dass nahezu alle Jugendlichen zwischen den Begriffen `krank´ und `behindert´ unterscheiden. Demgegenüber differenzieren nur ein 15-jähriges Mädchen der Gruppe A und im Ansatz ein 10-jähriges Mädchen der Gruppe C im Zusammenhang mit ihrem Behinderungsverständnis ein `behindert sein´ von einem `behindert werden´ und stellen letzteres in den Mittelpunkt ihrer Überlegungen. Die Mehrheit aller Jugendlichen sieht zum Zeitpunkt der Befragung, also nach Abschluss der Aktionstage, Behinderung in der eigenen Person verortet. Dies deckt sich mit der im Experteninterview von Alexandra Franz geäußerten Einschätzung. Sie erwartet im Gegensatz zu den Ergebnissen allerdings eine weitgehende Gleichsetzung von Behinderung und Krankheit. Die Auswertung bestätigt außerdem die Vermutung der befragten Mitarbeiterinnen, dass ein Reflexionsprozess von männlichen und weiblichen Leitbildern mit Behinderung kaum initiiert&lt;br /&gt;60&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;wurde. Anzunehmen ist, dass der zeitliche Rahmen des Projekts nicht ausreicht, um im Rahmen der Evaluation ein verändertes Behinderungsverständnis der Jugendlichen feststellen zu können, das auf einer Auseinandersetzung mit der Vielschichtigkeit von Behinderung beruht. Auch das von Stefannie Janne Klar im Experteninterview beschriebene ,,Neuland&amp;quot; (s. Kap. 3.1.5), Methoden zur Reflexion von Behinderung einzusetzen, unterstützt die Vermutung eines höheren Zeitbedarfs. Im Zusammenhang mit dem Aspekt Behinderung wurden außerdem Präferenzen hinsichtlich der Gruppenstruktur ermittelt. Auffällig ist hierbei, dass sich etwa die Hälfte aller befragten Jugendlichen ein Zusammenwirken auch mit nichtbehinderten Jugendlichen vorstellen kann und z.T. sogar bevorzugt. Die bewusste Entscheidung, die Gruppen homogen mit beeinträchtigten Jugendlichen zusammenzustellen, war verbunden mit der Zielsetzung, ihnen zunächst einen Rahmen zu bieten, die eigenen Bedürfnisse, Wünsche, Stärken, Ängste, Möglichkeiten und Grenzen zu erfahren bzw. sich derer bewusst zu werden (Projektantrag 2006: 6). Dieses Ziel sehen wir im Rahmen des Projekts erfüllt (s. Kap. 3.2.5). Das ebenfalls für Aktivitäten in homogenen Gruppen sprechende Ziel, zwischen der eigenen Beeinträchtigung, hieraus entstehenden Behinderungen bzw. negierten Teilhabemöglichkeiten zu differenzieren und Diskriminierungen aktiv begegnen zu können, erweist sich selbst bei ausschließlich mit beeinträchtigten Jugendlichen zusammengestellten Gruppen als zeitintensiv und konzeptionell anspruchsvoll. Inwieweit sich eine gemischte Zusammensetzung der Gruppen aus behinderten und nichtbehinderten Jugendlichen für die Zielerreichung erschwerend oder förderlich ausgewirkt hätte, kann im Rahmen der Evaluation nicht überprüft werden. Das geäußerte Interesse an gemischten Gruppen ist jedoch als positive Voraussetzung für die im Projektantrag (2006: 7) für die im Anschluss an die Projekttage geplante ,,Begegnung zwischen behinderten und nichtbehinderten Jugendlichen&amp;quot; zu werten.&lt;br /&gt;61&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;62&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;4&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Schlussbetrachtung&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Diese Evaluation betrachtet die Praxisphase des Modellprojekts ,,total normal! Behinderte Mädchen und Jungen erobern ihre Stadt&amp;quot;. Im Fokus stehen Zielerreichung, Methodenauswahl und Kooperationsgestaltung der Projektpartner ,,MOBILE Selbstbestimmtes Leben Behinderter e. V.&amp;quot; (MOBILE) und ,,Erleben Lernen Erfahren e. V.&amp;quot; (ELE). Durch den Einbezug sowohl der verantwortlichen Teamerinnen als auch der beteiligten Jugendlichen über Interviews war es möglich, einen authentischeren Einblick in das Gesamtspektrum der in der Praxisphase gesammelten Eindrücke und Erfahrungen zu gewinnen, als es z. B. eine rein teilnehmende Beobachtung oder eine Reduktion auf die Auswertung von Protokollen der Aktionstage ermöglicht hätte. Dieses Fazit zieht auf Grundlage der zentralen Forschungsfragen und des von den Teamerinnen geäußerten Veränderungsbedarfs Konsequenzen für die Ausgestaltung zukünftiger Angebote für behinderte Jugendliche. Grundsätzlich lässt sich feststellen, dass die Ergebnisse der Befragung der Jugendlichen die Einschätzung der interviewten Teamerinnen bestätigen. Dies wird besonders offensichtlich bei der ersten Forschungsfrage, die sich der Erreichung der im Projektvorhaben formulierten Ziele widmet. Die Teamerinnen bewerten die im Projektantrag anvisierten Ziele in der Arbeit mit den Mädchen und Jungen als weitgehend erreicht. Bereits beim Ziel der Förderung eigener Fähigkeiten und Stärken (Ziel 1) sowie der Selbstbehauptung (Ziel 2) bestätigt die Auswertung der Interviews mit den Jugendlichen diese Einschätzung. Deutliche Erfolge werden hier im Zusammenhang mit der Methode der Ansprache fremder Personen sichtbar. Die befragten Jugendlichen legen im Projektverlauf entweder weitgehend ihre Hemmungen ab und überwinden schließlich Angst und Aufregung oder zeigen sich auch in von ihnen nega63&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;tiv konnotierten Situationen beharrlich und selbstbewusst. Die Auswertung der diese beiden Projektziele umfassenden Kategorie der ,,Entwicklung eines neuen Selbstbewusstseins als behinderte Jugendliche bzw. behinderter Jugendlicher&amp;quot; macht jedoch auch Differenzen deutlich, die sich aus der grundsätzlich unterschiedlichen Ausgestaltung der Gruppenaktivitäten der sehr heterogen zusammengesetzten Gruppe A im Vergleich zu den Gruppen B und C mit ausschließlich hörgeschädigten Kindern und Jugendlichen erklären lassen. Den Jugendlichen der Gruppe A wurde es ermöglicht, sich wiederholt mit ihren Stärken und ihren Möglichkeiten der Selbstbehauptung auseinanderzusetzen. Sie konnten ihre Fähigkeiten im Hinblick auf diese Zielsetzung schrittweise entwickeln und sichere Fortschritte erreichen. In der Evaluation blieb offen, ob eine vergleichbare Aktionsplanung mit Wiederholungs- und Steigerungsmöglichkeiten eine deutlichere Zunahme des selbstbewussten Auftretens der Jugendlichen aus den Gruppen B und C bewirkt hätte. Das Projektziel der ,,Aneignung neuer erlebnisorientierter Räume in der eigenen Lebensumwelt&amp;quot; kann ebenfalls als erreicht angesehen werden. Die Jugendlichen haben sich sowohl unbekannte als auch ihnen bekannte Orte und Plätze im Rahmen des Projekts auf eine neue Weise erobert. Auch wenn es auf Grund des zeitlichen Rahmens der Evaluation, der lediglich die praktische Phase des Projekts umfasste, generell nicht möglich ist, valide Aussagen zur Nachhaltigkeit des festgestellten Erfahrungsund Fähigkeitszuwachses der Jugendlichen zu treffen, kann es als gute Voraussetzung für eine nachhaltige Aneignung angesehen werden, dass die Aktivitäten den Jungen und Mädchen Spaß gemacht haben und dass sie äußern, diese erneut ausüben zu wollen. Die Aussagen der Jugendlichen aller Gruppen können als Anzeichen dafür gewertet werden, dass sich durch die Projektaktivitäten die individuellen Voraussetzungen zur Partizipation an&lt;br /&gt;64&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Angeboten der kommunalen Jugendarbeit verbessert haben. Auch die Teamerinnen bewerten das Teilhabeziel als erreicht. Dies kann nicht darüber hinweg täuschen, dass die Teilhabemöglichkeiten behinderter Mädchen und Jungen an Angeboten der kommunalen Jugendarbeit sowie am Leben der Gemeinschaft besonders in Gruppe A eingeschränkt sind, was neben baulichen Barrieren vor allem auf elterliche Reglementierung zurückzuführen ist. Als Konsequenz muss berücksichtigt werden, dass sich gesteigerte individuelle Teilhabekompetenzen grundsätzlich nur dann positiv auf Teilhabeaktivitäten der Jugendlichen auswirken können, wenn diese nicht von vornherein verwehrt werden. Hier stellt sich für zukünftige Projekte und Regelangebote in der Jugendarbeit die Frage, ob nicht zusätzlich zu den hier evaluierten Gruppenangeboten gezielte Förderung und Beratung einzelner Jugendlicher und deren Eltern im Hinblick auf Assistenz, Mobilitätssicherung und Verselbstständigung erfolgen sollte. Ein notwendiger Barrierenabbau bliebe hiervon unberührt. Die Ergebnisse der Jugendlicheninterviews zu den Projektzielen ,,Entwicklung von Vertrauen&amp;quot; und ,,Erleben von Solidarität und Kooperation&amp;quot; weisen darauf hin, dass sich die prozessorientiert angelegten Aktionen und Kooperationsaufgaben, wie beabsichtigt und von den Teamerinnen eingeschätzt, vertrauensbildend ausgewirkt haben. Ferner sind sie als Hinweis darauf zu werten, dass es den Teamerinnen, wie in den Experteninterviews dargestellt, gelungen ist, durch gezielte Methodenwahl und -variation den unterschiedlichen Ausgangslagen der Gruppen gerecht zu werden. Auch für die Projektziele des ,,Kennenlernens von eigenen Rechten&amp;quot; und des ,,Erfahrens von Selbstwirksamkeit&amp;quot; bot das Projekt den Kindern und Jugendlichen einen geeigneten Rahmen, der es ihnen ermöglichte, ihre Wünsche klar zu äußern und offen mit ihren Bedürfnissen umzugehen. Für eine von den Teamerinnen&lt;br /&gt;65&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;ebenfalls festgestellte zunehmende Kritikfähigkeit der Jugendlichen spricht, dass einige ihre geäußerten Wünsche nicht ausreichend erfüllt sehen. Im Hinblick auf die gerade für behinderte Kinder und Jugendliche wichtige Erfahrung von Selbstwirksamkeit ist es notwendig, diesem Aspekt höchste Aufmerksamkeit zu widmen. Bei Projekten dieser Art ist es daher bedeutsam, projektimmanente Strukturen und Entscheidungsstrukturen transparent zu machen sowie den Jugendlichen Entscheidungsspielräume einzuräumen und ihnen diese aufzuzeigen, um die Erfahrung von Selbstwirksamkeit zu verstärken. Die Auswertung der Kategorie ,,Stellenwert von Behinderung&amp;quot; hat die äußerst komplexe und anspruchsvolle Zielsetzung in den Bereichen ,,Initiierung eines Reflexionsprozesses von weiblichen / männlichen Leitbildern sowie Entwicklung eines eigenen Mädchen- / Frauenbildes bzw. Jungen- / Männerbildes unter Berücksichtigung der eigenen Beeinträchtigung&amp;quot; deutlich werden lassen. Zwar unterscheiden nahezu alle Jugendlichen zwischen den Begriffen `krank´ und `behindert´, demgegenüber differenzieren nur zwei Mädchen im Zusammenhang mit ihrem Behinderungsverständnis ein `behindert sein´ von einem `behindert werden´ und stellen Letzteres in den Mittelpunkt ihrer Überlegungen. Die Mehrheit aller Jugendlichen sieht zum Zeitpunkt der Befragung, also nach Abschluss der Aktionstage, Behinderung in der eigenen Person verortet. Anzunehmen ist, dass der zeitliche Rahmen des Projekts nicht ausreichte, um ein verändertes Behinderungsverständnis der Jugendlichen nachhaltig anbahnen zu können, das auf einer Auseinandersetzung mit der Vielschichtigkeit von Behinderung beruht. Auch das im Experteninterview beschriebene ,,Neuland&amp;quot;, Methoden zur Reflexion von Behinderung einzusetzen, unterstützt die von den Teamerinnen geäußerte Vermutung eines höheren Zeitbedarfs. Bestätigt findet sich außerdem die Einschätzung der befragten Mitarbeiterinnen, dass ein geschlechts66&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;spezifischer Reflexionsprozess von männlichen und weiblichen Leitbildern mit Behinderung kaum initiiert wurde. Da gerade im Hinblick auf den Personenkreis behinderter Kinder und Jugendlicher die Auseinandersetzung mit Behinderung besonders wichtig ist, muss in zukünftigen Projekten und Angeboten diesem Thema mehr Gewicht zukommen. Dies betrifft sowohl den Aspekt der gesellschaftlichen Dimension von Behinderung als auch den des Geschlechts. Auch wenn die Teamerinnen die Prioritätensetzung zugunsten anderer Ziele in Abhängigkeit von Gruppenzusammensetzung und -entwicklungsstand im Rahmen des verfügbaren Zeitkorridors nachvollziehbar begründen, muss zukünftig dem Aspekt Behinderung durch einen verstärkten Einsatz behinderter männlicher und weiblicher Rollenvorbilder und das Einplanen von mehr Aktionseinheiten pro Gruppe Rechnung getragen werden. Die Rahmenbedingungen künftiger Projekte und Angebote müssen dies berücksichtigen. Neben diesen spezifischen, zielrelevanten Angaben lassen sich weitere, generelle Aussagen treffen: So wird die geschlechtsheterogene Gruppenstruktur von den Jugendlichen mit einer Ausnahme positiv bewertet: ,,Gemischt war gut&amp;quot; (1f: 13) ist die verbreitete Meinung. Sehr beliebt ist bei fast allen Teilnehmenden der Gruppen 2 und 3 die Kletteraktion im Hochseilgarten, während die Jugendlichen der Gruppe A individuelle Vorlieben nennen, darunter das Verkleiden, die Papierwand, der Besuch des Landesbehindertenfestes in Köln, die Rathaus-Besichtigung sowie der Rosentausch. Negative Erlebnisse werden insgesamt weniger benannt und variieren stark. Nur in Gruppe C finden sich Mehrfachnennungen wie `langweilige Spiele´, das erste Treffen, die Stadtaktion und Streitigkeiten. Die Mehrheit aller Jugendlichen bewegt sich zudem gern draußen und bevorzugt frische Luft, Bewegungsfreiheit und Abwechslung ­ meist unter der Voraussetzung guter Wetterverhältnisse.&lt;br /&gt;67&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Es kann generell als Erfolg bewertet werden, dass sich fast alle befragten Jugendlichen eine Fortsetzung des Projekts vorstellen können bzw. wünschen und die bestehenden Kontakte aufrecht erhalten wollen. Die verbreitete Zustimmung spiegelt sich in folgender Aussage einer 13jährigen Teilnehmerin (2a: 12) wider:&lt;br /&gt;,,Allgemein war fast alles gut.&amp;quot;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die zweite Forschungsfrage ,,Welche Methoden oder Strategien haben sich bewährt, welche weniger?&amp;quot; kann nicht mit einem Katalog geeigneter Methoden beantwortet werden. Insgesamt bestätigen die Evaluationsergebnisse die Einschätzung der Teamerinnen, dass es gerade nicht bestimmte Methoden sind, die vom Grundsatz her mehr oder weniger geeignet sind für eine emanzipatorische Arbeit mit Gruppen beeinträchtigter Jugendlicher, sondern dass es vielmehr darauf ankommt, die Methodenwahl auf die jeweilige Gruppenzusammensetzung und deren Dynamik sowie auf das Niveau der sozialen Kompetenzen der Jugendlichen auszurichten. Die Teamerinnen begründen mit der stringenten Ausrichtung auf die Gruppenzusammensetzung auch die Entscheidung, einzelne Methoden aus ihrem entwickelten Repertoire in den unterschiedlichen Gruppen gar nicht oder auch abhängig von der insgesamt zur Verfügung stehenden Zeit zu einem anderen Zeitpunkt auf der geplanten Zeitschiene einzusetzen. Grundsätzlich halten sie daneben eine beeinträchtigungsspezifische Adaption der jeweiligen Methoden für notwendig. Als Konsequenz für künftige Aktivitäten lässt sich festhalten, dass Wissen und Kompetenzen für das Entwickeln eines spezifischen auf den Personenkreis behinderter Jugendlicher abgestimmten Methodenrepertoires bei den verantwortlichen Pädagogen und Pädagoginnen vorhanden sein muss. Das erfordert umfassende Kenntnisse von Methoden der Erlebnispädagogik, grundlegendes Wissen um die Lebenswirklichkeit behinderter Jugendlicher sowie die Kompetenz, Methoden beeinträchtigungsspezifisch zu adaptieren.&lt;br /&gt;68&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die Ergebnisse der dritten Forschungsfrage zur Bedeutung von Vernetzung und Kooperation der beiden beteiligten Vereine für die Zielerreichung zeigen deren hohen Stellenwert für das Gelingen des Projekts. In den Experteninterviews werden die sich ergänzenden Anteile auf dem Hintergrund von Erfahrungen und Ideen des sich entwickelnden Modellvorhabens deutlich. Die Teamerinnen gewichten mit ihrem spezifischen Hintergrund neben der gemeinsamen Zielsetzung des Modellprojekts unter dem besonderen Aspekt der Teilhabe einzelne Aspekte unterschiedlich. Dabei wird eine durchgehend hohe Wertschätzung für den jeweils anderen Projektpartner mit seinem spezifischen Konzept deutlich. Das Projekt ist davon geprägt, dass beide Teamerinnen die Kooperation für das Gelingen eines derartigen Projekts trotz des hohen Organisations- und Zeitaufwandes für zwingend erforderlich erachten. Die kooperative Gestaltung der Aktionstage scheint gelungen zu sein, denn die Jugendlichen differenzieren in ihren Interviews nicht danach, bei welchem Träger die jeweiligen Teamer und Teamerinnen arbeiten, sondern sprechen generell von den Erwachsenen. Abschließend ist festzuhalten, dass die Evaluation der Praxisphase des Projekts ,,total normal! Behinderte Kinder und Jugendliche erobern ihre Stadt&amp;quot; überaus positive Ergebnisse zeigt. Der Weg über eine Kooperation zweier ausgewiesen erfahrener Vereine aus den Bereichen der Erlebnispädagogik und der Politischen Behindertenselbsthilfe hat Grundlagen ermöglicht, die es in zukünftigen Angeboten auszubauen und in Regelangebote der allgemeinen Jugendarbeit zu transferieren gilt. Hierzu ist es nicht nur notwendig, allgemeine Angebote zu öffnen und behinderungsspezifisch zu adaptieren. Vielmehr müssen diese inhaltlich so gestaltet sein, dass behinderte Kinder und Jugendliche, wie in diesem Projekt erprobt, Partizipation sowohl lernen als auch leben können. Für diesen Prozess brauchen Kinder und Jugendliche sowohl Spaß an Aktivitäten als auch die Auseinandersetzung mit ihrer Lebenssituation als behinderte Menschen.&lt;br /&gt;69&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;70&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;5&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Literatur&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Erleben Lernen Erfahren e.V. &amp;amp; MOBILE Selbstbestimmtes Leben Behinderter e.V. (2006): Projektantrag (2006): ,,total normal! Behinderte Mädchen und Jungen erobern ihre Stadt&amp;quot;. Ein Kooperationsprojekt von MOBILE e.V. &amp;amp; ELE e.V.. Unveröffentlichter Projektantrag. Dortmund Erleben Lernen Erfahren e.V. &amp;amp; MOBILE Selbstbestimmtes Leben Behinderter e.V. (2007): total normal! Behinderte Mädchen und Jungen erobern ihre Stadt. Fotodokumentation eines Abenteuertages. Dortmund Erleben Lernen Erfahren e.V. &amp;amp; MOBILE Selbstbestimmtes Leben Behinderter e.V. (2008): total normal. Behinderte Mädchen und Jungen erobern ihre Stadt. Selbstbestimmung erfahren durch Erlebnispädagogik. Dokumentation des Modellprojekts ,,total normal&amp;quot;. Dortmund Friebertshäuser, Barbara (2003): Interviewtechniken ­ ein Überblick. In: Friebertshäuser, Barbara &amp;amp; Prengel, Annedore (Hrsg.): Handbuch Qualitative Forschungsmethoden in der Erziehungswissenschaft. Studienausgabe. Weinheim/ München: Juventa. 371-395. Gläser, Jochen &amp;amp; Laudel, Grit (2006): Experteninterviews und qualitative Inhaltsanalyse ­ als Instrument rekonstruierender Untersuchungen. 2. Auflage. Wiesbaden: VS Verlag für Sozialwissenschaften. Heizel, Friederike (2003): Qualitative Interviews mit Kindern. In: Friebertshäuser, Barbara &amp;amp; Prengel, Annedore (Hrsg.): Handbuch Qualitative Forschungsmethoden in der Erziehungswissenschaft. Studienausgabe. Weinheim/ München: Juventa. 396-413. Jantzen, Wolfgang (1998): Die Zeit ist aus den Fugen. Forum Wissenschaft: Studien. Bd. 44. Marburg: BdWi-Verlag.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;71&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Kardorff, Ernst v. (1995): Qualitative Sozialforschung ­ Versuch einer Standortbestimmung. In: Flick, Uwe, Kardorff, Ernst v., Keupp, Heiner, Rosenstiel, Lutz v. &amp;amp; Wolff, Stephan (Hrsg.): Handbuch Qualitative Sozialforschung: Grundlagen, Konzepte, Methoden und Anwendungen. 2. Auflage. Weinheim: Beltz. 3-8. Kromrey, Helmut (2006): Empirische Sozialforschung. Modelle und Methoden der standardisierten Datenerhebung und Datenauswertung. 11. Auflage. Stuttgart: Lucius &amp;amp; Lucius. Mayring, Philipp (1995): Qualitative Inhaltsanalyse. In: Flick, Uwe, Kardorff, Ernst v., Keupp, Heiner, Rosenstiel, Lutz v. &amp;amp; Wolff, Stephan (Hrsg.): Handbuch Qualitative Sozialforschung: Grundlagen, Konzepte, Methoden und Anwendungen. 2. Auflage. Weinheim: Beltz. 209-213. Mayring, Philipp (2002): Einführung in die qualitative Sozialforschung. Eine Anleitung zu qualitativem Denken. 5. Auflage. Weinheim/ Basel: Beltz. Mayring, Philipp (2007): Qualitative Inhaltsanalyse. Grundlagen und Techniken. 9. Auflage. Weinheim/ Basel: Beltz. Meuser, Michael &amp;amp; Nagel, Ulrike (2003): Das ExpertInneninterview ­ Wissenssoziologische Voraussetzungen und methodische Durchführung. In: Friebertshäuser, Barbara &amp;amp; Prengel, Annedore (Hrsg.): Handbuch Qualitative Forschungsmethoden in der Erziehungswissenschaft. Studienausgabe. Weinheim/ München: Juventa. 481491. World Health Organization / Deutsches Institut für medizinische Dokumentation und Information, WHO-Kooperationszentrum für die Familie internationaler Klassifikationen (Hrsg.) (2004): Internationale Klassifikation der Funktionsfähigkeit, Behinderung und Gesundheit. http://www.dimdi.de/static/de/klassi/ICF/index. html (geöffnet 24.01.06).&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;72&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Anhang&lt;br /&gt;Anhang 1: Interview-Leitfaden zur Befragung der Mitarbeiterinnen von MOBILE e.V. und ELE e.V. zum Projekt ,,total normal! Behinderte Mädchen und Jungen erobern ihre Stadt&amp;quot; 1. Was sind die ursprünglich aufgestellten Ziele des Projekts? 2. Durch welche Methoden sollen sie erreicht werden? Warum wurden diese Methoden gewählt und nicht andere? 3. Welche Ziele wurden bisher erreicht? Durch welche Methoden? Welche Ziele wurden nicht erreicht? Gründe? 4. Entspricht die ursprünglich geplante Gruppenzusammensetzung der aktuellen Teilnehmendenstruktur? Wurde bei der Gruppenzusammenstellung eine Auswahl getroffen? Was sind die Gründe für evtl. Abweichungen? 5. Was sollte in Zukunft anders verlaufen? Warum? 6. Welche Bedeutung haben Vernetzung und Kooperation der beiden beteiligten Vereine für die Zielerreichung? Wie bewerten Sie das Verhältnis von Aufwand und Nutzen?&lt;br /&gt;Frage an die Mitarbeiterin MOBILE e.V.:&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;7. Welche Bedeutung haben erlebnispädagogische Aspekte für die Zielerreichung?&lt;br /&gt;Frage an die Mitarbeiterin ELE e.V.:&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;7. Welche Bedeutung haben Aspekte des Empowerments für die Zielerreichung?&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;73&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Anhang 2: Leitfaden zur Befragung der Teilnehmenden von Gruppe A des Projekts ,,total normal! Behinderte Mädchen und Jungen erobern ihre Stadt&amp;quot; AAT 1 Start Up 13.01.2007 / AAT 2 Infoveranstaltung zum anstehenden Abenteueraktionstag 26.01.2007 · Wie war das, als Du das erste Mal die anderen Jugendlichen getroffen hast? (aufgeregt, gefreut, ängstlich) · Hast Du vorher jemanden gekannt? · Habt Ihr Euch gleich gut verstanden? Gab es Streit? Warum? AAT 3 Oase der Sinne 10.02.2007 · Ihr habt ja am Anfang gleich einen Partner gehabt [Geräuschepaare]? · Wie war das für Dich? (kein Problem, unangenehm...) · Wie ist das für Dich, wenn Ihr heute etwas zu zweit machen sollt? [Vergleich Beginn / später im Projekt] · Konntet Ihr Euch den Partner aussuchen? Wenn ja: Wie ist das? Wenn nein: Willst Du Deinen Partner lieber selber aussuchen? · Hast Du das dann gesagt? [Vergleich Beginn-/ später im Projekt] · Gab es bei dieser Aktion für einige Gruppenmitglieder Probleme? / Welche? [Aktionsprotokoll: Rollstuhlfahrende konnten nicht alles mitmachen]&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;74&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;· Wie war das für Dich, dass die rollstuhlfahrenden Gruppenmitglieder nicht mitmachen konnten? · Hast Du eine Idee gehabt, wie sie doch mitmachen könnten? · Hast Du gefragt, ob sie doch mitmachen können? Hast Du etwas gesagt? Hast Du einen Vorschlag gemacht? · Hast Du auch mal eine Aktion nicht mitmachen können? Warum?&lt;br /&gt;alternativ:&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;· Konntest Du (später auch mal) bei Aktionen nicht mitmachen? · Wie hast Du Dich gefühlt dabei? · Hast Du eine Idee gehabt, wie Du doch hättest mitmachen können? · Hast Du einen Vorschlag gemacht? Alle: · Haben dir die anderen Teilnehmer und Teilnehmerinnen geholfen, wenn Du bei einer Aktion Schwierigkeiten hattest? · Hast Du den anderen geholfen, wenn diese bei Aktionen Schwierigkeiten hatten? AAT 5 Die Nashornjagd 31.03.2007 · Benutzung öffentlicher Verkehrsmittel: · Bist Du vorher schon mit öffentlichen Verkehrsmitteln gefahren? (Bus/ U-Bahn/ Straßenbahn) Wann? In Begleitung oder auch allein? Wenn nein: Warum nicht?&lt;br /&gt;Wenn ja:&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;· Worauf muss man denn achten? · Was hast Du gelernt beim AAT?&lt;br /&gt;75&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;[Ticket kaufen, Rollstühle - Fahrstuhl, Abstand halten...]&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;· Hast Du etwas Neues gelernt? · Hat alles geklappt? Gab es Schwierigkeiten? · Menschen ansprechen / Innenstadt Dortmund: · Wie war es für Dich, fremde Leute anzusprechen? [Aktionsprotokoll: anfangs zögerlich, dann kein Problem] · Hast Du das vorher schon gemacht? Oft? · Wie haben die Leute reagiert? Was ist dir aufgefallen? · Warst Du vorher schon einmal / öfter in der Stadt? Allein? Mit wem? · Und jetzt ­ warst Du nach den Aktionen mal wieder in der Stadt? AAT 6 Das Siegesfoto 14.04.2007 · Innenstadt Dortmund und Passanten ansprechen für Gruppenfoto: [Aktionsprotokoll: L. war frustriert, konnte niemanden ansprechen] · Wolltest Du Passanten ansprechen? · Warum konntest Du niemanden ansprechen? · Hast Du Dir was überlegt, wie es in Zukunft besser gehen könnte? [Aktionsprotokoll: N. konnte sich zunächst nicht überwinden] · Hast Du auch Leute angesprochen? Wenn nein: Warum nicht? Was hätte Dir geholfen? Wenn ja: Hast Du Dich doch noch getraut? Wann? · Wie kam es, dass Du Dich doch noch getraut hast, Passanten anzusprechen?&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;76&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;[Alle anderen] · Wie war es diesmal für Dich, Leute anzusprechen? · Hattest Du Angst? Warst Du aufgeregt? · Hast Du es geschafft? s.o. · Wie hast Du Dich danach gefühlt? Warum? · Hast Du es noch mal ausprobiert? Wenn ja: Alleine? Mit Freunden? AAT 7 Der Rosentausch/ Markt 28.04.2007 · Was hast Du getauscht? · Wolltest Du lieber etwas anderes tauschen? · Wie fandest Du es, dass eine Begleitung [Teamer] dabei war? · Hättest Du das auch alleine getan? · Hättest Du auch in einer Zweiergruppe etwas getauscht? · Was hast Du gesagt? · Wer von Euch beiden hat die Leute angesprochen? Warum? · War das Ansprechen von Leuten leichter als beim letzten Mal [Gruppenfoto]?&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;77&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;AA 8 Der rasende Reporter/ Besuch Landesbehindertentag Köln 05.05.2007 · Suche nach Interviewpartnern in Gruppen: · Hast Du jemanden für ein Interview gefunden? · Wie war die Suche für Dich? · Interview mit Teilnehmenden des Landesbehindertentages: · Hat im Interview jemand etwas gesagt, was neu für Dich war? Was Du vorher noch nicht gewusst hast? Behinderung: · Was verstehst Du unter Behinderung? [Abgrenzung Behinderung / Krankheit] · Hast Du Behinderung anders verstanden, bevor Du die Interviews geführt hast? · Wie fühlst Du Dich denn im Projekt ,,total normal&amp;quot;? Warum? · Wie findest Du es, mit anderen behinderten Jugendlichen in einer Gruppe zu sein? · Hättest Du lieber eine gemischte Gruppe mit nichtbehinderten und behinderten Jugendlichen? · Hast Du gemerkt, dass/ob manche Mitarbeiter oder Mitarbeiterinnen behindert sind? · Ist das wichtig für Dich? · Hast Du etwas von ihnen gelernt? AAT 9 Außerirdischer Quarks / Aufsuchen und Bewerten von Freizeitmöglichkeiten im Hinblick auf Barrierefreiheit 02.06.2007 · Hast Du bei der Orientierung in der Stadt oder beim Erstellen der Ergebnisliste Hilfe gebraucht?&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;78&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;· Wenn ja, hast Du das auch gesagt? [Assistenz in Form von Studenten] · Wie war es für Dich, um Hilfe zu bitten? · Was war gut/ schlecht an den gefundenen Freizeitangeboten? Warum? · Hast Du die besuchten Freizeitmöglichkeiten schon gekannt? · Bist Du noch mal da gewesen? AAT 12 Paderborn Landesfest ­ Minister Laumann 25.08.2007 [Aktionsprotokoll: Rückfahrt Paderborn: Probleme mit Rollstühlen ­ Gruppe wurde getrennt, weil der für die Rückfahrt vorgesehene Zug nicht barrierefrei war] · Wie fandest Du das, dass Ihr nicht zusammen zurückfahren konntet? · Hättest Du es besser gefunden, wenn die Gruppe bei der Rückfahrt zusammen geblieben wäre? · Hast Du das am Bahnhof gesagt? · Was müsste anders sein, damit es diese Probleme nicht gibt? AAT 13 alternatives Programm drinnen 01.09.2007 · Übung ,,Nein, ich will nicht&amp;quot;: · Wie war das für Dich? Hast Du schon mal so stark ,,Nein&amp;quot; gesagt? [Bsp.: Hast Du schon mal gesagt: ,,Nein, ich möchte nicht mitmachen!&amp;quot;?] · Hast Du das Gefühl, Du kannst jederzeit nein sagen, wenn Du bei einer Übung nicht mitmachen willst?&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;79&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;· Hat Dir die Aktion geholfen, nein zu sagen, wenn Du etwas nicht willst? · Hast Du das Nein-Sagen seither mal wieder angewendet? Allgemeine Fragen: · Wie bist Du zu den Aktionstagen hin und wieder nach Hause gekommen? · Hast Du beim Aufbauen/ Aufräumen geholfen? War das okay? · Warst Du lieber drinnen oder lieber draußen? Warum? · Was war gut? Was war nicht so gut? Reflexionsgespräche: · Wie war es für Dich, über die Übungen / Aktionen zu sprechen? · Wie findest Du es, dass Jungen und Mädchen in Deiner Gruppe sind und am Projekt teilnehmen? · Wäre es manchmal besser gewesen, wenn nur Mädchen / Jungen zusammen gewesen wären? Wann? · Möchtest Du die anderen in Zukunft weiter treffen?&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;80&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Anhang 3: Interviewleitfaden zur Befragung der Teilnehmenden von Gruppe B und C des Projekts ,,total normal! Behinderte Mädchen und Jungen erobern ihre Stadt&amp;quot; · Wie war das, als Du das erste Mal die anderen Jugendlichen getroffen hast? (aufgeregt, gefreut, ängstlich) · Hast Du vorher jemanden gekannt? · Habt ihr euch gleich gut verstanden / gab es Streit? Warum?&lt;br /&gt;Wenn ja:&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Sind die Streitigkeiten weniger geworden? Wodurch? [Aktionsprotokoll: Streitigkeiten reduzieren durch Übungen, Vertrag...]&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;· Ihr habt ja einen Vertrag gemacht, was für einen / worüber? · Wie findest Du das? Warum? · Hat der Vertrag geholfen? · Haben einige der Aktionen geholfen, Streitigkeiten zu reduzieren? Welche? · Wie war das am Anfang für Dich, als Du mit einem Partner/ mit mehreren Partnern zusammenarbeiten solltest? · Wie ist es heute für Dich? [Änderungen?] · Konntet Ihr euch den Partner aussuchen? Wie ist das? Wenn nein: Willst Du Deinen Partner lieber selber aussuchen? Hast Du das dann gesagt? [Vergleich Beginn-/ später im Projekt]&lt;br /&gt;Wenn ja:&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;· Manchmal musste man sich ja sehr auf den Partner verlassen können, oder? [Hochseilgarten]&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;81&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;· Wie war das für Dich? · Ist Dir das schwer gefallen? Warum? · Hast Du Dir selbst ausgesucht, wer Dich sichert? · Konntest Du dem / der sichernden Person vertrauen? Hast Du Angst gehabt, dass er/ sie Dich nicht hält? · Hättest Du Dich von den anderen auch sichern lassen? (Warum nicht?) · Warst Du vorher schon mal dort [Fredenbaum-Erlebniswelt]? · Hast Du vorher schon mal so etwas gemacht [klettern]? · Wie hast Du Dich denn vorher gefühlt? · Wie hast Du Dich hinterher gefühlt? · Hast Du das Klettern noch mal ausprobiert seitdem? · Möchtest Du es gerne noch mal machen? Behinderung/ Hörschädigung · Wie fühlst Du Dich denn im Projekt ,,total normal&amp;quot;? Warum? · Wie findest Du es mit anderen behinderten/ hörgeschädigten Jugendlichen in einer Gruppe zu sein? · Hättest Du lieber eine gemischte Gruppe mit nichtbehinderten und behinderten Jugendlichen? Was verstehst Du unter Behinderung? [Abgrenzung Behinderung / Krankheit] · Hast Du gemerkt, dass/ob manche Mitarbeiter oder Mitarbeiterinnen behindert sind? · Ist das wichtig für Dich? · Hast Du etwas von ihnen gelernt?&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;82&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;· Hast Du immer alles [Erklärungen/ Anweisungen] gut verstanden? Wenn nein: Warum nicht? Was hätte Dir geholfen? · Hast Du dann nachgefragt oder was gesagt? Wenn nein: Warum nicht? · Hast Du mal bei einer Aktion nicht mitmachen können / wollen? · Hast Du das dann gesagt? Wenn nein: Warum nicht? · Hast Du das Gefühl, Du könntest den Teamern und Teamerinnen immer sagen, wenn Du etwas nicht möchtest? Wenn nein: Warum nicht... Stadtaktion ­ Treffpunkt Kampstraße · Wie bist Du zum Treffpunkt gekommen? · Benutzung öffentlicher Verkehrsmittel: · Bist Du vorher schon mit öffentlichen Verkehrsmitteln gefahren? (Bus/ U-Bahn/ Straßenbahn) Wenn ja: Wann? In Begleitung oder auch allein? Wenn nein: warum nicht? · Menschen ansprechen / Innenstadt Dortmund: · Warst Du vorher schon einmal / öfter in der Stadt? Allein? Wenn nein: Mit wem? · Und jetzt ­ warst Du nach den Aktionen mal wieder in der Stadt?&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;83&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Fremde ansprechen: · Hast Du vorher schon Passanten angesprochen? Oft? Warum nicht? · Wie war es für Dich, fremde Leute anzusprechen? · Hattest Du Angst? Warst Du aufgeregt? · Wie hast Du die Leute auf Dich aufmerksam gemacht? · Hast Du es geschafft, Passanten anzusprechen? Wenn ja: Wie hast Du Dich danach gefühlt? Warum? Wenn nein: Warum hast Du niemanden angesprochen? · · Was hätte Dir geholfen, Passanten anzusprechen? Hast Du Dich zu einem späteren Zeitpunkt doch noch getraut? Wann? Warum?&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;· Wie haben die Leute reagiert? Was ist Dir aufgefallen? · Hast Du gesagt, dass Du hörbehindert bist oder hast Du es eher verschwiegen? Warum? · Ist es Dir wichtig, was die Leute von Dir denken? Warum? · Würdest Du gern noch mal so eine Aktion machen? · Hast Du noch mal ausprobiert, Passanten anzusprechen? Alleine? Mit Freunden oder Freundinnen? Allgemeine Fragen: · Hast Du Dich auf die Aktionstage gefreut? Warum (nicht)? · Wie bist Du zu den Aktionstagen hin und wieder nach Hause gekommen? · Hast Du beim Aufbauen / Aufräumen geholfen? War das okay? · Hast Du auch beim Planen der Aktionen geholfen?&lt;br /&gt;84&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;· Wolltest Du gern mitplanen? · Hast Du etwas gesagt / Vorschläge gemacht? Wenn nein: Warum nicht? Wenn ja: Wurden die Vorschläge berücksichtigt / in die Planungen einbezogen? · Warst Du lieber drinnen oder lieber draußen? Warum? · Was war gut? Was war nicht so gut? Reflexionsgespräche: · Wie war es, über die Übungen/ Aktionen zu sprechen? · Wie findest Du es, dass Jungen und Mädchen in Deiner Gruppe sind und am Projekt teilnehmen? · Wäre es manchmal besser gewesen, wenn nur Mädchen/ Jungen zusammen gewesen wären? Wann? · Möchtest Du die anderen in Zukunft weiter treffen? Ist Dir noch etwas wichtig zu sagen, was ich jetzt noch nicht gefragt habe?&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;85&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Anhang 4: Kurzbeschreibung von Abenteuer-Aktionstagen Abenteueraktionstage der Gruppe A Abenteueraktionstag 1 ,,Start Up - Eröffnungsveranstaltung und Einführung für die Teilnehmer und Teilnehmerinnen&amp;quot; Der Abenteueraktionstag 1 ist in erster Linie dazu gedacht, sowohl Öffentlichkeit und Fachwelt als auch die potentiellen Teilnehmer und Teilnehmerinnen auf das Projekt aufmerksam zu machen und es eingehend vorzustellen. In einem zweiten internen Teil bekommen die Projektteilnehmenden eine erste Gelegenheit, sich gegenseitig spielerisch kennen zu lernen und ihre Wünsche und Erwartungen an das Projekt zu formulieren. Abenteueraktionstag 3 ,,Die Oase der Sinne&amp;quot; ,,Die Oase der Sinne&amp;quot; ist ein Parcours, der spannende Sinneserfahrungen anbietet, u. a. in Form eines ,,Barfuss - Pfades&amp;quot; aus verschiedenen Unterlagen, die mit den Füßen erfühlt werden, einer Massageecke und einer Instrumentensammlung. Dem Parcours schließt sich ein Foto - Shooting mit Verkleidungen unter dem Titel ,,Das verrückte Passfoto&amp;quot; an als Anreiz zu Ausgelassenheit und Spaß und zur Reflexion über die persönliche und gesellschaftliche Einstellung zu behinderten Menschen. Abenteueraktionstag 4 ,,Die Mutprobe&amp;quot; Im Zentrum des vierten Abenteueraktionstages steht die Entwicklung des Selbstbewusstseins der Teilnehmer und Teilnehmerinnen und des Erlebens von Solidarität untereinander, die mittels verschiedener spielerischer Übungen wie ,,die große Maschine&amp;quot;, ,,das Schreispiel&amp;quot; und ,,die Mutprobe&amp;quot;, bei der die Jugendlichen eine Papierwand durchbrechen müssen [StuntAktion], angeregt werden sollen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;86&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Abenteueraktionstag 5 ,,Die Nashornjagd&amp;quot; Mit einer Schatzsuche lernen die Teilnehmer und Teilnehmerinnen nach dem Schnitzeljagdprinzip ihre Stadt kennen. Um den Schatz zu finden, müssen öffentliche Verkehrsmittel genutzt werden und fremde Menschen angesprochen werden. Die Jugendlichen gewinnen Sicherheit und sind aufgefordert, Hemmschwellen zu überwinden. Abenteueraktionstag 6 ,,Das Siegesfoto&amp;quot; Eine noch größere Herausforderung an den Abbau persönlicher Hemmschwellen als bei der ,,Nashornjagd&amp;quot; wird an diesem Tag gestellt mit der Aufgabe, Passanten dafür zu gewinnen, für ein Foto mit den Jugendlichen zu posieren. Abenteueraktionstag 7 ,,Pommes Plus (alias ,Der Rosentausch&amp;#39;) und ab ins Rathaus!&amp;quot; Auch am Tag müssen die teilnehmenden Jugendlichen ihre Kontaktfreude und ihren Charme unter Beweis stellen, wenn sie versuchen müssen, die Zutaten für ihre Mittagstafel auf den Dortmunder Wochenmarkt gegen Rosen einzutauschen. Anschließend folgt eine Besichtigung des Dortmunder Rathauses. Abenteueraktionstag 8 ,,Die rasenden Reporter&amp;quot; / Landesbehindertentag Beim Besuch des Landesbehindertentages in Köln sind die teilnehmenden Jugendlichen nun aufgefordert, als rasende Reporter und Reporterinnen, mit entsprechendem Equipment ausgestattet, die Veranstaltung zu erkunden und sowohl mit Besuchern als auch führenden Vertretern der Behindertenarbeit ins Gespräch zu kommen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;87&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Abenteueraktionstag 9 ,,Alienreise&amp;quot; Die Gruppe bekommt beim Brunchen im Stadtgarten Besuch von einem Alien, der sie für die Mission auserwählt, Geschäfte und Cafés der Innenstadt auf Barrierefreiheit zu überprüfen. Abenteueraktionstag 11 ,,Das Tal der Finsternis&amp;quot; An diesem Tag haben die teilnehmenden Jugendlichen die Möglichkeit, die ,,Erlebniswelt Fredenbaum&amp;quot; im Fredenbaum - Park von Dortmund zu erkunden. Eine Aufgabe führt sie mit verbundenen Augen entlang einer Schnur durch den Wald, bei der sie sich ganz auf ihre Partner und Partnerinnen verlassen müssen, die sie den Weg entlang führen. Abenteueraktionstag 12 ,,Ausflug zum Landesfest in Paderborn&amp;quot; Bei diesem Tagesausflug ist ein sicherer Umgang mit dem Busund Bahnbetrieb gefragt, um rechtzeitig beim Gespräch mit dem Arbeitsminister NRWs, Herrn Laumann zu sein, ihm von dem Projekt zu berichten und dabei die Gelegenheit zu nutzen, ihn zu befragen. Bei der Rückfahrt ist ebenso viel Geduld im ÖPNV gefragt. Abenteueraktionstag 13 ,,Entspannung mit Käpt&amp;#39;n Nemo&amp;quot; Nachdem die teilnehmenden Jugendlichen die Ereignisse des Ausfluges nach Paderborn noch einmal Revue passieren lassen, sind in einem weiteren Spiel ihre Schauspielkünste gefragt. In diesem Spiel sollen sie üben zu sagen ,,Nein, ich will nicht.&amp;quot; Das Abschlussfest muss geplant werden, bevor die Jugendlichen bei einer Traumreise mit Käpt&amp;#39;n Nemo entspannen dürfen. Abenteueraktionstag 14 ,,Das Abschlussfest&amp;quot; In festlicher Robe, mit einer wunderbar dekorierten Essenstafel, musikalischem Rahmenprogramm und einer Urkundenverleihung mit anschließendem Ritterschlag für jede und jeden Einzelnen feiern die Teilnehmer und Teilnehmerinnen zusammen&lt;br /&gt;88&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;mit Projektmitarbeitern und -mitarbeiterinnen, den Assistenten und Assistentinnen und den Honorarkräften den Abschluss des Abenteuers ,,total normal&amp;quot;. Abenteueraktionstage der Gruppen B und C Abenteueraktionstag 1 (für beide Gruppen zusammen) ,,total normal! Die Auftaktveranstaltung im LWL- Internat&amp;quot; Das Projekt wird den interessierten Internatsbewohnern und -bewohnerinnen vorgestellt. Einige einführende Spielaktionen werden durchgeführt und die Rahmenbedingungen zur Teilnahme werden vereinbart. Abenteueraktionstag 2 (Gruppe B) ,,Gemeinsam ans Ziel&amp;quot; Spielerisch lernen sich die Teilnehmer und Teilnehmerinnen untereinander kennen und müssen erste Kooperationsaufgaben bewältigen. Abenteueraktionstag 3 (Gruppe B) ,,Die Seilbrücke&amp;quot; In der ,,Erlebniswelt Fredenbaum&amp;quot; wird nach einigen Bewegungsspielen die Seilbrücke der Erlebniswelt erklettert. Abenteueraktionstag 4 (Gruppe B und Gruppe C getrennt) ,,Im Hochseilgarten&amp;quot; Die Gruppen bekommen jeweils die Gelegenheit, im Hochseilgarten des Big Tipi in der ,,Erlebniswelt Fredenbaum&amp;quot; zu klettern. Dafür müssen die Jugendlichen zuvor überlegen, wie der Kommunikationsfluss zwischen der kletternden Person, dem Sicherungspersonal und einer weiteren Person, die die Kommunikation unterstützen soll, aufrecht erhalten werden kann.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;89&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Abenteueraktionstag 2 (Gruppe C) ,,Kennenlernen und Einstieg&amp;quot; Spielerisch lernen sich die Teilnehmer und Teilnehmerinnen untereinander kennen und müssen erste Kooperationsaufgaben bewältigen. In einem Spiel müssen sie eine Feuerbrunst überwinden und dürfen dabei nur auf als ,,Eisschollen&amp;quot; ausgelegten Teppichfliesen wandern. Eine gemeinsame Strategie ist dafür unerlässlich. Abenteueraktionstag 3 (Gruppe C) ,,Vertrauen und Kooperation&amp;quot; Um das Vertrauen und die Kommunikation unter den Teilnehmern und Teilnehmerinnen und mit den Projektmitarbeitenden zu stärken, werden verschiedene Gruppenspiele gemacht. So müssen sich die Jugendlichen z. B., auf Baumstämmen stehend, nach verschiedenen Aufgabenstellungen sortieren, ohne allerdings von den Stämmen herunterzufallen. Abenteueraktionstag 5 (Gruppe C) ,,Die Kaffeetafel&amp;quot; Um die Kommunikation nach außen zu üben, bekommen die teilnehmenden Jugendlichen die Aufgabe, an zwei verschiedenen Standorten in der Innenstadt eine Kaffeetafel aufzubauen. Sie sollen Passanten an ihre Kaffeetafel einladen, ihnen Getränke anbieten und Gespräche führen. Letzter Abenteueraktionstag (für beide Gruppen zusammen) ,,Gemeinsamer Abschluss und Evaluation&amp;quot; In einer Abschlussveranstaltung, an der die Jugendlichen der Gruppen B und C gemeinsam teilnehmen, werden offene Feedbackrunden und Evaluationsinterviews durchgeführt. Zum Ende bekommen alle teilnehmenden Jugendlichen ein Teilnahmezertifikat überreicht.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;90&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;DoBuS hat die Praxisphase des Modellprojekts ,,total normal! Behinderte Mädchen und Jungen erobern ihre Stadt&amp;quot; evaluiert. Schwerpunkt der Evaluation war die Vorbereitung und Umsetzung erlebnispädagogisch gestalteter Aktivitäten mit behinderten Jugendlichen. Im Fokus standen Zielerreichung und Methodenauswahl sowie die Kooperationsgestaltung der Projektpartner ,,MOBILE - Selbstbestimmtes Leben Behinderter e.V.&amp;quot; und ,,Erleben Lernen Erfahren e.V.&amp;quot;. Grundlage der Evaluation bilden eine Befragung der Teamerinnen beider Projektpartner, qualitative Leitfadeninterviews mit den Jugendlichen sowie eine Diskussion der gewonnenen Ergebnisse in einem Abschlussinterview mit einer Teamverantwortlichen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Technische Universität Dortmund Fak. Rehabilitationswissenschaften DoBuS Emil-Figge-Str. 50 44221 Dortmund E-Mail: dobus@uni-dortmund.de&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;/p&gt;</description>
			<pubDate>Tue, 26 May 2009 15:23:32 +0200</pubDate>
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	&lt;p&gt;technische universität dortmund&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;total normal!&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Behinderte Mädchen und Jungen erobern ihre Stadt&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Evaluation der Praxisphase&lt;br /&gt;Dortmunder Zentrum Behinderung und Studium&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Dortmunder Zentrum Behinderung und Studium (Hrsg.)&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;total normal! Behinderte Mädchen und Jungen erobern ihre Stadt Evaluation der Praxisphase&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Impressum Dortmunder Zentrum Studium und Behinderung (DoBuS) Birgit Drolshagen &amp;amp; Birgit Rothenberg (Hrsg.) unter Mitarbeit von Alexandra Rudolph Anschrift:  Technische Universität Dortmund Fak. Rehabilitationswissenschaften DoBuS Emil-Figge-Str. 50 44221 Dortmund&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Band 8 der Schriftenreihe Behinderung und Studium ISSN: ISBN: Layout: 1615-3200 978-3-88090-113-1 Dipl. des. Nicole Rechmann, Medienzentrum der TU Dortmund, Judith Pielsticker Druck: Wulff GmbH Dortmund&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Inhaltsverzeichnis 1 Einleitung 2 Anlage und Durchführung der Evaluation 2.1 Zentrale Forschungsfragen 2.2 Methodisches Vorgehen 2.2.1 Experteninterview 2.2.2 Befragung der Jugendlichen 2.2.3 Leitfadenkonstruktion, Datenerhebung und Datenaufbereitung 2.2.4 Datenerhebung 2.2.5 Datenauswertung: Qualitative Inhaltsanalyse 3 Ergebnisse der Evaluation 3.1 Ergebnisse der Expertenbefragung 3.1.2 Projektziele 3.1.3 Methodeneinsatz 3.1.4 Beurteilung von Zielerreichung und Methodeneinsatz 3.1.5 Notwendige zukünftige Veränderungen in Bezug auf die praktische Arbeit 3.1.6 Beurteilung der Kooperation 3.1.7 Bewertung der spezifischen Konzepte des jeweils anderen Vereins im Hinblick auf die Zielerreichung S. 7 S. 9 S. 11 S. 11 S. 12 S. 13 S. 14 S. 15 S. 16 S. 21 S. 21 S. 22 S. 23 S. 25 S. 28 S. 30&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;3.1.1 Zusammensetzung der Teilnehmenden-Gruppen S. 21&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;S. 31&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;3.2 Ergebnisse der Befragung der Jugendlichen und Interpretation vor dem Hintergrund der Projektziele S. 33&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;3.2.1 Entwicklung eines neuen Selbstbewusstseins als behinderter Jugendlicher / als behinderte Jugendliche 3.2.2 Aneignung neuer, erlebnisorientierter Aktionsräume in der eigenen Lebensumwelt&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;S. 33 S. 40&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;3.2.3 Teilhabe behinderter Mädchen und Jungen an Angeboten im Bereich der kommunalen Jugendarbeit sowie am Leben der Gemeinschaft S. 43 3.2.4 Entwicklung von Vertrauen zueinander und Erleben von Solidarität und Kooperation untereinander 3.2.5 Kennenlernen von eigenen Rechten und Erfahren von Selbstwirksamkeit 3.2.6 Stellenwert von Behinderung 4 Schlussbetrachtung 5 Literatur Anhang&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;S. 47 S. 52 S. 56 S. 63 S. 71 S. 73&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Anhang 1: Interview-Leitfaden zur Befragung der Mitarbeiterinnen von MOBILE e.V. und ELE e.V. zum Projekt ,,total normal! Behinderte Mädchen S. 73 und Jungen erobern ihre Stadt&amp;quot; Anhang 2: Leitfaden zur Befragung der Teilnehmenden von Gruppe A des Projekts ,,total normal! Behinderte Mädchen und Jungen erobern ihre Stadt&amp;quot; Anhang 3: Interviewleitfaden zur Befragung der Teilnehmenden von Gruppe B und C des Projekts ,,total normal! Behinderte Mädchen und Jungen erobern ihre Stadt&amp;quot;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;S. 74&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;S. 81&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Anhang 4: Kurzbeschreibung von Abenteuer-Aktionstagen S. 86&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;6&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;1&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Einleitung&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Das Dortmunder Zentrum Behinderung und Studium (DoBuS) der Technischen Universität Dortmund hat das Modellprojekt ,,total normal! Behinderte Mädchen und Jungen erobern ihre Stadt&amp;quot; evaluiert. Schwerpunkt dieser externen Evaluation war die Vorbereitung und Umsetzung erlebnispädagogisch gestalteter Aktivitäten mit behinderten Jugendlichen. Im Fokus der Evaluation standen Zielerreichung, Methodenauswahl und Kooperationsgestaltung der Projektpartner ,,MOBILE Selbstbestimmtes Leben Behinderter e. V.&amp;quot; (MOBILE) und ,,Erleben Lernen Erfahren e. V.&amp;quot; (ELE). Eine Kurzbeschreibung der an den Aktionstagen ausgeführten Aktionen befindet sich im Anhang. Die Dokumentation des Modellprojekts ,,total normal&amp;quot; (ELE &amp;amp; MOBILE 2008) vermittelt Einblicke in die Aktivitäten. Eine ausführliche Beschreibung eines ausgewählten Aktionstages zeigt die Fotodokumentation ,,total normal!&amp;quot; (ELE &amp;amp; MOBILE 2007). Zunächst werden methodische Grundlagen der qualitativen Sozialforschung und der qualitativen Evaluationsforschung dargestellt. Die gewählte Untersuchungsstrategie erschließt sich durch die Darstellung der zentralen Fragestellungen und genutzten Erhebungsverfahren, der Begründung und Erläuterung der für die Erhebung entwickelten Leitfäden sowie der Beschreibung der Interviewdurchführung und -aufbereitung. In diesem Zusammenhang werden die mit der Methode der qualitativen Inhaltsanalyse gewonnenen Kategorien zur Auswertung des Interviewmaterials aufgezeigt. Kapitel 3 enthält die Auswertung der Interviews. In drei Schritten wurden zunächst die Teamerinnen befragt, Interviews mit am Projekt teilnehmenden Jugendlichen durchgeführt und die gewonnenen Ergebnisse in einem Abschlussinterview mit einer Teamverantwortlichen diskutiert. Die Diskussionsergebnisse&lt;br /&gt;7&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;fließen in die Schlussbetrachtungen der entwickelten Kategorien sowie ins Gesamtfazit mit ein. Interviewzitate veranschaulichen die Ergebnisse. Im abschließenden vierten Kapitel werden die Ergebnisse interpretiert und ein Ausblick auf die Arbeit mit behinderten Kindern und Jugendlichen auf dem Hintergrund von Erlebnispädagogik und Empowerment gegeben. In der vorliegenden Auswertung unterscheiden wir zwischen Beeinträchtigung und Behinderung. Der Begriff der Beeinträchtigung fokussiert in Anlehnung an die Weltgesundheitsorganisation (World Health Organization 2004) auf die Beeinträchtigung der Aktivität, während Behinderung die Ebene der gleichberechtigten Teilhabe mit ihren behindernden umweltund personenbezogenen Faktoren bezeichnet.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;8&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;2&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Anlage und Durchführung der Evaluation&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die Evaluation des Projekts greift auf die Methoden der qualitativen Sozialforschung zurück. Dies geschieht aus der Erkenntnis heraus, dass die soziale Wirklichkeit als durch Kommunikation und Interaktion der Menschen konstruiertes Gebilde begriffen und sie ausschließlich auf dem Weg der Rekonstruktion kollektiver Deutungsmuster verstanden werden kann (vgl. Kardorff 1995: 7). Qualitative Sozialforschung dient als Sammelbegriff für sehr verschiedene theoretische, methodologische und methodische Zugänge zur sozialen Wirklichkeit. Gemeinsamer Ausgangspunkt ist der Versuch eines vorrangig sinnverstehenden, interpretativen Zugangs mit dem Ziel eines möglichst detaillierten und vollständigen Bildes der untersuchten Wirklichkeitsausschnitte (vgl. Kardorff 1995: 3f). Die hier zum Einsatz kommende qualitative Evaluationsforschung will Praxisveränderungen wissenschaftlich begleiten und auf ihre Effizienz hin überprüfen (vgl. Mayring 2002: 62f). Dabei orientiert sie sich an den von Mayring (ebd: 144ff) definierten Gütekriterien qualitativer Methoden. Die hier vorliegende Evaluation findet gegen Ende und nach Abschluss der Praxisphase des Projekts statt und ist von begleitenden Konzepten zu unterscheiden. Somit ist von summativer Evaluation zu sprechen, deren Kriterien aus dem zu bewertenden Projekt selbst stammen (vgl. Kromrey 2006: 106). Die bei den Projektaktivitäten eingesetzten Instrumente und Methoden sowie die dadurch bewirkten Effekte werden in methodisch kontrollierter Weise miteinander in Beziehung gesetzt und aus der Perspektive der nachfolgend genannten Projektziele auf ihren Erfolg hin bewertet (vgl. ebd. 2006: 102f). Da das Projekt explizit als Kooperationsprojekt angelegt wurde, wird die Bedeutung der Kooperation der beiden beteiligten Vereine für den Projekterfolg ebenfalls mit in die Evaluation einbezogen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;9&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Als Projektziele werden im Projektantrag (ELE &amp;amp; MOBILE 2006: 8f) aufgeführt: 1. Entwicklung eines neuen Selbstbewusstseins durch die Förderung der Selbstwahrnehmung, durch neue Körper- und Bewegungserfahrungen und das Erkennen und Nutzen eigener Fähigkeiten und Stärken 2. Austesten bzw. Erweitern der persönlichen Grenzen und Selbstbehauptung in subjektiv als konflikthaft erlebten Situationen 3. Aneignung neuer, erlebnisorientierter Räume in der eigenen Lebensumwelt 4. Teilhabe behinderter Mädchen und Jungen an Angeboten im Bereich der kommunalen Jugendarbeit sowie Inklusion / Integration und Teilhabe am Leben der Gemeinschaft 5. Entwicklung von Vertrauen zueinander und Erleben von Solidarität und Kooperation untereinander 6. Kennenlernen von eigenen Rechten, Schaffung von Beteiligungsstrukturen zur Förderung des selbstverantwortlichen und selbstbestimmten Handelns und somit Erfahren von Selbstwirksamkeit 7. Initiierung eines Reflektionsprozesses von weiblichen / männlichen Leitbildern, Entwicklung eines eigenen Mädchen- / Frauenbildes bzw. Jungen- / Männerbildes unter Berücksichtigung der eigenen Beeinträchtigung&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;10&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;2.1 Zentrale Forschungsfragen Für die vorliegende Evaluation ergeben sich drei zentrale Forschungsfragen: · Welche der im Projektantrag formulierten Ziele wurden erreicht und welche nicht? · Welche Methoden bzw. Strategien haben sich hinsichtlich der formulierten Ziele bewährt und welche weniger?&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;· Welche Bedeutung haben Vernetzung und Kooperation der beiden beteiligten Vereine MOBILE Selbstbestimmtes Leben Behinderter e.V. und Erleben Lernen Erfahren e.V. für die Zielerreichung? 2.2 Methodisches Vorgehen Der Einsatz qualitativer Leitfadeninterviews mit unterschiedlicher Schwerpunktsetzung und Zielgruppe dient der Beantwortung der Forschungsfragen. Mit zwei Teamerinnen wurde im Hinblick auf das wissenssoziologische Erkenntnisinteresse am Expertinnenhandeln während der Praxisphase je ein leitfadengestütztes offenes Interview geführt. Der Leitfaden wurde dabei nicht im Sinne eines standardisierten Ablaufschemas, sondern flexibel und unbürokratisch gehandhabt, um unerwartete Themendimensionierungen seitens der Expertinnen nicht zu unterbinden. Nur so wurde sichergestellt, dass Wissen und Erfahrung der Befragten umfassend in das Interview einflossen (vgl. Meuser &amp;amp; Nagel 2003.: 486f). Demgegenüber wurde der für die Befragung der Jugendlichen gewählte Leitfaden zum Abschluss der Praxisphase mit Detailfragen hinterlegt, um eine bessere Vergleichbarkeit der Ergebnisse erreichen zu können (vgl. Friebertshäuser 2003: 375f).&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;11&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Nach Abschluss der Praxisphase wurden die Ergebnisse der Jugendlichen-Interviews vor dem Hintergrund des Expertinnenwissens in einem abschließenden offenen Leitfadeninterview mit einer Teamerin1 diskutiert. Die Diskussionsergebnisse fließen in die Schlussbetrachtungen der entwickelten Kategorien und ins Gesamtfazit ein. In diesem Interview wurde ebenfalls die Interpretation des ersten Experteninterviews kommunikativ validiert. 2.2.1 Experteninterview Die Teamerinnen Alexandra Franz (MOBILE) und Stefanie Janne Klar (ELE) wurden anhand eines leitfadengestützten Experteninterviews befragt. Diese Methode ist nach Meuser &amp;amp; Nagel (2003: 481) geeignet, das in innovativen Projekten gewonnene Wissen, welches (noch) nicht in bürokratische Strukturen eingeflossen und oftmals in keiner anderen Form als in den Berichten der Projektleitenden verfügbar ist, zu gewinnen. Experteninterviews dienen dazu, das Wissen der in die sozialen Situationen und Prozesse involvierten Menschen zu erfassen und den Forschenden zugänglich zu machen (vgl. Gläser &amp;amp; Laudel 2006: 10). Gegenstand sind also praxisgesättigte Wissensbestände im Sinne von Erfahrungsregeln, die das Funktionieren von sozialen Systemen, wie der Projektinitiative, bestimmen (vgl. Meuser &amp;amp; Nagel 2003: 489). Beide Mitarbeiterinnen haben auf Grund ihrer individuellen Positionen und ihrer persönlichen Beobachtungen eine eigene Perspektive auf die angesprochenen Sachverhalte. Expertin ist hierbei als relationaler und vom Forschungsinteresse abhängiger Status zu sehen. Die Mitarbeiterinnen werden zu Expertinnen in ihrer und durch ihre Befragtenrolle (vgl. ebd.: 483).&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;1&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die 2. verantwortliche Teamerin konnte wegen Schwangerschaft an diesem Interview nicht teilnehmen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;12&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;2.2.2 Befragung der Jugendlichen Im Zentrum der Zielüberprüfung des Projekts ,,total normal! Behinderte Mädchen und Jungen erobern ihre Stadt&amp;quot; steht die Befragung der teilnehmenden Kinder und Jugendlichen. Während des Projekts nahm ein Kern von neun Jugendlichen (fünf männlich, vier weiblich) im Alter von 13 bis 20 Jahren mit unterschiedlichen Beeinträchtigungen, die umgangssprachlich als geistigbehinderte, sprachbehinderte, körperbehinderte und mehrfachbehinderte Jugendliche bezeichnet würden, regelmäßig an den Aktivitäten der Gruppe A teil.2 Gruppe B setzte sich aus sechs hörgeschädigten Jungen und sechs hörgeschädigten Mädchen im Alter von 14 bis 16 Jahren zusammen, Gruppe C aus neun hörgeschädigten Mädchen und vier hörgeschädigten Jungen im Alter von 10 bis 14 Jahren. In den Gruppen der hörgeschädigten Kinder und Jugendlichen waren sowohl schwerhörige als auch gehörlose Mädchen und Jungen. Interviewt wurden die Jugendlichen, die an der jeweiligen Abschlussveranstaltung ihrer Gruppe teilnahmen. Dies waren aus den Gruppen A und B jeweils 3 Jungen und 3 Mädchen. Von Gruppe C wurden 7 Interviews von 2 Jungen und 5 Mädchen für die Auswertung herangezogen. Die Aussagen von zwei weiteren gehörlosen Jugendlichen boten auf Grund von Verständigungsschwierigkeiten kaum Auswertungsmaterial. Auch bei den Jugendlicheninterviews wurde die Methode des qualitativen Leitfadeninterviews gewählt, welches die Möglichkeit eröffnet, die individuellen Sichtweisen der befragten Kinder und Jugendlichen wissenschaftlich zu erfassen (vgl. Heinzel&lt;br /&gt;2&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die Bezeichnungen bringen zwar generell die Gefahr der Stigmatisierung und Abgrenzung mit sich, eine Verobjektivierung ist jedoch durch den Verzicht auf derartige Begrifflichkeiten nicht zu vermeiden. Die verwendeten Ausdrücke sind als geringste Stufe einer Verdinglichung und notwendiges Mittel der begrifflichen Differenzierung zu verstehen (vgl. auch Jantzen 1998: 100f). 13&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;2003: 369). Die Verwendung weitgehend vorformulierter, detaillierter Fragen innerhalb verschiedener Themenkomplexe bedeutet keine festgelegte Reihenfolge der Fragestellungen, sondern einen flexiblen Ablauf, der dem Erzählfluss der Befragten folgt. Die Interviewleitfäden befinden sich im Anhang. 2.2.3 Leitfadenkonstruktion, Datenerhebung und Datenaufbereitung Der Interviewleitfaden zur Durchführung des Experteninterviews beginnt mit dem Themenbereich Übereinstimmung bzw. Diskrepanzen zwischen den im Projektantrag angenommenen Voraussetzungen und der Projektpraxis. Dieser nicht aus den Forschungsfragen ableitbare Themenbereich ist notwendig, um die reale Ausgangslage des Projekts (z. B. die tatsächliche Teilnehmendenstruktur) zu kennen und für die Auswertung der anderen Themenbereiche heranziehen zu können. Entsprechend der zentralen Forschungsfragen folgen als weitere Themenbereiche: · Die ursprünglich aufgestellten Projektziele · Die Methoden zur Zielerreichung · Beurteilung von Zielerreichung und Methodeneinsatz · Notwendige zukünftige Veränderungen · Beurteilung der Kooperation beider Vereine · Bewertung der spezifischen Konzepte des jeweils anderen Vereins Die Themenbereiche der für die Jugendlicheninterviews gestalteten Leitfäden dienen der Überprüfung der Projektzielerreichung und geben somit indirekt auch Auskunft über das Gelingen von Methodenwahl und Kooperationsgestaltung durch die Teamer und Teamerinnen. Ausgangspunkt und Struktur der ein14&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;gesetzten Leitfäden bilden die gruppenspezifischen Aktivitäten, die als Anker für die Befragung dienen. Die zugehörigen Fragen sind so gewählt, dass es den Jugendlichen möglich sein sollte, bezüglich jeder Aktivität über ihre Fähigkeiten, ihr persönliches Empfinden, ihr Verhalten in Situationen mit Herausforderungscharakter, über ihre Erfahrungen als Mädchen und Jungen in der Gruppe, ihren Umgang mit Konflikten und Barrieren und über ihre Einstellung zu Behinderung zu sprechen. Grundlage der Befragung ist somit die Wahrnehmung und Selbstwahrnehmung der Jugendlichen bezogen auf die während der Aktivitäten gesammelten Erfahrungen und ihr gezeigtes Verhalten. Auch Veränderungen im Projektverlauf können so deutlich werden. Darüber hinaus sollten Fragen zu Aktivitäten im öffentlichen Raum Hinweise über den Grad an Teilhabe und mögliche Entwicklungen während des Projekts geben. 2.2.4 Datenerhebung Anhand der beschriebenen Leitfäden wurden die für die Analyse benötigten Daten erhoben. Die Interviewsituation der Jugendlichen wurde weitgehend behindertengerecht3 gestaltet. Dies gilt sowohl für die äußeren Rahmenbedingungen als auch für die methodische Gestaltung. Die Teamerinnen wurden eingangs in den Räumlichkeiten des Vereins MOBILE und gegen Ende der Evaluation wurde eine von ihnen an der TU Dortmund interviewt. Die Interviews mit den beteiligten Kindern und Jugendlichen wurden jeweils am letzten Aktions- bzw. Abschlusstag am Aktionsort geführt. Bei Gruppe A erschwerten Hintergrundlautstärke sowie Ablenkung durch Aktivitäten anderer die Befragung. Zusätzlich beeinflusste die bevorstehende Abschlussveranstaltung und die damit ver3&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Auf den Einsatz von Gebärdensprachdolmetschenden wurde verzichtet, um nicht einzelnen Jugendlichen eine Sonderrolle zukommen zu lassen, die sie im Projektalltag nicht hatten. 15&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;bundene persönliche Aufregung einzelne Interviewsituationen. Bei den beiden anderen Gruppen war die Interviewatmosphäre ruhig und störungsfrei. Da in Erzählungen und Bemerkungen der Jugendlichen sehr unterschiedliche kognitive und sprachliche Fähigkeiten zum Ausdruck kamen und einigen Jungen und Mädchen Reflexion und Erinnerung bezüglich vergangener Projektaktionen recht schwer fielen, wurden die Interviews mit Fotos von Aktionstagen und Piktogrammen für die Bewertung unterstützt. Mit Zustimmung der Befragten wurden alle Interviews mit einem MP 3 -Audiorecorder aufgezeichnet. Im Anschluss an die Datenerhebung wurde das gewonnene Material sorgfältig aufbereitet. Dieser Schritt zwischen Erhebung und Auswertung dient vor allem der Sicherung und Strukturierung des Materials und umfasst dessen Festhalten, Aufzeichnen, Aufbereiten und Ordnen (vgl. Mayring 2002: 65; 85). Die aufgezeichneten Interviews wurden vollständig transkribiert, um eine methodisch nicht kontrollierte Reduktion der Informationen zu verhindern (vgl. Gläser &amp;amp; Laudel 2004: 188). Die Übernahme von Zitaten in den Evaluationsbericht erfolgte schließlich in Standardorthographie, da hier die inhaltlich-thematische Ebene der Aufzeichnungen im Vordergrund steht. 2.2.5 Datenauswertung: Qualitative Inhaltsanalyse Zur systematischen Auswertung der gewonnenen Daten wurde die Methode der qualitativen Inhaltsanalyse herangezogen. Diese ist ein Verfahren, das den Anspruch erhebt, sich an der Komplexität von Informationen in ihrem Kommunikationszusammenhang zu orientieren und gleichzeitig theorie- und regelgeleitet vorzugehen. Sie ist nach Gläser &amp;amp; Laudel (2004: 194) ,,das einzige Verfahren der qualitativen Textanalyse, das sich frühzeitig und konsequent vom Ursprungstext trennt und versucht, die Informationsfülle systematisch zu reduzieren sowie&lt;br /&gt;16&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;entsprechend dem Untersuchungsziel zu strukturieren&amp;quot;. Die beiden zentralen Aspekte dieses Verfahrens sind die Extraktion und die Bildung eines Kategoriensystems. Extraktion bedeutet die Informationsentnahme aus dem Text und beinhaltet die Entscheidung über die für die eigene Untersuchung relevanten Angaben (vgl. ebd.). Die zu extrahierenden Aspekte werden hierbei durch ein theoriegeleitet am Material entwickeltes Kategoriensystem festgelegt (vgl. Mayring 2002: 114). Gerade das Arbeiten mit einem Kategoriensystem bedeutet für Mayring (2007: 44) ,,einen entscheidenden Punkt der Vergleichbarkeit der Ergebnisse, der Abschätzung der Reliabilität der Analyse&amp;quot;. Die Analyse der Experteninterviews ergab folgende Kategorien: Zusammensetzung der Teilnehmenden-Gruppen · Abweichungen von der in der Projektplanung angenommenen Gruppenzusammensetzung · · Gründe für Abweichungen Konsequenzen für die Projektarbeit / Projektziele&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Methodeneinsatz · · Gründe für die Methodenwahl Methodenmodifikation&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Beurteilung von Zielerreichung und Methodeneinsatz · · Erreichte Ziele / nicht erreichte Ziele Gründe für das Erreichen / nicht Erreichen der Ziele&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Notwendige zukünftige Veränderungen in Bezug auf die praktische Arbeit · · Notwendige Veränderungen Gründe für den Veränderungsbedarf&lt;br /&gt;17&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Beurteilung der Kooperation · · · Bedeutung der Kooperation der beteiligten Vereine für die Zielerreichung Verständnis und Umsetzung von Kooperation Aufwand und Nutzen von Kooperation&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Bewertung der spezifischen Konzepte des jeweils anderen Vereins im Hinblick auf die Zielerreichung · · Bewertung erlebnispädagogischer Aspekte durch die Mitarbeiterin des Vereins MOBILE Bewertung von Aspekten des Empowerments und Selbstbestimmt Leben durch die Mitarbeiterin des Vereins ELE&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Im Rahmen der Analyse der Interviews mit den beteiligten Kindern und Jugendlichen wurden folgende sechs Kategorien in Anlehnung an die ursprünglich aufgestellten Projektziele gebildet: Entwicklung eines neuen Selbstbewusstseins als behinderter Jugendlicher / als behinderte Jugendliche · · Erkennen und Nutzen eigener Fähigkeiten und Stärken Austesten bzw. Erweitern der persönlichen Grenzen und Selbstbehauptung in subjektiv als konflikthaft erlebten Situationen&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Aneignung neuer, erlebnisorientierter Aktionsräume in der eigenen Lebensumwelt · · Bekanntheitsgrad der Aktionsräume Nachhaltigkeit der Aneignung&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;18&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Teilhabe behinderter Mädchen und Jungen an Angeboten im Bereich der kommunalen Jugendarbeit sowie am Leben der Gemeinschaft · · erschwerte Teilhabemöglichkeiten Bewusstsein bei den Jugendlichen für Teilhabe und Barrieren in der Teilhabe&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Entwicklung von Vertrauen zueinander und Erleben von Solidarität und Kooperation untereinander · · · Vertrautheit und Vertrauen der Teilnehmenden Vertrauen, Kooperation und Solidarität in Partner- oder Gruppenübungen Vertrautheit und Vertrauen zu den Projektmitarbeitenden&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Kennenlernen von eigenen Rechten und Erfahren von Selbstwirksamkeit · · Umgang der Teilnehmenden mit eigenen Wünschen und Bedürfnissen Beteiligungsstrukturen für die Jugendlichen&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Stellenwert von Behinderung · · · Behinderungsverständnis Bedeutung von Behinderung für die Gruppenzusammensetzung Bedeutung behinderter (Bezugs-)Personen&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;19&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;20&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;3&lt;br /&gt;3.1 3.1.1&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ergebnisse der Evaluation&lt;br /&gt;Ergebnisse der Expertenbefragung Zusammensetzung der Teilnehmenden-Gruppen&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Das vor Projektbeginn entwickelte Konzept (vgl. Projektantrag 2006: 8) richtete sich an behinderte und von Behinderung bedrohte Mädchen und Jungen im Alter von 12 bis maximal 16 Jahren. Die Altersspanne war mit teilnehmenden Jugendlichen zwischen 10 und 20 Jahren jedoch deutlich breiter. Ebenso wurde vom ursprünglich gelegten Schwerpunkt auf körperlich beeinträchtigte und sinnesbeeinträchtigte Jugendliche Abstand genommen, so dass darüber hinaus auch intellektuell beeinträchtigte Mädchen und Jungen beteiligt waren. Die Begrenzung der Gruppengröße auf zehn Jugendliche sowie die geschlechtshomogene Zusammensetzung wurden aufgehoben. Einen wesentlichen Grund für die beschriebenen Abweichungen sehen beide Teamerinnen in der Zielgruppenformulierung des Projektantrags (vgl. A. Franz, MOBILE: 3; vgl. S. J. Klar, ELE: 4;). Dies wird von Alexandra Franz (3) treffend beschrieben:&lt;br /&gt;,,Also es gibt im Raum Dortmund wenige Jugendliche, die wirklich eine rein körperliche Beeinträchtigung haben und in dieses Altersschema passen und Lust haben, mit uns zu arbeiten. Die Grenzen sind fließend. Also, es sind wirklich eher Mehrfachbehinderungen, Mehrfachbeeinträchtigungen, mit denen wir zu tun haben. Ich führe diese Veränderung der Teilnehmerstruktur darauf zurück, dass wir wirklich in dieser Konzeption eines Musterteilnehmers ein bisschen an der Realität vorbei geplant haben, dass es einfach wenig Menschen gibt, die genau diesen Anforderungen entsprechen.&amp;quot;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Sie betont zudem das Anliegen, die Jugendlichen nicht in ein vorgegebenes Schema einzufügen, sondern das Projektangebot&lt;br /&gt;21&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;entsprechend der teilnehmenden Jugendlichen zu verändern und anzupassen.&lt;br /&gt;,,Weil wir vom Grundsatz gesagt haben, wir möchten niemanden wegen seiner Beeinträchtigung ausschließen&amp;quot; (ebd.).&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Diese Veränderung der Teilnehmendenstruktur hatte grundlegende Konsequenzen für die Ausgestaltung der Praxisangebote und führte zur Veränderung der Konzeption. So stellt Stefanie Janne Klar (5) fest:&lt;br /&gt;,,Jetzt haben wir einen bunten Strauß von Jugendlichen, die ganz unterschiedlich drauf sind, auch vom Entwicklungsstand, und dementsprechend mussten wir die Methoden so auswählen, dass für jeden etwas dabei ist, und das war schon sehr anspruchsvoll.&amp;quot;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;3.1.2 Projektziele Um Gewichtung und Bedeutung, die den ursprünglich aufgestellten Projektzielen in der Praxisphase zukommen, zu erheben, wurde in den Interviews explizit nach diesen Zielen gefragt. Von beiden Expertinnen wird das Ziel der Teilhabe am Leben der Gemeinschaft (Ziel 4 im Projektantrag 2006) genannt, von Alexandra Franz sogar als oberstes Projektziel beschrieben. Darüber hinaus erwähnt Stefanie Janne Klar die Stärkung des Selbstvertrauens der Jugendlichen (Ziel 1) sowie die Verbesserung des Sozialverhaltens durch gemeinsame Aktionen (Ziel 5). Alexandra Franz führt außerdem das Ziel der Selbstbehauptung an (Ziel 2) und betont in diesem Zusammenhang das Kennen, Stärken und Erweitern eigener Rechte. Auch Kenntnisse über den eigenen Hilfebedarf und damit verbundene Lösungsstrategien im Rahmen von Selbstbestimmung (Ziel 6) werden von ihr explizit benannt. Hier ist im weitesten Sinne auch die Auseinandersetzung mit Barrieren und Diskriminierung zu verorten. Abschließend nennt Alexandra Franz die Erschließung und Aneignung städtischer Angebote und Räume (Ziel 3). Keine der&lt;br /&gt;22&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Teamerinnen benennt an dieser Stelle die Reflexion männlicher und weiblicher Rollen- und Leitbilder (Ziel 7). An späterer Stelle wird von beiden Expertinnen ausgeführt, dass dieses Ziel im Projektverlauf zu kurz gekommen ist (A. Franz: 6; S. J. Klar: 3). An den genannten Zielen lässt sich der unterschiedliche Arbeitshintergrund der beiden Expertinnen ablesen, der unter dem gemeinsam benannten Ziel der Teilhabe in die Kooperation einfließt. 3.1.3 Methodeneinsatz Die Teamerinnen ordnen die Methodenwahl in erster Linie der Zielerreichung unter. Sie betonen die Notwendigkeit der Anpassung an die Zusammensetzung der Gruppen und beschreiben ihr Bemühen, alternativ verschiedene Methoden aus unterschiedlichen Richtungen der Erlebnispädagogik zur Erreichung eines bestimmten Ziels einzusetzen und deren Wirksamkeit zu erproben. Stefanie Janne Klar (1) ordnet die eingesetzten Methoden der Erlebnispädagogik zu und beschreibt deren grundsätzliche Qualitäten. So sollen erlebnis- und handlungsorientierte Abenteueraktionen Jugendliche generell motivieren sowie ihre Bereitschaft fördern, sich auf Neues einzulassen und zu lernen. Wesentlich ist hierbei, über eigene Aktivität auch eine Wirkung des eigenen Handelns wahrzunehmen und offen mit neuen Herausforderungen umzugehen. Alexandra Franz (1f) benennt konkrete erlebnispädagogische Aktionsformen im Zusammenhang mit einzelnen Projektzielen: Durch Kletteraktionen können die Teilnehmenden vor allem Grenzen austesten, Ängste überwinden und eigene Stärken erkennen. Angeführt werden zudem Entspannungsübungen ,,nach dem `Gut drauf´-Konzept&amp;quot; (ebd.), Ernährungshinweise als auch Stadt- und Abenteueraktionen wie beispielsweise die&lt;br /&gt;23&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;,Alienreise&amp;#39; (ebd.). Sie geht in Bezug auf Methoden zur Stärkung der Gruppendynamik und Vertrauensbildung zwar nicht ins Detail, erwähnt jedoch eine Teamaufgabe mit Baumstämmen, die sich hier einordnen lässt (vgl. auch Projektantrag 2006: 16). Diese Aufgabe zeigt darüber hinaus beispielhaft die Notwendigkeit zur zielgruppenspezifischen Anpassung und Modifikation der Methoden:&lt;br /&gt;,,[...] wie diese Geschichte mit diesen Baumstämmen, also wie bewege ich mich auf diesen Baumstämmen und kletter über einander hinweg, so dass aber eben alle auch Platz finden, immer mit dem Gedanken: Wie modifiziere ich das? Also, wenn ich Teilnehmer hab, von denen ich weiß, die können jetzt mit dem Rollstuhl nicht auf diese Baumstämme klettern, wie kann ich zum Beispiel Felder abkleben, in denen sie sich bewegen können? Diese Modifizierungsideen waren noch nicht im Konzept mit drin, aber diese Grundidee zum Beispiel, sich auf engem Raum bewegen zu müssen und eine Aufgabe zu erfüllen für die gesamte Gruppe, das ist so bestehen geblieben.&amp;quot; (vgl. A. Franz: 2)&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die Erprobung unterschiedlicher Methoden im Hinblick auf gleiche Ziele wird von Stefanie Janne Klar (4) ausgeführt:&lt;br /&gt;,,Mit der ersten Gruppe der Hörbehinderten haben wir mehr Kletteraktionen gemacht, bei der zweiten Gruppe werden wir es so machen, dass wir im Vergleich vielleicht doch mal mehr in Richtung ,Stadtabenteuer&amp;#39; Methoden ausprobieren und gucken, was schlägt da an? Es gibt ja mehr Richtungen in der Erlebnispädagogik. [...] Da können wir vielleicht auch noch mal ganz gut vergleichen, was hat besser angeschlagen oder nicht oder vielleicht gleich gut, nur anders.&amp;quot;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Deutlich wird, dass im Hinblick auf die Projektziele ein Methodenrepertoire entwickelt werden musste und entwickelt wurde, das sowohl den unterschiedlichen Beeinträchtigungen und den daraus erwachsenden Behinderungen angepasst ist und der Gruppenzusammensetzung entspricht.&lt;br /&gt;24&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;3.1.4 Beurteilung von Zielerreichung und Methodeneinsatz Beide Teamerinnen sind davon überzeugt, dass eine Vielzahl der angestrebten Ziele erreicht wurde. Dies führen sie auf die grundsätzliche Eignung der gewählten gruppenspezifisch angepassten Methoden zurück. Als erreicht benennt Alexandra Franz (4) das Ziel der Selbstbehauptung (Ziel 2). Bewährt hat sich ihrer Meinung nach besonders die zu Beginn durchgeführte `Stunt-Aktion´, bei der die Jugendlichen eine undurchsichtige Papierbarriere durchbrechen sollten:&lt;br /&gt;,,[...] man musste halt Anlauf nehmen durch einen langen Flur und sich dann durch diese Wand stürzen und das ist gar nicht so einfach, weil die sah wirklich echt aus. Man hatte wirklich das Gefühl, man läuft vor eine Wand. Und das war wirklich etwas, wo alle mitgemacht haben, einige hatten anfänglich etwas gezögert, aber letztendlich hat sich dann jeder getraut und, das war wirklich der Moment des Herausbrechens aus dieser Barriere, dass man einfach gesehen hat, diese drei Zentimeter, die die Teilnehmer gewachsen sind, dieser Mensch, der ängstlich vor der Barriere stand und ängstlich losgelaufen ist und erst gesagt hat: `Oh, ich weiß gar nicht so genau´, und dann wirklich dieser sehr befreiende Schrei, da durchgebrochen zu sein und zu sehen, wie lange das Gefühl noch angehalten hat&amp;quot; (ebd.).&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Außerdem führt sie den Aspekt der Selbstbestimmung (Ziel 6) als durchgängiges Thema innerhalb der Aktionstage an. So entscheiden die Teilnehmenden selbst, inwieweit sie sich auf bestimmte Angebote oder auf Kontakte mit anderen Jugendlichen einlassen bzw. diese auch ablehnen. Beispielhaft ist für sie auch das Nutzen von Spielräumen innerhalb der einzelnen Aktionen (vgl. A. Franz: 4f). Ein selbstbestimmtes und selbstbewusstes Hinwegsetzen über bestehende Regeln sieht Alexan-&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;25&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;dra Franz allerdings ,,erst relativ spät&amp;quot; (ebd.: 5).4 Auf Nachfrage äußert sich die Teamerin auch zur Erreichung des Ziels der Teilhabe (Ziel 4) positiv:&lt;br /&gt;,,[...] ich finde, dass dieser Teilhabegedanke eigentlich auch ein Gedanke war, der sehr gut umgesetzt war, dass die Teilnehmer im positiven Sinne aggressiver geworden sind, wenn es darum ging, Teilhabe einzufordern. Im Sinne von `ich will dich was fragen, ich will dir was sagen, hör mir zu´ oder `Da ist jetzt ne Treppe, da kommt die I. gar nicht hoch, das ist aber doof.´ Was am Anfang auch hingenommen wurde, oder auch ein Aufstapfen, dann mal oder ein Fragezeichen: `Ja, wie geht das denn jetzt?´ oder, dass auch Leute beurteilt wurden: `Ja, die sind hier nett, ja, die sind hier nicht nett.´ Dass wir Teilhabemöglichkeiten aufgezeigt haben, die die Jugendlichen abgelehnt haben. [...] Also diese Teilhabe wurde nicht kritiklos hingenommen, es wurde ausgewählt. Es gab ein Bewusstsein für die Möglichkeiten&amp;quot; (ebd.: 6).&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Stefanie Janne Klar (2) beschreibt in erster Linie das zunehmende Vertrauen in die Gruppe und zu den Teammitgliedern (Ziel 5) sowie Vertrauen in eigene Fähigkeiten und Stärken (Ziel 1) als erreicht. Sie führt diese Entwicklung zum einen auf das allmähliche Zusammenwachsen der Gruppen zurück, zum anderen auf die langsame Steigerung der Anforderung innerhalb der Methoden:&lt;br /&gt;,,Und da ist das Vertrauen in uns und in die Methoden sehr gewachsen, also wir haben das prozessorientiert aufgebaut, dass wir klein angefangen haben mit punktuell kleinen Aktionen und haben das immer mehr gesteigert und da konnten wir selbst sehr gut bei einzelnen Teilnehmern beobachten, dass sie am Anfang auch gescheitert sind und gesagt haben: `Ich hab mich nicht getraut, ich war aufgeregt, ich war zu aufgeregt, ich habe zu viel Angst gehabt.´, und dann haben&lt;br /&gt;4&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die von Alexandra Franz angesprochenen Methoden machen deutlich, dass ihre Äußerungen stark auf Gruppe A bezogen sind.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;26&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;wir ihnen beim nächsten Abenteueraktionstag eine weitere Chance gegeben, haben noch mal ermutigt und haben gesagt: `Was brauchst du um zum Ziel zu kommen?´, und nach und nach haben sich Teilnehmer immer mehr getraut. Zum Beispiel Leute ansprechen auf der Straße im Rahmen von einer Spielaktion, dass ein Teilnehmer im Rahmen von drei Abenteuertagen sich zunehmend immer mehr getraut hat und am Ende da stand und gesagt hat: `Am Anfang hab ich mich gar nicht getraut, danach wurd´s schon etwas besser und heute, heute habe ich es geschafft.´ (ebd.)&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Zu kurz gekommen ist aus Sicht beider Teamerinnen die Reflexion von männlichen und weiblichen Rollen- bzw. Leitbildern mit Behinderung (Ziel 7). Stefanie Janne Klar (3) sieht die Gründe hierfür in der tatsächlichen Teilnehmendenstruktur sowie in einer veränderten Team-Besetzung5. Sie beschreibt die vorgenommene Schwerpunktsetzung auf die oben beschriebenen erreichten Ziele dennoch als sinnvoll.&lt;br /&gt;,,Nach meiner Ansicht war es bewusst. Wir haben schon drauf geachtet, dass es nicht hinten rüber fällt, aber wir haben uns im Verlauf des Projekts für diesen Weg entschieden, weil einfach die anderen Themen im Prozess sich so entwickelt haben und einfach im Vordergrund standen.&amp;quot; (ebd.: 3).&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Alexandra Franz (6) verweist hingegen auf das mögliche Potential des Themas `Geschlecht´. Es zeigt sich, dass das entwickelte Methodenrepertoire von den Teamerinnen als geeignet für die Zielerreichung bewertet wird. Eine bewusste Prioritätensetzung einzelner Ziele in Abhängigkeit von Gruppenzusammensetzung und Entwicklungsstand erachten sie im Hinblick auf den Projekterfolg als notwendig.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;5&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Aufgrund von Krankheit und Schwangerschaft standen Männer und Frauen mit Behinderung nicht an allen Aktionstagen zur Verfügung 27&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;3.1.5 Notwendige zukünftige Veränderungen in Bezug auf die praktische Arbeit Als Konsequenz für die Zukunft sehen beide Teamerinnen Veränderungsbedarf bezogen auf die Thematisierung von Behinderung im Spektrum von individuellen Rollenvorbildern bis hin zu gesellschaftlichen Dimensionen. Alexandra Franz (7) erachtet die Thematisierung von Behinderung besonders mit geistig behinderten Jugendlichen als schwierig, aber notwendig:&lt;br /&gt;,,Also ich kann situativ wirklich eine Bewertung vornehmen, ich kann mit ihnen herausarbeiten `Was tut mir gut?´, aber alleine diese Differenzierung zwischen `Was ist Behinderung, was ist Beeinträchtigung?´ fällt sehr schwer, und ich glaube, da muss ich für mich in Projekten noch bessere Wege finden, das auf eine andere Ebene herunterzubrechen.&amp;quot; (ebd.)&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Sie ist der Meinung, dass die Teilnehmenden oftmals Begriffe wie `krank´ und `behindert´ gleichsetzen und als Ausdruck von Unwohlsein verstehen. Sie selbst grenzt sich von dieser Sichtweise ab und weist darauf hin, auch das positive Potential des Lebens mit einer Beeinträchtigung aufzuzeigen und das Selbstbild der Jugendlichen dahingehend zu verändern (vgl. ebd.). Konkret auf die von Alexandra Franz geäußerten Gedanken angesprochen, beschreibt Stefanie Janne Klar (6) eher die anfängliche eigene Zurückhaltung, die Thematik mit den Jugendlichen zu besprechen:&lt;br /&gt;,,Und da sind wir am Anfang natürlich nicht so forsch und selbstbewusst mit gewesen, das war ja für uns auch Neuland, Reflexionen anzuleiten mit dem Fokus auf Jugendliche und Behinderung.&amp;quot; (ebd.)&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Trotz zunehmender Sicherheit unterstützt sie die Fokussierung auf andere Themenbereiche und begründet dies mit dem vorhandenen Projektrahmen sowie der Notwendigkeit, nicht zu viele Ziele zeitgleich zu verfolgen.&lt;br /&gt;28&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;,,Wir mussten uns irgendwann entscheiden, wo legen wir den Fokus drauf, und wo arbeiten wir weiter, dass man nicht so tausend von Themen anreißt, sondern wir haben wirklich gesagt, wir konzentrieren uns jetzt auf diese Aspekte...&amp;quot; (vgl. ebd.).&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Darüber hinaus sieht Stefanie Janne Klar Veränderungsbedarf bei der Kommunikation zwischen Projektmitarbeitenden und Teilnehmenden und meint speziell die Gruppe der hörgeschädigten im Wohnheim lebenden Jugendlichen. Hier sei der Informationsfluss über Lehrkräfte und Betreuungspersonal eher kontraproduktiv im Hinblick auf die unvoreingenommene Meinungsbildung über die Teilnehmenden gewesen:&lt;br /&gt;,,[...] und gut ist, wenn man da eigentlich völlig frei auf die Teilnehmer zugeht, weil das auch noch mal die Chance birgt, dass einzelne Teilnehmer neue Rollen besetzen können&amp;quot; (ebd.: 7).&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Als weiteren Grund für eine direkte Kommunikation mit den Jugendlichen führt sie den für sie wichtigen Aspekt der Selbstbestimmung an:&lt;br /&gt;,,Weil ich denke, dass ein Teil von Selbstbestimmung darüber läuft, dass wir einfach noch mal direkt mit den Teilnehmern kommunizieren und nicht alles über Leute, die eh schon einen ganz anderen Blick darauf haben [...].&amp;quot; (vgl. ebd.).&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Es wird ersichtlich, dass die Teamerinnen aus ihren im Projekt gesammelten Erfahrungen auf zwei Ebenen Veränderungsbedarf im Hinblick auf die Praxis sehen: Zum einen muss der Aspekt der gesellschaftlichen Dimension von Behinderung stärker gewichtet werden. Dabei sollte den individuellen Rollenvorbildern behinderter Frauen und Männer mehr Bedeutung zukommen. Zum zweiten sollte die Akquise der Jugendlichen und der weitere Informationsfluss mit ihnen möglichst im direkten Kontakt erfolgen. Die Kontaktaufnahme über Professionelle aus Lebensbereichen wie Förderschule oder Internat birgt&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;29&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;die Gefahr der Fremdbestimmung der Jugendlichen im Lebensbereich Freizeit sowie der Beeinflussung der Teamerinnen. 3.1.6 Beurteilung der Kooperation Gerade der Modellcharakter des auf Kooperation angelegten Projekts wird von beiden Teamerinnen als gegenseitige Bereicherung empfunden, obwohl die Kooperation viel Kapazität und Ressourcen bindet (vgl. A. Franz: 8; S. J. Klar: 9f). Stefanie Janne Klar (11f) sieht einen durchgehend hohen, von der Zielgruppe unabhängigen Planungsaufwand, der sich durch die Kooperation der beiden Vereine noch erhöht. Jedoch betont sie, dass sich der Kooperationsaufwand im Projektverlauf durch das gegenseitige Kennenlernen der Teammitglieder mit ihrem fachlichen Hintergrund sowie durch das bessere Kennenlernen der Jugendlichen wieder reduziert.&lt;br /&gt;,,Ich hab auch das Gefühl, der Planungsaufwand mit diesen zwei Trägern ist so hoch, weil man sich ganz viel austauschen muss, weil MOBILE kennt die erlebnispädagogische Arbeit nicht, wir kennen die Arbeit von MOBILE nicht und wir mussten ganz viel sprechen und uns austauschen, warum planen wir die Aktion jetzt so, was ist Vorteil, Nachteil, ist das vereinbar aus Sicht von MOBILE mit den Zielen, haben wir da irgendwas vergessen, und es ist, ja, das ist anstrengend, aber das ist genauso bereichernd.&amp;quot; (ebd. 10)&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Trotz dieses hohen Aufwands stellt sie zusammenfassend fest:&lt;br /&gt;,,[...] es ist aufwändig, aber es hat einen Riesen-Effekt&amp;quot; (S. J. Klar: 10).&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Alexandra Franz (8) hätte sich einen noch intensiveren Austausch des jeweiligen Fachwissens gewünscht, erklärt dies jedoch aus zeitlichen Gründen für nicht umsetzbar. Hinsichtlich der Zielerreichung wird die Zusammenarbeit ebenfalls als sinnvoll erachtet. Für Stefanie Janne Klar (9) ermöglicht&lt;br /&gt;30&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;diese vor allem eine zielgruppengerechte Planung unter dem Aspekt `Behinderung´:&lt;br /&gt;,,[...] das sind ja alles Dinge, damit hatten wir vorher wenig zu tun, weil wir ja auch mit der Zielgruppe wenig zu tun hatten, damit haben wir uns vorher auch wenig auseinandergesetzt, so, und dann haben wir MOBILE kennengelernt, wo ich schon merke, da ist ein Prozess ins Rollen gekommen, wo ich drüber nachdenke [...]: Wie ist mein Fokus auf Menschen mit Behinderungen? Wie betrachte ich die in meiner Arbeit als Erlebnispädagogin, wie arbeite ich damit und, ja, wie können Ziele besser umgesetzt werden. Und dadurch, dass wir paritätisch gearbeitet haben, ist doch immer noch ein ganz anderer Blickwinkel, als ich den hab, mit reingenommen worden. Ein ganz anderes Feingefühl, ein darauf-aufmerksam-machen&amp;quot; (ebd.).&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Auch Alexandra Franz (8f) betont die wichtige Ergänzung behinderungsspezifischer Themen durch erlebnispädagogische Umsetzungsmöglichkeiten ­ speziell in der Arbeit mit Kindern und Jugendlichen ­ und spricht damit schon wesentliche Inhalte der nachfolgenden Kategorie an. Insgesamt wird deutlich, dass beide Teamerinnen die Kooperation für das Gelingen eines derartigen Projekts trotz des hohen Organisations- und Zeitaufwandes für zwingend erforderlich und bereichernd erachten. 3.1.7 Bewertung der spezifischen Konzepte des jeweils anderen Vereins im Hinblick auf die Zielerreichung Vor dem Hintergrund ihrer bisher eher kognitiv orientierten Arbeit mit Erwachsenen betont Alexandra Franz (9) die Vorteile erlebnispädagogischer und sozialer Methoden, die den beteiligten Kindern und Jugendlichen ein praktisches, direktes Erleben sowie den Transfer relevanter Themen in ihren Lebensalltag ermöglichen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;31&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;,,[...] es ist einfacher zu gucken, wie war das mit dem Außerirdischen in der Stadt und wie ist das dann, wenn ich alleine in der Stadt bin, oder wie ist das mit Eltern in der Stadt, als wenn ich einfach sage, ich sitze in einem geschützten Raum, in einer Schulklasse oder wo auch immer und spreche theoretisch darüber, `Wie wäre denn wenn´. Oder es ist auch einfacher zu beobachten, wie gehen Menschen mit einem Außerirdischen um und dann festzustellen, manchmal wird auf mich ähnlich reagiert, als zu sagen, erinnerst du dich: da bist du diskriminiert worden, oder da war etwas nicht in Ordnung. Und das ist etwas, wo ich wirklich sage `Ja, da habe ich über die Erlebnispädagogik einen unmittelbaren Zugang´, um solche sehr abstrakten Worthülsen wie Teilhabe, Selbstbestimmung, Hilfebedarf wirklich praktisch zu füllen&amp;quot; (ebd.).&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Stefanie Janne Klar (8) benennt den für MOBILE wichtigen Aspekt der Selbstbestimmung auch als Grundhaltung für den Einsatz erlebnispädagogischer Methoden. Sie spricht vor allem Abenteueraktionen an, in denen die Teilnehmenden ihre eigenen Grenzerfahrungen machen, eigene Fähigkeiten erkennen und sich unabhängig von anderen Jugendlichen für oder gegen eine Teilnahme aussprechen können. Eine ungewöhnliche Erfahrung ist es für Stefanie Janne Klar, dass die Jugendlichen bei Projektaktivitäten nicht von ihren Eltern, sondern von Assistenzkräften unterstützt werden. Die Bedeutung dieses von der Politischen Behindertenselbsthilfe betonten Unterschieds zwischen Assistenz und Hilfe durch Angehörige hat sie als besonders wertvoll für die Projektarbeit erkannt, deren Ziel u.a. die Erfahrung von Selbstwirksamkeit ist:&lt;br /&gt;,,[...]das war für mich eine neue Erfahrung und eine wertvolle, dass es da ganz feine Unterschiede gibt, ob ich mir da jemanden zu hole, der dann ne bestimmte Funktion hat, oder ob ich da Eltern im Rücken habe, die für ihre Kinder da sind, so&amp;quot; (ebd.: 8).&lt;br /&gt;32&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;In den Interviews mit beiden Teamerinnen wird eine durchgehend hohe Wertschätzung für den jeweils anderen Projektpartner mit seinem spezifischen Konzept deutlich. 3.2 Ergebnisse der Befragung der Jugendlichen und Interpretation vor dem Hintergrund der Projektziele&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;3.2.1 Entwicklung eines neuen Selbstbewusstseins als behinderter Jugendlicher / als behinderte Jugendliche Gruppe A: Eng verbunden mit der Entwicklung von Selbstbewusstsein und Selbstbehauptung in konfliktreich empfundenen Situationen war das immer wiederkehrende Thema des Ansprechens fremder Menschen. Dieses bildete einen Schwerpunkt in drei aufeinander folgenden Abenteueraktionen und bot die Möglichkeit, Hemmschwellen nach und nach zu überwinden (s. auch projektinterne Dokumentation). Für drei der Jugendlichen ist dies scheinbar eine vollkommen neue Erfahrung (vgl. 1a: 4f; 1e: 5f; 1f: 4f), wobei die Gründe bei einem 15-jährigem Mädchen im erstmaligen Verlassen einer Art `Schonraum´ gesehen werden können:&lt;br /&gt;,,Treffe doch niemanden, den ich ansprechen muss&amp;quot; (1a: 6).&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;So stellt die erste Projektaktion auch eine Herausforderung für sie dar, die zunächst mit negativen Gefühlen verbunden ist:&lt;br /&gt;,,Weil ich mich nicht getraut habe erstmal&amp;quot; (ebd.: 4).&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Mit Unterstützung eines Projektmitarbeiters erfüllt sie jedoch schließlich die Aufgabe, fremde Personen für ein gemeinsames Foto anzusprechen und berichtet mit Stolz davon (vgl. ebd.). Der Eindruck einer positiven Entwicklung von Selbstbewusstsein und Selbstbehauptung wird zum einen dadurch verstärkt, dass&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;33&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;sich die Teilnehmerin ihre Fähigkeiten zu einem späteren Zeitpunkt ganz selbstverständlich zu Nutzen macht:&lt;br /&gt;,,Ich hab einmal auch bei McDonalds nachgefragt einmal, wo H&amp;amp;M ist&amp;quot; (ebd.: 11).&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Zum anderen traut sie sich zukünftig mehr zu (vgl. ebd.: 6). Die Möglichkeit der langsamen Steigerung eigener Fähigkeiten zeigt sich besonders deutlich bei einem 20-jährigem Teilnehmer, der sich zunächst nicht überwinden kann und seine Gefühlswelt wie folgt beschreibt:&lt;br /&gt;,,Nein, ja, nein, ja. Nein sagen, aussuchen, Ja sagen oder Nein sagen? [...] Nein Sagen [...] Mulmiges Gefühl, ja. [...] Angst, ja. Magen war grummelig&amp;quot; (1f: 4).&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Beim anschließenden `Rosentausch´ auf dem Dortmunder Marktplatz stellt er sich jedoch der Situation, spricht fremde Menschen an und zeigt sich trotz einer Ablehnung des Tausches sehr ausdauernd und selbstbewusst (vgl. ebd., 8). Die übrigen Jugendlichen geben an, keine Schwierigkeiten bei der Ansprache fremder Personen zu haben und mit Ausnahme des 14-jährigen sprachbehinderten Jungen (vgl. 1e: 5f, 7) daran gewöhnt zu sein (vgl. 1b: 4; 1c: 4; 1d: 7). Für ein selbstbewusstes Auftreten spricht hier vor allem ihre Beharrlichkeit, die Aufgabe trotz negativ empfundener Reaktion der angesprochenen Menschen erfüllen zu wollen (vgl. 1b: 5; 1c: 4; 1d: 7f). Auch untereinander zeigen sich die Jugendlichen selbstsicher. Die Übung `Nein, ich will nicht´, welche Selbstbehauptung und Selbstbewusstsein innerhalb einer gestellten Aufgabe erfordert, wird überwiegend positiv bewertet und als Unterstützung empfunden (vgl. 1a: 15f; 1b: 12; 1c: 9f; 1e: 14f). Da zwei der Befragten erwähnen, anderen Menschen vorher noch nie auf diese Weise entgegengetreten zu sein, kann hier von einem Fortschritt hinsichtlich des Projektziels ausgegangen werden (vgl. 1a: 14; 1e: 14).&lt;br /&gt;34&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Gruppe B: Das Ansprechen fremder Personen bildet zwar auch hier einen Schwerpunkt, ist jedoch auf Grund der geringeren Anzahl der Projekttage auf eine Aktion begrenzt. Trotzdem zeigt sich bei der Hälfte der Befragten eine deutliche Entwicklung in Richtung Selbstbewusstsein und Selbstbehauptung: Ein 13-jähriges Mädchen (2c: 9f), das angibt, nicht gern zu sprechen und über keine Erfahrung beim Ansprechen fremder Personen zu verfügen, traut sich nach der Projektaufgabe wesentlich mehr zu:&lt;br /&gt;,,Hm, unheimlich. Hatte man Angst sie anzusprechen, aber später, wenn man das öfter gemacht hat, nach `ner Zeit war´s nicht mehr so unheimlich. [...] Hab ich keine Angst mehr, jetzt auch nicht mehr&amp;quot; (ebd.).&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Nicht ängstlich, aber vorerst zurückhaltend reagieren zwei weitere Teilnehmer auf die Situation und bewältigen diese schließlich:&lt;br /&gt;,,Aber am Anfang war ich schüchtern, dann habe ich mich entwickelt und konnte mit den Leuten immer leichter sprechen&amp;quot; (2d: 8). ,,Das war kein Problem, aber ich bin da eher defensiv. Sprich, ich mach das eigentlich nur, wenn ich mal keinen bei mir habe, dann, wenn ich jemanden um mich herum habe, Freund oder so, dann lasse ich den am liebsten die ansprechen. [...] Weil ich mich da nicht so traue&amp;quot; (2e: 8).&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Nach der Projektaktion fühlt sich dieser 16-jährige Jugendliche (ebd.) ,,befreit, erleichtert&amp;quot; und traut sich zukünftig mehr zu: ,,Ja, alleine ginge es auch.&amp;quot; Die übrigen drei Teilnehmenden berichten von unterschiedlichen Erfahrungen: Ein 13-jähriges Mädchen kann sich scheinbar nur zu einem Versuch überwinden (vgl. 2a: 8). Trotz der Erkenntnis ,,Ich hab´ da was geschafft, ja&amp;quot; (ebd.) möchte sie solch eine Aktion nicht wiederholen und gibt hierfür folgenden Grund an:&lt;br /&gt;35&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;,,Ich will nicht gerne erleben, wie die Leute uns so angeguckt haben, die meisten. Aber ein bisschen Spaß macht es doch. Interessiert, interessant auch.&amp;quot; (ebd.: 10).&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die Reaktion und Meinungen der fremden Personen scheinen auch für ein anderes 13-jähriges Mädchen bedeutsam zu sein, so dass sie sich ,,komisch&amp;quot; (2b: 7) fühlt und ihre Motivation, die Aufgabe zu erfüllen, etwas eingeschränkt ist:&lt;br /&gt;,,Manchmal hatte ich einfach keine Lust dazu, einfach Mut zu geben, das zu sagen.&amp;quot;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Dies kann auch ein Grund dafür sein, dass sie weiterhin nur bekannte Menschen anspricht und sich in Gegenwart von Freunden sicherer fühlt. Die Aktion hat ihr dennoch Spaß gemacht und die Jugendliche kann sich eine Wiederholung vorstellen (vgl. ebd.: 8). Der sechste Teilnehmer, ein 13-jähriger Junge (2f: 7), zeigt sich aufgeschlossen für neue Erfahrungen:&lt;br /&gt;,,Ich mache einfach so mit, damit ich mal probieren kann, ob das gut ist oder schlecht ist.&amp;quot;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Dennoch hat er das Ansprechen fremder Personen ,,nicht mal ausprobiert&amp;quot; (ebd.: 8).&lt;br /&gt;,,Weil ich traute mich nicht so, weil ich immer Angst hatte. [...] Ich wollte ausprobieren, aber ich traute mich einfach nicht&amp;quot; (ebd.).&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Auch ihm hätte möglicherweise ein der ersten Gruppe ähnlicher Projektverlauf mit wiederholten Übungen geholfen, sich weiter zu entwickeln und selbstbewusster zu werden (vgl. ebd.: 9). So bleibt es ungewiss, ob er sich zukünftig selbst überwindet, fremde Menschen anzusprechen:&lt;br /&gt;,,Das habe ich noch nicht ausprobiert. [...] Ich glaube ja, dass ich das mal ausprobieren werde, später&amp;quot; (ebd.).&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;36&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Gruppe C: Durch den mit Gruppe B vergleichbaren Projektverlauf gab es auch hier nur einen Abenteueraktionstag in der Innenstadt Dortmund, bei dem das Ansprechen fremder Menschen im Mittelpunkt stand. Mit dieser Thematik sind sechs der sieben Befragten offenbar zum ersten Mal konfrontiert (vgl. 3a: 8; 3b: 6; 3c: 6; 3d: 7; 3e: 10; 3g: 7). Zwei der Mädchen begründen dies wie folgt:&lt;br /&gt;,,[...] weil in der Schule dürfen wir nicht mit zwei Männern reden [...] und wir dürfen nicht mit Großen reden. [...] Und mit fremden Leuten darf ich eigentlich nicht reden&amp;quot; (3a: 8). ,,Nein, aber ich rede nicht gern fremde Leute, weil ich finde das auch gefährlich, vielleicht Überfall, oder so, mag ich nicht&amp;quot; (3c: 6).&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;So ist den sechs Jugendlichen die Projektübung durchweg ,,peinlich&amp;quot; und kostet sie auch Überwindung (vgl. 3a: 8; 3b: 6; 3c: 6; 3d: 7; 3e: 8; 3g: 7). Daher ist es positiv zu bewerten, dass sich alle Teilnehmenden schließlich trauen und den vorbeikommenden Passanten etwas anbieten. Ein 12-jähriger Junge beschreibt diese Entwicklung selbst:&lt;br /&gt;,,Weil, da hatte man ein bisschen Angst und dann musste ich mich selber schämen und dann war ich auf einmal mutig und dann fand ich das nicht mehr peinlich&amp;quot; (3g: 7).&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Sowohl bei ihm als auch bei einem 10-jährigen Mädchen (3d: 7) wird deutlich, dass das Schamgefühl nicht auf die Hörbeeinträchtigung zurückzuführen ist, sondern vielmehr mit der ungewohnten Situation zusammenhängt. Für ein selbstbewusstes Auftreten sowie Selbstbehauptung in subjektiv als konflikthaft erlebten Situationen spricht vor allem die Ausdauer und Beharrlichkeit der Jugendlichen, die Aufgabe zu erfüllen. Denn trotz negativ empfundener Reaktionen der angesprochenen Passanten lassen sie sich nicht beirren, wie folgende Beispiele belegen:&lt;br /&gt;37&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;,,Ich habe nur eine geschafft, die Apfelschorle trinken wollte. [...] ich bin immer, wenn die `Nein´ geantwortet haben oder einfach weggegangen sind, dann bin ich immer zu einem Nächsten gegangen.&amp;quot; (3b: 6f). ,,Ja, nur viele haben `Nein, nein!´ gesagt, nur nachher hab ich eine Schülerin gefunden, die hat `Ja´ gesagt. Die wusste gar nichts von dem Internat, ach, die wusste nichts. [...] Manche Leute waren doof, die haben so `Bäh´ gemacht. [...] Sind einfach weg gegangen, unverschämt, oder? [...] Manche Leute waren ganz doof&amp;quot; (3d: 7ff). ,,Aber die meisten haben `Nein´ gesagt, keiner hat `Ja´ gesagt. [...] Weil die keine Zeit hatten. Sind, manche haben nichts gesagt und sind nur durchgelaufen. [...] Ich habe einem gesagt, ich komme aus einem Internat von Dortmund und ich gehe auf eine Gehörlosen- und Schwerhörigenschule, aber sind einfach weitergelaufen&amp;quot; (3g: 8).&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Für eine 14-jährige Teilnehmerin sind die Reaktionen der Menschen ein Grund, mit Bedacht vorzugehen:&lt;br /&gt;,,Ich habe es trotzdem gemacht, aber ein bisschen vorsichtig gemacht. Ich gucke immer, wer nett ist&amp;quot; (3c: 6).&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Auch ein 12-jähriger Teilnehmer (3f: 9), der im Ansprechen fremder Menschen eigentlich ,,kein Problem&amp;quot; sieht, bekommt es plötzlich mit der Angst zu tun, wenn ,,ganz viele Große&amp;quot; auf ihn zukommen. Das Preisgeben von Informationen ­ auch über seine Hörbeeinträchtigung ­ macht er abhängig vom Verhalten der Passanten:&lt;br /&gt;,,Wenn mich jemand fragt, warum, gucke ich dem erstmal ins Gesicht, ob der freundlich ist oder nicht ist, wenn der freundlich ist, erkläre ich es, wenn der nicht freundlich ist, gehe ich weiter&amp;quot; (ebd.).&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Insgesamt wird die Aktion von drei Jugendlichen positiv bewertet (vgl. 3d: 9; 3e: 10; 3f: 9). Die anderen Vier können sich keine Wiederholung vorstellen (vgl. 3a: 10; 3c: 7f; 3g: 9), darunter ein&lt;br /&gt;38&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;11-jähriges Mädchen (3b: 7), das die Übung ,,ein bisschen langweilig&amp;quot; findet:&lt;br /&gt;,,Immer nur fragen, und sonst nix.&amp;quot;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;In Bezug auf das Projektziel ist dennoch von einem Fortschritt bei fast allen befragten Jugendlichen auszugehen, da sie sich zukünftig mehr zutrauen (3a: 10; 3b: 6; 3d: 8; 3e: 10), so auch ein 12-jähriger Junge (3g: 7):&lt;br /&gt;,,Ich kann das jetzt. Öfters.&amp;quot;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Zwei Teilnehmende beschränken das Ansprechen fremder Personen allerdings auf Situationen, in denen sie Schwierigkeiten haben und um Hilfe bitten (vgl. 3c: 8; 3f: 10). Alle Jugendlichen dieser Gruppe behaupten sich darüber hinaus auch bei der durchgeführten Kletteraktion im Hochseilgarten. Da drei der Teilnehmenden ihre Aufregung vor der Übung beschreiben, beinhaltet die Kletteraktion zumindest für sie eine neue Herausforderung. Der erforderlichen Erweiterung ihrer bisherigen Grenzen stellen sich die Befragten schließlich erfolgreich (vgl. 3a: 3; 3e: 4; 3g: 4). Schlussfolgerung: Die Auswertung dieser Kategorie, welche die ursprünglich aufgestellten Projektziele der Förderung eigener Fähigkeiten und Stärken (Ziel 1) und der Selbstbehauptung (Ziel 2) beinhaltet, zeigt deutliche Erfolge im Zusammenhang mit der Methode der Ansprache fremder Personen. Mit nur einer Ausnahme legen alle befragten Jugendlichen entweder ihre Hemmungen ab und überwinden schließlich Angst und Aufregung oder zeigen sich trotz negativ empfundener Reaktion der angesprochenen Menschen beharrlich und selbstbewusst. Als sinnvoll hat sich erwiesen, dass sich Gruppe A an drei Terminen mit dieser Thematik auseinandergesetzt hat. Dies hat den Jugendlichen der ersten Gruppe eine schrittweise Entwicklung ihrer Fähigkeiten&lt;br /&gt;39&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;und somit auch in jedem Fall Fortschritte ermöglicht. Die Aussagen der Jugendlichen stützen die Einschätzungen beider Teamerinnen, die beide Projektziele als erreicht bewerten (s. Kap. 3.1.4). Offen bleibt, ob eine vergleichbare Aktionsplanung mit Wiederholungs- und Steigerungsmöglichkeiten eine intensive und nachhaltige Zunahme des selbstbewussten Auftretens der Jugendlichen aus den Gruppen 2 und 3 bewirkt hätte. 3.2.2 Aneignung neuer, erlebnisorientierter Aktionsräume in der eigenen Lebensumwelt Gruppe A: Einen besonderen Schwerpunkt bildeten in Gruppe A vor allem Angebote und Aktionen im städtischen Bereich. Dieser war fünf von sechs Jugendlichen bereits im Vorfeld der Projekttage bekannt bzw. vertraut (vgl. 1a: 3; 1b: 5; 1c: 4; 1e: 6; 1f: 5). Nur ein Teilnehmer (1d: 9) gibt an, die Innenstadt noch gar nicht zu kennen. Die meisten der unter erlebnispädagogischen Aspekten ausgewählten Plätze und Freizeitmöglichkeiten lernt die Mehrheit der Befragten jedoch vollkommen neu kennen und erlebt sie als so interessant, dass sie einen erneuten Besuch begrüßt (vgl. 1a: 12; 1b: 11; 1d: 9; 1e: 13; 1f: 5, 8f). Auch erschließen sich nahezu alle Jugendlichen dieser Gruppe den innerstädtischen Bereich erstmals ohne Eltern bzw. vertraute Betreuer. So ist ein 15-jähriges Mädchen (1a: 3) zwar ,,ganz oft&amp;quot; in der Stadt, dass aber immer ,,mit Mama&amp;quot;. Zur Nachhaltigkeit der Erweiterung des Aktionsraums der behinderten Jugendlichen durch die Aneignung neuer Räume unabhängig von ihren Eltern können zum Zeitpunkt der Befragung keine Aussagen gemacht werden. Der Zeitraum zwischen Aktionen und Interviews war sehr kurz, so dass es nicht verwundert, dass die Jugendlichen trotz des geäußerten Interesses bis dahin keine der kennen gelernten innerstädtischen Orte erneut aufgesucht haben.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;40&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Gruppe B: Neben den vertrauten Räumlichkeiten des Internats wurden zwei weitere Räume für erlebnisorientierte Aktivitäten mit den Jugendlichen gewählt: der innerstädtische Bereich, der allen Jugendlichen bereits im Vorfeld der Projekttage bekannt war (vgl. 2a: 8; 2b: 6; 2c: 9; 2d: 9; 2e: 7f; 2f: 7f) und die Erlebniswelt des Fredenbaumparks mit ihrem Hochseilgarten. Diese kennt nur ein Jugendlicher (2f: 3) bereits vor den Aktionen. Für alle anderen ist es der erste Besuch. Mit der dort angewandten Methode des Kletterns und Sicherns haben sämtliche Teilnehmenden jedoch bereits erste Erfahrungen, einige sind durch Vereinstätigkeit und belegte Kurse auch geübt darin (vgl. 2a: 4; 2b: 3f; 2c: 4; 2d: 4; 2e: 4; 2f: 3). Alle berichten vom Spaß am Klettern und äußern sich positiv über die Projektaktion. Drei Jugendliche geben an, die Beschäftigung weiterführen zu wollen. Daher ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass sich die erfahrene Erweiterung des Aktionsraums um die Erlebniswelt ,,Fredenbaum&amp;quot; als nachhaltig heraus stellen wird. Dass bis zum Zeitpunkt der Befragung niemand aus der Gruppe den Hochseilgarten erneut aufgesucht hat (vgl. 2a: 5; 2c: 4; 2e: 4), verwundert auf Grund der Kürze des Zeitraums zwischen Aktionen und Befragung nicht. Gruppe C: Auch in dieser Gruppe bildeten sowohl die Innenstadt Dortmund als auch die Erlebniswelt des Fredenbaumparks mit seinen Klettermöglichkeiten die erlebnisorientierten Aktionsräume. Der innerstädtische Bereich ist allen Jugendlichen bereits bekannt (vgl. 3b: 5; 3c: 8; 3d: 6; 3e: 8; 3f: 8; 3g: 6). Nur einem 11-jährigen Mädchen (3a: 8) ist er weniger vertraut, da sie etwas entfernt wohnt und die Dortmunder Schule erst seit kurzer Zeit besucht. Sie gibt an, die Innenstadt mit Freundinnen, Eltern und anderen Familienangehörigen erneut besuchen zu wollen. Ihre 10-jährige Freundin berichtet, mit ihr bereits in der Woche der Befragung dort zum Einkaufen gewesen zu sein (vgl. 3d: 6). Ob dies&lt;br /&gt;41&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;auf die innerstädtischen Aktivitäten zurückzuführen ist, muss offen bleiben. Der Hochseilgarten dagegen war nur einer 14-jährigen Teilnehmerin im Vorfeld der Aktionen bekannt (vgl. 3c: 3), die Methode des Kletterns und Sicherns neben ihr auch einem 10-jährigen Mädchen (vgl. 3d: 3). Für alle anderen Jugendlichen sind sowohl die Räumlichkeiten als auch die Aktionen vollkommen neu (vgl. 3a: 3; 3b: 3; 3e: 4; 3f: 4; 3g: 4). Die Tatsache, dass die Mehrheit der Befragten diese Aktivität wiederholen möchte, kann an dieser Stelle als gute Voraussetzung für eine nachhaltige Aneignung bewertet werden (vgl. 3a: 4; 3d: 3; 3e: 5; 3f: 5; 3g: 4). Da auch bei dieser Gruppe zwischen Kletteraktion und Befragung nur zwei Wochen lagen, die von den Jugendlichen nicht zum erneuten Aufsuchen des Hochseilgartens genutzt wurden, können zur tatsächlichen Nachhaltigkeit keine Aussagen getroffen werden. Schlussfolgerung: Die Auswertung dieser Kategorie, die die Aneignung neuer, erlebnisorientierter Aktionsräume in der eigenen Lebensumwelt beinhaltet, zeigt, dass sich die Jugendlichen sowohl neue als auch ihnen bekannte Orte und Plätze im Rahmen des Projekts auf eine neue Weise erobert haben. Zur Nachhaltigkeit der Aneignung neuer Räume in der Lebensumwelt der Befragten können auf Grund des geringen zeitlichen Abstandes zwischen Aktionen und Interviews keine Aussagen getroffen werden. Erst die Zukunft wird zeigen, ob und wie die einzelnen Jugendlichen die innerstädtischen Räume und die Erlebniswelt im Fredenbaumpark nutzen werden. Als gute Voraussetzung für eine nachhaltige Aneignung kann jedoch gesehen werden, dass die Aktivitäten den Jugendlichen Spaß gemacht haben und dass sie äußern, diese erneut ausüben zu wollen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;42&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;3.2.3 Teilhabe behinderter Mädchen und Jungen an Angeboten im Bereich der kommunalen Jugendarbeit sowie am Leben der Gemeinschaft Das Projektziel der Teilhabe am Leben der Gemeinschaft und an Angeboten im Bereich der kommunalen Jugendarbeit ist vor allem längerfristig angelegt. So werden im Rahmen des Projekts erst im Anschluss an die Aktionstage, in denen zunächst grundlegende Kompetenzen für Teilhabe gefördert wurden, Kontakte zu Jugendfreizeitstätten u.ä. hergestellt (vgl. Projektantrag 2006: 13). Die Evaluation kann nur bisherige Entwicklungen und Voraussetzungen berücksichtigen und daher hierzu keine Zielüberprüfung bieten. Da beide Teamerinnen das Ziel der Teilhabe im Experteninterview benennen, ist zu erwarten, dass dem Aufbau von Teilhabemöglichkeiten für behinderte Jugendliche im kommunalen Bereich in der nach Abschluss der Aktionstage verbleibenden Projektlaufzeit eine hohe Gewichtung zukommt. Gruppe A: Die Aneignung neuer, erlebnisorientierter Aktionsräume als Voraussetzung für Teilhabe ist in dieser Gruppe neben Umweltbarrieren besonders dadurch erschwert, dass fast alle Jugendlichen sehr an Eltern bzw. Elternteile oder Betreuer gebunden sind und Aktivitäten im öffentlichen Raum stets gemeinsam mit diesen durchführen. Auf die Frage, ob ein Stadtbesuch auch allein möglich ist, antwortet ein 15-jähriges Mädchen (1a: 3):&lt;br /&gt;,,Nö, darf ich noch nicht&amp;quot;.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Auch ein 20-jähriger Teilnehmer befindet sich stets in Begleitung seiner Eltern, würde jedoch hierfür eher seine Freunde aus dem Wohnheim bevorzugen (vgl. 1f: 5). Öffentliche Verkehrsmittel nutzt er trotz seines Alters, seiner Kenntnisse über deren Benutzung sowie seiner Begeisterung ebenfalls nie allein (vgl. ebd.: 6).&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;43&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;,,Und bald alleine fahren, bald alleine. Meine Eltern das beibringen bald.&amp;quot; (ebd.).&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Nur eine 15-jährige Teilnehmerin (1c: 4) bewegt sich sowohl vor als auch nach den Projekttagen regelmäßig allein oder mit Freundinnen im Stadtgebiet. Die Teilhabe am Leben der Gemeinschaft wird ihr als Rollstuhlfahrerin dennoch erschwert. Trotz ihrer Selbstständigkeit bei der Benutzung öffentlicher Verkehrsmittel hat sie keine Chance, diese frei zu wählen:&lt;br /&gt;,,Nein, allein geht ja nicht in die Straßenbahn. [...] Drei Stufen. [...] da passt der Rollstuhl gar nicht durch, weil da eine Stange ist&amp;quot; (ebd.: 4).&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;So gibt es auch während der Projektaktionen immer wieder Hindernisse, die die Jugendliche in schlechter Erinnerung behalten hat:&lt;br /&gt;,,Ja, in Köln, da mussten wir ne Treppe hoch, weil wir sonst einmal ganz außen um so ein großes Gebäude rumgemusst hätten&amp;quot; (ebd.: 12).6&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die meisten Gruppenmitglieder zeigen ein deutliches Bewusstsein für derartige Barrieren. Sehr präsent ist ihnen die Rückfahrt von Paderborn, als die Gruppe auf Grund veralteter, nicht rollstuhlgeeigneter Züge getrennt zurückfuhr, um zumindest für einen Teil der Gruppe den verabredeten Zeitplan einzuhalten. So fordert eine 16-jährige Teilnehmerin (1b: 12):&lt;br /&gt;,,Da auch Rampe hinbauen&amp;quot;, damit ,,alle zusammen fahren&amp;quot; können.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ein sprachbehinderter Teilnehmer argumentiert in die gleiche Richtung, die Züge zu verändern (vgl. 1e: 4). Der 19-jährige Teilnehmer mit Down-Syndrom (1d: 6) bemerkt die Hilfestellung der eigenen Gruppe (,,die aufgehoben&amp;quot;), äußert sich aber auch positiv über die erlebte externe Unterstützung:&lt;br /&gt;6&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Nach Aussage einer Projektmitarbeiterin gab es keine Alternative zur Treppe.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;44&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;,,Da kam ein, ein Chef und der hat uns, den Rollstuhl in die, mit der Rampe, und dann konnte die da drüber fahren und dann hat das geklappt&amp;quot; (ebd.).&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die in den Aktionen gesammelten Erfahrungen, Lebensräume unabhängig von Eltern zu erschließen, selbstständig unbekannte Mitmenschen ansprechen und trotz vorhandener Barrieren Vorhaben erfolgreich umsetzen zu können, sind gute individuelle Voraussetzungen für einen Zuwachs an Teilhabeaktivitäten der Jugendlichen. Notwendige strukturelle Voraussetzungen für gelingende Teilhabe stellen allerdings Barrierefreiheit der Umweltbedingungen, z.B. der Jugendfreizeitstätten, sowie eine familiäre Umgebung, das die Unabhängigkeit und Eigenaktivität der Jugendlichen fördert, dar. Gruppe B: Im Vergleich zu Gruppe A hatten diese Jugendlichen schon vor Projektbeginn deutlich erweiterte Teilhabemöglichkeiten im öffentlichen Raum. Die Jugendlichen erreichen die vereinbarten Treffpunkte ohne Schwierigkeiten mit öffentlichen Verkehrsmitteln und nutzen diese auch sonst sehr eigenständig. Ihre Freizeit verbringen die Jugendlichen regelmäßig in der Dortmunder Innenstadt, wobei stets Freunde als Begleitung angegeben werden und Eltern eine untergeordnete Rolle spielen 7 (vgl. 2a: 8; 2b: 5f; 2c: 8f; 2d: 7ff; 2e: 7f; 2f: 7):&lt;br /&gt;,,Mit meinen Freundinnen ganz oft shoppen&amp;quot; (2c: 9). ,,Oder manchmal gehe ich auch mit Freunden in die Stadt oder zum Schwimmbad&amp;quot; (2a: 8).&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Während der Projektaktionen sind individuelle Voraussetzungen einer verbesserten Teilhabe geschaffen worden. Dass einige hörgeschädigte Jugendliche über Hemmungen bei der&lt;br /&gt;7&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Hier kann ein Zusammenhang mit dem Internatsleben der Jugendlichen bestehen, nur einige teilnehmende Kinder und Jugendliche leben bei ihren Eltern. 45&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ansprache fremder Personen berichten, sich nach der Projektaktion jedoch sicherer fühlen (s. Kategorie 1: 3.2.1), kann dazu beitragen, ihre Teilhabe am Leben der Gemeinschaft weiter zu erhöhen. Die mit Freude wahrgenommene Herausforderung des Kletterns und das Interesse, diese Freizeitaktivität in einer öffentlichen Freizeitstätte erneut ausüben zu wollen, lässt auf verbesserte individuelle Teilhabevoraussetzungen schließen. Gruppe C: Die Teilhabemöglichkeiten dieser Gruppe sind zu Projektbeginn vergleichbar mit denen der Gruppe B, obwohl das Alter der Befragten mit durchschnittlich 11 ½ Jahren niedriger ist. So bewegt sich auch ein nach Dortmund zugezogenes 10-jähriges Mädchen bereits nach kurzer Zeit ohne Erwachsene im städtischen Raum. Die anfängliche ,,Begleitung&amp;quot; durch ihre Großeltern ist auf wenige Male begrenzt. Nach kurzer Zeit geht sie gemeinsam mit einer Freundin aus dem Internat in die Stadt (vgl. 3d: 6). Freunde spielen auch bei den übrigen Jugendlichen eine wesentliche, Erzieher oder Verwandte eine untergeordnete Rolle als Begleitung in der Stadt (vgl. 3b: 6; 3c: 8; 3e: 8; 3f: 8; 3g: 6). Dies kann auch durch das Leben im Internat begründet sein, wie die folgende Äußerung eines 12-jährigen Jungen deutlich macht:&lt;br /&gt;,,[...] bei uns ist es im Haus so, dass wir in Gruppen in die Stadt gehen&amp;quot; (3f: 8).&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Bei der Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel zeigen die Jugendlichen eine hohe Eigenständigkeit. Mit Ausnahme eines 11-jährigen Mädchens (3b: 5), das bis dahin noch nicht ohne Begleitung gefahren ist, erreichen alle Kinder und Jugendlichen auch ohne Erwachsene ihr Ziel und scheinen hierbei keine Schwierigkeiten zu haben (vgl. 3a: 7; 3c: 8; 3d: 6; 3e: 8; 3f: 8; 3g: 6). Dieser Umstand sowie die Tatsache, dass die Mehrheit der Befragten großes Interesse an einer Fortsetzung des Kletterns&lt;br /&gt;46&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;zeigt, stellen wesentliche Voraussetzungen einer verbesserten Teilhabe im Bereich der kommunalen Jugend- und Freizeitarbeit dar. Schlussfolgerung: Die Auswertung dieser Kategorie zeigt, dass die Teilhabe behinderter Mädchen und Jungen an Angeboten der kommunalen Jugendarbeit sowie am Leben der Gemeinschaft besonders in Gruppe A eingeschränkt ist. So erfolgte die Fortbewegung mit öffentlichen Verkehrsmitteln kaum eigenständig, was neben baulichen Barrieren vor allem auf elterliche Reglementierung zurückzuführen ist. Selbst die Begleitung durch Gleichaltrige im Bereich der Innenstadt ist nicht selbstverständlich. Die Aussagen der Jugendlichen aller Gruppen können als Anzeichen dafür gewertet werden, dass sich durch die Projektaktivitäten die individuellen Voraussetzungen zur Partizipation an Angeboten der kommunalen Jugendarbeit verbessert haben. Dies beschreibt auch die Teamerin Alexandra Franz, indem sie das Teilhabeziel als erreicht bewertet (s. Kap. 3.1.4). Grundsätzlich können sich gesteigerte individuelle Teilhabekompetenzen nur dann positiv auf Teilhabeaktivitäten der Jugendlichen auswirken, wenn diese nicht von vornherein, wie insbesondere bei Gruppe A der Fall, verwehrt werden. Hier stellt sich die Frage, ob zusätzlich zu den hier evaluierten Gruppenangeboten gezielte Förderung und Beratung einzelner Jugendlicher und deren Eltern erfolgen sollte. 3.2.4 Entwicklung von Vertrauen zueinander und Erleben von Solidarität und Kooperation untereinander Gruppe A: Sowohl das erste Treffen als auch das weitere Kennenlernen und Zusammenarbeiten der Gruppe sind sehr positiv verlaufen. Die anfängliche Aufregung ist schnell einem vertrauten Umgang&lt;br /&gt;47&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;gewichen, obwohl der Großteil der Jugendlichen einander fremd war. Da sie keine wesentlichen Präferenzen hinsichtlich einer Kooperation bei Partnerübungen angeben und die Frage nach Streit innerhalb der Gruppe von allen Jugendlichen entschieden verneint wird, ist von einem harmonischen Miteinander auszugehen (vgl. 1a: 1f; 1b: 1; 1c: 1; 1d: 1f; 1e: 1f; 1f: 1ff). Auch äußern sich fünf der Befragten positiv über die Gewährung gegenseitiger Hilfen. Nur ein 15-jähriges Mädchen (1a: 2f) sucht eher bei einer weiblichen Honorarkraft Unterstützung. Ein Wiedersehen der Jugendlichen nach Abschluss der Aktionstage wird von allen gewünscht und die Einladung eines Teilnehmers (1d: 17) zu einem Theaterstück an seiner Schule gern angenommen (vgl. 1a: 18; 1b: 15; 1c: 12; 1e: 16; 1f: 14). Das durch die Projektaktivitäten erfolgreich aufgebaute Vertrauen wird auch gegenüber den Projektmitarbeitenden sichtbar, da sich die Teilnehmenden grundsätzlich auf die Übungen und Aktionen einlassen und mit einer Ausnahme (vgl. 1c: 10) das Gefühl haben, jederzeit mitteilen zu können, wenn sie bei einer Aktion nicht teilnehmen wollen (vgl. 1a: 15; 1b: 13; 1d: 14; 1e: 15). Ein Jugendlicher (1f: 2) berichtet im Zusammenhang mit der `Papierwand-Aktion´ von der Bedeutsamkeit, sich auf die Teamer verlassen zu können. Gruppe B: Das erste Treffen ist für die Jugendlichen mit unterschiedlichen Gefühlen verbunden. Die Hälfte der Jugendlichen gibt an, auf Grund der neuen Situation und einiger unbekannter Gesichter aufgeregt gewesen zu sein (vgl. 2b: 1; 2d: 1; 2e: 1), die meisten kennen sich jedoch aus dem Internat. Alle Jugendlichen meinen, sich besonders am Anfang untereinander nicht gut verstanden zu haben. Während ein 13-jähriger Junge die Frage auf kommunikative Fähigkeiten bezieht (vgl. 2d: 1), sprechen die übrigen Teilnehmenden konkret von Strei48&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;tigkeiten und machen diese meist an einzelnen Gruppenmitgliedern fest (vgl. 2a: 1; 2b: 1; 2c: 1; 2e: 1; 2f: 1, 4). Eine Verbesserung nehmen vier der Befragten wahr, wobei ein 13-jähriges Mädchen den Grund in der Abwesenheit der Streit auslösenden Person sieht (vgl. 2c: 2). Für ein anderes Mädchen (2a: 2) hat es sich positiv ausgewirkt,&lt;br /&gt;,,dass wir ihn daran erinnert haben, dass es nicht so gut ist, wie er sich verhalten hatte.&amp;quot;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Als hilfreich haben sich nach Ansicht eines 13-jährigen Mädchens und eines 16-jährigen Jungen auch projektinterne Übungen erwiesen, bei denen alle ,,zusammen arbeiten mussten, im Team&amp;quot; (2a: 2; vgl. auch 2e: 2). Für den vierten Teilnehmer basiert die verbesserte Situation vor allem auf festgelegten Regeln innerhalb eines Gruppenvertrags (vgl. 2f: 1f). Dem stimmen die übrigen drei Teilnehmerinnen in ihren Einzelinterviews auf Nachfrage zu, so auch der 16-jährige Jugendliche (2e: 3):&lt;br /&gt;,,Das war ganz nützlich. Damit es halt, damit es halt nicht zu diesen Streitigkeiten kommt. Das ganze relativ flüssig ablaufen konnte.&amp;quot;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Mehr als die Hälfte der Befragten bevorzugt keinen bestimmten Partner bei der durchgeführten Kletteraktion, die Kooperation und gegenseitiges Vertrauen erfordert, und fühlt sich mit allen Gruppenmitgliedern sicher (vgl. 2a: 3f; 2d: 3; 2e: 3f; 2f: 2f). Nur ein 13-jähriges Mädchen bevorzugt hierfür eindeutig die Erwachsenen und hätte sich nicht von jedem Jugendlichen sichern lassen. Das Vertrauen in ihren selbst gewählten Partner ist insgesamt im Projektverlauf durch die wiederholten Kletteraktionen offensichtlich gewachsen:&lt;br /&gt;,,Am Anfang hatte man Angst, und dann nicht mehr. [...] Weil ich dachte, ich konnte nicht so sicher sein, mit dem, dann hat das doch gut geklappt&amp;quot; (2c: 3).&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;49&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Zu den Projektmitarbeitenden besteht generell ein Vertrauensverhältnis, da sich die Jugendlichen auf die Übungen einlassen. So können sich nur zwei Teilnehmende nicht vorstellen, den Teamleitenden ihren Wunsch mitzuteilen, bei einer Aufgabe nicht mitzumachen (vgl. 2b: 5; 2e: 7):&lt;br /&gt;,,Also, ich würde da, ich könnte es nicht sagen, weil ich würde seine Gefühl verletzen oder so&amp;quot; (2a: 7).&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Gruppe C: Auch in dieser Gruppe bestanden bereits vor Projektbeginn Bekanntschaften und auch Freundschaften. Dennoch sind drei der Befragten beim ersten Zusammentreffen aufgeregt (vgl. 3b: 1; 3d: 1; 3e: 1), zwei weitere Teilnehmende sogar ,,ängstlich&amp;quot; (3a: 1; 3g: 1), darunter ein 12-jähriger Junge, der sich jedoch schnell wohler fühlt:&lt;br /&gt;,,Am Anfang habe ich mich ängstlich gefühlt, danach wurde ich immer mutiger. [...] Und danach habe ich mehrere Kinder kennengelernt&amp;quot; (ebd.)&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Drei der Jugendlichen haben einen positiven Eindruck vom Miteinander der Gruppe (vgl. 3b: 1; 3c: 1; 3d: 1), zwei 12-jährige Jungen sprechen jedoch auch von Streitigkeiten und beziehen sich dabei auf die jeweils andere Person (vgl. 3f: 2ff; 3g: 1, 9). Ebenso berichtet ein 11-jähriges Mädchen von Auseinandersetzungen zwischen einzelnen Personen (vgl. 3e: 1). Eine gleichaltrige Jugendliche (3a: 1) macht dies an gegenseitigen Bewertungen, wie ,,Ey, die ist ja so zickig&amp;quot; fest, beschreibt aber auch eine Verbesserung der Situation:&lt;br /&gt;,,Dass die Menschen ruhiger waren, damit wir nicht sofort [sagen] `Hey, die macht ja nicht richtig´ und so weiter&amp;quot; (ebd.).&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Geholfen haben dabei ihrer Ansicht nach nicht nur Regeln, sondern auch Projektaufgaben, speziell eine Übung mit weniger werdenden Matten (vgl. ebd.: 2).&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;50&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Mangelndes Vertrauen bei Partneraktionen von 3 Jugendlichen, einem der 12-jährigen Jungen sowie einem 11-jährigen und einem 14-jährigen Mädchen können in diesen Streitigkeiten und gegenseitigen Antipathien begründet sein (vgl. 3f: 3f; 3b: 2; 3c: 2f). Auch eine 10-jährige Teilnehmerin (3d: 2) vertraut eher einem ,,Freund&amp;quot; und wählt daher ihren Partner lieber selbst. Die übrigen Jugendlichen sind uneingeschränkt zu Kooperation und Zusammenarbeit bereit. Sie stufen alle Gruppenmitglieder als verlässlich und vertrauenswürdig ein (vgl. 3a: 2f; 3e: 3; 3g: 2f). Zu den Projektmitarbeitenden zeigt sich auch in dieser Gruppe insofern ein Vertrauensverhältnis, als dass sich sechs der sieben Befragten entweder bereitwillig auf die Übungen und Aktionen einlassen oder das Gefühl haben, immer mitteilen zu können, wenn sie sich nicht beteiligen wollen bzw. dies auch tun. Schlussfolgerung: Die Auswertung dieser Kategorie hat ergeben, dass die Mehrheit der befragten Jugendlichen einander vertraut. Eine deutliche Entwicklung im Sinne der Zielformulierung ist bei Gruppe A festzustellen, deren Mitglieder sich im Vorfeld der Projekttage kaum oder gar nicht kannten und nach ersten Aktionen zu einem harmonischen Miteinander finden. Auch die zu Anfang ausgeprägteren Streitigkeiten unter den Jugendlichen der Gruppen B und C schränken das Erleben von Kooperation und Solidarität nicht wesentlich ein, was sich besonders im Zusammenhang mit der Methode des Kletterns zeigt. Der Großteil der Teilnehmenden hat ausreichend Vertrauen bei dieser Partnerübung und stuft seine Begleiter als verlässlich ein. Auch berichten viele Gruppenmitglieder, dass die Aktionen zu einem Rückgang der Konflikte beigetragen haben. Zu den Projektmitarbeitenden besteht generell ein vertrauensvolles Verhältnis. Selbst wenn dies nicht immer explizit benannt wird, zeigt es sich daran, dass die Jugendlichen mit drei Ausnahmen angeben, ihre Bedürfnisse den Projektmitarbeitenden gegenüber zu äußern.&lt;br /&gt;51&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Diese Ergebnisse weisen darauf hin, dass sich die prozessorientiert angelegten Aktionen und Kooperationsaufgaben, wie beabsichtigt und von den Teamerinnen eingeschätzt (s. Kap. 3.1.4), vertrauensbildend ausgewirkt haben. Ferner sind sie als Hinweis darauf zu werten, dass es den Teamerinnen, wie in den Experteninterviews dargestellt (s. Kap. 3.1.3), gelungen ist, durch gezielte Methodenwahl und -variation den unterschiedlichen Ausgangslagen der Gruppen gerecht zu werden. 3.2.5 Kennenlernen von eigenen Rechten und Erfahren von Selbstwirksamkeit Gruppe A: Bereits die Auswertung der vorangegangenen Kategorie lässt erkennen, dass die meisten Jugendlichen dieser Gruppe keine grundsätzlichen Probleme damit haben, ihre Wünsche und Bedürfnisse bei den Aktionstagen einzubringen. Die Ergebnisse dieser Kategorie zeigen, dass sie darüber hinaus ihren eigenen Hilfebedarf sehr genau erfassen (vgl. 1a: 11; 1b: 7, 7; 1c: 3; 1e: 8; 1f: 3). Bei zwei Befragten wird besonders deutlich, dass sie die benötigten Hilfen in unterschiedlichen Situationen bei verschiedenen Personen unvermittelt einfordern (vgl. 1c: ebd.; 1e: ebd.). Selbstverantwortliches und selbstbestimmtes Handeln zeigt sich in Ansätzen auch bei der oben beschriebenen Rückfahrt aus Paderborn. Die Jugendlichen, die eine gemeinsame Rückfahrt der getrennten vorziehen, geben an, sich dementsprechend gegenüber den Projektmitarbeitenden geäußert zu haben (vgl. 1a: 13; 1b: 12). Das 15-jährige rollstuhlnutzende Mädchen beschreibt das Ereignis als Barriere.&lt;br /&gt;,,Ja, also man musste es ja hinnehmen ein bisschen, weil anders ging´s halt nicht, und ich fand´s dann nicht so schlimm. [...] Also die, ich kann die Betroff-, also, die Leiter von der Bahn ja auch verstehen. Wenn die jetzt echt nur die alten Züge hatten,&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;52&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;also die alten Bahnen, dann konnten sie auch nichts daran ändern&amp;quot; (1c: 9).&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Aus den Interviews mit den Jugendlichen geht nicht hervor, inwieweit diese Situation von den Projektmitarbeitenden genutzt wurde, um die Entwicklung von Handlungsstrategien für vergleichbare Situationen und somit Erfahrungen von Selbstwirksamkeit zu ermöglichen. Gruppe B: Trotz der in der vorangegangenen Kategorie angesprochenen Hemmungen zweier Teilnehmerinnen, ihre Wünsche gegenüber den Mitarbeitenden zu äußern, gehen die Jugendlichen insgesamt relativ offen mit ihren Bedürfnissen um. Bezogen auf ihre Hörschädigung und die damit verbundenen Verständigungsschwierigkeiten treten alle Befragten selbstbestimmt auf und fordern eine Änderung der jeweils problematischen Situation oder fragen nach (vgl. 2a: 6; 2b: 4; 2c: 8; 2d: 6; 2f: 6). Eine Teilnehmerin verlässt sich stattdessen auf das gegenseitige Übersetzen und Unterstützen durch Peers (vgl. 2a: 7). Mit Ausnahme eines 13-jährigen Mädchens (2c: 12) sind sich die Jugendlichen darüber einig, dass die Projektaktivitäten überwiegend von den Mitarbeitenden vorgegeben wurden. Während vier auf Nachfrage angeben, dies auch so in Ordnung zu finden (vgl. 2a: 11; 2c: 12; 2e: 10; 2f: 11), hätten sich zwei Teilnehmende über mehr Mitsprachemöglichkeiten gefreut:&lt;br /&gt;,,[...] wollte ich noch was sagen, aber die hatten schon alles geplant, da konnte ich nicht mitmachen&amp;quot; (2d: 11). ,,Ich selber was, Ideen machen, was ich dann gerne machen möchte&amp;quot; (2b: 9).&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Gruppe C: Bezüglich ihrer Hörbeeinträchtigung gehen die befragten Jugendlichen offen mit ihren Bedürfnissen um und fordern bei&lt;br /&gt;53&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Bedarf situative Veränderungen und Unterstützung ein. Neben gegenseitiger Hilfe spielen hierbei auch projektinterne Regelungen eine Rolle, wie ein 11-jähriges Mädchen beschreibt:&lt;br /&gt;,,Ja, da hatten wir ein Stopp-Zeichen, das musste man so immer machen, ja, und dann hat das alles auch geklappt. Da war ja Marc dabei, der Dolmetscher, also, da konnte man alles verstehen. Und auch, wenn man laut redet&amp;quot; (3a: 6).&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Sechs Jugendliche sprechen sich für eine freie Partnerwahl bei bestimmten Aktivitäten aus und geben an, dass sie dies auch, allerdings ohne Erfolg, gegenüber den Mitarbeitenden geäußert haben (vgl. 3a: 2; 2b: 2; 3c: 2; 3d: 2; 3f: 2f; 3g: 2f). Während es eine 11-jährige Jugendliche (2e: 2) in Ordnung findet, dass die Teamer und Teamerinnen die jeweiligen Aktions-Partner und -Partnerinnen ,,dann doch bestimmt&amp;quot; haben, wirkt ein 12-jähriger Teilnehmer eher frustriert:&lt;br /&gt;,,Klar habe ich das schon gesagt, sehr oft habe ich das sogar schon gesagt. [...]die reagieren da gar nicht drauf, denen ist das scheißegal&amp;quot; (3f: 2f).&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Einen Grund für diese Vorgabe benennt ein 11-jähriges Mädchen (3a: 2):&lt;br /&gt;,,Ich durfte nie entscheiden. Weil wir wollten immer die besten Freunde, das klappt aber nicht, dann haben die entschieden.&amp;quot;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Unmut über Entscheidungen von Projektmitarbeitenden wird in einer Aussage einer weiteren Jugendlichen deutlich, die durch ihre Äußerung zu einem Spiel wenig bewirkt:&lt;br /&gt;,,Und dann habe ich gesagt: `Das ist langweilig´ und dann hat der gesagt: `Du musst das aber machen´&amp;quot; (3b: 11).&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Währen zwei von sechs Jugendlichen angeben, sich an der Planung der Aktionstage beteiligt zu haben (vgl. 3b: 8; 3f: 11), sind sich die übrigen Teilnehmenden einig:&lt;br /&gt;,,[...] das machen nur die Erwachsenen&amp;quot; (3a: 11).&lt;br /&gt;54&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ein 11-jähriges Mädchen (3e: 11) bemerkt:&lt;br /&gt;,,Das war dann immer schon geplant und die haben es uns dann erklärt&amp;quot; (3e: 11),&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;und ist damit zufrieden. Alle anderen Jugendlichen wünschen sich auf Nachfrage mehr Mitspracherecht bzw. -möglichkeiten. Schlussfolgerung: Die Auswertung dieser Kategorie macht deutlich, dass das Projekt den befragten Jugendlichen einen Rahmen bietet, Wünsche zu äußern und offen mit ihren Bedürfnissen umzugehen. Jedoch sehen sie ihre Wünsche nicht immer berücksichtigt. Einige Jugendliche wünschen weniger starre Strukturen und Vorgaben seitens der Mitarbeitenden sowie mehr Mitspracherecht bei der Planung einzelner Aktionen. Inwieweit individuelle und projektbezogene Wünsche einzelner Jugendlicher in Projekten mit derart klaren auf die jeweilige Gruppe ausgelegten Zielvorgaben realisiert werden können, bleibt fraglich. Inwieweit es sich um Wünsche innerhalb oder außerhalb der in der Erlebnispädagogik üblicherweise vereinbarten Gruppenregelungen handelt, bleibt ebenfalls unklar. Die Experteninterviews zeigen, dass die Teamerin Alexandra Franz in erster Linie selbstbestimmte Wahlmöglichkeiten und das Äußern von Wünschen als gelungen aufzeigt und dabei auch die zunehmende Kritikfähigkeit der Jugendlichen betont. Sie erwähnt nicht, dass von Jugendlichen geäußerte Wünsche nicht umgesetzt wurden (s. 3.1.4). Auch Stefannie Janne Klar bestätigt in der Diskussion der Ergebnisse der Jugendlicheninterviews (13) die Gewährung von Entscheidungsspielräumen ,,in einem festgelegten Rahmen&amp;quot;. Unklar bleibt, ob das klare Aufzeigen von Entscheidungsspielräumen und -grenzen gegenüber den Jugendlichen möglicherweise zu kurz gekommen ist. Gerade bei Projekten dieser Art ist es bedeutsam, projektimmanente Strukturen und Entscheidungsstrukturen transparent zu machen sowie den Jugend55&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;lichen Entscheidungsspielräume einzuräumen und ihnen diese aufzuzeigen, um die Erfahrung von Selbstwirksamkeit zu verstärken. 3.2.6 Stellenwert von Behinderung Gruppe A: Der Mehrheit der Befragten fällt die Beantwortung der Frage nach dem eigenen Behinderungsverständnis auffallend schwer. So äußern zwei Mädchen und zwei Jungen, es nicht zu wissen (vgl. 1a: 7f; 1b: 7; 1d: 11; 1f: 9). Auf Nachfrage setzen zwei der vier Jugendlichen die Begriffe `krank´ und `behindert´ gleich. Ein sprachlich beeinträchtigter Junge (1e: 9f) hat zwar eine Vorstellung von den angesprochenen Begrifflichkeiten, sieht auch eine gewisse Verbindung zwischen `krank´ und `behindertsein`, kann den verbleibenden Unterschied jedoch nicht benennen. Eine differenzierte Sichtweise von Behinderung wird nur bei einem körperbehinderten Mädchen (1c: 7) deutlich:&lt;br /&gt;,,Ja, dass man ein Handicap hat. Dass man zum Beispiel Probleme hat, irgendwo reinzukommen, in Räume, in Häuser oder so was, dass man da nicht so alleine rein kommt, ohne Hilfe. [...] wo es dann barrierenfrei ist, ist man auch nicht so wirklich behindert&amp;quot;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Dennoch sieht sie keinen großen Unterschied zu ihren nichtbehinderten Mitschülern und -schülerinnen und fühlt sich `total normal´ (ebd.: 7f). Dieses Gefühl äußern weitere drei Jugendliche entschieden. Mit Ausnahme des 19-jährigen Teilnehmers mit Down-Syndrom (1d: 12) nehmen alle Befragten die unterschiedlichen Beeinträchtigungen innerhalb der Gruppe wahr und sind mit der vorhandenen Gruppenstruktur zufrieden. Drei Jugendliche (1c: 8; 1e: 10f; 1f: 10) können sich ebenso eine Gruppenzusammensetzung mit nichtbehinderten Teilnehmenden vorstellen, zwei&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;56&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Mädchen (1a: 8f; 1b: 8) lehnen diese mögliche Konstellation jedoch ohne Begründung ab. Körperliche Beeinträchtigungen der Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen bzw. Honorarkräfte werden zwar von vier Jugendlichen bemerkt, sind jedoch nicht weiter von Bedeutung (vgl. 1b: 9; 1c: 8; 1e: 11f; 1f: 10). Ein 15-jähriges Mädchen ist grundsätzlich neugierig auf die Körperbehinderung einer Mitarbeiterin, allerdings erst, nachdem sie von ihrer Mutter darauf aufmerksam gemacht wurde:&lt;br /&gt;,,Ja, Mama ist das zuerst aufgefallen, mir erst später. [...] Nein, ich hab nicht drauf geachtet, ich hab da nur einmal von der Seite geguckt, habe aber nichts gesehen&amp;quot; (1a: 10).&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Darüber hinaus macht sie keinen Unterschied zwischen behinderten und nichtbehinderten Mitarbeitenden und legt ihren Fokus eher auf charakterliche Eigenschaften der Personen (vgl. ebd.). Bei zwei Jungen hat eine blinde männliche Honorarkraft einen bleibenden Eindruck hinterlassen. So deutet der sprachbehinderte Teilnehmer einen Lerneffekt durch dessen Erklärungen an (vgl. 1e: 12), ein 20-jähriger Teilnehmer berichtet von einer Übung im `Blindenführparcours´:&lt;br /&gt;,,Ja, ich hab ein bisschen was nachgespielt. [...] Ein bisschen geführt, mit dem Seil&amp;quot; (1f: 11).&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Gruppe B: Die Jugendlichen dieser Gruppe haben weniger Schwierigkeiten, ihr Verständnis von `Behinderung´ zu beschreiben (vgl. 2a: 5; 2b: 4; 2c: 6; 2d: 5; 2e: 5f; 2f: 6). Obwohl der Fokus überwiegend auf einer körperlichen Schädigung bzw. speziell einer Hörschädigung liegt, distanzieren sich die Befragten vollständig von einer synonymen Verwendung des Begriffs `Krankheit´. Stellvertretend für alle Teilnehmenden spiegelt dies die folgende Aussage eines 13jährigen Mädchens wieder:&lt;br /&gt;57&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;,,Hörbehinderung ist, wenn man nicht gut hören kann wie die anderen. Ist normal, ist nicht krank&amp;quot; (2b: 4).&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Auch die übrigen Jugendlichen fühlen sich `total normal´ (vgl. 2a: 5; 2d: 5; 2e: 4; 2f: 5), wobei eine 13-jährige Teilnehmerin (2c: 6) noch einen Unterschied zu hörenden Personen sieht:&lt;br /&gt;,,Ich fühle mich wie ein normaler Mensch, nur am Abend höre ich nichts, da habe ich Ruhe.&amp;quot;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Auch gehen die Befragten sowohl in der Öffentlichkeit als auch untereinander offen mit ihrer Beeinträchtigung um (vgl. 2a: 9; 2b: 7; 2c: 10; 2d: 9; 2f: 10). Die Frage nach der Gruppenzusammensetzung mit ausschließlich hörgeschädigten Jugendlichen wird sehr unterschiedlich beantwortet. Ein 13-jähriges Mädchen (2a: 5) stellt unmittelbar fest:&lt;br /&gt;,,Also, Behinderungen sagen ja nichts aus über die Person&amp;quot;.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die übrigen Jugendlichen geben jedoch deutliche Präferenzen an. So bevorzugen zwei der Befragten die vorhandene Gruppenstruktur, da sie Kommunikationsprobleme mit hörenden Teilnehmenden befürchten (vgl. 2b: 3f; 2f: 5). Drei der Befragten würden hingegen eine Gruppe aus hörgeschädigten und hörenden Mitgliedern begrüßen. Während sich zwei von ihnen dadurch mehr Spaß und Abwechslung versprechen (vgl. 2c: 5; 2d: 5), begründet ein 16-jähriger hörgeschädigter Teilnehmer seine Meinung wie folgt:&lt;br /&gt;,,Weil die Hörenden, wenn die das noch nicht kennen, dann mal kennen lernen können und die Hörgeschädigten es lernen können, mit Hörenden auch umzugehen. [...] So beide voneinander&amp;quot; (2e: 5).&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Generell scheint ihm ein ,,ganz normal[er]&amp;quot; (ebd.: 6) Umgang zwischen behinderten und nichtbehinderten Menschen wichtig zu sein, so auch mit der körperbehinderten Mitarbeiterin. Ihre&lt;br /&gt;58&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Behinderung wird auch von zwei 13-jährigen Mädchen bemerkt, die beide zu ähnlichen Einsichten gelangen:&lt;br /&gt;,,Ja, ich hab gelernt, dass sie auch Spaß hat, wenn sie die Hand ein bisschen anders hat, hat sie auch Spaß&amp;quot; (2c: 7). ,,Ja, dass man mit einer Behinderung normal leben kann&amp;quot; (2a: 6).&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Gruppe C: Den meisten Jugendlichen dieser Gruppe fällt es schwer, sich in Bezug auf ihr Behinderungsverständnis zu äußern. Im Zentrum der Überlegungen stehen häufig die körperliche Schädigung und hiermit verbundene Probleme:&lt;br /&gt;,,Ja, wenn man Hörgeräte hat, oder, oder zum Beispiel stumm ist&amp;quot; (3e: 6). ,,Hm, wenn immer zwei sprechen, oder drei oder mehr, dann verstehe ich die meistens nicht&amp;quot; (3g: 5).&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ein 10-jähriges Mädchen beschreibt über eigene Schwierigkeiten hinaus auch die Unwissenheit hörender Personen:&lt;br /&gt;,,Wir wissen ja auch, dass wir auch Probleme haben und die Hörenden wissen ja gar nichts davon&amp;quot; (3d: 4).&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Insgesamt trennen vier von fünf Jugendlichen auf Nachfrage die Begriffe `krank´ und `behindert´ voneinander (vgl. 3c: 4; 3d: 4; 3e: 6; 3f: 6). Vier Jugendliche können sich auch eine `gemischte´ Gruppe vorstellen (vgl. 3b: 4; 3c: 4; 3f: 6; 3g: 5). Ein anderes 11-jähriges Mädchen favorisiert diese sogar und beschreibt Möglichkeiten der Annäherung und Unterstützung:&lt;br /&gt;,,Weil [...] die, die schwerhörig sind, können ja übersetzen, wenn zum Beispiel Hörende nicht verstehen, wenn man gebärdet, und so&amp;quot; (3a: 5).&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Zwei Mädchen bevorzugen eindeutig die bestehende Struktur (vgl. 3e: 5), (3d: 4):&lt;br /&gt;59&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;,,Besser so als mit hörend. [...] weil die Hörend wissen die, dass wir anders sind, an der Aussprache und, ich hatte auch früher nicht so viel Erfahrungen gemacht in der Grundschule, weil da waren alle hörend, das war doof für mich, und haben nur gelästert&amp;quot; (ebd.: 3f).&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Grundsätzlich geht die Mehrheit der Befragten sowohl in der Öffentlichkeit als auch untereinander offen mit ihrer Beeinträchtigung um. Nur ein 12-jähriger Jugendlicher berichtet hierbei von erlebten Beschimpfungen und macht einen freien Umgang vom freundlichen Auftreten seines Gegenübers abhängig (vgl. 3f: 9). Alle Jugendlichen fühlen sich entsprechend des Projekttitels `total normal´ (vgl. 3a: 4; 3b: 4; 3c: 4; 3d: 3; 3e: 5; 3f: 6; 3g: 4). Zur Funktion des Vorbildcharakters beeinträchtigter Mitarbeitender können in dieser Gruppe keine Aussagen getroffen werden, da an den Projekttagen dieser Gruppe keine behinderten Mitarbeitenden anwesend waren. Schlussfolgerung: Die Auswertung dieser Kategorie zeigt, dass nahezu alle Jugendlichen zwischen den Begriffen `krank´ und `behindert´ unterscheiden. Demgegenüber differenzieren nur ein 15-jähriges Mädchen der Gruppe A und im Ansatz ein 10-jähriges Mädchen der Gruppe C im Zusammenhang mit ihrem Behinderungsverständnis ein `behindert sein´ von einem `behindert werden´ und stellen letzteres in den Mittelpunkt ihrer Überlegungen. Die Mehrheit aller Jugendlichen sieht zum Zeitpunkt der Befragung, also nach Abschluss der Aktionstage, Behinderung in der eigenen Person verortet. Dies deckt sich mit der im Experteninterview von Alexandra Franz geäußerten Einschätzung. Sie erwartet im Gegensatz zu den Ergebnissen allerdings eine weitgehende Gleichsetzung von Behinderung und Krankheit. Die Auswertung bestätigt außerdem die Vermutung der befragten Mitarbeiterinnen, dass ein Reflexionsprozess von männlichen und weiblichen Leitbildern mit Behinderung kaum initiiert&lt;br /&gt;60&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;wurde. Anzunehmen ist, dass der zeitliche Rahmen des Projekts nicht ausreicht, um im Rahmen der Evaluation ein verändertes Behinderungsverständnis der Jugendlichen feststellen zu können, das auf einer Auseinandersetzung mit der Vielschichtigkeit von Behinderung beruht. Auch das von Stefannie Janne Klar im Experteninterview beschriebene ,,Neuland&amp;quot; (s. Kap. 3.1.5), Methoden zur Reflexion von Behinderung einzusetzen, unterstützt die Vermutung eines höheren Zeitbedarfs. Im Zusammenhang mit dem Aspekt Behinderung wurden außerdem Präferenzen hinsichtlich der Gruppenstruktur ermittelt. Auffällig ist hierbei, dass sich etwa die Hälfte aller befragten Jugendlichen ein Zusammenwirken auch mit nichtbehinderten Jugendlichen vorstellen kann und z.T. sogar bevorzugt. Die bewusste Entscheidung, die Gruppen homogen mit beeinträchtigten Jugendlichen zusammenzustellen, war verbunden mit der Zielsetzung, ihnen zunächst einen Rahmen zu bieten, die eigenen Bedürfnisse, Wünsche, Stärken, Ängste, Möglichkeiten und Grenzen zu erfahren bzw. sich derer bewusst zu werden (Projektantrag 2006: 6). Dieses Ziel sehen wir im Rahmen des Projekts erfüllt (s. Kap. 3.2.5). Das ebenfalls für Aktivitäten in homogenen Gruppen sprechende Ziel, zwischen der eigenen Beeinträchtigung, hieraus entstehenden Behinderungen bzw. negierten Teilhabemöglichkeiten zu differenzieren und Diskriminierungen aktiv begegnen zu können, erweist sich selbst bei ausschließlich mit beeinträchtigten Jugendlichen zusammengestellten Gruppen als zeitintensiv und konzeptionell anspruchsvoll. Inwieweit sich eine gemischte Zusammensetzung der Gruppen aus behinderten und nichtbehinderten Jugendlichen für die Zielerreichung erschwerend oder förderlich ausgewirkt hätte, kann im Rahmen der Evaluation nicht überprüft werden. Das geäußerte Interesse an gemischten Gruppen ist jedoch als positive Voraussetzung für die im Projektantrag (2006: 7) für die im Anschluss an die Projekttage geplante ,,Begegnung zwischen behinderten und nichtbehinderten Jugendlichen&amp;quot; zu werten.&lt;br /&gt;61&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;62&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;4&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Schlussbetrachtung&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Diese Evaluation betrachtet die Praxisphase des Modellprojekts ,,total normal! Behinderte Mädchen und Jungen erobern ihre Stadt&amp;quot;. Im Fokus stehen Zielerreichung, Methodenauswahl und Kooperationsgestaltung der Projektpartner ,,MOBILE Selbstbestimmtes Leben Behinderter e. V.&amp;quot; (MOBILE) und ,,Erleben Lernen Erfahren e. V.&amp;quot; (ELE). Durch den Einbezug sowohl der verantwortlichen Teamerinnen als auch der beteiligten Jugendlichen über Interviews war es möglich, einen authentischeren Einblick in das Gesamtspektrum der in der Praxisphase gesammelten Eindrücke und Erfahrungen zu gewinnen, als es z. B. eine rein teilnehmende Beobachtung oder eine Reduktion auf die Auswertung von Protokollen der Aktionstage ermöglicht hätte. Dieses Fazit zieht auf Grundlage der zentralen Forschungsfragen und des von den Teamerinnen geäußerten Veränderungsbedarfs Konsequenzen für die Ausgestaltung zukünftiger Angebote für behinderte Jugendliche. Grundsätzlich lässt sich feststellen, dass die Ergebnisse der Befragung der Jugendlichen die Einschätzung der interviewten Teamerinnen bestätigen. Dies wird besonders offensichtlich bei der ersten Forschungsfrage, die sich der Erreichung der im Projektvorhaben formulierten Ziele widmet. Die Teamerinnen bewerten die im Projektantrag anvisierten Ziele in der Arbeit mit den Mädchen und Jungen als weitgehend erreicht. Bereits beim Ziel der Förderung eigener Fähigkeiten und Stärken (Ziel 1) sowie der Selbstbehauptung (Ziel 2) bestätigt die Auswertung der Interviews mit den Jugendlichen diese Einschätzung. Deutliche Erfolge werden hier im Zusammenhang mit der Methode der Ansprache fremder Personen sichtbar. Die befragten Jugendlichen legen im Projektverlauf entweder weitgehend ihre Hemmungen ab und überwinden schließlich Angst und Aufregung oder zeigen sich auch in von ihnen nega63&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;tiv konnotierten Situationen beharrlich und selbstbewusst. Die Auswertung der diese beiden Projektziele umfassenden Kategorie der ,,Entwicklung eines neuen Selbstbewusstseins als behinderte Jugendliche bzw. behinderter Jugendlicher&amp;quot; macht jedoch auch Differenzen deutlich, die sich aus der grundsätzlich unterschiedlichen Ausgestaltung der Gruppenaktivitäten der sehr heterogen zusammengesetzten Gruppe A im Vergleich zu den Gruppen B und C mit ausschließlich hörgeschädigten Kindern und Jugendlichen erklären lassen. Den Jugendlichen der Gruppe A wurde es ermöglicht, sich wiederholt mit ihren Stärken und ihren Möglichkeiten der Selbstbehauptung auseinanderzusetzen. Sie konnten ihre Fähigkeiten im Hinblick auf diese Zielsetzung schrittweise entwickeln und sichere Fortschritte erreichen. In der Evaluation blieb offen, ob eine vergleichbare Aktionsplanung mit Wiederholungs- und Steigerungsmöglichkeiten eine deutlichere Zunahme des selbstbewussten Auftretens der Jugendlichen aus den Gruppen B und C bewirkt hätte. Das Projektziel der ,,Aneignung neuer erlebnisorientierter Räume in der eigenen Lebensumwelt&amp;quot; kann ebenfalls als erreicht angesehen werden. Die Jugendlichen haben sich sowohl unbekannte als auch ihnen bekannte Orte und Plätze im Rahmen des Projekts auf eine neue Weise erobert. Auch wenn es auf Grund des zeitlichen Rahmens der Evaluation, der lediglich die praktische Phase des Projekts umfasste, generell nicht möglich ist, valide Aussagen zur Nachhaltigkeit des festgestellten Erfahrungsund Fähigkeitszuwachses der Jugendlichen zu treffen, kann es als gute Voraussetzung für eine nachhaltige Aneignung angesehen werden, dass die Aktivitäten den Jungen und Mädchen Spaß gemacht haben und dass sie äußern, diese erneut ausüben zu wollen. Die Aussagen der Jugendlichen aller Gruppen können als Anzeichen dafür gewertet werden, dass sich durch die Projektaktivitäten die individuellen Voraussetzungen zur Partizipation an&lt;br /&gt;64&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Angeboten der kommunalen Jugendarbeit verbessert haben. Auch die Teamerinnen bewerten das Teilhabeziel als erreicht. Dies kann nicht darüber hinweg täuschen, dass die Teilhabemöglichkeiten behinderter Mädchen und Jungen an Angeboten der kommunalen Jugendarbeit sowie am Leben der Gemeinschaft besonders in Gruppe A eingeschränkt sind, was neben baulichen Barrieren vor allem auf elterliche Reglementierung zurückzuführen ist. Als Konsequenz muss berücksichtigt werden, dass sich gesteigerte individuelle Teilhabekompetenzen grundsätzlich nur dann positiv auf Teilhabeaktivitäten der Jugendlichen auswirken können, wenn diese nicht von vornherein verwehrt werden. Hier stellt sich für zukünftige Projekte und Regelangebote in der Jugendarbeit die Frage, ob nicht zusätzlich zu den hier evaluierten Gruppenangeboten gezielte Förderung und Beratung einzelner Jugendlicher und deren Eltern im Hinblick auf Assistenz, Mobilitätssicherung und Verselbstständigung erfolgen sollte. Ein notwendiger Barrierenabbau bliebe hiervon unberührt. Die Ergebnisse der Jugendlicheninterviews zu den Projektzielen ,,Entwicklung von Vertrauen&amp;quot; und ,,Erleben von Solidarität und Kooperation&amp;quot; weisen darauf hin, dass sich die prozessorientiert angelegten Aktionen und Kooperationsaufgaben, wie beabsichtigt und von den Teamerinnen eingeschätzt, vertrauensbildend ausgewirkt haben. Ferner sind sie als Hinweis darauf zu werten, dass es den Teamerinnen, wie in den Experteninterviews dargestellt, gelungen ist, durch gezielte Methodenwahl und -variation den unterschiedlichen Ausgangslagen der Gruppen gerecht zu werden. Auch für die Projektziele des ,,Kennenlernens von eigenen Rechten&amp;quot; und des ,,Erfahrens von Selbstwirksamkeit&amp;quot; bot das Projekt den Kindern und Jugendlichen einen geeigneten Rahmen, der es ihnen ermöglichte, ihre Wünsche klar zu äußern und offen mit ihren Bedürfnissen umzugehen. Für eine von den Teamerinnen&lt;br /&gt;65&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;ebenfalls festgestellte zunehmende Kritikfähigkeit der Jugendlichen spricht, dass einige ihre geäußerten Wünsche nicht ausreichend erfüllt sehen. Im Hinblick auf die gerade für behinderte Kinder und Jugendliche wichtige Erfahrung von Selbstwirksamkeit ist es notwendig, diesem Aspekt höchste Aufmerksamkeit zu widmen. Bei Projekten dieser Art ist es daher bedeutsam, projektimmanente Strukturen und Entscheidungsstrukturen transparent zu machen sowie den Jugendlichen Entscheidungsspielräume einzuräumen und ihnen diese aufzuzeigen, um die Erfahrung von Selbstwirksamkeit zu verstärken. Die Auswertung der Kategorie ,,Stellenwert von Behinderung&amp;quot; hat die äußerst komplexe und anspruchsvolle Zielsetzung in den Bereichen ,,Initiierung eines Reflexionsprozesses von weiblichen / männlichen Leitbildern sowie Entwicklung eines eigenen Mädchen- / Frauenbildes bzw. Jungen- / Männerbildes unter Berücksichtigung der eigenen Beeinträchtigung&amp;quot; deutlich werden lassen. Zwar unterscheiden nahezu alle Jugendlichen zwischen den Begriffen `krank´ und `behindert´, demgegenüber differenzieren nur zwei Mädchen im Zusammenhang mit ihrem Behinderungsverständnis ein `behindert sein´ von einem `behindert werden´ und stellen Letzteres in den Mittelpunkt ihrer Überlegungen. Die Mehrheit aller Jugendlichen sieht zum Zeitpunkt der Befragung, also nach Abschluss der Aktionstage, Behinderung in der eigenen Person verortet. Anzunehmen ist, dass der zeitliche Rahmen des Projekts nicht ausreichte, um ein verändertes Behinderungsverständnis der Jugendlichen nachhaltig anbahnen zu können, das auf einer Auseinandersetzung mit der Vielschichtigkeit von Behinderung beruht. Auch das im Experteninterview beschriebene ,,Neuland&amp;quot;, Methoden zur Reflexion von Behinderung einzusetzen, unterstützt die von den Teamerinnen geäußerte Vermutung eines höheren Zeitbedarfs. Bestätigt findet sich außerdem die Einschätzung der befragten Mitarbeiterinnen, dass ein geschlechts66&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;spezifischer Reflexionsprozess von männlichen und weiblichen Leitbildern mit Behinderung kaum initiiert wurde. Da gerade im Hinblick auf den Personenkreis behinderter Kinder und Jugendlicher die Auseinandersetzung mit Behinderung besonders wichtig ist, muss in zukünftigen Projekten und Angeboten diesem Thema mehr Gewicht zukommen. Dies betrifft sowohl den Aspekt der gesellschaftlichen Dimension von Behinderung als auch den des Geschlechts. Auch wenn die Teamerinnen die Prioritätensetzung zugunsten anderer Ziele in Abhängigkeit von Gruppenzusammensetzung und -entwicklungsstand im Rahmen des verfügbaren Zeitkorridors nachvollziehbar begründen, muss zukünftig dem Aspekt Behinderung durch einen verstärkten Einsatz behinderter männlicher und weiblicher Rollenvorbilder und das Einplanen von mehr Aktionseinheiten pro Gruppe Rechnung getragen werden. Die Rahmenbedingungen künftiger Projekte und Angebote müssen dies berücksichtigen. Neben diesen spezifischen, zielrelevanten Angaben lassen sich weitere, generelle Aussagen treffen: So wird die geschlechtsheterogene Gruppenstruktur von den Jugendlichen mit einer Ausnahme positiv bewertet: ,,Gemischt war gut&amp;quot; (1f: 13) ist die verbreitete Meinung. Sehr beliebt ist bei fast allen Teilnehmenden der Gruppen 2 und 3 die Kletteraktion im Hochseilgarten, während die Jugendlichen der Gruppe A individuelle Vorlieben nennen, darunter das Verkleiden, die Papierwand, der Besuch des Landesbehindertenfestes in Köln, die Rathaus-Besichtigung sowie der Rosentausch. Negative Erlebnisse werden insgesamt weniger benannt und variieren stark. Nur in Gruppe C finden sich Mehrfachnennungen wie `langweilige Spiele´, das erste Treffen, die Stadtaktion und Streitigkeiten. Die Mehrheit aller Jugendlichen bewegt sich zudem gern draußen und bevorzugt frische Luft, Bewegungsfreiheit und Abwechslung ­ meist unter der Voraussetzung guter Wetterverhältnisse.&lt;br /&gt;67&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Es kann generell als Erfolg bewertet werden, dass sich fast alle befragten Jugendlichen eine Fortsetzung des Projekts vorstellen können bzw. wünschen und die bestehenden Kontakte aufrecht erhalten wollen. Die verbreitete Zustimmung spiegelt sich in folgender Aussage einer 13jährigen Teilnehmerin (2a: 12) wider:&lt;br /&gt;,,Allgemein war fast alles gut.&amp;quot;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die zweite Forschungsfrage ,,Welche Methoden oder Strategien haben sich bewährt, welche weniger?&amp;quot; kann nicht mit einem Katalog geeigneter Methoden beantwortet werden. Insgesamt bestätigen die Evaluationsergebnisse die Einschätzung der Teamerinnen, dass es gerade nicht bestimmte Methoden sind, die vom Grundsatz her mehr oder weniger geeignet sind für eine emanzipatorische Arbeit mit Gruppen beeinträchtigter Jugendlicher, sondern dass es vielmehr darauf ankommt, die Methodenwahl auf die jeweilige Gruppenzusammensetzung und deren Dynamik sowie auf das Niveau der sozialen Kompetenzen der Jugendlichen auszurichten. Die Teamerinnen begründen mit der stringenten Ausrichtung auf die Gruppenzusammensetzung auch die Entscheidung, einzelne Methoden aus ihrem entwickelten Repertoire in den unterschiedlichen Gruppen gar nicht oder auch abhängig von der insgesamt zur Verfügung stehenden Zeit zu einem anderen Zeitpunkt auf der geplanten Zeitschiene einzusetzen. Grundsätzlich halten sie daneben eine beeinträchtigungsspezifische Adaption der jeweiligen Methoden für notwendig. Als Konsequenz für künftige Aktivitäten lässt sich festhalten, dass Wissen und Kompetenzen für das Entwickeln eines spezifischen auf den Personenkreis behinderter Jugendlicher abgestimmten Methodenrepertoires bei den verantwortlichen Pädagogen und Pädagoginnen vorhanden sein muss. Das erfordert umfassende Kenntnisse von Methoden der Erlebnispädagogik, grundlegendes Wissen um die Lebenswirklichkeit behinderter Jugendlicher sowie die Kompetenz, Methoden beeinträchtigungsspezifisch zu adaptieren.&lt;br /&gt;68&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die Ergebnisse der dritten Forschungsfrage zur Bedeutung von Vernetzung und Kooperation der beiden beteiligten Vereine für die Zielerreichung zeigen deren hohen Stellenwert für das Gelingen des Projekts. In den Experteninterviews werden die sich ergänzenden Anteile auf dem Hintergrund von Erfahrungen und Ideen des sich entwickelnden Modellvorhabens deutlich. Die Teamerinnen gewichten mit ihrem spezifischen Hintergrund neben der gemeinsamen Zielsetzung des Modellprojekts unter dem besonderen Aspekt der Teilhabe einzelne Aspekte unterschiedlich. Dabei wird eine durchgehend hohe Wertschätzung für den jeweils anderen Projektpartner mit seinem spezifischen Konzept deutlich. Das Projekt ist davon geprägt, dass beide Teamerinnen die Kooperation für das Gelingen eines derartigen Projekts trotz des hohen Organisations- und Zeitaufwandes für zwingend erforderlich erachten. Die kooperative Gestaltung der Aktionstage scheint gelungen zu sein, denn die Jugendlichen differenzieren in ihren Interviews nicht danach, bei welchem Träger die jeweiligen Teamer und Teamerinnen arbeiten, sondern sprechen generell von den Erwachsenen. Abschließend ist festzuhalten, dass die Evaluation der Praxisphase des Projekts ,,total normal! Behinderte Kinder und Jugendliche erobern ihre Stadt&amp;quot; überaus positive Ergebnisse zeigt. Der Weg über eine Kooperation zweier ausgewiesen erfahrener Vereine aus den Bereichen der Erlebnispädagogik und der Politischen Behindertenselbsthilfe hat Grundlagen ermöglicht, die es in zukünftigen Angeboten auszubauen und in Regelangebote der allgemeinen Jugendarbeit zu transferieren gilt. Hierzu ist es nicht nur notwendig, allgemeine Angebote zu öffnen und behinderungsspezifisch zu adaptieren. Vielmehr müssen diese inhaltlich so gestaltet sein, dass behinderte Kinder und Jugendliche, wie in diesem Projekt erprobt, Partizipation sowohl lernen als auch leben können. Für diesen Prozess brauchen Kinder und Jugendliche sowohl Spaß an Aktivitäten als auch die Auseinandersetzung mit ihrer Lebenssituation als behinderte Menschen.&lt;br /&gt;69&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;70&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;5&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Literatur&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Erleben Lernen Erfahren e.V. &amp;amp; MOBILE Selbstbestimmtes Leben Behinderter e.V. (2006): Projektantrag (2006): ,,total normal! Behinderte Mädchen und Jungen erobern ihre Stadt&amp;quot;. Ein Kooperationsprojekt von MOBILE e.V. &amp;amp; ELE e.V.. Unveröffentlichter Projektantrag. Dortmund Erleben Lernen Erfahren e.V. &amp;amp; MOBILE Selbstbestimmtes Leben Behinderter e.V. (2007): total normal! Behinderte Mädchen und Jungen erobern ihre Stadt. Fotodokumentation eines Abenteuertages. Dortmund Erleben Lernen Erfahren e.V. &amp;amp; MOBILE Selbstbestimmtes Leben Behinderter e.V. (2008): total normal. Behinderte Mädchen und Jungen erobern ihre Stadt. Selbstbestimmung erfahren durch Erlebnispädagogik. Dokumentation des Modellprojekts ,,total normal&amp;quot;. Dortmund Friebertshäuser, Barbara (2003): Interviewtechniken ­ ein Überblick. In: Friebertshäuser, Barbara &amp;amp; Prengel, Annedore (Hrsg.): Handbuch Qualitative Forschungsmethoden in der Erziehungswissenschaft. Studienausgabe. Weinheim/ München: Juventa. 371-395. Gläser, Jochen &amp;amp; Laudel, Grit (2006): Experteninterviews und qualitative Inhaltsanalyse ­ als Instrument rekonstruierender Untersuchungen. 2. Auflage. Wiesbaden: VS Verlag für Sozialwissenschaften. Heizel, Friederike (2003): Qualitative Interviews mit Kindern. In: Friebertshäuser, Barbara &amp;amp; Prengel, Annedore (Hrsg.): Handbuch Qualitative Forschungsmethoden in der Erziehungswissenschaft. Studienausgabe. Weinheim/ München: Juventa. 396-413. Jantzen, Wolfgang (1998): Die Zeit ist aus den Fugen. Forum Wissenschaft: Studien. Bd. 44. Marburg: BdWi-Verlag.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;71&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Kardorff, Ernst v. (1995): Qualitative Sozialforschung ­ Versuch einer Standortbestimmung. In: Flick, Uwe, Kardorff, Ernst v., Keupp, Heiner, Rosenstiel, Lutz v. &amp;amp; Wolff, Stephan (Hrsg.): Handbuch Qualitative Sozialforschung: Grundlagen, Konzepte, Methoden und Anwendungen. 2. Auflage. Weinheim: Beltz. 3-8. Kromrey, Helmut (2006): Empirische Sozialforschung. Modelle und Methoden der standardisierten Datenerhebung und Datenauswertung. 11. Auflage. Stuttgart: Lucius &amp;amp; Lucius. Mayring, Philipp (1995): Qualitative Inhaltsanalyse. In: Flick, Uwe, Kardorff, Ernst v., Keupp, Heiner, Rosenstiel, Lutz v. &amp;amp; Wolff, Stephan (Hrsg.): Handbuch Qualitative Sozialforschung: Grundlagen, Konzepte, Methoden und Anwendungen. 2. Auflage. Weinheim: Beltz. 209-213. Mayring, Philipp (2002): Einführung in die qualitative Sozialforschung. Eine Anleitung zu qualitativem Denken. 5. Auflage. Weinheim/ Basel: Beltz. Mayring, Philipp (2007): Qualitative Inhaltsanalyse. Grundlagen und Techniken. 9. Auflage. Weinheim/ Basel: Beltz. Meuser, Michael &amp;amp; Nagel, Ulrike (2003): Das ExpertInneninterview ­ Wissenssoziologische Voraussetzungen und methodische Durchführung. In: Friebertshäuser, Barbara &amp;amp; Prengel, Annedore (Hrsg.): Handbuch Qualitative Forschungsmethoden in der Erziehungswissenschaft. Studienausgabe. Weinheim/ München: Juventa. 481491. World Health Organization / Deutsches Institut für medizinische Dokumentation und Information, WHO-Kooperationszentrum für die Familie internationaler Klassifikationen (Hrsg.) (2004): Internationale Klassifikation der Funktionsfähigkeit, Behinderung und Gesundheit. http://www.dimdi.de/static/de/klassi/ICF/index. html (geöffnet 24.01.06).&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;72&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Anhang&lt;br /&gt;Anhang 1: Interview-Leitfaden zur Befragung der Mitarbeiterinnen von MOBILE e.V. und ELE e.V. zum Projekt ,,total normal! Behinderte Mädchen und Jungen erobern ihre Stadt&amp;quot; 1. Was sind die ursprünglich aufgestellten Ziele des Projekts? 2. Durch welche Methoden sollen sie erreicht werden? Warum wurden diese Methoden gewählt und nicht andere? 3. Welche Ziele wurden bisher erreicht? Durch welche Methoden? Welche Ziele wurden nicht erreicht? Gründe? 4. Entspricht die ursprünglich geplante Gruppenzusammensetzung der aktuellen Teilnehmendenstruktur? Wurde bei der Gruppenzusammenstellung eine Auswahl getroffen? Was sind die Gründe für evtl. Abweichungen? 5. Was sollte in Zukunft anders verlaufen? Warum? 6. Welche Bedeutung haben Vernetzung und Kooperation der beiden beteiligten Vereine für die Zielerreichung? Wie bewerten Sie das Verhältnis von Aufwand und Nutzen?&lt;br /&gt;Frage an die Mitarbeiterin MOBILE e.V.:&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;7. Welche Bedeutung haben erlebnispädagogische Aspekte für die Zielerreichung?&lt;br /&gt;Frage an die Mitarbeiterin ELE e.V.:&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;7. Welche Bedeutung haben Aspekte des Empowerments für die Zielerreichung?&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;73&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Anhang 2: Leitfaden zur Befragung der Teilnehmenden von Gruppe A des Projekts ,,total normal! Behinderte Mädchen und Jungen erobern ihre Stadt&amp;quot; AAT 1 Start Up 13.01.2007 / AAT 2 Infoveranstaltung zum anstehenden Abenteueraktionstag 26.01.2007 · Wie war das, als Du das erste Mal die anderen Jugendlichen getroffen hast? (aufgeregt, gefreut, ängstlich) · Hast Du vorher jemanden gekannt? · Habt Ihr Euch gleich gut verstanden? Gab es Streit? Warum? AAT 3 Oase der Sinne 10.02.2007 · Ihr habt ja am Anfang gleich einen Partner gehabt [Geräuschepaare]? · Wie war das für Dich? (kein Problem, unangenehm...) · Wie ist das für Dich, wenn Ihr heute etwas zu zweit machen sollt? [Vergleich Beginn / später im Projekt] · Konntet Ihr Euch den Partner aussuchen? Wenn ja: Wie ist das? Wenn nein: Willst Du Deinen Partner lieber selber aussuchen? · Hast Du das dann gesagt? [Vergleich Beginn-/ später im Projekt] · Gab es bei dieser Aktion für einige Gruppenmitglieder Probleme? / Welche? [Aktionsprotokoll: Rollstuhlfahrende konnten nicht alles mitmachen]&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;74&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;· Wie war das für Dich, dass die rollstuhlfahrenden Gruppenmitglieder nicht mitmachen konnten? · Hast Du eine Idee gehabt, wie sie doch mitmachen könnten? · Hast Du gefragt, ob sie doch mitmachen können? Hast Du etwas gesagt? Hast Du einen Vorschlag gemacht? · Hast Du auch mal eine Aktion nicht mitmachen können? Warum?&lt;br /&gt;alternativ:&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;· Konntest Du (später auch mal) bei Aktionen nicht mitmachen? · Wie hast Du Dich gefühlt dabei? · Hast Du eine Idee gehabt, wie Du doch hättest mitmachen können? · Hast Du einen Vorschlag gemacht? Alle: · Haben dir die anderen Teilnehmer und Teilnehmerinnen geholfen, wenn Du bei einer Aktion Schwierigkeiten hattest? · Hast Du den anderen geholfen, wenn diese bei Aktionen Schwierigkeiten hatten? AAT 5 Die Nashornjagd 31.03.2007 · Benutzung öffentlicher Verkehrsmittel: · Bist Du vorher schon mit öffentlichen Verkehrsmitteln gefahren? (Bus/ U-Bahn/ Straßenbahn) Wann? In Begleitung oder auch allein? Wenn nein: Warum nicht?&lt;br /&gt;Wenn ja:&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;· Worauf muss man denn achten? · Was hast Du gelernt beim AAT?&lt;br /&gt;75&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;[Ticket kaufen, Rollstühle - Fahrstuhl, Abstand halten...]&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;· Hast Du etwas Neues gelernt? · Hat alles geklappt? Gab es Schwierigkeiten? · Menschen ansprechen / Innenstadt Dortmund: · Wie war es für Dich, fremde Leute anzusprechen? [Aktionsprotokoll: anfangs zögerlich, dann kein Problem] · Hast Du das vorher schon gemacht? Oft? · Wie haben die Leute reagiert? Was ist dir aufgefallen? · Warst Du vorher schon einmal / öfter in der Stadt? Allein? Mit wem? · Und jetzt ­ warst Du nach den Aktionen mal wieder in der Stadt? AAT 6 Das Siegesfoto 14.04.2007 · Innenstadt Dortmund und Passanten ansprechen für Gruppenfoto: [Aktionsprotokoll: L. war frustriert, konnte niemanden ansprechen] · Wolltest Du Passanten ansprechen? · Warum konntest Du niemanden ansprechen? · Hast Du Dir was überlegt, wie es in Zukunft besser gehen könnte? [Aktionsprotokoll: N. konnte sich zunächst nicht überwinden] · Hast Du auch Leute angesprochen? Wenn nein: Warum nicht? Was hätte Dir geholfen? Wenn ja: Hast Du Dich doch noch getraut? Wann? · Wie kam es, dass Du Dich doch noch getraut hast, Passanten anzusprechen?&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;76&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;[Alle anderen] · Wie war es diesmal für Dich, Leute anzusprechen? · Hattest Du Angst? Warst Du aufgeregt? · Hast Du es geschafft? s.o. · Wie hast Du Dich danach gefühlt? Warum? · Hast Du es noch mal ausprobiert? Wenn ja: Alleine? Mit Freunden? AAT 7 Der Rosentausch/ Markt 28.04.2007 · Was hast Du getauscht? · Wolltest Du lieber etwas anderes tauschen? · Wie fandest Du es, dass eine Begleitung [Teamer] dabei war? · Hättest Du das auch alleine getan? · Hättest Du auch in einer Zweiergruppe etwas getauscht? · Was hast Du gesagt? · Wer von Euch beiden hat die Leute angesprochen? Warum? · War das Ansprechen von Leuten leichter als beim letzten Mal [Gruppenfoto]?&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;77&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;AA 8 Der rasende Reporter/ Besuch Landesbehindertentag Köln 05.05.2007 · Suche nach Interviewpartnern in Gruppen: · Hast Du jemanden für ein Interview gefunden? · Wie war die Suche für Dich? · Interview mit Teilnehmenden des Landesbehindertentages: · Hat im Interview jemand etwas gesagt, was neu für Dich war? Was Du vorher noch nicht gewusst hast? Behinderung: · Was verstehst Du unter Behinderung? [Abgrenzung Behinderung / Krankheit] · Hast Du Behinderung anders verstanden, bevor Du die Interviews geführt hast? · Wie fühlst Du Dich denn im Projekt ,,total normal&amp;quot;? Warum? · Wie findest Du es, mit anderen behinderten Jugendlichen in einer Gruppe zu sein? · Hättest Du lieber eine gemischte Gruppe mit nichtbehinderten und behinderten Jugendlichen? · Hast Du gemerkt, dass/ob manche Mitarbeiter oder Mitarbeiterinnen behindert sind? · Ist das wichtig für Dich? · Hast Du etwas von ihnen gelernt? AAT 9 Außerirdischer Quarks / Aufsuchen und Bewerten von Freizeitmöglichkeiten im Hinblick auf Barrierefreiheit 02.06.2007 · Hast Du bei der Orientierung in der Stadt oder beim Erstellen der Ergebnisliste Hilfe gebraucht?&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;78&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;· Wenn ja, hast Du das auch gesagt? [Assistenz in Form von Studenten] · Wie war es für Dich, um Hilfe zu bitten? · Was war gut/ schlecht an den gefundenen Freizeitangeboten? Warum? · Hast Du die besuchten Freizeitmöglichkeiten schon gekannt? · Bist Du noch mal da gewesen? AAT 12 Paderborn Landesfest ­ Minister Laumann 25.08.2007 [Aktionsprotokoll: Rückfahrt Paderborn: Probleme mit Rollstühlen ­ Gruppe wurde getrennt, weil der für die Rückfahrt vorgesehene Zug nicht barrierefrei war] · Wie fandest Du das, dass Ihr nicht zusammen zurückfahren konntet? · Hättest Du es besser gefunden, wenn die Gruppe bei der Rückfahrt zusammen geblieben wäre? · Hast Du das am Bahnhof gesagt? · Was müsste anders sein, damit es diese Probleme nicht gibt? AAT 13 alternatives Programm drinnen 01.09.2007 · Übung ,,Nein, ich will nicht&amp;quot;: · Wie war das für Dich? Hast Du schon mal so stark ,,Nein&amp;quot; gesagt? [Bsp.: Hast Du schon mal gesagt: ,,Nein, ich möchte nicht mitmachen!&amp;quot;?] · Hast Du das Gefühl, Du kannst jederzeit nein sagen, wenn Du bei einer Übung nicht mitmachen willst?&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;79&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;· Hat Dir die Aktion geholfen, nein zu sagen, wenn Du etwas nicht willst? · Hast Du das Nein-Sagen seither mal wieder angewendet? Allgemeine Fragen: · Wie bist Du zu den Aktionstagen hin und wieder nach Hause gekommen? · Hast Du beim Aufbauen/ Aufräumen geholfen? War das okay? · Warst Du lieber drinnen oder lieber draußen? Warum? · Was war gut? Was war nicht so gut? Reflexionsgespräche: · Wie war es für Dich, über die Übungen / Aktionen zu sprechen? · Wie findest Du es, dass Jungen und Mädchen in Deiner Gruppe sind und am Projekt teilnehmen? · Wäre es manchmal besser gewesen, wenn nur Mädchen / Jungen zusammen gewesen wären? Wann? · Möchtest Du die anderen in Zukunft weiter treffen?&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;80&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Anhang 3: Interviewleitfaden zur Befragung der Teilnehmenden von Gruppe B und C des Projekts ,,total normal! Behinderte Mädchen und Jungen erobern ihre Stadt&amp;quot; · Wie war das, als Du das erste Mal die anderen Jugendlichen getroffen hast? (aufgeregt, gefreut, ängstlich) · Hast Du vorher jemanden gekannt? · Habt ihr euch gleich gut verstanden / gab es Streit? Warum?&lt;br /&gt;Wenn ja:&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Sind die Streitigkeiten weniger geworden? Wodurch? [Aktionsprotokoll: Streitigkeiten reduzieren durch Übungen, Vertrag...]&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;· Ihr habt ja einen Vertrag gemacht, was für einen / worüber? · Wie findest Du das? Warum? · Hat der Vertrag geholfen? · Haben einige der Aktionen geholfen, Streitigkeiten zu reduzieren? Welche? · Wie war das am Anfang für Dich, als Du mit einem Partner/ mit mehreren Partnern zusammenarbeiten solltest? · Wie ist es heute für Dich? [Änderungen?] · Konntet Ihr euch den Partner aussuchen? Wie ist das? Wenn nein: Willst Du Deinen Partner lieber selber aussuchen? Hast Du das dann gesagt? [Vergleich Beginn-/ später im Projekt]&lt;br /&gt;Wenn ja:&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;· Manchmal musste man sich ja sehr auf den Partner verlassen können, oder? [Hochseilgarten]&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;81&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;· Wie war das für Dich? · Ist Dir das schwer gefallen? Warum? · Hast Du Dir selbst ausgesucht, wer Dich sichert? · Konntest Du dem / der sichernden Person vertrauen? Hast Du Angst gehabt, dass er/ sie Dich nicht hält? · Hättest Du Dich von den anderen auch sichern lassen? (Warum nicht?) · Warst Du vorher schon mal dort [Fredenbaum-Erlebniswelt]? · Hast Du vorher schon mal so etwas gemacht [klettern]? · Wie hast Du Dich denn vorher gefühlt? · Wie hast Du Dich hinterher gefühlt? · Hast Du das Klettern noch mal ausprobiert seitdem? · Möchtest Du es gerne noch mal machen? Behinderung/ Hörschädigung · Wie fühlst Du Dich denn im Projekt ,,total normal&amp;quot;? Warum? · Wie findest Du es mit anderen behinderten/ hörgeschädigten Jugendlichen in einer Gruppe zu sein? · Hättest Du lieber eine gemischte Gruppe mit nichtbehinderten und behinderten Jugendlichen? Was verstehst Du unter Behinderung? [Abgrenzung Behinderung / Krankheit] · Hast Du gemerkt, dass/ob manche Mitarbeiter oder Mitarbeiterinnen behindert sind? · Ist das wichtig für Dich? · Hast Du etwas von ihnen gelernt?&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;82&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;· Hast Du immer alles [Erklärungen/ Anweisungen] gut verstanden? Wenn nein: Warum nicht? Was hätte Dir geholfen? · Hast Du dann nachgefragt oder was gesagt? Wenn nein: Warum nicht? · Hast Du mal bei einer Aktion nicht mitmachen können / wollen? · Hast Du das dann gesagt? Wenn nein: Warum nicht? · Hast Du das Gefühl, Du könntest den Teamern und Teamerinnen immer sagen, wenn Du etwas nicht möchtest? Wenn nein: Warum nicht... Stadtaktion ­ Treffpunkt Kampstraße · Wie bist Du zum Treffpunkt gekommen? · Benutzung öffentlicher Verkehrsmittel: · Bist Du vorher schon mit öffentlichen Verkehrsmitteln gefahren? (Bus/ U-Bahn/ Straßenbahn) Wenn ja: Wann? In Begleitung oder auch allein? Wenn nein: warum nicht? · Menschen ansprechen / Innenstadt Dortmund: · Warst Du vorher schon einmal / öfter in der Stadt? Allein? Wenn nein: Mit wem? · Und jetzt ­ warst Du nach den Aktionen mal wieder in der Stadt?&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;83&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Fremde ansprechen: · Hast Du vorher schon Passanten angesprochen? Oft? Warum nicht? · Wie war es für Dich, fremde Leute anzusprechen? · Hattest Du Angst? Warst Du aufgeregt? · Wie hast Du die Leute auf Dich aufmerksam gemacht? · Hast Du es geschafft, Passanten anzusprechen? Wenn ja: Wie hast Du Dich danach gefühlt? Warum? Wenn nein: Warum hast Du niemanden angesprochen? · · Was hätte Dir geholfen, Passanten anzusprechen? Hast Du Dich zu einem späteren Zeitpunkt doch noch getraut? Wann? Warum?&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;· Wie haben die Leute reagiert? Was ist Dir aufgefallen? · Hast Du gesagt, dass Du hörbehindert bist oder hast Du es eher verschwiegen? Warum? · Ist es Dir wichtig, was die Leute von Dir denken? Warum? · Würdest Du gern noch mal so eine Aktion machen? · Hast Du noch mal ausprobiert, Passanten anzusprechen? Alleine? Mit Freunden oder Freundinnen? Allgemeine Fragen: · Hast Du Dich auf die Aktionstage gefreut? Warum (nicht)? · Wie bist Du zu den Aktionstagen hin und wieder nach Hause gekommen? · Hast Du beim Aufbauen / Aufräumen geholfen? War das okay? · Hast Du auch beim Planen der Aktionen geholfen?&lt;br /&gt;84&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;· Wolltest Du gern mitplanen? · Hast Du etwas gesagt / Vorschläge gemacht? Wenn nein: Warum nicht? Wenn ja: Wurden die Vorschläge berücksichtigt / in die Planungen einbezogen? · Warst Du lieber drinnen oder lieber draußen? Warum? · Was war gut? Was war nicht so gut? Reflexionsgespräche: · Wie war es, über die Übungen/ Aktionen zu sprechen? · Wie findest Du es, dass Jungen und Mädchen in Deiner Gruppe sind und am Projekt teilnehmen? · Wäre es manchmal besser gewesen, wenn nur Mädchen/ Jungen zusammen gewesen wären? Wann? · Möchtest Du die anderen in Zukunft weiter treffen? Ist Dir noch etwas wichtig zu sagen, was ich jetzt noch nicht gefragt habe?&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;85&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Anhang 4: Kurzbeschreibung von Abenteuer-Aktionstagen Abenteueraktionstage der Gruppe A Abenteueraktionstag 1 ,,Start Up - Eröffnungsveranstaltung und Einführung für die Teilnehmer und Teilnehmerinnen&amp;quot; Der Abenteueraktionstag 1 ist in erster Linie dazu gedacht, sowohl Öffentlichkeit und Fachwelt als auch die potentiellen Teilnehmer und Teilnehmerinnen auf das Projekt aufmerksam zu machen und es eingehend vorzustellen. In einem zweiten internen Teil bekommen die Projektteilnehmenden eine erste Gelegenheit, sich gegenseitig spielerisch kennen zu lernen und ihre Wünsche und Erwartungen an das Projekt zu formulieren. Abenteueraktionstag 3 ,,Die Oase der Sinne&amp;quot; ,,Die Oase der Sinne&amp;quot; ist ein Parcours, der spannende Sinneserfahrungen anbietet, u. a. in Form eines ,,Barfuss - Pfades&amp;quot; aus verschiedenen Unterlagen, die mit den Füßen erfühlt werden, einer Massageecke und einer Instrumentensammlung. Dem Parcours schließt sich ein Foto - Shooting mit Verkleidungen unter dem Titel ,,Das verrückte Passfoto&amp;quot; an als Anreiz zu Ausgelassenheit und Spaß und zur Reflexion über die persönliche und gesellschaftliche Einstellung zu behinderten Menschen. Abenteueraktionstag 4 ,,Die Mutprobe&amp;quot; Im Zentrum des vierten Abenteueraktionstages steht die Entwicklung des Selbstbewusstseins der Teilnehmer und Teilnehmerinnen und des Erlebens von Solidarität untereinander, die mittels verschiedener spielerischer Übungen wie ,,die große Maschine&amp;quot;, ,,das Schreispiel&amp;quot; und ,,die Mutprobe&amp;quot;, bei der die Jugendlichen eine Papierwand durchbrechen müssen [StuntAktion], angeregt werden sollen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;86&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Abenteueraktionstag 5 ,,Die Nashornjagd&amp;quot; Mit einer Schatzsuche lernen die Teilnehmer und Teilnehmerinnen nach dem Schnitzeljagdprinzip ihre Stadt kennen. Um den Schatz zu finden, müssen öffentliche Verkehrsmittel genutzt werden und fremde Menschen angesprochen werden. Die Jugendlichen gewinnen Sicherheit und sind aufgefordert, Hemmschwellen zu überwinden. Abenteueraktionstag 6 ,,Das Siegesfoto&amp;quot; Eine noch größere Herausforderung an den Abbau persönlicher Hemmschwellen als bei der ,,Nashornjagd&amp;quot; wird an diesem Tag gestellt mit der Aufgabe, Passanten dafür zu gewinnen, für ein Foto mit den Jugendlichen zu posieren. Abenteueraktionstag 7 ,,Pommes Plus (alias ,Der Rosentausch&amp;#39;) und ab ins Rathaus!&amp;quot; Auch am Tag müssen die teilnehmenden Jugendlichen ihre Kontaktfreude und ihren Charme unter Beweis stellen, wenn sie versuchen müssen, die Zutaten für ihre Mittagstafel auf den Dortmunder Wochenmarkt gegen Rosen einzutauschen. Anschließend folgt eine Besichtigung des Dortmunder Rathauses. Abenteueraktionstag 8 ,,Die rasenden Reporter&amp;quot; / Landesbehindertentag Beim Besuch des Landesbehindertentages in Köln sind die teilnehmenden Jugendlichen nun aufgefordert, als rasende Reporter und Reporterinnen, mit entsprechendem Equipment ausgestattet, die Veranstaltung zu erkunden und sowohl mit Besuchern als auch führenden Vertretern der Behindertenarbeit ins Gespräch zu kommen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;87&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Abenteueraktionstag 9 ,,Alienreise&amp;quot; Die Gruppe bekommt beim Brunchen im Stadtgarten Besuch von einem Alien, der sie für die Mission auserwählt, Geschäfte und Cafés der Innenstadt auf Barrierefreiheit zu überprüfen. Abenteueraktionstag 11 ,,Das Tal der Finsternis&amp;quot; An diesem Tag haben die teilnehmenden Jugendlichen die Möglichkeit, die ,,Erlebniswelt Fredenbaum&amp;quot; im Fredenbaum - Park von Dortmund zu erkunden. Eine Aufgabe führt sie mit verbundenen Augen entlang einer Schnur durch den Wald, bei der sie sich ganz auf ihre Partner und Partnerinnen verlassen müssen, die sie den Weg entlang führen. Abenteueraktionstag 12 ,,Ausflug zum Landesfest in Paderborn&amp;quot; Bei diesem Tagesausflug ist ein sicherer Umgang mit dem Busund Bahnbetrieb gefragt, um rechtzeitig beim Gespräch mit dem Arbeitsminister NRWs, Herrn Laumann zu sein, ihm von dem Projekt zu berichten und dabei die Gelegenheit zu nutzen, ihn zu befragen. Bei der Rückfahrt ist ebenso viel Geduld im ÖPNV gefragt. Abenteueraktionstag 13 ,,Entspannung mit Käpt&amp;#39;n Nemo&amp;quot; Nachdem die teilnehmenden Jugendlichen die Ereignisse des Ausfluges nach Paderborn noch einmal Revue passieren lassen, sind in einem weiteren Spiel ihre Schauspielkünste gefragt. In diesem Spiel sollen sie üben zu sagen ,,Nein, ich will nicht.&amp;quot; Das Abschlussfest muss geplant werden, bevor die Jugendlichen bei einer Traumreise mit Käpt&amp;#39;n Nemo entspannen dürfen. Abenteueraktionstag 14 ,,Das Abschlussfest&amp;quot; In festlicher Robe, mit einer wunderbar dekorierten Essenstafel, musikalischem Rahmenprogramm und einer Urkundenverleihung mit anschließendem Ritterschlag für jede und jeden Einzelnen feiern die Teilnehmer und Teilnehmerinnen zusammen&lt;br /&gt;88&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;mit Projektmitarbeitern und -mitarbeiterinnen, den Assistenten und Assistentinnen und den Honorarkräften den Abschluss des Abenteuers ,,total normal&amp;quot;. Abenteueraktionstage der Gruppen B und C Abenteueraktionstag 1 (für beide Gruppen zusammen) ,,total normal! Die Auftaktveranstaltung im LWL- Internat&amp;quot; Das Projekt wird den interessierten Internatsbewohnern und -bewohnerinnen vorgestellt. Einige einführende Spielaktionen werden durchgeführt und die Rahmenbedingungen zur Teilnahme werden vereinbart. Abenteueraktionstag 2 (Gruppe B) ,,Gemeinsam ans Ziel&amp;quot; Spielerisch lernen sich die Teilnehmer und Teilnehmerinnen untereinander kennen und müssen erste Kooperationsaufgaben bewältigen. Abenteueraktionstag 3 (Gruppe B) ,,Die Seilbrücke&amp;quot; In der ,,Erlebniswelt Fredenbaum&amp;quot; wird nach einigen Bewegungsspielen die Seilbrücke der Erlebniswelt erklettert. Abenteueraktionstag 4 (Gruppe B und Gruppe C getrennt) ,,Im Hochseilgarten&amp;quot; Die Gruppen bekommen jeweils die Gelegenheit, im Hochseilgarten des Big Tipi in der ,,Erlebniswelt Fredenbaum&amp;quot; zu klettern. Dafür müssen die Jugendlichen zuvor überlegen, wie der Kommunikationsfluss zwischen der kletternden Person, dem Sicherungspersonal und einer weiteren Person, die die Kommunikation unterstützen soll, aufrecht erhalten werden kann.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;89&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Abenteueraktionstag 2 (Gruppe C) ,,Kennenlernen und Einstieg&amp;quot; Spielerisch lernen sich die Teilnehmer und Teilnehmerinnen untereinander kennen und müssen erste Kooperationsaufgaben bewältigen. In einem Spiel müssen sie eine Feuerbrunst überwinden und dürfen dabei nur auf als ,,Eisschollen&amp;quot; ausgelegten Teppichfliesen wandern. Eine gemeinsame Strategie ist dafür unerlässlich. Abenteueraktionstag 3 (Gruppe C) ,,Vertrauen und Kooperation&amp;quot; Um das Vertrauen und die Kommunikation unter den Teilnehmern und Teilnehmerinnen und mit den Projektmitarbeitenden zu stärken, werden verschiedene Gruppenspiele gemacht. So müssen sich die Jugendlichen z. B., auf Baumstämmen stehend, nach verschiedenen Aufgabenstellungen sortieren, ohne allerdings von den Stämmen herunterzufallen. Abenteueraktionstag 5 (Gruppe C) ,,Die Kaffeetafel&amp;quot; Um die Kommunikation nach außen zu üben, bekommen die teilnehmenden Jugendlichen die Aufgabe, an zwei verschiedenen Standorten in der Innenstadt eine Kaffeetafel aufzubauen. Sie sollen Passanten an ihre Kaffeetafel einladen, ihnen Getränke anbieten und Gespräche führen. Letzter Abenteueraktionstag (für beide Gruppen zusammen) ,,Gemeinsamer Abschluss und Evaluation&amp;quot; In einer Abschlussveranstaltung, an der die Jugendlichen der Gruppen B und C gemeinsam teilnehmen, werden offene Feedbackrunden und Evaluationsinterviews durchgeführt. Zum Ende bekommen alle teilnehmenden Jugendlichen ein Teilnahmezertifikat überreicht.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;90&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;DoBuS hat die Praxisphase des Modellprojekts ,,total normal! Behinderte Mädchen und Jungen erobern ihre Stadt&amp;quot; evaluiert. Schwerpunkt der Evaluation war die Vorbereitung und Umsetzung erlebnispädagogisch gestalteter Aktivitäten mit behinderten Jugendlichen. Im Fokus standen Zielerreichung und Methodenauswahl sowie die Kooperationsgestaltung der Projektpartner ,,MOBILE - Selbstbestimmtes Leben Behinderter e.V.&amp;quot; und ,,Erleben Lernen Erfahren e.V.&amp;quot;. Grundlage der Evaluation bilden eine Befragung der Teamerinnen beider Projektpartner, qualitative Leitfadeninterviews mit den Jugendlichen sowie eine Diskussion der gewonnenen Ergebnisse in einem Abschlussinterview mit einer Teamverantwortlichen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Technische Universität Dortmund Fak. Rehabilitationswissenschaften DoBuS Emil-Figge-Str. 50 44221 Dortmund E-Mail: dobus@uni-dortmund.de&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;/p&gt;</description>
			<pubDate>Fri, 15 May 2009 17:24:56 +0200</pubDate>
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	&lt;p&gt;Erleben Lernen Erfahren e.V.&lt;br /&gt;Kletterabenteuer, Spielideen und Bewegung&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Gemeinsam in Aktion!&lt;br /&gt;Bewegungsorientiertes Sozialkompetenztraining für die Ganztagsbetreuung&lt;br /&gt;Erlebnispädagogische Angebote fördern die individuellen, sozialen und motorischen Fähigkeiten von Kindern und Jugendlichen. Sie werden in ihrem Selbstbewusstsein und ihrer Kreativität gestärkt, indem sie dazu ermutigt werden, sich auf ungewöhnliche Herausforderungen einzulassen. Durch gemeinsame Aktivitäten wird das soziale Miteinander gefestigt - nur wenn die Gruppe an einem Strang zieht, kommt sie zum Ziel. Die Förderung der motorischen Fähigkeiten hat dabei ebenfalls einen hohen Stellenwert. Bewegung soll Spaß machen, unabhängig von Leistung und Erfolgsdruck. Ziele · · · · · · · Sich näher kennen lernen Vertrauen in der Gruppe aufbauen Kreativ mit Bewegung umgehen Körpergefühl schulen und den eigenen Körper besser kennenlernen Gemeinschaftsgefühl erleben Problemlösestrategien auf spielerische Weise entwickeln Verantwortung für das eigene Handeln übernehmen und Verhaltensweisen besser einschätzen lernen&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Inhalte und Methoden · Kooperative Bewegungsspiele wie das Ausprobieren bekannter Sportarten mit veränderten Regeln; Spiele zur Auflockerung · Körperspannungs- und Vertrauensübungen · Teamaufgaben zur Stärkung der Gruppengemeinschaft · Einsatz kreativer Reflektionsmethoden (verbal und nonverbal) Übungen zur Selbst- und Fremdeinschätzung Rahmenbedingungen · Feste Gruppe mit max. 18 Kindern oder Jugendlichen · Ort: Sporthalle oder Aula · Programminhalte richten sich nach den örtlichen Gegebenheiten · Einmal pro Woche eine Einheit mit zwei Zeitstunden · Zwei Mitarbeiter des ELE e.V. · Kosten: 120,-  pro Einheit Kontakt Sonja Spielmann Tel.: 0231-357088 Email: sonja.spielmann@e-l-e.de&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;www.e-l-e.de&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;/p&gt;</description>
			<pubDate>Mon, 11 May 2009 17:01:14 +0200</pubDate>
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	&lt;p&gt;Erleben Lernen Erfahren e.V.&lt;br /&gt;Kletterabenteuer, Spielideen und Bewegung&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Fair Miteinander!&lt;br /&gt;Angebot zur Gewaltprävention für die Ganztagsbetreuung&lt;br /&gt;Konflikte in Gruppen sind ,,normal&amp;quot;, denn immer wenn Menschen etwas zusammen schaffen, bekommen sie auch ,,miteinander zu schaffen&amp;quot;. Ob aber aus einer Auseinandersetzung ein verbaler oder handgreiflicher Streit wird oder eine faire Lösung gefunden wird, hängt maßgeblich von der Streitkultur ab! Eine konstruktive Klärung von Konflikten bietet jedem Einzelnen die Chance zur Weiterentwicklung seiner sozialen Fähigkeiten und auch die Gruppengemeinschaft kann dadurch an Stärke gewinnen. Entscheidend sind die Umgangsformen! Das Angebot ,,Fair Miteinander&amp;quot; sensibilisiert Kinder über handlungsorientierte Methoden aus der Erlebnispädagogik und Übungen zum Thema ,,Gewalt&amp;quot; für einen konstruktiven Umgang in Konfliktsituationen. Nach dem Motto ,,Nur wer sich selbst mag, kann auch andere mögen!&amp;quot; lernen die Kinder auf Basis einer vertrauensvollen Wohlfühl-Atmosphäre ihre eigenen Stärken kennen, festigen ihr Selbstwertgefühl und bauen ein positives Selbstbild auf. Ein intensiveres Kennenlernen von Gemeinsamkeiten und das Respektieren von Unterschieden tragen zu einem respektvollen Umgang bei. Dazu wird die Selbst- und Fremdwahrnehmung geschult und eine positive Kommunikation auf spielerische Art gefördert, so dass die Kinder die Vorteile kooperativen Verhaltens praktisch erleben. Neue Strategien für eine gewaltfreie Lösung können in einem geschützten Rahmen für den Alltag erprobt werden.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Wichtiger Hinweis!&lt;br /&gt;Dies ist ein Angebot zur Prävention. Es findet kein Deeskalationstraining statt!&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ziele&lt;br /&gt;· · · · · · · · · · · · · · · · · · · Eigene Stärken erkennen, richtig einschätzen und nutzen Ein positives Selbstbild aufbauen Eigenes Verhalten bewusster wahrnehmen Den persönlichen Standpunkt selbstbewusst vertreten Respektvoll miteinander umgehen Sich gegenseitig vertrauen Konflikte gewaltfrei lösen Begriffsklärung ,,Gewalt&amp;quot; / Unterscheidung verschiedener Formen von Gewalt Gruppenregeln aufstellen und einhalten Übungen zur Selbst- und Fremdwahrnehmung Grenzen setzen über Körpersprache ohne Gewalt Lösungsstrategien zu Konfliktsituationen erarbeiten Mittel zur Gewaltvermeidung Feste Gruppe mit max. 18 Kindern oder Jugendlichen Ort: Sporthalle, Aula, großer Klassenraum Programminhalte richten sich nach den örtlichen Gegebenheiten Einmal pro Woche eine Einheit mit zwei Zeitstunden Zwei Mitarbeiter des ELE e.V. Kosten: 120,-  pro Einheit&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Inhalte und Methoden&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Rahmenbedingungen&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Kontakt&lt;br /&gt;Sonja Spielmann Tel.: 0231-357088 Email: sonja.spielmann@e-l-e.de www.e-l-e.de&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;/p&gt;</description>
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	&lt;p&gt;Erleben Lernen Erfahren e.V.&lt;br /&gt;Kletterabenteuer, Spielideen und Bewegung&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Naturabenteuer im Wald erleben&lt;br /&gt;Waldpädagogisches Angebot für die Ganztagsbetreuung&lt;br /&gt;In dem waldpädagogischen Angebot erkunden die ,,kleinen Walddetektive&amp;quot; auf spielerische Weise den heimischen Wald oder Stadtpark. Außergewöhnliche Erlebnisse bei Wind und Wetter ermöglichen den Kindern das Erlernen eines wachsamen und fürsorglichen Umgangs mit sich, der Gruppe und ihrer Umwelt. Die Natur bietet vielfältige Spielmaterialien, welche die Phantasie der Kinder anregen, selbst kreativ zu werden anstatt ausschließlich zu konsumieren. Über handlungsorientierte Methoden aus der Erlebnispädagogik und waldpädagogische Konzepte werden die Kinder für die natürliche Umgebung sensibilisiert, der Aufenthalt im Freien unterstützt die Entwicklung der kindlichen Motorik und stärkt das Immunsystem. Wichtiger Hinweis! Das Angebot findet im Freien und bei jedem Wetter statt! Ziele&lt;br /&gt;· · · · · · · · · · · · · · · · · · · · · Lebensraum Natur/Wald bei unterschiedlichen Wetterbedingungen bewusst erfahren Alle Sinne schulen Konzentration fördern Kreativität im Umgang mit Naturmaterialien ausleben Ökologisches Bewusstsein wecken Gemeinsam in einer Gruppe die Natur genießen Motorik schulen und Immunsystem stärken Regeln für das Verhalten in der Natur Erkunden der Naturumgebung / Waldrallyes Sinnespfade / Spiele zur Sinneswahrnehmung Bewegungsspiele Kreatives Sammeln, Bauen und Gestalten Übungen zur Entspannung und Besinnung in der Natur Feste Gruppe mit max. 18 Kindern Ort: Ein schulnaher Wald oder Park Wetterfeste Kleidung Programminhalte richten sich nach den örtlichen Gegebenheiten Einmal pro Woche eine Einheit mit zwei Zeitstunden Zwei Mitarbeiter des ELE e.V. Kosten: 120,-  pro Einheit Info: Auch als Ferienprogramm buchbar! Vier Tage in den Ferien, drei Zeitstunden pro Tag Kosten: 780,- &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Inhalte und Methoden&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Rahmenbedingungen&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Kontakt&lt;br /&gt;Sonja Spielmann Tel.: 0231-357088 Email: sonja.spielmann@e-l-e.de www.e-l-e.de&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;/p&gt;</description>
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			<pubDate>Mon, 23 Feb 2009 20:31:47 +0100</pubDate>
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	&lt;p&gt;5. Stuttgarter Sportkongress&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Herzlich willkommen zum 5. Stuttgarter Sportkongress&lt;br /&gt;Beim 5. Stuttgarter Sportkongress laden wir Sie ein ,,In Partnerschaft Zukunft gestalten&amp;quot;. Denn Partnerschaften sind auf allen Ebenen des Sports notwendig, um die Sportentwicklung im Verein voranzubringen. Der Sportkongress möchte Hilfestellung für die zukünftigen Herausforderungen der Vereine geben. Insbesondere in den Bereichen Führung und Finanzen, aber auch bei der Umsetzung des Konzeptes ,,Turnen ­ Gymnastik ­ Sport für Alle&amp;quot;, vor allem für die Zielgruppen Kinder, Jugend und Ältere. Der Kongress fordert die Vereine auf, ihre Strategiefähigkeit zu überprüfen, das heißt den Ist-Stand zu analysieren und sich mit anderen Vereinen anhand der Best Practice-Beispiele zu vergleichen. Dazu bietet das Kongress-Wochenende in über 150 Workshops und Vorträgen in den drei Bereichen, Sportmanagement und -entwicklung, Kinderturn-Akademie, Gym-Akademie Möglichkeit. Die Teilnehmer erwartet ein interessantes Programm in Vorträgen, Foren, Diskussionsrunden und Workshops zur Information und Motivation. Auch die Veranstalter gestalten in Partnerschaft Zukunft: Der Schwäbische Turnerbund (STB) veranstaltet den Kongress gemeinsam mit dem Deutschen Turner-Bund (DTB). Beide haben das Kongressprogramm unter Mitarbeit des Deutschen Sportbundes (DSB), Badischen Turner-Bundes (BTB) und des Württembergischen Landessportbundes (WLSB) vorbereitet. Die Zusammenarbeit und Partnerschaft wird auch am Veranstaltungsort deutlich ­ dem SpOrt Stuttgart, in dem der Sportkongress erstmals Heimrecht genießt. Bereits zum vierten Mal zeichnen das Ministerium für Kultus, Jugend und Sport BadenWürttemberg und die Turnerbünde herausragende Konzepte von Turn- und Sportvereinen aus. Die Preisverleihung des ,,Innovationspreises&amp;quot; im Rahmen des Sportkongresses setzt auch hier Zeichen für die Zukunftsgestaltung in den Vereinen. Partnerschaft gilt auch hier, indem AOK, WLSB und SportRegion sich mit Sonderpreisen einbringen. Den Partnern, die gemeinsam die Veranstaltung unterstützen und organisieren und den vielen Helfern danke ich herzlich für Ihr Engagement. Sie lade ich ein, sich mit Ihrem Team beim 5. Stuttgarter Sportkongress neue Impulse für die Vereinsarbeit zu sichern, denn: Der beste Weg die Zukunft vorauszusagen, ist, sie zu gestalten.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Rainer Brechtken Präsident Deutscher und Schwäbischer Turnerbund&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;www.stuttgarter-sportkongress.de&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;5. Stuttgarter Sportkongress Organisation&lt;br /&gt;Veranstalter:&lt;br /&gt;Schwäbischer Turnerbund e.V. Präsident: Rainer Brechtken Geschäftsführer: Robert Baur Deutscher Turner-Bund e.V. Präsident: Rainer Brechtken Generalsekretär: Hans-Peter Wullenweber Karl Weinmann Ministerium für Kultus, Jugend und Sport BadenWürttemberg Reinhard Stark Badischer Turner-Bund (BTB) Manfred Stehle Städtetag Baden-Württemberg Hans-Peter Wullenweber Deutscher Turner-Bund (DTB) Robert Baur Hans-Jürgen Künneth Marsha Maurer Corinna Schmiedle Schwäbischer Turnerbund (STB)&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Mitveranstalter:&lt;br /&gt;Badischer Turner-Bund e.V. Präsident: Gerhard Mengesdorf Geschäftsführer: Reinhard Stark Württembergische Landessportbund e.V. Präsident: Klaus Tappeser Hauptgeschäftsführer: Heinz Mörbe&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Kongresspräsidium:&lt;br /&gt;Rainer Brechtken (Vorsitz) Deutscher Turner-Bund (DTB) und Schwäbischer Turnerbund (STB) Irmtraud Bock Gemeindetag Baden-Württemberg Gerda Brand Fachbereichsleiterin Sport und Freizeit, Stadt Mannheim und Vorsitzende der Arbeitsgemeinschaft deutscher Sportämter Baden Württemberg Gunter Fahrion SportRegion Stuttgart Rainer Hipp Landessportverband Baden-Württemberg (LSV) Günther Kuhnigk Landeshauptstadt Stuttgart, Sportamt Elvira Menzer-Haasis Schwäbischer Turnerbund (STB) Heinz Mörbe Württembergischer Landessportbund (WLSB)&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Kongressplanungsteam: Kongressplanungsteam:&lt;br /&gt;Elvira Menzer-Haasis, Robert Baur, Walter Betsch, Eberhard Blank, Kristine Hartmann, Hans-Jürgen Künneth, Tim Lamsfuß, Marsha Maurer, Markus Rieger, Corinna Schmiedle, Sabine Schröder, (alle STB), Andreas Klages (DSB), Dieter Donnermeyer, Pia Pauly, (alle DTB), Wolfgang Eitel, Jürgen Hanke, (WLSB), Sybille Hiller (Landeshauptstadt Stuttgart)&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ausrichter:&lt;br /&gt;STB-Bildungswerk Hans-Jürgen Künneth (Geschäftsführung)&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Kongressgeschäftsstelle:&lt;br /&gt;Barbara Schlittenhardt Corinna Schmiedle&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Teilnehmerverwaltung Teilnehmerverwaltung und Durchführung:&lt;br /&gt;Manuela Focht, Eberhard Frei, Ingrid Grüninger, Marion Mauthe, Hanna Schnell,Carola Weber, u.a.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Öffentlichkeitsarbeit:&lt;br /&gt;Alexander Kruse, Anja Müller, Bernhard Seefeld&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Impressum&lt;br /&gt;Herausgeber:&lt;br /&gt;Schwäbischer Turnerbund e.V. Postfach 50 10 29, 70340 Stuttgart Büro: Fritz-Walter-Weg 19, 70372 Stuttgart Tel: 0711/2 80 77-2 00 Fax: -2 70 eMail: info@stb.de Internet: www.stb.de&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Anzeigen:&lt;br /&gt;STB-Marketing GmbH&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Druck:&lt;br /&gt;DRUCKtuell GmbH Benzstraße 8 70839 Gerlingen Datum: 28.10.2005&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Redaktion:&lt;br /&gt;Hanna Schnell www.stuttgarter-sportkongress.de 2&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;5. Stuttgarter Sportkongress Inhaltsverzeichnis&lt;br /&gt;Sportkongresses Zur Struktur des Abstractbands des 5. Stuttgarter Sportkongresses&lt;br /&gt;Der Abstractband ist in drei Kongress-Module gegliedert: undSportmanagement und-entwicklung GymGym-Akademie KinderturnKinderturn-Akademie Seite 4 ­ 44 Seite 45 ­ 100 Seite 101-144 101-&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Referentenverzeichnis:&lt;br /&gt;Sportmanagement&lt;br /&gt;Bentner, Dr. Ariane Bizer , Martin Blank, Eberhard Bödiger, Klaus Borbely, Tibor Braun, Prof. Dr. Sebastian Dieckert, Prof. h.c. Prof. Dr. Jürgen Eckl, Stefan Ewald, Dr. Karsten Füger, Albert Gienger, Eberhard Gieß-Stüber, Prof. Dr. Petra Haack, Christina Hartmann-Tews, Prof. Dr. Ilse Häusermann-Schuler, Jochen Hermet, Dominik Jung, Harald M. Keskinler, Gül Kipp, Heinz Klar, Stefanie Krombacher, Thomas Kusch, Rainer Meier, Dr. Heiko Pfister, Prof. Dr. Gertrud Pulter, Astrid Rademann, Dr. Frauke Ridders-Melchers, Ilse Rieger, Markus Rott, Dr. Christoph Sorger, Ingeborg Spili, Ghasem Stumpf, Dr. Marcus Thiel, Prof. Dr. Ansgar Tiemann, Dr. Michael Vollmer, Christine Wenzel, Barbara Westphal, Prof. Dr. Manuela Wopp, Prof. Dr. Christian Wörner, Ralf S. 17 S. 7 S. 44 S. 40 S. 38 S. 15 S. 40 S. 5 S. 7 S. 31 S. 20 S. 23 S. 29 S. 16 S. 21 S. 8, 27 S. 7 S. 23 S. 16 S. 24 S. 27 S. 36 S. 6 S. 15 S. 24 S. 43 S. 23 S. 4 S. 4 S. 8 S. 24 S. 18 S. 6 S. 34 S. 31 S. 36 S. 24 S. 10, 12 S. 5&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Gym-Akademie GymAdomeit, Susanne Bräuninger, Sigrun Dautel, Dagmar Frey, Dr. Günter Giannikakis, Jannis Irala, Maria C. Jaekel, Michaela Kloss, Uwe Lechner, Gerald Napierski, Esther Nemetz, Werner Rühl, Norbert Smisek, Richard Steinle, Frieder Weißbach, Elisabeth S. 73 S. 53, 54, 75, 77 S. 92, 94 S. 60 S. 68, 71 S. 50, 58, 78 S. 86, 88 S. 47, 52, 55, 63, 94 S. 80, 90 S. 47, 71 S. 84, 99 S. 45, 57 S. 82, 83, 96 S. 86, 88 S. 55, 61, 62, 65&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;KinderturnKinderturn-Akademie turn&lt;br /&gt;Balster, Dr. Klaus Doerr, Tatjana Fries, Axel Grimm-Rautenberg, Marion Horn, Reinhard und Ute Kimmich, Eveline Knob-Colschen, Sabine Kolb, Peter Kreutel, Alexandra Kuhn, Michael Lange, Dr. Andreas Lange, Sven Müller, Reiner Rieger, Markus Schaupp-Weber, Beate S. 102,104,106, 108 S. 116 S. 114,120,121, 125 S. 123, 124, 128 S. 111, 122, 124 S. 144 S. 116 S. 129 S. 130 S. 126, S. 101 S. 112, 117, 141 S. 132 S. 129 S. 134, 137, 139&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;www.stuttgarter-sportkongress.de&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;3&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;5. Stuttgarter Sportkongress entwicklung­ -Sportmanagement und -entwicklung­&lt;br /&gt;Dr. Christoph Rott, Markus Rieger&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;131 Das neue Bild des Älterwerdens&lt;br /&gt;Fragen des demografischen Wandels, insbesondere des Alterns unserer Gesellschaft, rücken immer stärker in das öffentliche Interesse und können von den Sportverbänden und ­vereinen nicht unbeachtet bleiben. Neueste, auf seriöser wissenschaftlicher Grundlage basierende demografische Prognosen lassen erwarten, dass die meisten heute lebenden Deutschen aller Voraussicht nach ein überaus langes Leben haben werden und der 50. Geburtstag für die Frauen wahrscheinlich erst den Beginn der zweiten Lebenshälfte markiert. Bisherige Alterseinteilungen und Vorstellungen von Alter und Altern sind damit überholt. Daher haben die Sportverbände und -vereine auch damit begonnen, sich verstärkt drei Personenkreisen zuzuwenden: Personen im Mittleren Erwachsenenalter (ca. 40-/45-Jährige bis ca. 65-/70-Jährige), Ältere (ca. 65-/70-Jährige bis ca. 80-/85-Jährige) und Hochaltrige (ca. 80-/85-Jährige und ältere). Diese Einteilung beruht auf einer entsprechenden Untergliederung der modernen Gerontologie, die sich als sinnvoll erwiesen und bewährt hat. Gerontologen unterscheiden das mittlere Erwachsenenalter, das Dritte Alter und das Vierte Alter. Gerontologie und Sozialpolitik sowie der kulturelle, der medizinische und der ökonomische Fortschritt haben dazu beigetragen, dass die Älteren von heute, insbesondere die beiden ersten Personenkreise, eine bessere Gesundheit und Fitness aufweisen als noch vor 30 Jahren. Als Faustregel gilt, dass für die 65-Jährigen in diesem Zeitraum fünf gute Jahre hinzugewonnen wurden. Allen drei Zielgruppen ist gemeinsam, dass sie sich jünger fühlen als sie nach dem kalendarischen Alter sind, und sich nicht im Hinblick auf das subjektive Wohlbefinden unterscheiden. Dies ist als Ausdruck eines positiven Selbstbildes zu verstehen und ist mit größerer Lebenszufriedenheit und höherem positivem Affekt verbunden. Allerdings zeigt sich aber auch immer deutlicher, dass es im hohen Alter zu erheblichen körperlichen und auch geistigen Einschränkungen und chronischen Erkrankungen kommt. Diese Einbußen an persönlichen Ressourcen sind u.a. als kumulative Folgen eines bewegungsarmen Lebensstils anzusehen. Für die Sportverbände und ­vereine werden alle drei genannten Personenkreise, insbesondere aber die Altersgruppe Mittleres Erwachsenenalter aus folgenden Gründen in Zukunft große Bedeutung haben. Die 40- bis 60Jährigen, darunter die besonders geburtenstarken Jahrgänge 1959 bis 1967, werden in nächster Zeit die stärkste Bevölkerungsgruppe darstellen. In der Mitgliederentwicklung des DSB spiegelt sich dies aber noch nicht wider. Die Personen im mittleren Erwachsenenalter sind heute selbstbewusst, allgemein besser gebildet, offen und flexibel. Sie reisen gerne, genießen den Luxus, den sie sich leisten können, und achten auf ihr Äußeres. Jenseits von 55 Jahren ist aber nur noch etwas mehr als ein Drittel berufstätig. Sie werden in Wirtschaft und Gesellschaft allein wegen ihrer Kaufkraft immens an Bedeutung gewinnen. Bewegung und Sport hat zwar in ihrem Leben eine große Bedeutung, aber die Sportvereine stellen dabei nur knapp die Hälfte der genutzten Anbieter dar. Sie sind bei anderen Organisationen, kommerziellen Anbietern oder kommunalen Einrichtungen aktiv oder organisieren ihr Sporttreiben immer mehr auch eigenverantwortlich. Sie fühlen sich nicht als ,,Alte&amp;quot; und wollen auch so nicht bezeichnet werden. Aus gerontologischer Sicht ist besonders bedeutsam, dass das Mittlere Erwachsenenalter für die Bewältigung der späteren Lebensjahre vorentscheidend ist. Nach Erkenntnissen der Konsumforschung erfolgt ein Wandel der Werte, weg von Traditionsbewusstsein, Pflichterfüllung, Bescheidenheit, Selbstversagung, Fleiß, Disziplin (Eigenschaften der heute Älteren) hin zu Individualisierung, langes Leben, finanzielle Sicherheit, hohes Bildungsniveau, Selbstverwirklichung, Genussfreude (Merkmale der zukünftigen ,,Alten&amp;quot;). Für die Sportverbände und ­vereine ergibt sich daraus die Herausforderung, einen mehrfachen Wechsel zu vollziehen, um v.a. den Personenkreis der 40- bis 60-Jährigen zukünftig erreichen und dauerhaft an den Verein binden zu können. Die Organisation nach Sportarten und Abteilungen wird zumindest teilweise von Angeboten, die nach Motiven und Themen, aber nicht nach Alter strukturiert sind, abzulösen sein. Körperliche Aktivität und Gesundheitsförderung werden an die Stelle von Leistung und Wettkampf treten. Qualitätsstandards und Qualitätssicherung werden verstärkt nachgefragt werden. Diese Aspekte beinhalten, dass vor allem der Personenkreis Mittleres Erwachsenenalter nicht mehr als traditionelle Vereinsmitglieder sondern als Kunden mit besonderen Ansprüchen zu betrachten ist. Es wird entscheidend darauf ankommen, wie das Lebensgefühl der heutigen 40- bis 60-Jährigen mit dem Image und dem Angebot der Sportvereine in Einklang gebracht werden kann.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;www.stuttgarter-sportkongress.de&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;4&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;5. Stuttgarter Sportkongress entwicklung­ -Sportmanagement und -entwicklung­&lt;br /&gt;Stefan Eckl, Ralf Wörner&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;141 Der Nutzen kommunaler Sportentwicklung für die Bürger: Umsetzungsstrategien und -berichte Workshop 141&lt;br /&gt;Zahlreiche Studien zum Sportverhalten der Bevölkerung belegen, dass sich der Sport in einem tiefgreifenden Wandel befindet. Neben der Ausweitung des individuellen und nicht organisierten Sporttreibens und der Ausweitung des Sportsystems durch immer mehr Sport- und Bewegungsaktivitäten kann auch eine veränderte Motivation der Aktiven für Sport und Bewegung konstatiert werden. Die Modelle des Wettkampf- und Vereinssports wurden durch Modelle des Gesundheits- und Freizeitsport ergänzt. Diese und weitere Erkenntnisse stellen die lokale Sportpolitik zunehmend vor neue Herausforderungen. Nicht nur die kommunale Sportpolitik sucht nach Lösungen, wie auf den Wandel des Sports adäquat reagiert werden kann, auch die Planungsmethoden im Sport müssen hier angepasst werden. Neben dem Leitfaden für die Sportstättenentwicklungsplanung steht in der Bundesrepublik v.a. der Ansatz der Kooperativen Planung als Planungsmethode zur Verfügung. Dieses Planungsverfahren stellt nicht ausschließlich quantitative Daten zur Berechnung von fehlenden oder überschüssigen Sportflächen bereit, sondern soll der lokalen Sportpolitik Perspektiven für die zukunftsorientierte Sportentwicklung in einer Gemeinde aufzeigen, um damit oftmals verlorene Handlungsspielräume und -fähigkeiten zurück zu gewinnen. Daher wird nicht nur die Sportinfrastruktur betrachtet, sondern auch die Angebots- und Organisationsstrukturen, da bereits hier durch Optimierungsmaßnahmen deutliche Verbesserungen in der Versorgung der Bevölkerung mit Sport und Bewegung erzielt werden können (z.B. verstärkte Zusammenarbeit der Sportanbieter, Optimierung der Sportstättenbelegung). Im Kern der Kooperativen Planung steht eine lokale Planungsgruppe, der verschiedene Personen aus unterschiedlichen Funktionsgruppen angehören. Dies resultiert aus der Erkenntnis, dass komplexe Probleme nur durch Vernetzung lösbar sind. Neben den Vertretern des organisierten Sports und den politisch-administrativen Vertretern sind auch andere soziale Gruppen und Institutionen Mitglied in der Planungsgruppe. Hierzu zählen beispielsweise Schulen, Kindergärten, Senioren, Jugendliche, Ausländervertreter, kirchliche Einrichtungen, Anwohner usw. Also all jene, die ein legitimes Interesse am Sport in einer Gemeinde haben. Insgesamt umfasst eine solche Planungsgruppe rund 25 Personen. Sportpolitik wird also als Querschnittspolitik aufgefasst. Aufgabe der Planungsgruppe ist es, gemeinsam Handlungsempfehlungen für die Weiterentwicklung des Sports in einer Gemeinde zu erarbeiten. Dies geschieht in der Regel in vier bis sieben Sitzungen, die in einem Abstand von drei Wochen abgehalten und idealerweise durch eine externe und neutrale Moderation begleitet werden. Am Beispiel der Gemeinde Allmersbach im Tal wird exemplarisch aufgezeigt, wie Kooperative Planung in der Praxis funktioniert. Dabei wird neben der Frage der Zusammensetzung der Planungsgruppe und dem Ablauf der Sitzungen auch auf den Aspekt der Umsetzung der Handlungsempfehlungen in Allmersbach eingegangen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;www.stuttgarter-sportkongress.de&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;5&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;5. Stuttgarter Sportkongress entwicklung­ -Sportmanagement und -entwicklung­&lt;br /&gt;Ansgar Prof. Dr. Ansgar Thiel, Dr. Heiko Meier&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Hauptberuflichkeit 151 Hauptberuflichkeit als Innovation&lt;br /&gt;Die Sportvereinsarbeit ist traditionsgemäß durch Ehrenamtlichkeit geprägt. Seit jeher wird die Vereinsarbeit ausschließlich oder überwiegend ehrenamtlich geleistet. Auch heute noch stellt in den Vereinen das Ehrenamt die zentrale Form der Mitarbeit dar. Dennoch ist in den letzten Jahrzehnten ein steter Anstieg bezahlter Beschäftigungsverhältnisse in den Vereinen zu verzeichnen. Immer mehr Arbeit in den Vereinen, sei es in der Vereinsadministration, sei es im Sport- und Übungsbetrieb, wird an abhängig beschäftigte Mitarbeiter delegiert. Doch trotz der Ausweitung der bezahlten Mitarbeit finden sich vergleichsweise selten hauptberufliche Angestellte in den Vereinen. Gegenüber einer Verberuflichung besteht in den Vereinen demnach eine deutliche Zurückhaltung, für die es angesichts der grundsätzlichen Bereitschaft, neben der Ehrenamtlichkeit auch bezahlte Beschäftigungsverhältnisse einzurichten, auf den ersten Blick nur eine, dafür aber umso häufiger zu hörende Erklärung gibt: Die fehlende Finanzierungsmöglichkeit für hauptberufliche Mitarbeit. Diese Erklärung reicht aber nicht aus. Denn hauptberufliche Beschäftigung führt nicht nur zu einer Verringerung der Kosten für die nicht-hauptberuflich geleistete Vereinsarbeit, wodurch sich diese also teilweise kompensatorisch finanzieren lässt, sondern führt in der Regel auch zu deutlichen Mehreinnahmen. Hauptberufliche eröffnen den Vereinen nämlich neue Angebots- und Betätigungsfelder, wodurch die Mitgliederzahlen und die Mitgliedsbeiträge spürbar steigen. Hauptberufliche Mitarbeiter im Sportverein sind also durchaus in der Lage, die für sie anfallenden Personalkosten selbst zu erwirtschaften. Und nicht nur das. Vielmehr erwirtschaften sie in ihrem Arbeitsfeld häufig Überschüsse, die in den Etat der Vereine einfließen. Hauptberufliche Mitarbeiter sind also wesentliche Motoren für eine Mobilisierung neuer finanzieller Ressourcen, weshalb diese den Vereinsetat langfristig auch nicht be-, sondern erheblich entlasten (vgl. Thiel, Meier &amp;amp; Cachay, 2005). Aber wenn nicht das Kostenargument die zentrale Barriere ist, die die Einrichtung von hauptberuflichen Mitarbeiterstellen in den Vereinen verhindert, stellt sich die Frage: Welche andere Erklärungen gibt es hierfür? Der Vortrag richtet den Blick genau auf diese Frage und liefert Erklärungsansätze dafür, weshalb sich Sportvereine einerseits als insgesamt eher wandlungsfeindlich und träge, sowie insbesondere gegenüber einer Verberuflichung als resistent erweisen und weshalb andererseits gerade dies ihre Existenz sichert. Dieser theoretisch fundierte, »tiefere« Blick auf die Mechanismen der Existenzerhaltung von Vereinen macht auch deutlich, weshalb einer Verberuflichung »nicht nur« eine Veränderung der Mitarbeitsstrukturen, sondern eine »echte Innovation« ­ einer »Revolution« nicht unähnlich ­ zugrunde liegt. Abschließend wird vor dem Hintergrund dieser Erläuterungen dargelegt, wie es angesichts all der Hemmnisse in Sportvereinen »dennoch« gelingen kann, Stellen für hauptberufliche Mitarbeiter einzurichten und langfristig zu sichern. Literaturhinweise: · Ansgar Thiel, Heiko Meier &amp;amp; Klaus Cachay (2005). Hauptberuflichkeit im Sportverein. (im Dr.) · Ansgar Thiel &amp;amp; Heiko Meier (2004). Überleben durch Abwehr ­ Zur Lernfähigkeit des Sportvereins. Sport und Gesellschaft 1, (2), 103-124. · Meier, H. (2004). Mitarbeit im Sport. http://bieson.ub.uni-bielefeld.de/volltexte/2004/537/ · Klaus Cachay, Ansgar Thiel &amp;amp; Heiko Meier (2001). Der organisierte Sport als Arbeitsmarkt ­ Eine Studie zu Erwerbsarbeitspotenzialen in Sportvereinen und Sportverbänden. Schorndorf: Hofmann.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Kontakt: ansgar.thiel@uni-tuebingen.de heiko.meier@uni-tuebingen.de&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;www.stuttgarter-sportkongress.de&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;6&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;5. Stuttgarter Sportkongress entwicklung­ -Sportmanagement und -entwicklung­&lt;br /&gt;Martin Bizer, Dr. Karsten Ewald, Harald M. Jung&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;170 Betreuungsangebote durch Vereine&lt;br /&gt;TurnDer Turn- und Sportverein als Partner an der Schule mit Ganztagsangebot&lt;br /&gt;Durch ein verändertes Bildungswesen werden wir als Turn- und Sportverein immer mehr mit der Situation konfrontiert, eine Schule mit Ganztagsangebot in der Nachbarschaft zu haben. Dabei ist es unerheblich, ob es sich um eine Schule mit offenem Nachmittagsangebot und einer ganztägigen pädagogischen Betreuung oder die Ganztagsschule mit Regelunterricht auch in den Nachmittagszeiten handelt. Wir als Verein müssen rechtzeitig Konzepte und Strategien entwickeln, um unser Potential optimal zu nutzen, um nicht auch letztendlich einem Mitgliederverlust insbesondere im Bereich der Schüler/innen frühzeitig entgegen zu treten. Welche Modelle könnten vom Turn- und Sportverein somit bei der Schule angeboten werden? Anhand des Beispiels Kinderturnclub der TSG 1846 Darmstadt (einem der größten Darmstädter Sportvereine) als Partner der Bernhard-Adelung-Schule (IGS) Darmstadt (ca. 600 Schüler in Sek. I) werden wir eine Vision erstellen, um praktikable Modelle für den modernen und offensiven Turn- und Sportverein anzudenken. Mit den Leitfragen - Wie kann der Verein Partner der Schule werden? - Welche Angebote werden an der Schule möglich? - Welchen personellen Aufwand haben Wir als Verein? - Wie werden die anfallenden Kosten verteilt? - Was nutzt das Projekt dem Verein? - Was erwartet Schule und Eltern? wollen wir gemeinsam Ideen entwickeln, um individuelle Modelle einer Beteiligung des Turn- und Sportverein im Ganztagsangebot der Schule möglich zu machen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;www.stuttgarter-sportkongress.de&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;7&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;5. Stuttgarter Sportkongress entwicklung­ -Sportmanagement und -entwicklung­&lt;br /&gt;Dominik Hermet, Ingeborg Sorger&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;171 171 Modelle zur Übernahme schulischer Betreuungsangebote&lt;br /&gt;Sport in der Ganztagesbetreuung&lt;br /&gt;Die Ganztagesbetreuung an Schulen ist ein derzeit viel diskutiertes Thema. Auch der Sport in Stuttgart hat sich frühzeitig in die Diskussion eingebracht und möchte zukünftig eine Funktion in diesem Bereich übernehmen. Die Ganztagesbetreuung wird entsprechend dem Neigungsprofil der jeweiligen Schule unterschiedliche Themenbereiche umfassen, deren Ausrichtung letztlich in der Kompetenz der Schulleitung liegt. Dem Sport kommt dabei eine wichtige Funktion zu, die von den Sportvereinen aus folgenden Gründen als Chance und Herausforderung betrachtet werden muss: 1. Durch die längere Bindung der Kinder und Jugendlichen am Nachmittag in der Ganztagesbetreuung reduziert sich die frei verfügbare Zeit, sodass möglicherweise traditionelle Angebote der Sportvereine weniger genutzt werden. Die Sportvereine müssen daher die Chance nutzen, im Rahmen der Ganztagesbetreuung ihr Bewegungs- und Sportangebot den Kindern und Jugendlichen zu vermitteln. Neben ,,Schulsport&amp;quot; und ,,Vereinssport&amp;quot; wird sich der ,,Sport in der Ganztagesbetreuung&amp;quot; in Kooperation der Partner Schule und Verein strukturell weiterentwickeln. Dies beinhaltet für die Schüler und für die Vereine verschiedene Möglichkeiten:&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;2.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;· für die umfassende motorische, koordinative Grundlagenausbildung von Kindern, die Vermittlung sozialer Werte und den Abbau von Bewegungsdefiziten; · der Kontakt zur Zielgruppe Kinder und Jugendliche wird hergestellt und soll die Orientierung der Schüler hin zum Verein erleichtern; · zur Talentsichtung für die Vereine und Verbände; · zur Qualifizierung und Weiterbildung der für die Vereine tätigen Sportlehrer und Übungsleiter; · zur stärkeren Bindung der für die Vereine tätigen Sportlehrer und Übungsleiter durch zusätzliche finanzielle Anreize an den Verein. ,,Stuttgarter Konzept&amp;quot; Vor diesem Hintergrund hat der Sportkreis Stuttgart gemeinsam mit der Sportverwaltung und den Schulvertretern der sachkundigen Einwohner im Sportausschuss ein Rahmenkonzept für die Einbindung der Sportvereine in die Ganztagesbetreuung entworfen. Der Sportkreis Stuttgart übernimmt die Koordinierung der Vereine, die in die Betreuung im Ganztagesbetrieb einsteigen. Da Ganztagesschulen kein einheitliches Konzept haben, muss das Vorgehen auf die lokalen Verhältnisse und die Schulträger abgestimmt werden. Deshalb wird das Programm mit den Konzepten der Schulen koordiniert. Der Sportkreis · ist der Ansprechpartner für interessierte Schulen und Vereine; · übernimmt die Beratung der Schulen und der Vereine bei der Initiierung und im Betrieb; · vermittelt die Vereine auf Anfrage an die Schulen; · übernimmt die Administration (Planung, Koordination, Organisation, Verwaltung); · garantiert die Verlässlichkeit; · überwacht die Qualität der Angebote; · ist die Kontaktstelle für alle Beteiligten; · vermittelt Aus- und Fortbildungsmaßnahmen. Ziel des Sports ist die Schaffung eines qualitativ hochwertigen, flächendeckenden Angebotes mit einer nachhaltigen Struktur. Die Anzahl der partizipierenden Vereine soll möglichst groß sein. Der Sportkreis sieht sich als Vermittler zu den Schulen, den Vereinen und den jeweiligen Trägern der Ganztagesbetreuung.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;www.stuttgarter-sportkongress.de&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;8&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;5. Stuttgarter Sportkongress entwicklung­ -Sportmanagement und -entwicklung­&lt;br /&gt;Inhalte der Sportangebote Durch die Sportangebote werden die Schulsportstunden nicht tangiert. Inhaltlich obliegt die Gestaltung der Sportstunden in der Ganztagesbetreuung den Vereinen. Folgende Sportangebote sollten jeweils auf die Altersgruppe zugeschnitten und gegebenenfalls schulartenspezifisch bzw. gruppenspezifisch angeboten werden: · allgemeine ,,Sport, Spiel, Spaß &amp;quot;- Angebote; · Schnupperangebote in verschiedenen Sportarten (Mannschaftssport, Individualsport, Freizeitsport); · leistungsorientierte Sportarten (Schnittstelle zum Talentsuche/-förderprojekt); · spezielle gesundheitsfördernde Angebote (Rückenschule, Sport für übergewichtige Kinder, Schulsonderturnen, etc.). Verschiedene Modelle zur Übernahme von Betreuungsangeboten durch Sportvereine, die erfolgreich mit Schulen zusammen arbeiten, bestehen bereits seit einigen Jahren.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Dominik Hermet&lt;br /&gt;Praxisbeispiel TSV Birkach e.V. Der TSV Birkach e.V. (1.200 Mitglieder) und die Grundschule Birkach (250 Schüler/innen) setzten sich im Jahre 2002 das Ziel, im Rahmen der verlässlichen Grundschule (6. Stunde) und während des Hortbetriebes (nachmittags bis 17 Uhr) eine tägliche Bewegungszeit für die Schüler/innen zu schaffen. Sie gründeten deshalb einen KinderSportClub unter der Trägerschaft des TSV Birkach e.V., mit insgesamt 10 Sport-AGs, gestaffelt nach den Klassenstufen eins und zwei sowie drei und vier. Die Kinder können, sofern Plätze vorhanden sind, an bis zu drei Sport-AGs teilnehmen. Der KinderSportClub wurde unter völlig neuen Aspekten hinsichtlich einer Kooperation zwischen Schule und Verein gestaltet: · Die Sport-AGs laufen unter dem Namen ,,KinderSportClub&amp;quot;. Die Angebote erscheinen am Schuljahresanfang in einem eigens dafür hergestellten Hochglanz-Flyer (mit eigenem Maskottchen). Dadurch wurde eine deutlich höhere Akzeptanz und Bindung bei Kindern und Eltern erreicht. · Die Kinder müssen Mitglied im Verein werden, allerdings in Form einer Sondermitgliedschaft (1/2 Beitrag), die lediglich 1 Schuljahr gilt (und danach automatisch endet). Dadurch wurde die Schwelle, in den Verein einzutreten, möglichst niedrig gehalten. · Die Kinder erhalten einen Sportpass, in dem jede Anwesenheit in einer Sport-AG mit einem Stempel belohnt wird. Als Preis erhalten alle Schüler/innen am Ende des Schuljahres eine Urkunde und ein entsprechend der Teilnahmefrequenz gestaffeltes Geschenk. Die Motivation der Kinder für den Sport konnte dadurch wesentlich gesteigert werden. Die Organisationsform des KinderSportClubs erfolgt über: · Der TSV Birkach e.V. übernimmt die Gesamtorganisation (einschl. Übungsleitersuche und inhaltliche Gestaltung der Sport-AGs) und die Verwaltung. · Die Schule stellt die beiden Turnhallen zur Verfügung sowie eine Deputatsstunde einer (Sport)Lehrerin und stellt einige Übungsleiter/innen als Lehrbeauftragte ein. Die Finanzierung des KinderSportClubs: · die Sondermitgliedschaft der Kinder; · den WLSB-Zuschuss Kooperation Schule-Verein; · den kommunalen Zuschuss für jugendliche Mitglieder; · Sponsoring. Die Grundschule Birkach wurde unter anderem durch den KinderSportClub im Mai 2003 mit dem Prädikat ,,Grundschule mit sport- und bewegungserzieherischen Schwerpunkt&amp;quot; ausgezeichnet. Der TSV Birkach erhielt im November 2003 beim 4. Stuttgarter Sportkongress den Innovationspreis (1. Platz) in der Kategorie ,,Kinder unsere Zukunft&amp;quot;. Weitere Informationen unter: www.sportkreis-stuttgart.de, info@sportkreis-stuttgart.de&lt;br /&gt;www.stuttgarter-sportkongress.de 9&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;5. Stuttgarter Sportkongress entwicklung­ -Sportmanagement und -entwicklung­&lt;br /&gt;Wopp, von Prof. Dr. Christian Wopp, Manfred von Richthofen&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;400 Hauptvortrag&lt;br /&gt;Demographische Entwicklungen ­ Herausforderungen für den Verein&lt;br /&gt;Die sich abzeichnenden demographischen Entwicklungen sind deshalb eine Herausforderung für die Vereine, weil mit diesen Entwicklungen umfassende Veränderungen bei den Sportwünschen und der Sportnachfrage einhergehen. Die Deutschen werden voraussichtlich - weniger, - älter, - internationaler, - weiblicher, - dicker. Es besteht die Notwendigkeit, sich in Deutschland in allen Bereichen (z.B. Stadtentwicklung, Schülerzahlen usw.) auf rückläufige Bevölkerungszahlen einzustellen. Die Bevölkerung wird von derzeit 82,5 Mio. auf gut 70 Mio. im Jahr 2050 zurückgehen. Wenn angesichts dieser Rückgänge die Sportvereine die Zahl ihrer Mitglieder halten können, ist das als Erfolg zu werten. Die meisten Vereine sollten sich jedoch auf rückläufige Mitgliederzahlen einstellen. Der Bevölkerungsrückgang wird sich regional sehr unterschiedlich verteilen, wodurch in Deutschland Kernregionen entstehen werden. In diesen wird eine Konzentration des Leistungssports mit den entsprechenden Stützpunkten und Mannschaften stattfinden. Die Bevölkerung wird im statistischen Mittel älter, weil aufgrund niedriger Geburtenziffern die Zahl junger Menschen zurück geht und die Lebenserwartungen ständig steigen. Schon mehr als die Hälfte der Deutschen Bevölkerung ist älter als 40 Jahre. Spätestens nach dem 40. Lebensjahr findet bei vielen Menschen eine Umorientierung hinsichtlich der Ziele und Formen sportlichen Handelns statt. Es dominieren Themen wie Gesundheit, Ausdauer, Fitness oder Wellness. Die Vereine haben begonnen, sich auf diese größer werdende und häufig sehr sportaktive Bevölkerungsgruppe einzustellen. Im Jahr 2002 betrug die Zahl der Ausländer in Deutschland 7,3 Mio. Prognosen gehen davon aus, dass die Zahl im Jahr 2050 auf 17,4 Mio. steigen wird. Die Zahl der Migranten beträgt zurzeit knapp 10% und wird im Jahr 2050 auf ca. 36% der Bevölkerung steigen. Mehr als die Hälfte aller unter 40-Jährigen wird im Jahr 2050 nicht deutscher Herkunftssprache sein. Menschen mit Migrationshintergrund sind in der Regel in Sportvereinen unterrepräsentiert. In den kommenden Jahren werden die Sportvereine verstärkt Anstrengungen unternehmen müssen, um diese größer werdende Zielgruppe an sich zu binden. In Deutschland gibt es mehr Frauen als Männer. Da es einen engen Zusammenhang zwischen dem Bildungsniveau und dem Sportengagement gibt und Frauen heute mehrheitlich höhere Bildungsabschlüsse erzielen als Männer, lässt sich prognostizieren, dass die Zukunft des Sports weiblich sein wird. Beobachtbar ist schon gegenwärtig, dass sich viele Frauen in Sportarten engagieren, die traditionell mehrheitlich von Männern ausgeübt werden. Hinzu kommt ein erhebliches Wachstum bei jenen Themenfeldern des Sports wie z.B. Gesundheit oder Wellness, in denen die Frauen ohnehin dominierend sind. Beobachtbar ist eine Zunahme der Fettleibigkeit in der Bevölkerung, speziell bei Kindern. Im Jahr 1960 lag der Mittelwert des Body-Mass-Index in der Bevölkerung bei 21. Er stieg im Jahr 2000 auf 26 an, und für das Jahr 2040 wird ein Mittelwert in der Bevölkerung von 29 angenommen. Programme, in denen eine Kombination aus gesunder Ernährung und moderaten Bewegungen angeboten wird, dürften in den kommenden Jahren immer wichtiger werden. Hinzu kommt, dass in einem engen Zusammen mit der Fettleibigkeit die Zunahme motorischer Probleme bei Kindern und Jugendlichen steht. 15-20 % der Kinder zeigen motorische Ungeschicklichkeiten im Alltag. In Untersuchungen wurde ermittelt, dass 40-60% der Kinder an Haltungsschwächen, motorischen Defiziten und Koordinationsschwächen leiden. 20 % der Vorschulkinder und 50 % der Grundschulkinder aus Ballungszentren weisen motorische Auffälligkeiten auf und werden deshalb als motorisch leistungsschwach bezeichnet. Gute Angebote zur Psychomotorik werden deshalb immer bedeutsamer.&lt;br /&gt;www.stuttgarter-sportkongress.de 10&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;5. Stuttgarter Sportkongress entwicklung­ -Sportmanagement und -entwicklung­&lt;br /&gt;Viele Vereine haben in den zurückliegenden Jahren auf Veränderungen bei den Sportwünschen und den Sportgewohnheiten reagiert. Dennoch drängt sich der Eindruck auf, dass eine intensive Auseinandersetzung mit dem demographischen Wandel aus der Sicht des Sports noch aussteht. Dieser Wandel enthält Risiken und Chancen für die Vereine gleichermaßen. Der Kongress in Stuttgart eröffnet Möglichkeiten, sich mit diesem Wandel rational auseinander zu setzen. Prof. Dr. Christian Wopp Universität Osnabrück Fachgebiet Sportwissenschaft Jahnstraße 75 ­ Universitätssportzentrum 49080 Osnabrück 0541 969 4242 cwopp@uos.de&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;www.stuttgarter-sportkongress.de&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;11&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;5. Stuttgarter Sportkongress entwicklung­ -Sportmanagement und -entwicklung­&lt;br /&gt;Prof. Dr. Christian Wopp&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;420 Wie sieht der Verein der Zukunft aus?&lt;br /&gt;Sportvereine stehen in Konkurrenz zum privaten Sporttreiben, zu gewerblichen und staatlichen Sportanbietern. Zwischen diesen Bereichen zeichnen sich erhebliche Verschiebungen ab, die vor allem durch Veränderungen auf staatlicher Seite ausgelöst werden. Dort sind zwei Entwicklungen für die Sportvereine von zentraler Bedeutung: - Finanznot der öffentlichen Hand - Ausweitung der Ganztagsschulen. Finanznot der öffentlichen Hand In einer internen Studie des Bundesfinanzministeriums zur Nachhaltigkeit der öffentlichen Finanzen wurde berechnet, dass bis zum Jahr 2050 mit einer dramatisch steigenden Staatsschuld zu rechnen ist, wenn es dem Staat nicht gelingen sollte, sich aus vielen gesetzlichen und freiwilligen Verpflichtungen herauszuziehen. Für die Sportvereine folgt daraus, dass die Summe der staatlichen Sportförderung ihren Höhepunkt überschritten hat und in den nächsten Jahren auf allen Ebenen (Bund, Länder, Gemeinden) zurückgehen wird. Zu erwarten ist, dass die öffentliche Hand ihre pauschale Sportförderung voraussichtlich umstellen und sich auf die Finanzierung mindestnotwendiger Aufgaben, die Unterstützung von Projekten z. B. zur Lösung sozialer und gesundheitlicher Probleme und die Förderung von Ereignissen, die Prestigegewinn versprechen, konzentrieren wird. Die Folge wird sein, dass die Vereine zunehmend von den direkten finanziellen Aufwendungen der Aktiven abhängig sein werden. Da dem Einwerben von Sponsorengeldern Grenzen gesetzt sind, werden viele Vereine in den kommenden Jahren verstärkt betriebswirtschaftliche Instrumente einsetzen, um Einnahmen zu erhöhen und effektiv einzusetzen. Es stellt sich die Frage, wie ein Ausgleich zwischen betriebswirtschaftlichem Handeln und sozialen Ansprüchen hergestellt werden kann. Gewerbliche Sportanbieter werden voraussichtlich von dem Rückzug des Staates profitieren. Gleichzeitig wird ihr Profit durch sinkende Einkommen und erhöhte Aufwendungen in anderen Lebensbereichen begrenzt, sodass sich bestenfalls eine moderate Ausweitung dieses Bereich prognostizieren lässt. Angesichts rückläufiger Finanzmittel für den Sport durch die öffentliche Hand und aufgrund steigender Preise bei gewerblichen und gemeinnützigen Sportanbietern wird voraussichtlich das selbstorganisierte, private Sporttreiben von den Verschiebungen zwischen den Bereichen profitieren, da der private Sport in vielen Fällen die kostengünstigste Möglichkeit des sportlichen Engagements ist. Ganztagsschulen Die Ausweitung der Ganztagsschulen wird eine unumkehrbare Entwicklung sein. Laut einer Umfrage von ,,Infratest dimap&amp;quot; würden sieben von zehn Eltern es begrüßen, wenn es in Deutschland mehr Ganztagsschulen gäbe. Unterschieden werden zwei Grundformen von Ganztagsschulen. In der offenen Ganztagsschule findet vormittags der klassische Unterricht statt und nachmittags wird ein freiwilliges Angebot unterbreitet, das oftmals von außerschulischen Partnern betreut wird. In der gebundenen Ganztagsschule findet der Unterricht über den ganzen Tag verteilt statt, wodurch die klassische Einteilung in 45-Minuten-Einheiten aufgegeben werden kann. Unterricht und Freizeit, gemeinsames und individuelles Lernen, Phasen der Anspannung und Entspannung wechseln sich ab. In dem für alle Schüler ganztägig verpflichtenden Unterricht arbeiten Fachlehrer, Sozialpädagogen und außerschulische Partner zusammen. Anzunehmen ist, dass sich aus Kostengründen zunächst das Grundkonzept der offenen gegenüber der gebundenen Ganztagsschule durchsetzen wird. Der Sport wird voraussichtlich in den Ganztagsschulen einen neuen Stellenwert erhalten. In der offenen Ganztagsschule werden an Nachmittagen zusätzliche Sportangebote unterbreitet. In der gebundenen Ganztagsschule wird es mehrere, über den Tag verteilte, längere Phasen des Sichbewegens geben. Die Sportvereine werden mit dieser Herausforderung offensiv umgehen müssen. Es bietet sich an, durch Kooperationen mögliche Konkurrenzsituationen zu vermeiden. Die Chance bei den Ganztagsschulen besteht bei den Sportvereinen darin, dass sie alle Kinder und nicht nur jene ansprechen können, die bisher am Nachmittag freiwillig in die Vereine gekommen sind. Schon heute lässt sich beobachten, dass jene Sportvereine, die Gesamtschulentwicklung ignorieren, ihre eigene Zukunft aufs Spiel setzen.&lt;br /&gt;www.stuttgarter-sportkongress.de 12&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;5. Stuttgarter Sportkongress entwicklung­ -Sportmanagement und -entwicklung­&lt;br /&gt;Leitbilder Obwohl angenommen wird, dass Vereine in Abhängigkeit zu ihrer Größe und Struktur, unterschiedliche Entwicklungsmöglichkeiten bzw. Entwicklungsprobleme haben, stehen Sportvereine in den kommenden Jahren vor der Notwendigkeit, gegenüber anderen Sportanbietern (z. B. Fitnessstudios, Schulsport) ein eindeutiges Profil aufzuweisen. Dazu bieten sich zwei Leitbilder an: - Bürgerinitiative Lernende Organisation&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Das Leitbild der Bürgerinitiative knüpft an die historischen Wurzeln der Turnvereinsbewegung an. Trotz aller inhaltlichen und strukturellen Veränderungen werden Sportvereine alleine wegen des Vereinsrechts in Deutschland an den Prinzipien der Freiwilligkeit, Gleichheit, Demokratie, Gemeinnützigkeit und Ehrenamtlichkeit festhalten. Die Sportvereine unterscheiden sich mit dieser Idee grundsätzlich von allen anderen Sportorganisationen. Das Leitbild der lernenden Organisation besagt, dass durch offene und veränderbare Strukturen Möglichkeiten bestehen, Herausforderungen wie sie durch Veränderungen in der Gesellschaft entstehen, konstruktiv und kreativ anzunehmen. Das Leitbild der lernenden Organisation ermöglicht Sportvereinen eine kontinuierliche, prozessorientierte Organisationsentwicklung. Prof. Dr. Christian Wopp Universität Osnabrück Fachgebiet Sportwissenschaft Jahnstraße 75 ­ Universitätssportzentrum 49080 Osnabrück 0541 969 4242 cwopp@uos.de&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;www.stuttgarter-sportkongress.de&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;13&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;5. Stuttgarter Sportkongress entwicklung­ -Sportmanagement und -entwicklung­&lt;br /&gt;Prof. Dr. Sebastian Braun&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;421 Chance für das Ehrenamt im Verein&lt;br /&gt;Ehrenamtliches und freiwilliges Engagement von Mitgliedern für Mitglieder ist ein Basiselement von Sportvereinen. Die Mitgliedschaft in Sportvereinen ist demnach mit der Erwartung verbunden, sich ,,für die gemeinsame Sache&amp;quot; freiwillig zu engagieren. Und umgekehrt können die engagierten Mitglieder das Vereinsleben ,,spürbar&amp;quot; mitgestalten und Selbstwirksamkeit erfahren. Deshalb gelten Sportvereine (wie auch andere freiwillige Vereinigungen) als Bestandteil einer lebendigen Bürgergesellschaft, da sie ­ so die Annahme ­ Institutionen selbstbestimmten Handelns und freigewählter Tätigkeit seien, wo sich solidarisches und gemeinwohlorientiertes Handeln entfalten könne. Verklärungen sind allerdings unangebracht. Denn seit Bestehen des DSB wird diese ,,klassische&amp;quot; Vorstellung von Sportvereinen immer wieder aufs Neue in Frage gestellt: Gibt es diesen als ,,traditional&amp;quot; bezeichneten Sportverein überhaupt noch? Ist Großvaters solidargemeinschaftlicher Verein nicht längst schon tot? Ihm wird das Bild des ,,modernen&amp;quot; Vereins entgegengesetzt, der sich dadurch auszeichnet, dass prinzipiell unsichere Mitgliedschaftsverhältnisse entstünden und sich wertorientierte in pure zweckorientierte Bindungen verflüchtigten. Der ,,Vereinsmeier&amp;quot;, der nach landläufiger Meinung in der eigenen Welt seines geselligen Sportvereins nach festgelegten Werten und Normen lebe, gilt hingegen schon lange als Auslaufmodell ­ und mit ihm scheint auch die Bereitschaft zu ehrenamtlichem, freiwilligem Engagement verloren gegangen zu sein. Diese Vermutung legt jedenfalls die Klage von der fehlenden Engagementbereitschaft der Mitglieder nahe. Diese Klage ist zweifellos nicht neu, sondern eher so alt wie der DSB selbst. Ob die daraus abgeleitete ,,Krise des Ehrenamts&amp;quot; in den Sportvereinen konstatiert werden kann, ob diese Krise schon eingetreten ist, ob sie sich erst in der Zukunft abzeichnen wird oder in den Sportvereinen womöglich gar nicht spürbar wird, ist in der empirischen Forschung zwar noch nicht gänzlich ausgemacht. Die neueren Surveys in der sozialwissenschaftlichen und sportsoziologischen Forschung weisen jedoch deutlich darauf hin, dass von einer ,,Krise des Ehrenamts&amp;quot; kaum gesprochen werden kann. Vor dem Hintergrund dieser Ergebnisse stellt sich die Frage, ob es vielleicht weniger die Mitglieder vor Ort sind, die sich aufgrund ihrer vermeintlich individualistisch-hedonistischen Orientierung nicht mehr engagieren wollen ­ denn genau dies können die empirischen Ergebnisse nicht belegen. Möglicherweise erweisen sich ja vielmehr die organisationalen Gelegenheitsstrukturen als Rahmenbedingungen für das individuelle Engagement als nicht passförmig mit den Wünschen, Bedürfnissen und Vorstellungen der engagierten oder auch potenziell engagementbereiten Mitglieder. Denn auch die Beteiligung an der Selbstorganisation der Sportvereine verlangt anspruchsvolle institutionelle und pädagogische Arrangements. Aber existieren diese Arrangements überhaupt? Werden den Mitgliedern anspruchsvolle ­ und zugleich nicht überfordernde ­ Aufgabenfelder übertragen, in denen sie mit einer gewissen Eigenständigkeit und praktisch folgenreich agieren können? Gibt es entsprechende Strukturen, in denen sie ihre Interessen aushandeln und in die Vereinspolitik einbringen können? Und werden sie systematisch dazu angeleitet, sich als Mitglieder kompetent im Sportverein zu verhalten? Wird ihnen also das notwendige Wissen über die Ordnung und die Verflechtungen im Sportverein vermittelt, damit sie die vorhandenen Partizipationschancen auch tatsächlich wahrnehmen können? Werden ihnen Fähigkeiten zur taktischen und strategischen Kooperation vermittelt, um ihre präferierten Ziele und Vorstellungen im Verein geltend machen zu können? Und wird ihnen darüber hinaus begreiflich gemacht, dass die Selbstorganisation des Vereins auch auf einer verinnerlichten, emotional gefärbten Haltung der Mitglieder aufbaut, nämlich sich auch dann zu beteiligen, wenn Ziele nicht im Eigeninteresse liegen, sondern unter Umständen sogar mit Verzicht verbunden sind ­ denn genau darin liegt ein Grundproblem bei der Herstellung von Kollektivgütern? In dem Workshop werden diese und weiterführende Fragen nach einem einführenden wissenschaftlichen Vortrag ausführlicher im Plenum diskutiert. Prof. Dr. Dr. Sebastian Braun Universität Paderborn Department Sport &amp;amp; Gesundheit, AB Sport &amp;amp; Gesellschaft und Forschungszentrum für Bürgerschaftliches Engagement Warburger Str. 100 33098 Paderborn&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;www.stuttgarter-sportkongress.de&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;14&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;5. Stuttgarter Sportkongress entwicklung­ -Sportmanagement und -entwicklung­&lt;br /&gt;Prof. Dr. Gertrud Pfister&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;422 Mentoring im Verein&lt;br /&gt;Ausgangspunkt Vereine und Verbände beklagen sich über einen Rückgang ehrenamtlichen Engagements, während Untersuchungen feststellen, dass viele Menschen, zumindest unter bestimmten Bedingungen, bereit wären, freiwillige Arbeit zu leisten. Es fehlt offensichtlich eine Koordinierung von Angebot und Nachfrage und insgesamt eine gezielte Personalentwicklung im Ehrenamt. Es ist daher falsch, generell von einer Krise des ehrenamtlichen Engagements zu sprechen, die vielen NNs im Jahrbuch des DTB und die vielen leeren Stühle bei Sitzungen und Mitgliederversammlungen der Vereine sind aber sicher ein ernst zu nehmendes Problem. Ziel des Workshops Patentlösungen, um neue und einsatzbereite Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen zu gewinnen, gibt es leider nicht, dazu sind die Bedürfnisse und die Möglichkeiten der Vereine zu unterschiedlich. Es stehen aber zahlreiche, sich ergänzende Strategien beim finden, motivieren, ausbilden/einarbeiten und betreuen von Ehrenamtlichen zur Verfügung. Ein besonders wirksames Mittel, das zahlreiche Maßnahmen einschließt, ist das &amp;quot;Mentoring&amp;quot;. Ziel des Workshops ist es, die Teilnehmer und Teilnehmerinnen über Mentoring zu informieren und mit ihnen Mentoringmaßnahmen und -projekte im Verein zu entwickeln. Mentoring ist die systematische und kontinuierliche Förderung einer Nachwuchskraft durch eine erfahrene Führungspersönlichkeit. Dabei geht es hier nicht generell um ehrenamtliche Mitarbeit, sondern um Führungspositionen. Mentoring in Sportvereinen soll die persönliche Entwicklung einer Nachwuchskraft und ihren Aufstieg in eine Führungsposition unterstützen, und zwar vor allem durch die Bereitstellung von Informationen, von Lern- und Erfahrungsmöglichkeiten, das Herstellen von Kontakten und die Einbindung in Netzwerke sowie insgesamt durch Hilfe zur Selbsthilfe (,,Empowerment&amp;quot;). Mentoring-Projekte orientieren sich aber auch am ,,Vereinswohl&amp;quot;. Sie suchen die Zahl, die Motivation und die Kompetenzen ehrenamtlicher Führungskräfte sowie ihre Bindung an die Sportorganisation zu erhöhen. Mentoring kann Teil der Personalentwicklung sein und zur Zukunftsfähigkeit des Vereins beitragen. Vorgehensweise In diesem Workshop werden die Ziele und Vorgehensweisen des Mentorings vorgestellt und Vor- und Nachteile der verschiedenen Strategien diskutiert. Der Workshop wird sich u.a. auch mit dem Gewinnen von Mentoren und Nachwuchskräften, der Einrichtung und Betreuung von Mentoring-Projekten sowie insgesamt mit Personalentwicklung im Ehrenamt befassen. Folgende fragen werden dabei diskutiert: Wer kann Mentor/Mentorin sein? Wie finden sich Mentoren und Nachwuchskräfte? Wie wichtig sind Abmachungen und Zielvereinbarungen? Wie lange soll ein Mentoring-Projekt dauern? Was kann man von Mentoren, was von Nachwuchskräften erwarten? Was sind die Erfolgskriterien? Wie wichtig sind zentrale Maßnahmen? Es wird die Möglichkeit zum Austausch von Erfahrungen und Informationen gegeben. Zudem sollen in dieser Veranstaltung gemeinsam mit den Teilnehmern konkrete Strategien des Mentorings in ihrem Verein erarbeitet werden. Gertrud Pfister Gpfister@ifi.ku.dk&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;www.stuttgarter-sportkongress.de&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;15&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;5. Stuttgarter Sportkongress entwicklung­ -Sportmanagement und -entwicklung­&lt;br /&gt;Hartmann-Tews, Prof. Dr. Ilse Hartmann-Tews, Heinz Kipp, Sylvia Stange&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;430 Gemeinsam sind wir stark ­ Chancen im Verein nutzen&lt;br /&gt;Der Titel des Workshops ,,Gemeinsam sind wir stark&amp;quot; formuliert eine Alltagsweisheit, die leider im (Vereins-) Alltag nicht immer in Handeln umgesetzt wird. Ausgangsbeobachtung des Workshops ist folgende: Die Sportvereine sind in Bezug auf ihre Mitglieder schon lange keine Männerdomäne mehr, zugleich aber sind Mädchen und Frauen selten in der Vereinsspitze, in den Vorständen und Präsidien zu finden. Vor diesem vielfach belegbaren empirischen Hintergrund sollen zum einen die aktuellen Erkenntnisse zu der Frage ,,Warum so wenige Frauen in der Führungsspitze?&amp;quot; vorgestellt werden. Zur Beantwortung dieser Frage liegen mittlerweile eine Reihe von soziologischen Untersuchungen im Rahmen der Geschlechterforschung vor. Auf der Basis dieser Forschungsergebnisse lassen sich dann zum anderen Handlungsoptionen entwickeln, mit denen Vereine und Verbände das Potenzial aller Mitglieder für ehrenamtliche Arbeit auch in den Führungsetagen des Sports mobilisieren und binden können. Um diese Handlungsoptionen zu entwickeln, werde ich zentrale Aspekte des Personalmanagements auf die Rahmenbedingungen von Turn- und Sportvereinen (freiwilligen Vereinigungen) beziehen und diese systematisch mit den Zielen und Mitteln der Gleichstellungspolitik (u.a. Gender Mainstreaming) verbinden. Dabei zeigt sich sehr deutlich, dass diese beiden Strategien gewinnbringend mit einander verbunden werden können, um das Credo ,,Gemeinsam sind wir stark&amp;quot; auch in den Alltags der Vereine nachhaltiger umzusetzen. Combrink, Claudia &amp;amp; Hartmann-Tews (2005) Frauen in ehrenamtlichen Führungspositionen ­ warum so wenige? DSB-Presse, Dokumentation, Nr. 24, 23 ­ 27. Dahmen, Britt, Combrink, Claudia &amp;amp; Hartmann-Tews, Ilse (2003). Frauenfrage oder Geschlechterdemokratie: Es geht nur gemeinsam an die Spitze. DSB Jahresmagazin 2003/2004 (S.72-74). Dreieich: HMS-Druckhaus. Hartmann-Tews, Ilse; Combrink, Claudia &amp;amp; Dahmen, Britt (2003). Gendering Prozesse in Sportorganisationen ­ Zur (Re-)Produktion von Geschlechterverhältnissen in den Führungsgremien des Sports. In Ilse Hartmann-Tews u. a. (Hrsg.), Soziale Konstruktion von Geschlecht im Sport (S. 151-186). Opladen: Leske + Budrich.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;www.stuttgarter-sportkongress.de&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;16&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;5. Stuttgarter Sportkongress entwicklung­ -Sportmanagement und -entwicklung­&lt;br /&gt;Dr. Ariane Bentner&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Leitung 431 Wie kann Führung und Leitung im Verein gelingen?&lt;br /&gt;In meinem Vortrag möchte ich zunächst kurz aus historischer Sicht beleuchten, wie im Sportverein traditionelle Führung aussieht und wer sie wie und mit welchen Auswirkungen ausübt. Gleichzeitig wird damit deutlich, warum es bis heute trotz vieler Versuche so schwer ist, Frauen auf der Leitungsebene nachhaltig zu integrieren, und damit Führung im Verein zu professionalisieren. Im nächsten Schritt möchte ich Sportvereine aus systemischer Perspektive betrachten und besonders auf die spezifische Kommunikationskultur- und -struktur in Vereinen fokussieren. Wir werden uns dabei beschäftigen mit Gemeinsamkeiten und Unterschieden zwischen Unternehmen, Familien und Vereinen und sehen, welche Lernherausforderungen Sportvereine mit Familienunternehmen gemeinsam bewältigen müssen, wenn Leitung gelingen soll. Abschließend möchte ich zeigen, welche Lernprozesse genau in Vereinen angestoßen werden sollten, welche Strategien dazu hilfreich wären und welche Instrumente Vereine einsetzen können, wenn Führung und Leitung gelingen sollen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;www.stuttgarter-sportkongress.de&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;17&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;5. Stuttgarter Sportkongress entwicklung­ -Sportmanagement und -entwicklung­&lt;br /&gt;Dr. Marcus Stumpf&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;432 Zielgruppenorientierung im Verein&lt;br /&gt;Zielgruppenorientierte Zielgruppenorientierte Vereine sind erfolgreicher Erfolgskette: Mitgliederorientierung, Mitgliederzufriedenheit, Mitgliederbindung&lt;br /&gt;Dr. Marcus Stumpf von der Führungs-Akademie des Deutschen Sportbundes leitet beim Stuttgarter Sportkongress einen Workshop über die Zielgruppenorientierung in Sportvereinen. Jens Gieseler sprach mit dem promovierten Betriebswissenschaftler, der ehrenamtlich u.a. in der Deutschen Schützenjugend, der Deutschen Sportjugend und der Deutschen Turnerjugend tätig war, über das Thema. Sportvereine Müssen Sportvereine Marketing betreiben? Marcus Stumpf: Ich denke, es ist wirklich notwendig, dass betriebswirtschaftliches und marktorientiertes Denken in den Vereinen und Verbänden Einzug hält. Ohne diese Organisation erschrecken oder erschlagen zu wollen, aber es gibt Dinge, die können sich Vorstände gut bei Unternehmen abschauen, die Produkte auf dem Markt verkaufen. Geben Sie ein Beispiel dafür. Stumpf: Beispielsweise die Zielgruppenorientierung, bei den Unternehmen sind dies die Kunden, bei den Vereinen die Mitglieder oder die Sponsoren, die Politiker, potentielle Mitglieder oder die Presse. Mitgliederorientierung heißt dann, dass der Vorstand und die Abteilungen das Ohr an den Bedürfnissen der Mitglieder haben: Welches Sportinteresse haben sie? Welche außersportlichen Wünsche? Wenn Vereine diese Interessen nicht berücksichtigen, dann gehen die Mitglieder woanders hin, in Fitness-Studios, zur vhs oder zu einem anderen Sportverein. Vor 30 Jahren hatten die Vereine meist eine Monopolstellung, heute haben sie vielfältige Konkurrenz, deshalb ist die Mitgliederorientierung entscheidend für den Vereinserfolg geworden. Wieso für den Vereinserfolg? Können Sie das bitte genauer erklären? Stumpf: Es gibt sozusagen eine Erfolgskette: Wenn ein Verein zielgruppenorientiert ist und die Bedürfnisse seiner Mitglieder befriedigt, dann erzielt er eine hohe Mitgliederzufriedenheit und eine hohe Mitgliederbindung. Das hat drei Vorteile: Zufriedene Mitglieder bleiben im Verein und um wieder eine Parallele zur Unternehmenswelt zu ziehen: Ein Kunde, den ich bereits habe, ist viel interessanter als ein Kunde, den ich noch nicht habe. Mit dem bin ich im Gespräch, von dem weiß ich, was er will. Zweiter Vorteil: Ein zufriedenes Mitglied redet gut über den Verein und wirbt so neue Mitglieder ­ Nachbarn oder Freunde. Dritter Vorteil: Ein zufriedenes Mitglied engagiert sich wesentlich eher freiwillig im Verein. Wie erreiche ich eine höhere Mitgliederorientierung? Stumpf: Beispielsweise durch eine Mitgliederbefragung. Bei Befragungen hat man natürlich oft das Problem einer relativ geringen Rücklaufquote. Aber ich denke, dass auf Grund der Vereinesverbundenheit eine größere Bereitschaft vorhanden ist, sich mit den Fragen zu beschäftigen. Wenn ein Verein damit nicht erfolgreich ist, dann gibt es noch die Möglichkeit der persönlichen Befragung, beispielsweise vor oder nach einer Sportstunde, während einer Pause, bei einem Vereinsfest oder anderen Veranstaltungen. Die persönliche Begegnung ist sicherlich die verbindlichste und erfolgversprechendste Methode, aber sie kostet viel Zeit. Ein weiteres Stichwort ist das Beschwerdemanagement beispielsweise durch die Einrichtung eines Kummerkastens. Insgesamt funktioniert es am besten, wenn alle Vorstände akzeptiert haben: Die Mitglieder sind uns am allerwichtigsten. Dann kann jeder reagieren, wenn jemand am Stammtisch meckert und kritisiert, was aus seiner Sicht nicht gut läuft. Die Vorstände können direkt mit den Mitgliedern reden oder die Kritik mit in die nächste Vorstandssitzung nehmen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;www.stuttgarter-sportkongress.de&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;18&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;5. Stuttgarter Sportkongress entwicklung­ -Sportmanagement und -entwicklung­&lt;br /&gt;Vorstand Wie kann ein Vorstand das organisatorisch umsetzen? Stumpf: Es ist gut, wenn einer wirklich diesen Hut nimmt und sich aufsetzt. Ein oder zwei Vorstandsmitglieder sollten sich engagiert um die Themen Mitgliederorientierung und Qualität der Angebote kümmern. Es reicht nicht jemanden zu benennen, der dann wartet, was die Mitglieder ihm zutragen. Diese Person muss auf die Mitglieder zugehen. Jetzt gehen wir mal zur Entwicklung neuer Angebote. Wie kann ein Verein zielgruppenorientiert vorgehen, wenn er ein Angebot für Senioren machen will? Stumpf: Ein Verein, der zielgruppenorientiert ist, würde überhaupt nicht denken: Ich will ein Angebot für Senioren machen. Ein zielgruppenorientierter Verein hat das Ohr an den Bedürfnissen der Bevölkerung. Deshalb würde er ­ um bei Ihrem Beispiel zu bleiben ­ mitbekommen, dass es sportliche oder soziale Interessen bei älteren Menschen gibt. Im nächsten Schritt würde er die Bedürfnisse genauer analysieren. Wie groß ist unser Einzugsgebiet? Wo kann ich die Senioren konkret ansprechen? Gibt es Seniorenkreise von der Kirche oder anderen Organisationen? Und erst nach diesen Gesprächen sollte der Verein dann ein passendes Angebot machen. Um es auf den Punkt zu bringen: Der Ausgangspunkt eines herkömmlichen Vereins ist die Idee des Vorstandes. Der Ausgangspunkt eines zielgruppenorientierten Vereins sind die Mitglieder oder Interessenten. Deshalb sind Vereine der zweiten Gruppe erfolgreicher. Ich hätte die Befürchtung, dass zielgruppenorientierte Vereine zu einem konturlosen Gemischtwarenladen werden. Im Gegensatz dazu arbeiten immer mehr Vereine mit einem Leitbild. Stumpf: Ich halte die Entwicklung von Leitbilder für sehr wichtig, wenn sie die Identität des Vereins stiften: Wer sind wir? Was machen wir? Was wollen wir? Wo wollen wir hin? Das funktioniert natürlich nur, wenn diese Prinzipien bewusst sind, gelebt werden und die tägliche Arbeit bestimmen. Neue Ideen, beispielsweise ein Angebot für eine neue Trendsportart, muss dann am Leitbild gemessen werden. Passt es zu unserem Verein oder passt es nicht? Da sollten die Vorstände wirklich konsequent handeln, damit der Verein seine Identität behält. Es wirkt auf Mitglieder und Außenstehende verwirrend, wenn ich mal der traditionelle Verein bin, dann der innovative und mal steht Qualität im Vordergrund. Bei einem anderen Produkt weiß der Käufer auch was er hat, ein Mercedes ist anders als ein Porsche oder ein Fiat. Alle drei Marken haben ihre Berechtigung, genauso wie der mehr traditionelle oder der mehr innovative Verein. Wichtig ist, dass die Mitglieder wissen, was sie an ihrem Verein haben. Allerdings sollte das Leitbild nicht starr gehandhabt werden, ein Leitbild lebt und verändert sich, wie der Verein selbst. Um auf die Mitgliederorientierung zurück zu kommen: Der Vorstand muss entscheiden: Passen die Mitgliederwünsche zu unserem Leitbild? Verändern die Mitgliederwünsche das Leitbild in einem akzeptablen Maße? Oder passen die Mitgliederwünsche nicht zu unseren Verein?&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;www.stuttgarter-sportkongress.de&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;19&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;5. Stuttgarter Sportkongress entwicklung­ -Sportmanagement und -entwicklung­&lt;br /&gt;Eberhard Gienger&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Chancen 460 Turn WM 2007 ­ Chancen und Nutzen&lt;br /&gt;Die Vergabe der Turn-WM für das Jahr 2007 nach Stuttgart ist eine große Auszeichnung für den DTB und das Turnen in Deutschland ­ dem Mutterland des Turnens. Schon im Vorfeld eröffnet diese internationale Großveranstaltung ­ der als direkte Qualifikation für die Olympischen Spiele 2008 in Peking eine besondere Bedeutung zukommt ­ auf verschiedenen Ebenen neue Chancen für das Turnen. Folgende Chancen und Ziele sind mit der Turn-WM Stuttgart 2007 verbunden: 1) Positionierung des Turnens / Neue Markenbildung für den DTB und seine Angebote Basierend auf einer vom DTB und STB initiierten Marktforschungsstudie, hat sich der DTB zum Ziel gesetzt, mit der Turn-WM im eigenen Land die Marke TURNEN neu zu positionieren. Das soll z. B. durch die Umsetzung eines übergreifendes Konzeptes und einer neuen Word- und Bildmarke realisiert werden. So wird beispielsweise mit der ,,Kinderturn-Kampagne&amp;quot; ein bundesweiter Grundlagenwettbewerb eingeführt. Das zentrale Anliegen ist, die flächendeckende Verankerung einer qualitativ hochwertigen Grundlagenausbildung für Kinder in Kindergarten, Grundschule und Verein. Die ,,Kinderturn-Kampagne&amp;quot; ist mehr als nur eine weitere Kampagne. Durch Vernetzung aller Gesellschaftsgruppen (Wirtschaft, Medien, Sport, Politik, Kirchen, usw.) soll eine Bewusstseinsänderung geschaffen werden. Turnen! 2) Spitzensport Turnen! Die Turn-WM im eigenen Land dient als Motivation und Anreiz für die nationalen Turnerinnen und Turner. Darüber hinaus kommt der Turn-WM 2007 eine besondere Bedeutung zu, da sie als die direkte Qualifikation für die Olympischen Spiele in Peking 2008 fungiert. 3) Wirtschaftliche Ebene Durch die Turn-WM wird eine Erhöhung der öffentlichen Wahrnehmung und der Medienpräsenz erzielt, ausgelöst bzw. verstärkt ­ natürlich durch Erfolge deutscher Athleten. Diese Chance soll für starke Partnerschaften mit Wirtschaft und Medien auch über die Turn-WM hinaus genutzt werden. Denn eine erhöhte Medienpräsenz steigert die Attraktivität für Sponsoren. Das ermöglicht langfristig mehr Handlungs- und Gestaltungsspielraum für die Verbände und Vereine.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;www.stuttgarter-sportkongress.de&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;20&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;5. Stuttgarter Sportkongress entwicklung­ -Sportmanagement und -entwicklung­&lt;br /&gt;Häussermann rmannJochen Häussermann-Schuler&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;ges 452 Werkzeuge für lokalpolitisches Management ­ Lobbyismus gestalten&lt;br /&gt;Der Workshop vermittelt nützliche Denkwerkzeuge für lokalpolitisches Management. Eine hilfreiche und strukturierte Herangehensweise an lokalpolitische Vorhaben wird vorgestellt und mit verschiedenen Methoden eingeübt. Ziele dieses Workshops sind: Unterschiede zwischen Verwaltungsdenken und politischem Denken herauszuarbeiten Politische Vorhaben einschätzen und bewerten können Zusammenhänge und Alternativen im (Arbeits-)Alltag stärker berücksichtigen zu können Dazu bietet sich ein grundsätzlicher Vorgehensalgorhythmus bei politischen Vorhaben an: grundsätzlicher 1. Unterschiedliche Blickwinkel einschätzen 2. Szenarien bilden 3. Alternative Positionen finden 4. Verantwortlichkeiten und ,,to do´s&amp;quot; / Meilensteine definieren Denn die Grundlage ist, die Unterschiedlichkeiten zwischen Verwaltungsdenken und politischem Denken zu begreifen. Verwaltungsdenken ...Vertrauen in die eigene Lösung ...eine Position Politisches Denken geprägt von Misstrauen unterschiedliche Positionen... viele Positionen sind möglich... wechselnde Positionen sind denkbar Wunsch nach Transparenz und mehr Information (latent im Intransparenten) Mehrheit entscheidet ,,geübter Blick aus dem Volk&amp;quot;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;...nur soviel wie nötig offen legen ...Dezernenten entscheiden ...Expertenblick / Expertenlösung&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;und zu all dem kommt hinzu: der ,,Faktor Mensch!?&amp;quot; Das erfordert von den Akteuren einen alltäglichen Spagat Spagat: Gesunder Menschenverstand versus politische Taktik (wem nützt was?) Detailblick versus Gesamtmuster Gemeinsamkeit versus notwenige Rollen (Trend ­ Gegentrend) Womit als Fazit und Zustandsbeschreibung bleibt: Zielkonflikte, Widersprüche und Paradoxien gehören dazu (innen und außen)&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Dem kann man mit nützlichen Methoden begegnen, wie etwa: Kopf-Stand-Technik, Blickwinkel-Technik, Innenund Außen-Unterscheidung, Dimension (strategisch, operativ, taktische) unterscheiden. Dabei sind nützliche Denkhaltungen stets: Was würde ich wissen wollen? Wo würde ich selbst einhaken? Wo sind die Schwachstellen? Wo sind die Blinden Flecken? Wie auch die Tabus im politischen System bekannt sein müssen: Misstrauen gegenüber einzelnen städtischen Mitarbeitern Persönliche Angriffe Vermischung zwischen Amt und Funktion&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;www.stuttgarter-sportkongress.de&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;21&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;5. Stuttgarter Sportkongress entwicklung­ -Sportmanagement und -entwicklung­&lt;br /&gt;Dimensionen unterscheiden&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;ch W as e M is D eh t d im rw er en er Si Nu t, w nn, si tz o w on en lie o ? gt ist de de r r&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;em W&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;en die im ind ie D es e Wi le / mt d c h s? el om is a od k e? kt es w n M Wie and Ta gt le ? st in nta tze zu br me sä eit s h en hr ub Me la G&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;St ra te g&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;is&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;si on&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Wann muss über was entschieden werden? Was sind die unmittelbaren Folgen, Ergebnisse, Effekte?&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Operative Dimension&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Innen-Außen-Unterscheidung Innen-Außen-Unterscheidung&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Innen&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;· Detailblick · Vorgeschichte / Leidensgeschichte · Hebel im Innern&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Außen&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;· Umf eldf aktoren · Konkurrenz zu anderen Vor haben · Blick auf das Ganze / ,,Black-Box&amp;quot;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;KopfstandKopfstand-Technik Man nutzt die positive Kraft des negativen Denkens! (Schritte) 1. Problemformulierung 2. Problemumkehr bzw. Problemverstärkung 3. Brainstorming 4. Ideen sortieren nach ähnlichen Themen 5. Gegenstrategien ableiten und Konsequenzen herausarbeiten Referent: Jochen Häussermann-Schuler, Organisations-/ Personalentwickler ; klip AG für Unternehmensentwicklung&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;www.stuttgarter-sportkongress.de&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;22&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;5. Stuttgarter Sportkongress entwicklung­ -Sportmanagement und -entwicklung­&lt;br /&gt;Ridder-Melchers, Prof. Gieß-Stüber, Ilse Ridder-Melchers, Prof. Dr. Petra Gieß-Stüber, Gül Keskinler&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;460 ,,Integration ­ aber wie? MigrantInnen im Sport&amp;quot;&lt;br /&gt;Kompetenz Interkulturelle Kompetenz durch Sport Albert-Ludwigs-Universität Freiburg&lt;br /&gt;Globalpolitische Entwicklungen (Öffnung der Grenzen im Rahmen der Europäischen Gemeinschaft, Globalisierung, Internationalisierung) verbunden mit zunehmenden Migrationsbewegungen führen dazu, dass vor allem in den Industrieländern immer mehr Menschen unterschiedlichster Herkunft zusammen leben und auch gemeinsam Sport treiben. Die Verwendung des eigenen Körpers wird jedoch durch ein kulturell geprägtes Leistungsverständnis ebenso geprägt wie durch Scham- und Peinlichkeitsgrenzen. Sinnorientierungen bezogen auf Bewegung, Spiel und Sport variieren ebenso wie z.B. die Vorstellung über die Legitimität körperlicher Gewalt. Im Geschlechtervergleich finden wir typische Unterschiede bei Körperhaltungen, im Einsatz von Kraft und Geschick, in der Nutzung von Raum, dem Umgang mit Konkurrenz u.a. Das Miteinander-Leben, lernen und Sporttreiben in einem in diesem Sinne multikulturellen Kontext wirft neue Herausforderungen an alle Beteiligten auf und birgt Konsequenzen für Bildung und Erziehung. ÜbungsleiterInnen sind für die schwierige pädagogische Herausforderung, die sich aus zunehmender Heterogenität der Lerngruppen und Lebenswelten ergibt, in der Regel nicht ausgebildet. Um dem überaus schwierigen und komplexen Anliegen der Integration im Sport und erst Recht dem Anspruch von interkultureller Erziehung im Sport gerecht werden zu können, genügt es nicht, dass Menschen unterschiedlicher Herkunft - und i.d.R. unterschiedlicher sozialer Milieus - gemeinsam im Rahmen eines universalen Regelwerks Sport treiben. Interkulturelle Kompetenz bedeutet für ÜbungsleiterInnen die Fähigkeit, Rahmenbedingungen zu schaffen, die ein gleichberechtigtes Miteinander ermöglichen, die Fähigkeit eines konstruktiven Umgangs mit Differenzen, kultureller Vielfalt und den daraus resultierenden Unsicherheiten für sportpädagogisches Handeln sowie die didaktisch-methodische Kompetenz, interkulturelle Lern- und Bildungsprozesse zu initiieren, zu begleiten und zu reflektieren. Im Rahmen dieses Symposiums wird der theoretische Rahmen für die geforderte didaktisch-methodische Kompetenz kurz skizziert. Zentral sollen aber erprobte Praxisbeispiele vorgestellt und die Umsetzbarkeit im organisierten Sport diskutiert werden. Literatur Gieß-Stüber, P. (Hrsg.) (2005). Interkulturelle Erziehung im und durch Sport. Münster: Lit.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;www.stuttgarter-sportkongress.de&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;23&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;5. Stuttgarter Sportkongress entwicklung­ -Sportmanagement und -entwicklung­&lt;br /&gt;Stefanie Klar, Astrid Pulter, Ghasem Spili, Prof. Dr. Manuela Westphal&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;461 Migrant/innen im Sport ­ Raus aus der Nische!&lt;br /&gt;Stefanie Klar (geschäftsführender Vorstand ELE e.V.): Thema: Mädchen Stärken mit Erlebnissportarten&lt;br /&gt;Der Verein ,,Erleben Lernen Erfahren&amp;quot; ist gemeinnützig und anerkannter Träger der freien Jugendhilfe nach § 75. Ziel der Vereinsarbeit ist, dass Kinder und Jugendliche Selbstvertrauen in die eigenen Stärken zu entwickeln, lernen sich sozial kompetent zu verhalten, Toleranz und Demokratieverständnis entwickeln und ihr Leben selbstverantwortlich zu gestalten. Zur Erreichung dieser Ziele setzt der Verein unterschiedliche Abenteuerelemente ein: Kletteraktionen wie z.B. die Schluchtüberquerung durch eine Burma-Brücke, der Sprung von einer neun Meter hohen Leiter, Klettern auf einen 20 m hohen Baum, Felsklettern aber auch zahlreiche Bewegungsspiele, kooperative Teamaufgaben oder vertrauensbildende Übungen sind Bestandteile des erlebnispädagogischen Programms. 2004 bewarb sich der ELE mit einem Konzept auf die Ausschreibung eines Pilotprogramms der deutschen Kinder- und Jugendstiftung und Nike. Durch das Programm ,,MädchenStärken&amp;quot; sollten sich Mädchen üblicherwei. se von Jungen »besetzte« Sportarten und die damit verbundene öffentliche Aufmerksamkeit erobern. Eine Chance auf mehr Selbstbewusstsein und Courage, von der vor allem unterprivilegierte Mädchen profitieren sollten. ,,MädchenStärken&amp;quot; sollte gegen geschlechterspezifische Benachteiligungen wirken und ein modernes und selbstbewusstes Rollenverständnis vermitteln. Die sechs besten Projektideen, darunter die des ELE, wurden von einer unabhängigen Jury für die einjährige Förderung ausgewählt. Mit dem Programm ,,MädchenStärken&amp;quot; konnte der ELE somit 2004 einer Gruppe von sozial benachteiligten ausländischen und deutschen Mädchen außeralltägliche Lernerfahrungen ermöglichen. Unabhängig von gleichaltrigen Jungen bekamen die Mädchen die Chance, sich selbstbewusst, stark und mutig zu zeigen und die Initiative zu ergreifen. Das Projekt ermöglichte den Mädchen unterschiedliche Körper- und Bewegungserfahrungen, das Erleben von Grenzerfahrungen im positiven Sinne und das Erschließen neuer erlebnisorientierter Räume in Dortmund. Auch das Überdenken des eigenen Frauen- bzw. Mädchenbildes war Thema in den Projekteinheiten. Zwischen Februar und November trafen sich zwei Mitarbeiterinnen des Vereins regelmäßig mit rund zwölf Mädchen im Alter von acht bis 18 Jahren. Sie wurden aus unterschiedlichsten Freizeittreffs und Schulen aus der nördlichen Innenstadt geworben und waren sich weitestgehend fremd. Die Projekteinheiten fanden an wechselnden Erlebnisorten des Stadtteils mit besonderem Erneuerungsbedarf statt. Der Einsatz zahlreicher unterschiedlicher erlebnispädagogischer Medien sorgte für einen hohen Erlebniswert und motivierte die Mädchen zu reger Teilnahme: Das Klettern im Hochseilgarten ,,Big Tipi&amp;quot;, Spiel- und Bewegungseinheiten ohne Konkurrenzhintergrund, Vertrauensübungen, Teamaufgaben im Waldparcours, Klettern am neun Meter hohen aufblasbaren Kletterturm, Abenteuersport in der Halle, die eigenständig von den Mädchen geplanten Abenteuertage mit Übernachtung am Lagerfeuer, Entspannungseinheiten oder ein Verwöhn-Sinnesparcours waren Teile des Programms, die mit Hilfe von kreativen Reflexionsmethoden thematisch aufgearbeitet wurden. Die Durchführung der vielseitigen Kletteraktionen hatte zur Folge, dass die Mädchen sich stolz und mutig fühlten, da sie diese als echte Herausforderungen bewerteten. Team- und Vertrauensübungen und die abenteuerliche Übernachtungsaktion stärkten den Gruppenzusammenhalt und boten ein optimales Lernfeld, sich gegenseitig zu helfen, Rücksicht aufeinander zu nehmen, aber auch Unterschiedlichkeiten aufgrund von Herkunft oder Alter zu akzeptieren. Außenseiterinnen wurden integriert und neue Freundschaften geschlossen. Die Verpflegung musste dabei von den Mädchen selbst organisiert werden, was zum einen die Selbständigkeit förderte, zum anderen die interkulturelle Vielfalt innerhalb der Mädchengruppe verdeutlichte. Die Mädchen tauschten sich bei der Erstellung der Einkaufsliste beispielsweise intensiv darüber aus, was im Herkunftsland gespeist wird. Einen besonderen Eigenwert besaß das Projekt dadurch, dass die Mädchen sich nicht nur durch thematische Einheiten mit ihrem Frauenbild auseinandersetzten, sondern auch durch die weibliche erlebnispädagogische Leitung des Projektes gleichzeitig ein für sie ungewöhnliches ,,lebendes Beispiel&amp;quot; erfuhren. Die vorgelebte Frauenrolle war vor allem den ausländischen Mädchen sehr fremd, beeindruckte sie aber sichtlich: Frauen können Feuer machen, große Autos fahren, beim Aufbau von Kletteraktionen mutig und sportlich sein, aber auch mal entspannen, sich einfühlsam zeigen oder den Schminkkoffer rausholen und über die neueste Mode reden. Die&lt;br /&gt;www.stuttgarter-sportkongress.de 24&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;5. Stuttgarter Sportkongress entwicklung­ -Sportmanagement und -entwicklung­&lt;br /&gt;vielseitige, erlebnisreiche Gestaltung der Projekteinheiten und das hohe Engagement der Erlebnispädagoginnen trugen wesentlich dazu bei, dass das Selbstbewusstsein der Mädchen gestärkt wurde und aus einer Vielzahl von Mädchen unterschiedlichen Alters und unterschiedlichster Herkunft eine tolle, starke Gruppe geworden ist. Das Projekt wurde vom Fachbereich Frauenstudien der Universität Dortmund in Form von Interviews evaluiert. Die Ergebnisse besagen, dass die Mädchen von Angst, Mut und Stolz berichten, wie sie sich herausfordernden Situationen gestellt haben und die Erfahrung gemacht haben, handlungsfähig und kompetent zu sein. Sie haben ganz im Sinne der pädagogischen Konzeption die Vorteile von Kooperation und Solidarität unter Mädchen erfahren, konnten neue Freundschaften knüpfen und haben das soziale Miteinander positiv erlebt. Auch zeigt die Analyse der Befragung der Mädchen, dass diese ihre weiblichen Leitbilder überdacht haben und das eigene Mädchenbild weiterentwickelt haben. Erleben Lernen Erfahren e.V. (ELE) Verein zur Förderung der Erlebnispädagogik Schillerstr. 58, 44147 Dortmund Tel.: 0231-357088 Mobil: 0179-3959152 Stefanie.klar@e-l-e.de www.e-l-e.de&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Spili, Ghasem Spili Dipl. Sportwissenschaftler: ,,Gewaltprävention für Jungen und Mädchen durch Kampfsport&amp;quot; Projekt: Hamburger Ritterrunde&lt;br /&gt;Pädagogische Perspektiven im Kampfsport als gewaltpräventives Angebot für Jugendliche aus Migrantenfamilien Auswahl der Methoden: differenzierte gewaltpräventive Angebote für unterschiedliche Zielgruppen nach Geschlecht, Alter und psychosozialen Zustand Ehrenkodex und Ritterlichkeit als zentrales Thema Budospezifische Ziele im gewaltpräventiven Kontext Der Begriff ,,Sport&amp;quot; und seine Ziele werden je nach Sozialisationshintergründen der MigrantInnen unterschiedlich definiert und wahrgenommen. Verschiedene Studien weisen darauf hin, dass die Anzahl der Jugendlichen aus Migrantenfamilien in den Kampfsportarten steigend zu registrieren ist. Dieses Interesse soll als eine realistische Chance für die Wertevermittelung in einem interaktionistischen Handlungsfeld im Rahmen der gewaltpräventiven Kinder- und Jugendarbeit wahrgenommen und gesteuert werden (eine Brücke vom Kampfsport zur Kampfkunst schlagen). Das Konzept der ,Hamburger Ritterrunde&amp;#39; beinhaltet nicht nur die Vermittlung technischer Fähigkeiten, z.B. wie ein Ritter in der Kunst des Kämpfens stark wird. Sondern das Konzept befasst sich vielmehr auch mit dem Begriff der ,Ritterlichkeit&amp;#39; und mit dem Inhalt des Begriffs ,Stärke&amp;#39;. Auf die Fragen, welche Pflichten ein starker Ritter in seinem Leben hat, geht jeder Ritter in dieser Runde ein. In dieser Hinsicht unterscheidet sich die Hamburger Ritterrunde grundlegend von den herkömmlichen Kampfsportangeboten, die ausschließlich leistungsorientiert betrieben werden. Das Projekt soll die Jungen und Mädchen ermutigen, ein gewaltfreies Leben als eine universelle Selbstverständlichkeit zu begreifen und deren Wurzeln in den vielen anderen Kulturen und Volksgruppen, aus denen sie zum Teil stammen, zu verinnerlichen. Die Inhalte und pädagogischen Werte in den Budo-Sportarten werden unter anderem im Bushido r
