Berufsvorbereitung

Immer mehr Jugendliche, insbesondere aus sozialen Brennpunkten, kapitulieren vor unserer Gesellschaft. Schulverweigerung, Kriminalität und Gewalt sind Ausdruck großer Mutlosigkeit. Viele glauben nicht mehr an eine ehrliche Chance, am gesellschaftlichen Leben teilnehmen zu können. Unbegründet ist das nicht.Tausende von Jugendlichen bleiben bei der Arbeitssuche auf der Strecke. In der Petition „Ausbildung für alle“ wird darauf hingewiesen, dass in Deutschland inzwischen mehr als 1,5 Millionen Menschen unter 25 Jahren ohne Ausbildung keine Chance auf Arbeit haben. Und dass sich seit 1995 jährlich bundesweit Hunderttausende Jugendliche um einen Ausbildungsplatz bewerben und keinen bekommen können!
Die Konkurrenz wird härter. Das trifft zuerst die Jugendlichen aus instabilen Verhältnissen und mit schlechter Bildung. Die, die in der Schule oder bei der Ausbildungssuche den längsten Atem bräuchten, geben meist als Erste auf.

Die Jugendsozialarbeit als Feld der Jugendhilfe beschäftigt sich mit der Lebensplanung rund um den Bereich Arbeit und Ausbildung und will vor allem benachteiligte Jugendliche unterstützen, die in erhöhtem Maße auf Hilfe angewiesen sind. Beratungsstellen für Arbeitslose, Schnupperangebote zur Berufsfindung oder außerbetriebliche Ausbildungsplätze sollen Mädchen und Jungen die Integration auf dem Arbeitsmarkt erleichtern. Angesichts der hohen (Jugend-) Arbeitslosigkeit wird aber auch die Aufgabe immer dringlicher, Jugendliche auf Phasen der Erwerbslosigkeit vorzubereiten, damit sie dadurch nicht ihren Mut, ihr Selbstwertgefühl und ihre Eigeninitiative verlieren.

Handlungs- und erlebnisorientierte Methoden motivieren Jugendliche zu neuen Lernerfahrungen. Über sie können kann praktisch eine Brücke zu bedeutsamen Themen der Arbeitswelt geschlagen werden: „Umgang mit Stress, Verhalten in Konfliktsituationen oder das Erkennen der eigenen Stärken im Team kann praktisch erfahrbar gemacht werden. Der Bau einer Seilbrücke als Gruppenaufgabe fordert beispielsweise Eigeninitiative und gute Absprachen – anschließend ist Raum für die Auswertung der Teamfähigkeit. Das Sichern eines Kollegen beim Klettern erfordert verantwortungsvolles Verhalten – werden Sicherheitsregeln nicht eingehalten, sind die Konsequenzen für jeden leicht ersichtlich. Ziel ist vorallem, das Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten zu stärken - damit junge Menschen sich selbstbewusst den beruflichen Anforderungen stellen können oder ihr Selbstvertrauen in Zeiten der Erwerbslosigkeit nicht leidet. 

Wir legen in der Projektarbeit sehr viel wert auf eine enge Zusammenarbeit mit Eltern, Lehrkräften, Sozialarbeitern und Einrichtungen der Jugendhilfe im Stadtteil. Nur so kann ein guter, nachhaltiger Transfer in den Alltag der Jugendlichen gelingen.